Zuerst gut finden, dann schlecht?

von Dom1n1k, 16.12.16.

Sponsored by
Gravity Stands
  1. Dom1n1k

    Dom1n1k Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    15.01.15
    Zuletzt hier:
    6.09.18
    Beiträge:
    83
    Zustimmungen:
    4
    Kekse:
    0
    Erstellt: 16.12.16   #1
    Einige von euch kennen es ja sicherlich, man nimmt was auf, ist davon total begeistert. Dann hört man es ein paar Tage später an und fragt sich ob man damals irgendwas eingenommen hat, weil es dann doch total scheiße klingt. Kann man das irgendwie psychologisch erklären? z.B. subjektives, objektives Empfinden.
     
  2. Stratz

    Stratz Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    21.03.13
    Beiträge:
    3.459
    Zustimmungen:
    1.837
    Kekse:
    12.629
    Erstellt: 17.12.16   #2
    Das Phänomen kenne ich auch. Unser Gehör ist auch jeden Tag in einer anderen Verfassung. Was an manchen Tagen gut klingt, kann an anderen nervig sein. Ich schätze mal, dass das Gehör auch ermüdet sein kann und die psychische Verfassung spielt auch eine Rolle. Ist man gut drauf, so klingt es gleich viel besser.
     
  3. Dom1n1k

    Dom1n1k Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    15.01.15
    Zuletzt hier:
    6.09.18
    Beiträge:
    83
    Zustimmungen:
    4
    Kekse:
    0
    Erstellt: 17.12.16   #3
    Ok, wie geht man am besten vor, um zu erahnen, ob ein Lied massentauglich sein könnte, bevor man n haufen Zeit und Geld in die Vermarktung des Songs steckt?

    Das Lied 400 Leuten per Zufallsauswahl hören lassen, und fragen wie sie es finden?

    Es einfach nur auf Sound- und Videoportale hochzuladen, und abwarten was passiert, ist zu wenig. Da ich die Möglichkeit habe Songs zu vermarkten, stellt sich mir eben nur noch die Frage, wie man die Chancen ausrechnen kann, ob ein Lied Erfolg haben könnte.

    Ich bin mir sicher es gibt unzählig gute Lieder, die noch irgendwo auf dem Rechner liegen, aber niemand kennt, weil es einfach am Marketing fehlt. Ist halt sehr riskant Geld in Werbung zu stecken, wenn es nachher keiner kauft. Neulich hat in unserem Kaff ne Band vor 30 Leuten gespielt, die aber Locker mit einer bekannten Band mithalten könnte.

    P.S. gibt es hier irgendwo einen Thread dazu?
     
  4. Shubidu

    Shubidu Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.05.15
    Beiträge:
    757
    Ort:
    Berlin
    Zustimmungen:
    1.240
    Kekse:
    3.874
    Erstellt: 17.12.16   #4
    Ich würde ja eigene songs nicht dahingehend beurteilen, ob sie "massentauglich" sind, was soll denn dabei rauskommen ? :)
    Wenn das usus wäre, gäbe es ne Menge an guter Mucke wohl gar nicht. Ich finde es ziemlich wichtig und richtig, dass songs ne persönliche Note haben und dass man sich eben nicht darum kümmert, was die "Masse" dazu sagt.
    Mir persönlich ist das auch ziemlich latte, freue mich aber natürlich auch, wenn ich Zustimmung bekomme.
    Ich kenne das übrigens mit totaler Begeisterung und folgender Enttäuschung nur etwas. Oft höre ich dann Fehler oder eben auch, dass da noch nachgearbeitet werden muss. Und wenn es mir nicht mehr gefällt.....naja, auch nicht so schlimm.
     
  5. Dom1n1k

    Dom1n1k Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    15.01.15
    Zuletzt hier:
    6.09.18
    Beiträge:
    83
    Zustimmungen:
    4
    Kekse:
    0
    Erstellt: 17.12.16   #5
    Also ich hätte nichts dagegen wenn ein Song der eigentlich nur für ein bestimmtes Publikum vorgesehen war plötzlich zum Welthit wird. Gab es ja auch schon öfters.

    Gehen wir mal davon aus ich produziere einen Rock n' Roll Song und ich würde mir gerne die Chancen ausrechnen, ob er in der Rock n' Roll Szene beliebt werden könnte. Wie müsste man hier am besten vorgehen? Das wird wohl Richtung Marktforschung gehen.
     
  6. Shubidu

    Shubidu Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.05.15
    Beiträge:
    757
    Ort:
    Berlin
    Zustimmungen:
    1.240
    Kekse:
    3.874
    Erstellt: 17.12.16   #6
    Naja ich denke, man sollte einfach seine Musik, soweit möglich machen und die songs nicht an Massentauglichkeit messen. Das ist doch .....
    Wenn es dann trotzdem unerwartet einen phänomenalen Durchbruch geben sollte...klasse!!! und das hast du dann wahrscheinlich dem zu verdanken, dass du einfach eigene Wege gegangen bist und dich nicht am mainstream orientiert hast.
     
  7. gyn

    gyn Gesperrter Benutzer

    Im Board seit:
    19.07.11
    Beiträge:
    202
    Zustimmungen:
    52
    Kekse:
    406
    Erstellt: 17.12.16   #7
    Du bist'n Kontrollfreak! Vergiss es! Es gibt keine Regeln, du kannst es nicht kontollieren oder beeinflussen. Das willst du doch? Vergiss es!
     
  8. Dom1n1k

    Dom1n1k Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    15.01.15
    Zuletzt hier:
    6.09.18
    Beiträge:
    83
    Zustimmungen:
    4
    Kekse:
    0
    Erstellt: 17.12.16   #8
    Aber man muss doch schon im Vorhinein messen können, ob ein bereits produzierter Song erfolgreich werden könnte, wenn man eine gewisse Zahl an Höhrern gefragt hat wie sie ihn finden. Wenn ihn dann von 400 Leuten 100 gut finden, ist das doch schon ein hervorragendes Ergebnis bei dem es sich lohnt Geld in die Vermarktung reinzustecken. Solche Tests gibt es auch bei viele anderen Produkten in der Wirtschaft, um im Vorhinein zu ermitteln, ob es ein Durchbruch werden könnte.
     
  9. gyn

    gyn Gesperrter Benutzer

    Im Board seit:
    19.07.11
    Beiträge:
    202
    Zustimmungen:
    52
    Kekse:
    406
    Erstellt: 17.12.16   #9
    Worum geht es dir eigentlich wirklich?
     
  10. Shubidu

    Shubidu Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.05.15
    Beiträge:
    757
    Ort:
    Berlin
    Zustimmungen:
    1.240
    Kekse:
    3.874
    Erstellt: 17.12.16   #10
    Gute Frage...ich verstehe es auch nicht wirklich
     
  11. Tolayon

    Tolayon Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.03.13
    Zuletzt hier:
    20.11.17
    Beiträge:
    801
    Zustimmungen:
    330
    Kekse:
    1.822
    Erstellt: 18.12.16   #11
    Ich dachte auch zuerst, dass es um Geschmacksfragen und psychologische Wahrnehmung geht.
    Aber jetzt auf einmal scheinen Tipps zu Marketing(-Forschung) in eigener Sache gefragt zu sein.

    Es soll tatsächlich so etwas wie eine "Formelsammlung" für Mainstream-taugliche Hits geben, aber die ist 1. nicht absolut in der Zusammensetzung ihrer Komponenten und 2. auch keine Garantie für den gewünschten Erfolg. Außerdem habe ich gerade keine Ahnung, wo man diese "Formel" finden kann ... Wahrscheinlich in irgendwelchen teuren Ratgeber-Büchern, die man nach ein, zwei Jahren aufgrund des ausgebliebenen Erfolgs frustriert aus dem Fenster wirft.

    Eine andere Herangehensweise wäre folgende:
    In einer Genre-orientierten Musiksendung laufen die Chart-Hits rauf und runter; als jemand, der selbst gerne dort vertreten sein möchte, analysiert man nun penibel die Top-Ten der gespielten Stücke und das über einen Zeitraum von sagen wir mal zwei, drei Monaten.
    Anschließend beginnt man, aus dem Gehörten Gemeinsamkeiten und "Regeln" abzuleiten und anhand dieser sein eigenes Lied zu schreiben, aufzunehmen und zu produzieren. Wobei man das Abmischen und Mastering vielleicht besser einem Profi überlassen sollte, der sich mit den Gepflogenheiten des jeweiligen Genres auskennt. Denn ein schlechter, selbst produzierter Mix kann jede noch so gute Komposition ruinieren.

    Die große Frage ist nun, ob das fertige eigene Stück nun tatsächlich Chancen hat, mit den analysierten Liedern halbwegs mitzuhalten und es - dank endlich zustandekommendem Major-Label-Vertrags - vielleicht sogar selbst in die Top-Ten schafft.
    Oder könnte es nicht ebenso gut sein, dass die Zuhörer sich an dem Grundsound, der in diesen Genre-spezifischen Top-Ten herrscht langsam sattgehört haben und ein Stück, das hier und da bewusst anders ist, sich sogar teilweise provokant hervorhebt, doch größere Chancen hätte, in der Gunst der Hörer aufzusteigen?

    Solche Dinge lassen sich nie genau vorhersagen und somit auch nicht generalstabsmäßig planen. Erst recht nicht, wenn es um die ganz allgemeinen, Genre-übergreifenden Charts geht. Denn jemand, der bislang nur Rock gemacht hat, kann nicht auf einmal zum Techno-Produzenten werden (oder umgekehrt), nur weil er glaubt, damit irgendwie erfolgreicher zu sein.
     
  12. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    09.01.06
    Zuletzt hier:
    14.11.18
    Beiträge:
    13.402
    Zustimmungen:
    3.367
    Kekse:
    66.903
    Erstellt: 18.12.16   #12
    Im Kern zielt Deine Frage, glaube ich, daraufhin, ob ein bestimmtes "Prdukt", nämlich der song XY sich gut verkaufen wird und damit die Investition in seine Vermarktung sich lohnt und einen Gewinn abwirft.

    Das ist letztlich eine unternehmerische, ökonomische Frage und Marketing und Marktforschung spielt dabei eine große Rolle.

    Wenn Du darauf abzielst, solltest Du Dich warm anziehen und es kann sein, dass Du eine Stange Geld verbrennst.
    Warum?

    Weil es erstens meiner Ansicht nach so ist, dass der marktliche Erfolg in jedem kreativen Bereich höchst spekulativ ist, vergleichbar mit anderen Produkten.
    Zweitens ist es so, dass es einen Haufen guter songs gibt, die alle das Potenzial haben, ein Welthit zu werden und in die auch Geld zur Vermarktung gesteckt wird - und trotzdem wird halt nur einer, wenn überhaupt, ein Welthit.
    Dann gibt es noch einen Haufen weiterer Aspekte, die wenig bis gar nicht planbar sind: Vielleicht schlägt zeitgleich ein anderer Superhit ein, so dass Dein song, der zu anderen Zeiten Beachtung und seinen Markt gefunden hätte, untergeht. Vielleicht gibt es einen neuen Trend und Dein song wird plötzlich als kalter Kaffee empfunden. Und so weiter und so fort.

    Die großen Labels und Unternehmen etc. machen unter solchen grundsätzlichen Bedingungen folgendes: Sie machen einen Risikomix, das heißt, sie schicken nicht ein Pferd in ein relativ unkalkulierbares Rennen, sondern zehn Pferde. Damit haben sie zwar noch nicht die Gewähr, dass eins von diesen zehn Pferden tatsächlich gewinnt, aber wenn ein oder zwei von diesen zehn Pferden unter den ersten drei oder fünf landen, lohnt es sich immer noch. Das ist eine sogenannte Mischkalkulation.

    Wenn Du dies aus den ein oder anderen Gründen (zu wenig Geld bzw. Kapital, zu wenig songs) nicht machen kannst, spielst Du halt ein großes Risiko.
    Dass ein song Marktpotential hat, heißt eben noch nicht, dass er tatsächlich am Markt Erfolg hat.

    Deine Frage ist im Übrigen viel zu unkonkret. Wie viel Geld willst oder kannst Du denn investieren? Reden wir hier über eine vier-, eine fünf- oder eine sechsstellige Summe? Von welchem Marktsegment sprechen wir hier? Rock oder Rock n Roll ist viel zu breit angelegt. Sprechen wir von einer eingeführten Band bzw. bekannten Künstlern oder von einem newcomer, für den erst mal Geld ausgegeben werden muss, damit er überhaupt wahrgenommen wird?
    Wenn Du es wirklich ernst meinst mit der Investition einer größeren Summe Geldes, um dieses zu vermehren, solltest Du einen businessplan erstellen und Dich vermutlich beraten lassen.

    Mir ist nicht klar, warum Du nicht den Weg beschreitest oder beschreiten willst, der eigentlich der übliche ist:
    Du nimmst den song, der aus Deiner Sicht das größte Potenzial hat (und dafür kannst Du durchaus so etwas wie eine Vorauswahl mit einem ausgesuchten Publikum der Zielgruppe veranstalten - sowas könnte durchaus im Internet funktionieren), dann kümmerst Du Dich intensiv darum, den song gut zu produzieren und das Gesamtpaket drumrum möglichst ansprechend und professionell zu gestalten (allein das kostet schon Zeit und Geld) und schickst das an Labels, Radiosender etc.
    90% davon landen zwar unbesehen im Papierkorb, aber das ist eben so. Wenn Du alles richtig gemacht hast, bist Du vielleicht bei den zehn Prozent. Und wenn alles gut läuft, bist Du mit Deinem song vielleicht bei den 1%, die das Geld wiederbringen oder sogar vermehren. Aber die Chance ist sehr gering, da mittlerweile das meiste Geld mit Konzerten gemacht wird und nicht mit den CDs selbst.

    Eine zweite Möglichkeit ist, dass Du an allen in Frage kommenden Wettbewerben teilnimmst. Sobald das aber live ist, brauchst Du auch jemanden, der das vorträgt und dafür bereit steht und das für eine dementsprechende Beteiligung.

    Eine dritte Möglichkeit ist, dass Du Deinen song direkt einem bekannten Künstler anbietest. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Künstler bzw. das Label diesen song anhört, ist zwar nicht besonders groß, aber Du hast dann halt auch nicht einen Haufen an Geld für das eigene Marketing verbraten.

    Wären so meine 2,78 cent in dieser Angelegenheit.

    x-Riff
     
  13. Stratz

    Stratz Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    21.03.13
    Beiträge:
    3.459
    Zustimmungen:
    1.837
    Kekse:
    12.629
    Erstellt: 19.12.16   #13
    Das Thema hat sich ja ganz schnell in eine andere Richtung entwickelt, als der Threadtitel vermuten ließ, aber den Beitrag von @x-Riff zu der Thematik finde ich sehr gut.

    Du bist nicht der erste, der den perfekten Hit planen wollte. Ein Großteil der ambitionierten "Hitproduzenten" ist damit buchstäblich auf die Fr.... gefallen, nur bekommen wir das kaum mit, weil diese Songs/Künstler ganz schnell wieder im Nirvana verschwinden. Wichtig ist es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und genau den Nerv des potenziellen Publikums zu treffen. Da gehört auch sehr, sehr viel Glück dazu. Es gibt bestimmt so einige Dinge, die man beachten sollte und die es ein klein wenig "leichter" machen, trotzdem kann niemand voraussagen, dass ein Song z.B. 1.000.000-Mal verkauft wird. Die großen Plattenfirmen haben einfach mehr Budget und können Verluste ausgleichen, indem bestimmte Künstler horrende Gewinne generieren.

    Auch bekannte Produzenten hatten einfach nur Glück, weil ein Song, den man nicht so viel Potenzial zugeschrieben hat auf einmal die Massen begeistert hat. Dafür sind dann andere Songs, die genau das Aufgreifen, was derzeit Trend ist, wieder spurlos verschwunden. Die Hörerschaft hat sich schon satt gehört und benötigt nicht Kopie Nr. 08/15.

    Es gibt natürlich gewisse "Formeln", die behilflich sind, weil sie den "Mainstream" ansprechen. Z.B. mögen viele Menschen Songs, die leicht verdaulich sind. Sie sollten z.B. zugänglich, tanzbar, mitsingbar und nicht zu lang sein. Ein Song mit "Sommerfeeling" wird im Winter nicht so zünden wie zur Sommerferienzeit. Mit vertrackten Sachen, Dissonanzen usw. kommen viele Menschen nicht so zurecht, weil sie sich mit der Musik beschäftigen müssen und der Musikkonsum hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Anstatt Alben zu kaufen streamen die Leute Musik und mit etwas Glück schafft es ein unbekannter Song sich im Gehör fest zu setzen. Wenige Leute setzen sich heute hin und beschäftigen sich intensiv mit Musik, was sich meiner Meinung nach auch in der Struktur vieler Songs wiederspiegelt. Das sind oft Sachen, die man im Hintergrund dudeln lassen kann, aber wenn man mal intensiv hinhört, merkt man schnell, wie simpel und teilweise banal das alles ist. Musik ist heute oft mehr Konsum- denn Kulturgut. Ein Song muss sofort zünden, ansonsten ist er in fünf Minuten wieder vergessen.
    Das Marketing ist auch eine wichtige Sache. In den 80ern hat man verstärkt auf Videos gesetzt und man konnte auf einmal viel mehr verkaufen, als wenn man den Song nur im Radio gespielt hätte. Es wurden irgendwelche lächerlichen Tänze extra für gewisse Lieder erfunden oder die "Künstler" haben einen gewissen Modetrend geschaffen. Manche Songs verkaufen sich auch gerade deshalb so gut, weil der Interpret ein gewisses Image hat und er für viele Teenies ein Idol ist.

    Man kann alles "richtig" machen und trotzdem "scheitern".

    Ab und zu gibt es mal Songs, die aus Genres stammen, die die breite Masse (für mich der 08/15-Radio-Dudelfunk-Popmusik-Charthörer) eigentlich nicht so hört. Mit einem Death Metal-Song wird man aber nie so viele Hörer erreichen, wie mit einem Schlagerträllerlied.

    Dieter Bohlen hat damals mit Modern Talking bewusst auf Musik gesetzt, die nicht sonderlich anspruchsvoll ist. Einfach aus dem Grund, weil er damit viel mehr Geld verdienen konnte, als mit "guter" Musik. Trotzdem kann so etwas auch als Luftnummer enden. Immer wieder liest man von kommenden Trends und den Interpreten von Morgen und einen Monat später kennt die keiner mehr.

    Lustigerweise basieren viele Songs auf den immer gleichen Mustern, ohne dass die meisten es merken. In der Serie "Vinyl" wird darauf eingegangen. Der ehemalige Rock'N'Roll-Musiker und aktuelle Produzent einer Proto-Punkband verrät der Band die "I-IV-V"-Formel. Damals hat er damit einen Hit gehabt und heute wird mit dieser Formel ein Song im schnellen, dreckigen Gewand kreiert. Hört sich im Endeffekt ganz anders an, ist aber im Grundsatz sehr ähnlich. Unser Gehör empfindet nun einmal manche Dinge als sehr angenehm und eingängig. Das sind aber oft auch Songs, die man nach kurzer Zeit nicht mehr hören kann.
     
  14. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    25.08.11
    Zuletzt hier:
    14.11.18
    Beiträge:
    14.673
    Zustimmungen:
    4.972
    Kekse:
    38.297
    Erstellt: 19.12.16   #14
    ohne Persönlichkeit/Medienkompatibilität kein (top-40) Hit.
    Rock 'n Roll wäre ein Nischenmarkt, in Relation vergleichbar mit Kreisklasse zu Bundesliga.

    cheers, Tom
     
  15. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.08.14
    Beiträge:
    4.592
    Ort:
    Mondach Moin 8:15...Die Woch ziiehd sich widda!
    Zustimmungen:
    2.192
    Kekse:
    14.533
    Erstellt: 19.12.16   #15
    Hallo,
    es gibt keine Erfolgsformel, sonst wären auch nie unwahrscheinliche Songs Hits geworden.
    Die beste "Marketingstrategie": Können, top Performance, Glück und tiefe Überzeugung von dem was man/frau tut und grandiose Selbstvermarktung.
    Die Zeiten sind definitiv vorbei, in denen Können alleine Erfolg möglich machte.

    Es gab immer mal wieder Versuche, so etwas wie eine Erfolgsformel zu finden. Ein interessanter Ansatz stammt von Douglas R. Hofstadter (Gödel, Escher, Bach). Auch nicht uniteressant: Ernst Pöppel.
    Grüße
    Markus
     
  16. Grammopatch

    Grammopatch Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.06.18
    Beiträge:
    8
    Ort:
    Potsdam
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    0
    Erstellt: 06.06.18   #16
    Dass ich etwas erst absolut genial und dann scheiße finde, hatte ich bisher glücklicherweise noch nie. Höchstens über einen längerem Zeitraum hinweg, weil sich über die Kindheit/Jugend hinweg der Musikgeschmack radikal geändert hat. Ich glaube aber, das macht jeder einmal durch.

    Was ich aber sehr gut kenne, ist die Begeisterung bei einem Live-Erlebnis und die Ernüchterung beim Hören derselben Titel als Studioversion beispielsweise auf CD. Meiner Lebensgefährtin und mir ist das schon diverse Male passiert: Konzert besucht, super-positiv überrascht vom Voract gewesen und nach dem Konzert am Merchstand CD gekauft und Autogramm geben lassen. Und dann nicht selten die Ernüchterung: Was live absolut genial klingt und mitreißt, klingt aus dem Lautsprecher so steril und ja, teilweise auch langweilig, dass der Tonträger bald leider unangetastet im Regal verschwindet.