Yamaha P90 über VSTs als vollwertiges Digitalpiano?

  • Ersteller burnpotter
  • Erstellt am
B
burnpotter
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
11.02.17
Registriert
16.06.06
Beiträge
983
Kekse
279
Hallo Leute,

ich weiß die Fragestellung ist komisch denn das P90 ist ja schon ein vollwertiges Digitalpiano :D
Allerdings bin ich mit den Sounds nicht mehr zufrieden. Obwohl ich noch Anfänger bin, merke ich, dass die Samples doch wirklich stark synthetisch klingen(es geht ausschließlich um Piano-Samples). Was mir hingegen extrem gut gefällt, ist die Tastatur. Deshalb habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht sinnvoller wäre das P90 als schlichten Midi-Controller zu benutzen. Das ist doch möglich oder? Ich gehe damit also in den PC, lade darüber eine Software und lasse diese über meine Yamaha HS80M-Monitore erklingen. Eigentlich ist das ja sogar eine gute Idee, machen viele von euch schon sowas oder verbindet ihr das immer mit dem Thema Recording?

Meine erste Frage wäre: Was brauche ich an Equipment damit meine Latenz nicht merkbar ist? Irgendeine Schaltzentrale wird da doch von Nöten sein, oder? Am besten möglichst günstig :D.

Meine zweite Frage wäre: Es gibt scheinbar ja VSTs, die Stand-Alone sind und welche, die in ein Recording-Programm eingebunden sind. Meistens sind ja gerade die Recordingprogramme schweineteuer, reicht es bei sowas dann die Lite-Versionen zu kaufen?

Meine dritte Frage: Ich schreibe momentan über ein recht altes Notebook mit 4GB DDR2-Ram und einem P8600 Dual Core, immerhin habe ich eine SSD eingebaut. Kann ich hiermit die meisten VSTs nutzen? Wenn nein dann kein Problem, meine Freundin hat ein Macbook Air 2013, da sollte das ganze drauf laufen, ABER kann ich, wenn ich dann einen neuen Laptop habe, die VSTs auch auf meinem Rechner installieren oder sind die komplett gebunden?

Ich hoffe ich nerve euch nicht, ich habe versucht mich halbwegs einzulesen und bin sehr für eure Unterstützung dankbar :)
 
Eigenschaft
 
Ich mache das genau so, wie du es beschreibst, mit einem P80, und daran ein Macbook Pro mit GalaxyPianos im Kontakt Player. Funktioniert prima.

Du brauchst:
- einen Rechner, klar. Dein PC könnte reichen, aber wenn du eh ein Macbook Air zur Verfügung hast, ist das optimal. (SSD und viel RAM ist wichtig für Sample-Bibliotheken, beim Prozessor tut's auch Mittelmass)
- ein Midi-Interface. Da tut's ein ganz einfaches und billiges, also z.B. https://www.thomann.de/de/thomann_midi_usb_1x1.htm
- ein Audio-Interface. Auf meinem Mac reicht dazu einfach der eingebaute Kopfhörer-Ausgang. Ein separates externes Audio-Interface brauchst du eigentlich nur bei Highend-Ansprüchen an den Sound - und bei Windows-PCs ist die eingebaute Soundkarte oft kritisch, was die Latenz angeht. Für Empfehlungen bin ich da aber nicht der Richtige, da mir wie gesagt die eingebaute Soundkarte reicht.
- einen Klavier-Klangerzeuger in Software. Beliebt und gut unter den Sample-Bibliotheken sind Synthogy Ivory II, Galaxy Pianos II oder evtl. noch Steinberg The Grand. Alternative wäre Pianoteq4, das ist ein physical modelling statt sample-basierter Ansatz - was davon jetzt besser ist, ist wieder ein ganz eigener Glaubenskrieg ;-). Auf jeden Fall kannst du mit 100 bis 250 Euro dafür rechnen. Das ganze läuft entweder als eigenes Programm (Pianoteq) oder in einem beiliegenden Sample-Player (z.B. Kontakt Player). Achtung: Manche (v.a. weniger bekannte) Klavier-Samples laufen nur mit der Vollversion des Kontakt Samplers - und die kostet über 300 Euro! Also aufpassen, was als Vorraussetzung dabeisteht.
- nur wenn du Aufnehmen willst: Eine VST-Host-Software. Mac-seitig reicht da das kostenlos beiliegende GarageBand. Alternativ ist MainStage von Apple nicht teuer (30 Euro?) und bringt noch viele überraschend brauchbare Software-Instrumente mit, Orgeln, epianos etc. Windows-seitig hab ich keine Ahnung, was sich anbietet.
 
Was brauche ich an Equipment damit meine Latenz nicht merkbar ist? Irgendeine Schaltzentrale wird da doch von Nöten sein, oder? Am besten möglichst günstig
Thereotisch erstmal gar nichts, du hast ja ein Audiowiedergaberät im Computer. Unter Windows bekommt man eine niedrige Latenz aber nur mit ASIO-Treibern hin. Also musst du dir den kostenlosen ASIO4ALL installieren und in deinem VSTi-Host (bzw. bei einem Standalone-Instrument in diesem selbst) zur Benutzung auswählen.

Es gibt scheinbar ja VSTs, die Stand-Alone sind und welche, die in ein Recording-Programm eingebunden sind.
"Ein VST, das Standalone ist", ist ein Widerspruch :) VST ist eben ein Standrd für PlugIns, den man in ein Programm einbindet. Gnerell reden wi erstmal von SOftwareInstrumenten. Und die können dann als Standalone und/oder als PlugIn angebote werden. Für PlugIns gibt es diverse Standards, unter Windows ist eben VST der verbreitetste, unter OS X ist es AU, und ProTools hat auch noch ein eigenes. Die gorßen Kaufprogramme gibt es in der regel in allen Formaten (also Standalone und alle PlugINs; mus man auch nicht extar kaufen, liegen halt so mit auf dem gekauften Datenträger); viele Freeware gibt es oft nur als VST-PlugIn. Ein solches besteht übrigens nur aus einer DLL-Datei (bzw. liegen die Samples evtl. noch separat vor)

Du musst dir in letztem Fall aber keine große Recordingsoftware anschaffen. Abgesehen davon, dass es auch da Freeware gibt, ist das ja oversized, wenn du einfach nur spielen, aber nicht aufnehmen willst. Zum reinen spielen gibt es einen einfachen VST-Host:
http://www.hermannseib.com/vsthost.htm
Wobei man da dann sogar mehrere PlugIns hinterienander hängen bzw. virtuell verkabeln kann. Es gibt da auch eine noch schlichteren Version von:
http://www.hermannseib.com/savihost.htm
Damit kann man dann quasi aus einem VST-PlugIn ganz einfach ein Standalone-Instrument machen.

Dein Rechner sollte zunächst mal reichen. Um das grundprinzip zu verstehen (also auch um zu schauchen ob das mit ASIO4AL etc. funktioniert) kannst du ja erstmal ein kostenloses VSTi zu testen nutzen. Ich nehme für solche ZWecke gern das 4Front Piano:
http://www.yohng.com/vsti/4fpiano1-i.exe
Das ist schlank, einfach, man kann nichts einstellen, und daher auch nichts falsch einstellen.

Und dann kanns du ja mal schauen, ob es von den guten auch Demos gibt, die dann probieren kannst, bevor du eine Kaufentscheidung triffst.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben