Wieso klingt Phrygisch Dominant nicht nach Dur?

von Strat Cat, 08.11.09.

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pedaltrain
  1. Strat Cat

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    Erstellt: 08.11.09   #1
    ich hab mich gefragt, warum der 5 modus von harmonisch moll - phrygisch dominant(=spanisch phrygisch,phrygisch dur,...) eindeutig nach moll klingt obwohl er wegen der großen terz eigentlich nach dur klingen müsste... :confused: kann mir wer weiterhelfen?
     
  2. Exebeche

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    Erstellt: 08.11.09   #2
    Hallo,

    ich seh das so: Wenn man die Tonleiter von unten beginnt, interpretiert das menschliche Gehör den Grundton als Leitton und die Sekunde als Grundton, wodurch der Eindruck einer Mollterz entsteht. Ist ein generelles Symptom von "arabischen Löchern", kann man sehr schön zum Tonartwechsel einsetzen.
    Ich hab zwar weder Musik studiert, noch mich viel mit klassischer Harmonielehre befasst, sondern das meiste selbst hergeleitet, aber das ist meine Sicht der Dinge.

    MfG Fabian
     
  3. Strat Cat

    Strat Cat Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.11.09   #3
    warum interpretiert man das so?
     
  4. Moshpit

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    Erstellt: 09.11.09   #4
    Moll ist Moll, Dur ist Dur und dein spanisch-phrygisch ist eine andere Kiste. Es ist eine ganz eigene Tonart. Dein Gehirn kann da keinen Dur-Klang hören weil es keiner ist.
     
  5. Exebeche

    Exebeche Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.09   #5
    Mein Gehör würde es so interpretieren, weil es sehr an die harmonische Mollskala gewöhnt ist. Du wirst merken, sobald du die Sekunde weglässt, klingts sofort nach Dur.
    Die Problematik ist hierbei, in welchem harmonischen Kontext sie eingesetzt wird. Ist dir das Phänomen nur beim Hoch- und Runterspielen aufgefallen, oder in Stücken?
    Beim reinen Tonleiterspiel ordnet das Gehirn schnell mal Töne als "Auftakt" ein, damit es die Töne in ein bekanntes System einordnen kann.
    Wenn man hingegen z.B. Dick Dales Misirlou (zugegeben, die Skala ist nicht ganz die selbe) anhört, ist der Grundton durch die sehr starke Betonung eindeutig.
    Das Phänomen der Einordnung in harmonische Klischees kann man auch sehr schön an Moll-b5-Akkorden sehn; diese werden automatisch vom Gehirn als ihre Subdominantparallele als Dur-7-Akkorde gedeutet, sofern man nicht noch die Septim hinzunimmt.

    MfG Fabian
     
  6. Strat Cat

    Strat Cat Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.09   #6
    halt ich für nicht richtig. es gibt tonarten mit durähnlichem klang (ionisch, lydisch, mixolydisch) und welche mit mollähnlichem (Äolisch, dorisch, phrygisch, lokrisch, HM und in meinen ohren auch HM 5) was meinen wissenstandes nach von der terz abhängt, aber das ist anscheinend nicht ganz richtig
     
  7. Moshpit

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    Erstellt: 09.11.09   #7
    Im Prinzip hast du recht mit dieser Unterteilung. Problematisch finde ich nur, das man mit dieser Unterteilung alles was nicht dur oder moll ist "nur" als Ableitung definiert und damit diesen Tonarten den eigenen Charakter abspricht. Man kann aber nun mal sehr wohl in phrygisch, dorisch oder sonstwas komponieren.
     
  8. Strat Cat

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    Erstellt: 10.11.09   #8
    ja, das ist schon klar aber das hat sich nur auf eine grobe einteilung bezogen
     
  9. Zonk666

    Zonk666 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.09   #9
    Ich würd sagen weil Phrygisch von "Phrygide" (ugs. Frigide) ;) kommt und weil das Grundsätzlich blöd bzw. in den meisten Fällen traurig ist, KANN das nicht nach Dur klingen :D;)

    Sorry, der musste sein - es ist der 11.11 :great::)

    grüssle
    Klaus
     
  10. Nirvana134

    Nirvana134 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.09   #10
    Naja, wenn man die Töne von Ionisch und Phrygisch Dominant vergleicht sieht man schnell wie unterschiedlich die Tonabstände sind. Sprich kleine Sekunde statt große, kleine Sexte statt große Sexte und kleine Septime statt eine große Septime. Da Quarte und Quinte in fast alle Skalen reine sind außer in verminderten oder erhöhten Skalen sind die nicht wirklich die Töne die die Skala färben, dass einzigste was die beiden Skalen wirklich gemeinsam haben ist also die Dur-Terz und genau genommen die Quarte und Quinte. Durch die Dissonanten Intervallabstände klingt es eben nicht nach einer Dur-Tonleiter.

    Das merkt man vor allem wenn man das erstmal harmonisiert, da kommen glaub ich 3 verminderte und ein erhöhter sowie 2 Dur - und 1 Mollakord bei raus.
     
  11. MarkusKl

    MarkusKl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.09   #11
    Mit meinem Tool MKGitarre kann man das grafisch gut darstellen. Sorry bissy Werbung mußte jetzt sein! ;) :D

    Ihr findet alles dazu in meiner Signatur.

    LG Markus
     
  12. Powermeddelhead

    Powermeddelhead Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.11.09   #12
    ich würd mal sagen dat gehört eindeutig in den Musiktheorebereich ;)

    Ontopic: ich glaube das es trotzdem mollig und düster klingt da der einzige charakteristische Ton der Verwandschaft mit einer Durtonleiter hat nunmal die große Terz ist. alles andere ist parallel zu Moll-tonarten
     
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