Yamaha CP40

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Review Yamaha CP40


Zuerst einmal vielleicht eine kurze Einleitung zu mir:
Ich bin Jahrgang 87, spiele seit 20 Jahren Klavier und arbeite nach einem Jazzklavierstudium seit einigen Jahren als Klavierlehrer und Live-Mucker. Musikalisch mache ich alles von Dinner-Jazz bis Hard-Rock, wobei ich vergleichsweise wenig Top40 mache und vor allem auf der rockigen Schiene unterwegs bin. Bezüglich meines Equipments bin ein großer Vintage-Liebhaber und Purist, also eher ein Plug&Play-Typ als ein Soundschrauber.
Dankenswerter Weise wurde mir das schöne Yamaha CP40 zum Testen bereit gestellt. Selber habe ich schon lange kein Stagepiano mehr besessen, mein letztes war ein Casio Privia PX100, damals ein absolutes Einsteigergerät. Im Moment nehme anstatt dessen (je nach Anlass) meinen Nord Electro 4D, einen Kurzweil PC3K8 oder mein Wurly mit als Klavierersatz. Soviel zu mir, damit ihr meine hier unten folgenden Aussagen relativieren könnt.

Fußnote zu den Fotos: sowohl die Lichtverhältnisse in meiner Bude als auch meine Fotokünste sind mehr als bescheiden. Wer Hochglanzfotos sehen möchte, dem empfehle ich die Thomann-Seite oder die Google Bildersuche.
Fußnote zu den Aufnamen: Alle Aufnamen wurde mit einem M-Audio Fast Track Ultra und Logic gemacht, lediglich L-R gepannt, und ansonsten nicht nachbearbeitet.

Überblick

Mittelklasse-Stagepiano
88 Tasten
Graded Hammer (GH) -Tastatur
128-stimmig polyphon
297 Voices
Abmessungen (BxHxT): 133,2 x 16,3 x 35,2 cm
Gewicht: 16,3 kg
Straßenpreis: 1499€

Anschlüsse:

Alle Anschlüsse des CP40 STAGE befinden sich auf der Rückseite.
Außer den zwei unsymetrischen Audioausgängen sind hier ein Kopfhörerausgang, Aux-In (Miniklinke), 2 USB-Anschlüsse (to Hots / to Device), Midi-In und -Out, sowie die Anschlüsse für bis zu 3 Pedale (Sustain, Assignable und Foot Controller) zu finden. Das mitgelieferte Sustainpedal kostet im Handel auch schlappe 65€, also finde ich es sehr löblich, dass dieses sehr robuste Pedal (mit toller Anti-Rutsch-Matte drunter) im Lieferumfang enthalten ist. Deshalb finde ich es umso seltsamer, dass ein Notenpult (für dessen Halterung die Löcher vorhanden sind) nicht mitgeliefert wird, sondern für 60€ nachgekauft werden muss.
Mich stört das als Ipad-Jünger nicht weiter, aber wenn man das CP40 als Klavierersatz für’s Wohnzimmer kauft, wird man wahrscheinlich ein wenig enttäuscht sein dafür noch mal in die Tasche greifen zu müssen. Das Netzteil ist leider extern und nicht gerade so gebaut, dass ich damit 80 Gigs im Jahr bestreiten möchte, dafür ist es sehr schön kompakt und die Kabellänge sollte in den meisten Fällen ausreichen.

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Bedienpanel/Architektur

Auf dem Bedienpanel befinden sich, von Links aus angefangen, neben den etwas höher gelegenen Pitch- und Modulationsrädern die Sektion für die Splits und Layer, sowie Schieberegler zur Lautstärkereglung der beiden „Parts“.
Das CP40 hat 2 Modi, den Peformance-Mode und den Voice-Mode. Eine Performance (128 kann man speichern) besteht aus max. 2 Parts. Diese Parts sind die Sounds die man im Voicemode auswählen kann. Einer der Lautstärkeregler kann verschiedene Funktionen erfüllen. Im Voicemode kann man hiermit nämlich auch den Chorus- oder der Reverb-Anteil einstellen.
Gleich nebenan befindet sich die Sektion mit der man die einzelnen Effekte ein oder ausschalten kann, sowie ein kleiner Recording-Block. Danach folgen die Transpose-Tasten sowie die Speicher/Systemeinstellung/Filemanagment-Knöpfe.

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Das gut leserliche Display erstrahlt in modernem blau und kann 2 Zeilen darstellen. Für die meisten Funktionen reicht dies völlig aus und ist sehr übersichtlich. Wenn man aber weiter in die Untermenüs möchte um Sounds oder Effekte zu bearbeiten, wird es schnell unübersichtlich und muss man gut wissen wo man hin möchte, um die entsprechenden Menüpunkte schnell zu finden.
Rechts neben dem Display befinden sich das Jogwheel und die Cursortasten, sowie der Wahlschalter für den Performance-Mode.
Daneben befinden sich 12 große Knöpfe zur Auswahl der einzelnen Soundbanken. Diese sind thematisch sortiert, also alle Pianos sind in einer Bank, alle Bläser in der anderen etc.
Man kann für jede Bank einen Favoriten auswählen, der erklingt wenn man den Button drückt. So kann man sich eine kleine Auswahl an Brot- und Buttersounds zurechtlegen die sofort abrufbar sind. Wählt man 2 Banken gleichzeitig an, werden diese automatisch gelayert.
Ganz rechts außen gibt es noch 3 Schieberegler zur Steuerung eines 3-Band-Equalizers.

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Optik/Haptik

Das CP40 wird gut gepolstert geliefert. Dank des wirklich angenehm geringen Gewichts von etwa 16,5 kg kommen weder der Paketbote noch ich selbst wirklich ins Schwitzen.
Das Gehäuse ist komplett aus schwarzem Kunststoff, der sich aber sehr wertig anfühlt. Alle Knöpfe und Regler sitzen fest und lassen sich gut anpacken, unter dem Piano befinden sich sehr große, kräftige Gummifüße. Bei meinem Modell ist zwischen der Bodenplatte und Rückseite etwa ein Millimeter Platz. Hierdurch kann ich die Rückwand ein kleines bisschen eindrücken. Im Alltag wird das mit Sicherheit keinen stören oder einen negativen Einfluss auf die Stabilität haben, aber bei der ansonsten wirklich erstklassigen Verarbeitung ärgert es mich schon ein wenig.

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Oberhalb des Bedienpanels ist der Kunststoff strukturiert/marmoriert. Mir persönlich hätte es optisch wesentlich besser gefallen auch hier einfach den glatte Optik durchzuziehen, aber das ist mit Sicherheit Geschmackssache.
Die Graded-Hammer-Tastatur mit 88 Tasten fühlt sich, trotz des Plastiks, absolut hervorragend an. Insgesamt ist sie ziemlich schwer gewichtet, gerade beim Default-Piano-Sound muss man schon ordentlich in die Tasten langen um die hohen Velocity-Werte zu erreichen. Trotzdem ist sie sehr geläufig und macht einfach Spaß zu spielen. Der Ottonormalverbraucher wird mit dieser Tastatur denke ich sehr viel Spaß haben können.

Sound:

Pianos:
Die Flügelsounds kommen alle Yamahatypisch sehr fett und druckvoll rüber. Gerade in Kombination mit der relativ hart gewichteten Tastatur folgt man hier absolut dem firmentypischen Soundideal. Mir macht den Klavierklang wirklich sehr viel Spaß, gerade der zweite, etwas leichter ansprechende Sound lässt sich super angenehm spielen. Es sind gerade im Diskant schöne Nebengeräusche zu hören, aber ich denke die Stärke des CP40 wird vor allem in der Durchsetzungsfähigkeit im Bandgefüge liegen. An eine Mono-Version wurde auch gedacht. Ich bin auf jeden Fall wunschlos glücklich.

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/pianos?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

E-Pianos:
Nach den überwältigenden akustischen Pianos habe ich mich schon auf die E-Fraktion gefreut.
Leider sieht es hier etwas mau aus. Gerade mal ein Rhodes-Sample bekommt man geliefert, das relativ seicht klingt und eher für ein wenig RnB-Gewabber gedacht ist. Mir fehlt da ein Rhodessound der Biss hat und den ich auch mal in der Fusionband oder ähnlichen Bereichen anwenden könnte. Ähnlich sieht es bei den Wurlys aus, die sich absolut nicht dynamisch spielen lassen. Deutlich schöner sind die CP80 und DX-Pianos, wobei man ehrlicherweise zugeben muss, dass die meisten Rompler das heutzutage ziemlich ordentlich machen. Für mich gibt es hier einen sehr deutlichen Qualitätsunterschied zu meinen Alternativen Nord und Kurzweil (die natürlich auch teurer sind), aber auch zum MOXF aus eigenem Hause. Hier hätte ich lieber 5 wirklich starke, sich unterscheidende Sounds gehabt als die 35 Verschiedenen die mir jetzt zur Auswahl stehen, aber sich größtenteils nur durch zusätzliche Effekte oder verschiedene Hallräume/EQs unterscheiden.

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/epianos?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

Clavinet/Harpsichord & Chromatische Percussion
Für die seltenen Einsätze absolut in Ordnung.

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/clavinet-harpsichord?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples
https://soundcloud.com/gert-jan-naus/chrom-perc?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

Orgeln:
Wenn’s unbedingt sein muss, kann man den ein oder anderen Sound (z.B. den ersten Klang) mal benutzen, in Zeiten von HX3 und Nord möchte sich das aber wirklich keine mehr antun. Für den Notfalls kommt man mit Sicherheit irgendwie damit klar, es gibt bei einigen Voices sogar die Möglichkeit das Leslie über das Modulationsrad zu steuern. Wenn es sich aber irgendwie vermeiden lässt, werde ich diese Sektion umgehen. Zur Verteidigung des CP40 sei gesagt: ich hasse grundsätzlich alle Rompler-Orgeln, die vom Kurzweil gehen so gerade noch. Ich habe einfach zu viel an wirklich schönen Orgeln und Clones gespielt.
Meine Meinung sollte also hier nicht das Maß der Dinge sein.

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/organs?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

Streicher:
Für ein wenig Fläche in der Band oder als Layer hinter dem Klavier reichen die Streichersounds, ein kleines Demo oder Playalong würde ich damit aber schon nicht mehr einspielen. Sehr platt, absolut nicht dynamisch zu spielen, sehr viele träge Sounds. Hier hätte ich mir lieber ein wirklich tolles Voice á la Kurzweil gewünscht, mit dem man von Vollgas mit Attack bis zur leisen Fläche alles spielen kann anstatt 20 verschiedene Sounds von denen aber kaum einer wirklich zum Spielen einlädt.

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/strings?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

Choir/Pad/Synth/Brass:
Hier fängt (wie die zusammengefasst Überschrift schon vermuten lässt) die Verwirrung an.
Die Chöre sind bei den Chören, die Pads bei den Pads… soweit so gut. Drücke ich aber den Knopf Synth, werde ich erstmal mit etwa 10 weiteren Pads (zumindest erfüllen die für mich eher eine Pad-Funktion) versorgt, bevor die etwas perkussiveren und Leadsounds vorbei kommen. In der Brassabteilung kommen erst die Naturbläser vorbei, wonach eine Masse an Synthbrass (bis hin zu Jump-artigen Sounds) folgt, die ich in der Synth-Abteilung schmerzlich vermisst habe. Hier muss man schon ganz genau wissen was man wo sucht.
Insgesamt klingen viele der Sounds hier wirklich sehr brauchbar für den Bandalltag, viele andere sind aber auch absolut überflüssig. Die Bläser fand ich überraschend gut im Vergleich zum Rest.

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/choir-pads?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples
https://soundcloud.com/gert-jan-naus/synth?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples
https://soundcloud.com/gert-jan-naus/brass?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

Gitarren/Bässe:
Die Gitarren sind bis auf die Nylon-Gitarre absolute Grütze, aber ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich in meinen 10 Jahren Muckerei noch nie einen Gitarrensound benutzt habe. Die Bässe erfüllen absolut ihren Zweck und laden teilweise sogar ein wenig zum jammen ein. Auch hier sind wieder sehr viele Synth-Bässe versteckt.

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/guitar-bass?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

Sonstiges:
Exoten und Schlagzeuge… wer’s braucht... Für mich eine Sektion die man hätte weglassen können, aber für dem ein oder anderen mag’s Spaß machen. Persönlicher Lichtblick war für mich eine ganz brauchbare Sitar, aber auch nur weil ich vor einigen Monaten krampfhaft und ziemlich erfolglos bei meinen Gerätschaften nach einem spielbaren Sounds gesucht habe ;-)

https://soundcloud.com/gert-jan-naus/others?in=gert-jan-naus/sets/yamaha-cp40-sound-samples

Soundfazit:
Die Klaviersounds sind wirklich überragend, und vielleicht fällt gerade deshalb die Kritik an den anderen Sounds etwas schärfer aus als sie sein müsste. Es gibt aber reichlich Konkurrenz aus der Liga der abgespeckten Workstations (Kurzweil PC3LE, Yamaha MOXF8, Roland FA-08) die - bis auf den Klaviersound - eine wesentlich überzeugendere Soundauswahl und entsprechende Bearbeitungsmöglichkeiten hergeben. Ich habe alle 297 Sounds kurz angespielt, alle könnt ihr euch bei Interesse in Ruhe durchhören und euch selbst ein Bild machen.
Die Bedienung des CP40 (dazu gleich mehr) ist absolut gradlinig, selbsterklärend und intuitiv und macht auf der Bühne total Spaß, weil man mit wenigen Handgriffen alle wichtigen Funktionen erreichen kann. Ich hätte mir gewünscht, dass auch bei der Soundauswahl diese Gradlinigkeit weitergeführt wäre. Hätte man anstatt 297 Voices einfach nur 30 wirklich dynamisch spielbare, knackig klingende Sounds genommen, hätte das wesentlich besser zum Konzept gepasst. Jetzt wird man erschlagen mit unzähligen, gleich klingenden Sounds, die vielleicht auf dem Papier toll aussehen, im Alltag aber die paar Perlen die man auf der Bühne wirklich gerne benutzen würde, verdecken.
Außerdem fällt auf, dass die Voices alle eine ziemlich lange Hallfahne haben. Zuhause auf dem Kopfhörer stört das nicht so sehr, aber bei der gestrigen Probe mit einer Chic-Tribute ist das einigen Bandkollegen schon negativ aufgefallen. Man kann zwar in wenigen Handgriffen den Hall verändern, aber immer nur pro Voice und Performance. Da es einen eigenen Knopf zum An-/Ausschalten des Halls gibt hatte ich gehofft, auch eine Art „Global-Hall“ einstellen zu können. Das ist aber meckern auch hohem Niveau, und ist bei der Konkurrenz auch nicht anders. Wenn’s im Musikgeschäft nicht voll klingt, kauft’s ja schließlich keiner.

Bedienung:

Das CP40 ist komplett auf intuitive Bedienung getrimmt. Auch wenn man noch keine Erfahrung mit Stagepianos, Workstations oder Synthesizern hat, wird man mit Sicherheit nicht all zu oft in die Bedieungsanleitung schauen müssen.
Mit einem Knopfdruck hat man einen Split oder Layer angelegt, die Sounds werden beide im Display angezeigt und sind ohne weiteres zu ändern. Vor allem der direkte Zugriff auf die Lautstärken der einzelnen Parts über die beiden Fader an der linken Seite ist sehr angenehm. So kann man z.B. im Refrain mal eben schnell etwas mehr Streicher dazu schieben oder ähnliches.
Gleiches gilt für den direkten Zugriff auf Reverb und Chorus sowie den EQ. Alles ist direkt und offensichtlich zu finden und leicht zu bedienen und erinnert (wenn auch eingeschränkter) an einen „nordschen“ Aufbau. Einziger Wermutstropfen: wenn man einen Split legt, klingt der untere Part immer eine Oktave zu tief um sie noch sinnvoll zu nutzen. Dies ist zwar im Menü leicht zu ändern, dazu muss man sich aber erst mal wieder durch 3-4 Untermenü’s wurschteln, die auf dem 2-zeiligen Display nicht wirklich übersichtlich sind. Hier hätte eine kleine Änderung des „Default-Splits“ wesentlich mehr Bühnentauglichkeit ergeben. Wenn man die Oktavierung bei einem spontan erstellen Split ändert, behält das CP40 diese Änderung übrigens bei bis man das Gerät ausschaltet.
Ansonsten stehen einem im Menü alle möglichen Einstellungen zu Effekten, Transpositionen, sowie sogar eine eingeschränkte Bearbeitung der Hüllkurven zur Verfügung.
Grundsätzlich denke ich aber, dass man sich in den (durch das Display) leider etwas unübersichtlichen Menüs selten aufhalten wird, es sei denn man möchte sich eine sehr spezielle Performance erstellen. Alle wichtigen Parameter sind sofort auf der Bedienoberfläche zu erreichen und ermöglichen auch einem Technik-Noob wie mir ein sehr entspanntes Arbeiten.
Ein kleines Schmankerl für die unterrichtende Gilde gibt es auch noch: den Panel-Lock… nie wieder zu Tode erschrecken weil man kurz nicht aufgepasst hat und Für Elise auf einmal auf voller Lautstärke mit der SuperSaw gezockt wird ;-)

Fazit:

Das CP40 ist ein wirklich toll bespielbarer, angenehm transportierbarer Klavierersatz, sowohl für Zuhause als auch für die Bühne. Die einfache Bedienung wird auch den größten Technikmuffel nicht überfordern und mit den vielen Zusatzsounds wird man mit Sicherheit in der ersten Teeny-Garagen-Band oder der Oldie-Kapelle wunschlos glücklich und hat einen wunderbaren Grundstock um sein Setup aufzubauen.
Wenn ich aber viel mit der Band unterwegs bin und der Klavierklang nicht unbedingt der Dreh- und Angelpunkt meiner Soundauswahl ist, kann ich das CP40 nur bedingt empfehlen. Hier können die Light-Versionen der großen Workstations preislich und klanglich einfach zu gut mithalten und bräuchte man auf jeden Fall ein zweites Board um den heutigen Ansprüchen im Pop/Top40-Bereich gerecht zu werden.
Insgesamt erfüllt das Gerät aber alle Ansprüche die ich an ein Stagepiano stelle. Wenn es die Eierlegende Wollmilchsau wäre, hätten wir alle eins zuhause stehen ;-)
Ich habe lange mit mir gerungen ob ich nicht das CP40 günstig an einen Kollegen oder Schüler abgebe und mir dafür wieder anderes Spielzeug kaufe, aber nach einigen Tagen am Instrument wird es doch vorerst seinen Platz in meiner Sammlung finden.
Das geringe Gewicht, die hervorragende Tastatur und der überragende Klaviersound machen das CP40 zu einem tollen Klavierersatz den ich mit Sicherheit für Dinnerjazz-Geschichten, kleinen Wohnzimmer-Recording-Sessions sowie der ein oder anderen Jam mitnehmen werde.
 
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So, das gute Gerät hat seine erste Testfahrt hinter sich.
Da ich nicht so der Ober-Solist bin und alleine spielen sowieso doof ist habe ich mir ein wenig Unterstützung bei meinem Schwesterchen geholt, um möglichst viel von meinen Fehlgriffen abzulenken ;-)

Das Piano ist völlig unbearbeitet, Hall kommt vom Gerät selber, kein zusätzlicher EQ, keine zusätzliche Kompression.
Vocals haben auch nur einen Low-Cut, ein kleines bisschen Hall und ein wenig Kompression abbekommen.

Insgesamt bin ich wirklich zufrieden mit dem CP40, der Grundklang ist natürlich Geschmackssache, aber passt gerade zu diesem Genre denke ich ziemlich gut. An dem Hall muss ich noch mal ein wenig rumfummeln, das ist mir so im Nachhinein immer noch zu viel des guten, obwohl es schon wesentlich weniger ist also bei den Presets des CP40. Aber da stehen mir ja alle Editiermöglichkeiten offen.

Aber urteilt selbst:

 
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