Melde mich auch mal zu Wort: ich habe selbst vor einigen Tagen mein Cowboy-Gejaule gepostet, dass sicherlich viel, viel anfängerhafter ist, als das, was Alexis gepostet hat. Aber mal ehrlich: wenn ich solche Reaktionen bekommen hätte, hätte selbst ich als Mann eine dicke Haut gebraucht, um es wegstecken zu können. Wahrscheinlich hätte ich mich danach nie wieder getraut, den Mund aufzumachen. Und das, obwohl der Eingangspost eigentlich erkennbar höflich und zurückhaltend formuiert war. Leute, hier geht es nict darum, einen Jung-Gitarrero von der Zahnspangen-Fraktion in die Schranken zu weisen, der sich für Zakk Wylde hält, dabei aber kein vernünftiges Bending spielen kann. Hier bittet eine junge Frau um Rat, die noch zu den Anfängern gehört und - so habe ich es jedenfalls zwischen den Zeilen gelesen - lediglich Spaß am Singen hat und sicherlich nicht Maria Callas werden will. Auch bat sie nicht um Rat bezüglich der Frage, ob sie weiter Unterricht nehmen soll. Und mal ehrlich: wenn ihr eine Frau so in einer Kneipe beleidigen würdet, womit würdet ihr rechnen?
Wem es Freude macht und wem nicht, einer bestimmten Stimme zuzuhören, ist ja wohl Privat- bzw. Geschmackssache. Ich höre z. B. Lemmy Kilmister oder Kurt Cobain gerne beim singen zu, während man mich mit Mariah Carey, Céline Dion und Whitney Houston aus der Welt jagen kann, obwohl ihre Stimmen sicher im Vergleich zu der von Lemmy oder Kurt allesamt Ferraris sind!
Jetzt zur Aufnahme: ich bin - wie Du es schon erahnst - nicht unbedingt der größte Fan von Céline Dion, aber ich habe schon mehrere Male gehört, dass ihre Stücke - vor allem das, was Du eingespielt hast - zum anspruchsvollsten überhaupt gehören. Warum willst Du als Anfängerin so etwas lernen? Jemand, der seit einem halben Jahr Gitarre spielt, würde doch auch nicht etwas von John McLaughlin posten - die Kritiken wären wahrscheinlich dort auch ähnlich. Darüber hinaus finde ich das Stück völlig geschmacklos. Nicht Deine Interpretation, sondern das Original (sorry, konnte mich nicht zurückhalten).
Alexis, ich wäre echt froh, wenn Du Dir etwas schöneres und einfacheres suchen würdest, was Du ein wenig übst und uns in ein Paar Tagen oder Wochen postest. Vielleicht können Dir die Sachkundigen dann tatsächlich vernünftigen Rat geben, und Du könntest Dich behutsamer an Stücke wie die Titanic-Melodie herantasten.
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Die freie Meinungsäußerung ist keine Notdurft: man kann sie äußer - aber muss nicht.
Prächtig formuliert, Antipasti, aber das Prinzip der "Freiheit in Verantwortung" haben die meisten Menschen immer noch nicht verstanden, und sie sehen nicht ein, dass die Äußerung der eigenen Meinung auch bedeutet, dass man für dieselbe Verantwortung trägt. Genau so, wie "Gleichberechtigung" eigentlich immer auch "Gleichverpflichtung" beinhalten sollte..aber solche Ansichten gelten mittlerweile als politisch nicht korrekt, also halt ich mal den Schnabel!