Wo seht ihr noch Optimierungspotenzial?

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Mikrotie

Mikrotie

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[into: spoken words]
Ich habe nie verstanden, warum Zugehörigkeit bedeuten soll, sich anzupassen.

Vielleicht muss man draussen stehen, um zu erkennen, wie nah man wirklich kommen will.

[strophe 1-2]

Ist das Ende wirklich Frieden,
oder geht die Suche endlos weiter?
Ist es nur Sehnsucht, oder Hoffnung,
finde ich die Mitte als Aussenseiter.

Ich stehe aussen, betrachte aus der Ferne. Sehe die Abhängigkeit eurer Hülle. Ich versuchte nie mich anzugleichen. Als Separatist geniess ich meine Idylle.

[solo]

[Refrain]
Ich bleibe draussen, um mich selbst zu sehen,
und brauche eure Nähe, um mich zu verstehen.
Ich halte meinen Abstand, doch trenne mich nicht ganz,
denn selbst am äusseren Rand beginnt meine eigene Distanz.

Ich suche keine Mitte, die ihr für mich bestimmt,
weil jede fremde Ordnung meine Richtung nimmt.
Ich geh in eure Welt und kehre doch zurück,
vielleicht liegt meine Freiheit genau in diesem Stück.

[strophe 3-4]
Ich suche nur Nähe als Katalysator.
wenn ich in eure Welt eindringe.
Ich nutze eine Welt, die ich nicht akzeptiere. Auch wenn ich bewusst die Hymne mitsinge.

Mein Mittelpunkt verschiebt sich,
wenn ich in eure Schwerkraft komme.
Doch zieh ich ihn auch täglich zu mir,
in den Schatten eurer Sonne.

[solo]

[Refrain]
Ich bleibe draussen, um mich selbst zu sehen,
und brauche eure Nähe, um mich zu verstehen.
Ich halte meinen Abstand, doch trenne mich nicht ganz,

denn selbst am äusseren Rand beginnt meine eigene Distanz.
Ich suche keine Mitte, die ihr für mich bestimmt,
weil jede fremde Ordnung meine Richtung nimmt.
Ich geh in eure Welt und kehre doch zurück,
vielleicht liegt meine Freiheit genau in diesem Stück.
 
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Hast du schon mal einen Songtext geschrieben, wo das Wort "ich" nicht vorkommt? Das entspricht der Frage, "Was passiert, wenn man nicht in den Spiegel, sondern aus dem Fenster schaut?". Interessant wird das Fenster dann, wenn es sich in einem Zug befindet. Das Gegenteil dazu wäre ein Spiegel in einem lichtlosen Bunker.
 
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Ich benutze das „Ich“ bewusst als Reflexionsfläche. Viele meiner Texte entstehen aus dieser Innenperspektive. Dein Gedanke, einmal bewusst aus dem „Fenster“ statt in den „Spiegel“ zu schauen, ist aber interessant.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Der „Spiegel im lichtlosen Bunker“ bringt mich noch auf einen anderen Gedanken: Nur weil ich im Dunkeln nicht erkennen kann, was der Spiegel zeigt, bedeutet das nicht, dass es nicht da ist. Vielleicht liegt genau darin für mich ein Teil der Selbstreflexion.
 
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Hab's mal unter dem Gesichtspunkt der "Synchronisation" betrachtet:
  • Gesang, Drums, harmonsiche Instrumente usw.
  • tun sich leichter,
  • wenn Rhythmen zueinander passen
Hier reduziert auf die Silbenzahlen ... das wird so, vermutlich, ohne Genuschel nix ...

In blau die Silbenzahl pro Zeile. Wirkt recht unbalanziert auf mich. Wäre ein Ansatzpunkt für mich.

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Es kommt nicht zwingend auf die Silbenzahlen an, sondern auf die Hebungen und wo die erste Hebung ist (da Melodiezeilen praktisch immer auf zwei der vier Takte ausgehen). Bei einem Text mit fünf Hebungen bleibt also immer etwas Raum mehrere Auftaktsilben, bei sieben Hebungen als für ein bis drei. Wobei es kein Fehler ist, ein paar Pausen zum Luftholen einzuplanen.
Da die meisten Lieder im Vierertakt gehalten werden, gibt es zudem Haupt- und Nebenbetonenungen (im Gegensatz zum Dreiertakt, da liegt die Betonung immer auf der 1).

Wer's genauer wissen will, kann es hier nachlesen:

Texterworkshop: Metrum (aus EISERNE LERCHE 1/1980)
 
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Wer's genauer wissen will, kann es hier nachlesen:
Interessant.

Am Ende ist es aber auch immer ein Nummernspiel, denn fast immer singt man Gesprochenes im Zeitraster ... Metrum hin oder her (Stellen für Betonungen wären eher weitere restriktive Anforderungen an die zeitliche Position im Takt).

Dazu ein Beispiel:
  • angenommen, wir verteilen jede Zeile auf 4 Takte (was schon langwierig wird)
  • dann stehen als zeitliche Positionen zur Verfügung:
  • 4 Ganze = 8 Halbe = 16 Viertel = 32 Achtel = 64 Sechszehntel
  • dabei wird vielleicht nicht jede genutzt: das ist dann Pause oder verlängerte Note)
Spielt man das mit dem gezeigten Textausschnitt einmal durch, dann:
  • kann man's verteilen
  • es bleibt unbalanziert
  • und vermutlich so viel zu langatmig, je nach Anlage des Songs
Man kann natürlich halbieren, also diese Texte auf 2 statt 4 Takte verteilen, und dann schrabbt man schon hart an der Sechzehntel-"Grenze". Halbiert man noch einmal, müsste man (mehr oder weniger) präzise Zeitpunkte von 64-tel Noten darbeiten.

Insgesamt gäbe es genügend Ansatzpunkte, alles ein bischen runder zu machen ... zB auch beim Text zu entrümpeln, oder den langen Text mit 24 Silben auf zwei Zeilen aufzuteilen.

Daneben bleibt natürlich die Aufgabe, so ein Stück auch rhythmisch interessant und stimmig zu machen, meint der Drummer. BEISPIEL: Man kann natürlich den Refrain wie angegeben auf Viertel singen und per Drums einen Funk- oder Latin-Beat darunterlegen ... aber ob's so zusammenpasst und durchträgt?

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Ich stehe aussen, betrachte aus der Ferne. Sehe die Abhängigkeit eurer Hülle. Ich versuchte nie mich anzugleichen. Als Separatist geniess ich meine Idylle.
Auch wenn Mikrotie gerne mal alles in eine Zeile schreibt, sind das doch logischerweise eigentlich mehrere. Zeilen mit mehr als acht Hebungen findet man in freier Wildbahn eher selten.

In klassischen Gedichten findet man überwiegend vierhebige Jamben bzw. Trochäen. Wenn man die vertont, liegen die Reime immer auf der vierten Hebung, während Musik jeweils die erste und dritte betont. Deshalb meine Empfehlung, eher musikorientiert zu texten und eine ungerade Anzahl von Hebungen zu bevorzugen (also drei, fünf oder sieben). Stumpf die Silben zu zählen halte ich übrigens nicht für sinnvoll.
 
Wer's genauer wissen will, kann es hier nachlesen:
hab ich noch nicht gelesen
Es kommt nicht zwingend auf die Silbenzahlen an, sondern auf die Hebungen und wo die erste Hebung ist (da Melodiezeilen praktisch immer auf zwei der vier Takte ausgehen). Bei einem Text mit fünf Hebungen bleibt also immer etwas Raum mehrere Auftaktsilben, bei sieben Hebungen als für ein bis drei. Wobei es kein Fehler ist, ein paar Pausen zum Luftholen einzuplanen.
Da die meisten Lieder im Vierertakt gehalten werden, gibt es zudem Haupt- und Nebenbetonenungen (im Gegensatz zum Dreiertakt, da liegt die Betonung immer auf der 1).
wenn ich das lese, müsste ich den Textworkshop durcharbeiten, Hebungen kenne ich bislang nicht, Haupt-und Nebenbetonungen sind mir auch nicht geläufig.
In klassischen Gedichten findet man überwiegend vierhebige Jamben bzw. Trochäen
muss ich auch nachlesen, welche Bedeutung es für das Texten von Songs hat. Ich vermute, es ist ein Mittel, um ein Gedicht in eine Form zu bringen (wie auch schon angedeutet von @Burkhard Ihme)

Meine erste Frage an @Mikrotie wäre gewesen, gibt es zu diesem Text schon eine Melodie. Eine Melodie hat einen Takt, eine Zählzeit, worin die Worte, bzw die Silben hineinpassen, auch ihren Spielraum haben. Die Melodie hat auch schon die Folge der Akkorde, die die Melodie daraus ergeben. Oder, man hat die Melodie und findet die Akkorde dazu. Das ist eine ähnliche Vorgehensweise.
In beiden Fällen muss der Text verpackt werden, in die Zählzeit, daraus ergibt sich die Taktlänge. Aus meiner Sicht ist die Zählzeit das Hauptaugenmerk, wenn ein Text in einen Song passen soll. Oft muss man Worte, oder die Silben dehnen, oder den Vers verändern.
 
[into: spoken words]
Ich habe nie verstanden, warum Zugehörigkeit bedeuten soll, sich anzupassen.

Vielleicht muss man draussen stehen, um zu erkennen, wie nah man wirklich kommen will.

[strophe 1-2]

Ist das Ende wirklich Frieden,
oder geht die Suche endlos weiter?
Ist es nur Sehnsucht, oder Hoffnung,
finde ich die Mitte als Aussenseiter.

Ich stehe aussen, betrachte aus der Ferne. Sehe die Abhängigkeit eurer Hülle. Ich versuchte nie mich anzugleichen. Als Separatist geniess ich meine Idylle.

[solo]

[Refrain]
Ich bleibe draussen, um mich selbst zu sehen,
und brauche eure Nähe, um mich zu verstehen.
Ich halte meinen Abstand, doch trenne mich nicht ganz,
denn selbst am äusseren Rand beginnt meine eigene Distanz.

Ich suche keine Mitte, die ihr für mich bestimmt,
weil jede fremde Ordnung meine Richtung nimmt.
Ich geh in eure Welt und kehre doch zurück,
vielleicht liegt meine Freiheit genau in diesem Stück.

[strophe 3-4]
Ich suche nur Nähe als Katalysator.
wenn ich in eure Welt eindringe.
Ich nutze eine Welt, die ich nicht akzeptiere. Auch wenn ich bewusst die Hymne mitsinge.

Mein Mittelpunkt verschiebt sich,
wenn ich in eure Schwerkraft komme.
Doch zieh ich ihn auch täglich zu mir,
in den Schatten eurer Sonne.

[solo]

[Refrain]
Ich bleibe draussen, um mich selbst zu sehen,
und brauche eure Nähe, um mich zu verstehen.
Ich halte meinen Abstand, doch trenne mich nicht ganz,

denn selbst am äusseren Rand beginnt meine eigene Distanz.
Ich suche keine Mitte, die ihr für mich bestimmt,
weil jede fremde Ordnung meine Richtung nimmt.
Ich geh in eure Welt und kehre doch zurück,
vielleicht liegt meine Freiheit genau in diesem Stück.

..grundsätzlich hat jeder Style seine Berechtigung, wenn jemand ihn vertritt und ich denke in deinem Text werden viele etwas von sich entdecken..ich nicht..

..was möchte man von jemandem hören, mit dem man sich austauscht? Mich interessiert was passiert ist, möglichst unverpackt, möglichst dicht an der Wahrnehmung der Sinne, möglichst weit weg von Abstraktionen. Solche Abstraktionen sind zum Beispiel alle Wörter, die auf '-ung', '-heit' und '-keit' enden..davon gibt hier recht viele..

..was passiert denn überhaupt? Gibt es einen Ort, einen Zeitpunkt?
Wer wird adressiert? Nichts und nein..es gibt eine Art Anklage an ein Plural-Du, dass nirgendwo abgegrenzt ist..

..damit bleibt als Songstory ein diffuses Auflehnen gegen eine nicht beschriebene Lebenssituation..

..das ist nicht nichts und na klar, das kann ein Grund sein zu singen..auf der anderen Seite, was kann man jemandem erzählen worum es hier geht? Ich wüsste es nicht recht..
 
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  • #10
wenn ich das lese, müsste ich den Textworkshop durcharbeiten, Hebungen kenne ich bislang nicht, Haupt-und Nebenbetonungen sind mir auch nicht geläufig.

Haupt- und Nebenbetonungen kommen in der klassischen Verslehre auch nicht vor, ergeben sich aber automatisch bei Vertonungen im Vierertakt: Die Hauptbetonung auf der 1, die Nebenbetonung bei Jamben oder Trochäen auf der 3.

Ki kennt Hebungen immerhin:

Eine Hebung ist in der Verslehre eine betonte Silbe innerhalb eines Verses. [1] (https://de.wikipedia.org/wiki/Hebung_(Verslehre))

Wichtigste Merkmale
Betonung: Sie bildet den hervorgehobenen, starken Teil eines Metrums (im Gegensatz zur unbetonten Senkung).

Hebungen bestimmen den Rhythmus und den Takt eines Gedichts. Durch das Zählen der Hebungen lässt sich das Versmaß (zum Beispiel vierhebig) bestimmen.

Die Beschreibungen des Versmaßes stammen aus der griechischen Antike:

Jambus (lang – kurz)
Trochäus (kurz – lang)
Daktylus (lang – kurz – kurz)
Anapäst (kurz – kurz – lang).

In der deutschen Verslehre unterscheidet man zwischen betonten und unbetonten Silben. Die Hebungen sind die betonten Silber.

Alle Worte haben eine eigene Anordnung von betonten und unbetonte Silben, die Hinweise gibt, an welcher Stelle einer Textzeile sie sinnvoll plaziert werden sollten. Bei mehr als zweisilbigen Wörtern kann das auch mehrdeutig sein. "Affenhitze" könnte (wie viele zusammengesetzte Wörter) in einem Vierertakt auf "Affen" oder auf "Hitze" betont werden. Bei anderen Wörtern gibt es dagegen eine gewohnte und daher zu bevorzugende Reihenfolge. "Außenseiter" (siehe Eingangspost) wird normalerweise auf "außen" betont, nicht auf "seiter".
 
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  • #11
@Burkhard Ihme, Danke für die Erläuterung
 
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  • #12
Der Text beschreibt bewusst keinen konkreten Ort, keine Person und benennt keinen Schuldigen.
 
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