Frage: Artikulation

ZenToR
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Hi!

Ich habe wieder mal eine anfänger frage (zur Artikulation): :p

Also ich weiss das es Legato und Staccato gibt.

Wie nennt man eigentlich die normale Artikulationsform, also noten ohne legato und staccato..

Nennt man das etwa Non-Legato?

thx für eure antworten!


 
Eigenschaft
 
Vielleicht meinst du das "portato", eine Spielart, die zwischen staccato und legato liegt.
Die Töne werden zwar deutlich voneinander getrennt, aber nicht so scharf wie beim staccato. Dargestellt wird portato durch kleine waagerechte Striche oder durch Punkte und Bogen gleichzeitig.
 
nein ich mein eigentlich die ganz normale darstellung von noten, ohne irgendwelche striche, bögen usw.. (so wie es in den Anfängernotenbüchern steht).

Hat das auch eine bezeichnung?
 
Die Artikulationszeichen sind ja von vielen Komponisten nicht vorgegeben und ich denke, dann kommt es darauf an, dass der Interpret bestimmte Freiheiten in der Ausdrucksweise hat, die auch gewollt sind. Ich bin nicht sicher, ob es für das "normale" Spielen überhaupt eine bestimmte Bezeichnung gibt. Gibt es denn "normales" Interpretieren? Egal, wie du artikulierst, du interpretierst immer durch die Art, wie du die einzelnen Töne verbindest oder trennst. Insofern denke ich, dass es gar kein "normales" Spielen gibt. Weitere Bezeichnungen gibt es allerdings, wie: Non legato(nicht gebunden), tenuto(gehalten), portato(getragen), martellato(gehämmert)... Und immer gilt ja zu beachten, dass die Artikulation der Phrasierung(Strukturen des Stückes) dient.
Beste Grüße
Effjott
 
ok, danke für deine hilfe!

Also beispielsweise würde man "Alle meine Entchen" am besten legato spielen oder?
Denn bei dem Lied steht ja keine Artikulation oder irgendwelchen zeichen, d.h. ich muss selbst eine passende artikulation bzw. spielweise dafür finden...
 
Gutes Beispiel:great: ! Da haste Recht, bei Stücken wie dem erwähnten, kannste ausprobieren wie du willst. Was anderes ists natürlich, wenn der Komponist durch Zeichen die Ausführung der Artikulation vorschreibt. Also sei mutig, probier aus, welche Artikulation dir gefällt, dann haste zu einer persönlichen Interpretation gefunden. Vergleiche spaßeshalber mal Aufnahmen von Beethoven-Symphonien von verschiedenen Orchestern und Dirigenten und dir wird auffallen, wie viel Spielraum da für INTERPRETATION herrscht. Und keiner kann sagen, das ist richtig oder das ist falsch, denn den grandiosen Mann kann man ja leider nicht mehr fragen.
Beste Grüße
Effjott
 
...Insofern denke ich, dass es gar kein "normales" Spielen gibt.
"Normales" Spielen ist das, was rauskommt, wenn man eine monophone Melodie eines MIDI-Files abspielen läßt. Das ist "normal" oder "steril" um nicht zu sagen "tot".
 
Hi
Also ich würde die "normale Artikulation" immer etwas legato spielen, da staccato benutzt wird um bestimmte effekte darzustellen und ein ganzes stück in staccato einfach nerven würde.
 
auf musiklehre.at habe ich diese Definiton zu Non legato gefunden:

"Non legato ("nicht gebunden") bedeutet, daß die Töne durch ein geringes, kaum merkbares Absetzen voneinander getrennt werden, also ein Mittelding zwischen legato und staccato."

Vielleicht ist "Non Legato" die normale Spielweise, oder ist es auch eine spezielle artikulation..?
Über den Noten stehen keine bögen oder punkte, also müsste dieses non legato die Bezeichnung für die normale Artikulation sein?!

B0102a.gif
 
Moin, moin,
du kannst das so sehen, dass "non legato" die übliche Artikulationsweise ist, wenn nichts an Zeichen vorgeschrieben ist. Hier noch eine Definition des non legato :

Non legato (italienisch: nicht verbunden) ist eine Artikulationsart in der Musik. Es klingt wie ein Legato, bei dem die einzelnen Töne jedoch deutlicher hervortreten, weil zwischen ihnen eine winzige Pause eingelegt wird.
Das Non legato als Anschlagsart beim Klavier ist ein Legato aus Staccato-Haltung, das heißt, man lässt die Hand über der Tastatur schweben, spielt aber die Töne möglichst verbunden wie beim Legato. Die winzige Pause wird durch die Zeit zwischen dem Heben des vorherigen und dem Senken des jetzigen Fingers erzeugt.

Allerdings geb ich ausdrücklich dem Böhmorgler Recht: Musik soll niemals steril klingen, sie muss mit Gefühl und persönlichem Ausdruck interpretiert werden.
Probier einfach verschiedene Spielweisen aus bei den Stücken und entscheide dann, was dir selber am meisten gefällt.
Beste Grüße
Effjott
 
Eine goldene regel für instrumentalisten: stellt euch das betreffende stück gesungen vor, versucht, auf euren instrumenten zu singen. Dann stellen sich artikulation und phrasierung beinahe von selbst ein bei aller möglichen bandbreite, die man auch ausloten kann. Bei wiederholungen war es durchaus üblich zu variieren.
Nicht ist unerträglicher als Bachs musik als unendlicher "bandwurm".
Wer würde "alle meine entchen" staccato singen?
Natürlich gibt es auch instrument-spezifisches, wo außer dem klavier ein "jeu perlé"?
 
Wird non legato nicht so notiert?: Legato-Bogen und Staccato-Punkte zusammen.
 
da fällt mir grad auf:

Bei Stücken die vollständig mit dem pedal gespielt werden, fällt es doch überhaupt nicht auf ob man Non legato oder legato spielt, stimmts?
 
Oh, na das werd ich meiner Mutter mal eintrichtern. Ts, mir einfach was falsches erzählen. :D
 
Moin, moin,
du kannst das so sehen, dass "non legato" die übliche Artikulationsweise ist, wenn nichts an Zeichen vorgeschrieben ist.[...]

Es gibt keine Bezeichnung für die übliche Artikulationsweise, weil es keine übliche Artikulationsweise gibt. Man muss Noten ohne Artikulationszeichen immer interpretieren, was je nach Stil, Geschmack usw. unterschiedlich ausfällt. Dabei ist "non legato" keinesfalls der Normalfall, ist eben immer unterschiedlich.

ZenToR schrieb:
Bei Stücken die vollständig mit dem pedal gespielt werden, fällt es doch überhaupt nicht auf ob man Non legato oder legato spielt, stimmts?

Als Zuhörer merkt man keinen Unterschied, wenn wirklich genau gleich angeschlagen wird. Als Spieler hat man trotzdem ein anderes Spielgefühl. So sollte man z.B. vermeiden, bei gedrücktem Pedal einfach nicht mehr aufs Legatospiel zu achten; weil das auch Auswirkungen auf die Phrasierung+Betonung hat. Insofern hört mans dann vielleicht doch :)
 
Natürlich gibts keine "normale" oder "übliche" Artikulationsweise, die verbindlich existiert. Daher steht ausdrücklich in dem Beitrag : "du kannst das so sehen..." Das sagt doch aus, dass es auf persönliche Sicht und Interpretation ankommt. Genau darum gehts mir doch in meinem Beitrag, bitte einige Zeilen höher lesen und nicht einfach aus dem Zusammenhang heraus einen Satz fischen, der im Kontext zu sehen ist!!

Zitat(Limited):

"Es gibt keine Bezeichnung für die übliche Artikulationsweise, weil es keine übliche Artikulationsweise gibt. Man muss Noten ohne Artikulationszeichen immer interpretieren, was je nach Stil, Geschmack usw. unterschiedlich ausfällt. Dabei ist "non legato" keinesfalls der Normalfall, ist eben immer unterschiedlich."

Du nennst das Wort "Normalfall" und sagst, was es sicher nicht sein kann. Gibts denn den Normalfall für dich???

Ich glaube , wir schreiben hier etwas aneinander vorbei, wenn wir so unverbindlich allgemein diskutieren. Ich glaube, es wäre interessanter, mal ein konkretes Beispiel zu nennen und dann die unterschiedlichen Vorstellungen von Artikulation hier zu benennen. Genannt wurde ja oben mal das altbekannte Kinderlied: "Alle meine Enten..."
Ich würde auch nicht auf die Idee kommen, das durch die Bank staccato zu spielen, wie schon jemand erwähnte.
Klar ist doch auch, dass bestimmte Artikulationsweisen Einfluss auf die Tondauer nehmen und sie quasi manipulieren. Wenn ich halbe Noten unentwegt staccato oder marcato spiele, kürze ich damit den Notenwert.
Und zur Interpretation eines Stückes gehört ja mehr als die Artikulation.
Die verschiedenen Stile Jazz, Rock, Klassik usw. haben ja auch ihre Eigenheiten in der Artikulation und ich behaupte mal, dass im Jazz die Artikulation einen wichtigeren Stellenwert einnimmt als in der Klassik.
Klar ist mir auch als Klavierspieler, dass ich nach erfolgtem Anschlag keinen Einfluss mehr auf den erklingenden Ton ausüben kann(Im Gegensatz zu Streichern, Bläsern und zum Gesang natürlich).
Ist das Klavier, verglichen mit z.B. einer Trompete oder Gitarre, ein "totes" (was die Artikulation angeht) Instrument???

Beste Grüße
;) Effjott
 
Natürlich gibts keine "normale" oder "übliche" Artikulationsweise, die verbindlich existiert. Daher steht ausdrücklich in dem Beitrag : "du kannst das so sehen..." Das sagt doch aus, dass es auf persönliche Sicht und Interpretation ankommt. Genau darum gehts mir doch in meinem Beitrag, bitte einige Zeilen höher lesen und nicht einfach aus dem Zusammenhang heraus einen Satz fischen, der im Kontext zu sehen ist!!

Ich hatte deine vorherigen Posts auch komplett gelesen und deine Einstellung so empfunden, dass es "auf persönliche Sicht und Interpretation" ankommt.
Gerade deswegen habe ich mich gewundert, dass du dem Threadersteller dann den "Leitsatz" vorschlägst:

Effjott schrieb:
du kannst das so sehen, dass "non legato" die übliche Artikulationsweise ist, wenn nichts an Zeichen vorgeschrieben ist.

Genau dieser Leitsatz - und auch nur diesen wollte ich geraderücken, no offense - macht keinen Sinn, weil es wie schon von dir selbst gesagt, keine übliche Artikulationsweise gibt. Genauso wenig wie den "Normalfall". Man fängt nicht jedes Stück mal mit "non legato" an zu lernen, weil das die übliche Artikulationsweise ist.

Da wir also eigentlich einer Meinung sind, ist die Diskussion natürlich Haarspalterei. Wollte meine Absicht trotzdem nochmal erläutern ;)


Ist das Klavier, verglichen mit z.B. einer Trompete oder Gitarre, ein "totes" (was die Artikulation angeht) Instrument???

Würde es nicht als "tot" bezeichnen, auch nicht wenn man es allein auf die Artikulation bezieht. Jedes Instrument hat da so seine Eigenarten, z.B. die Pedale beim Klavier.
Andererseits stimmt es schon, dass ich die verschiedenen Anschlagstechniken, Vibrato etc. auf der Gitarre sehr schätze und ähnliche Möglichkeiten auf dem Klavier begrüßen würde. Wobei sich Klavier mit Vibrato, Bendings o.ä. durch die Hörerfahrung bedingt ziemlich kacke anhört = )
 
Wird non legato nicht so notiert?: Legato-Bogen und Staccato-Punkte zusammen.

das wird so gespielt: (habe ich von meiner damals hochgeschätzen 70jährigen klavierlehrerin)

die taste wird bis zum anschlag niedergedrückt, gehalten und gleichzeitig wird der finger von der taste zu dir hin abgezogen und dann kommt der nächste ton, der dann ebenso gespielt wird. der klang unterscheidet sich von einem sonst herkömmlichen anschlag. sicher gibt es dazu eine technische erklärung, die mit der hammermechanik zusammenhängt. kann ein klavierbauer oder klavierstimmer hunderprozentig erklären.
 
die taste wird bis zum anschlag niedergedrückt, gehalten und gleichzeitig wird der finger von der taste zu dir hin abgezogen und dann kommt der nächste ton, der dann ebenso gespielt wird. der klang unterscheidet sich von einem sonst herkömmlichen anschlag. sicher gibt es dazu eine technische erklärung, die mit der hammermechanik zusammenhängt. kann ein klavierbauer oder klavierstimmer hunderprozentig erklären.
Das einzige, was sich unterscheidet, ist das Spielgefühl. Je nach dem, wie du dich, wie du deinen Arm, deine Hand, deine Finger bewegst, ändert sich der Anschlag.

Wenn eine Taste erst einmal angeschlagen ist, ist alles zu spät. Dann kannst du auf der Taste herumkneten, wie du willst, der Ton ändert sich nicht mehr. Das ist Physik.

Wenn du doch einen Unterschied hörst, dann ist es Einbildung.

Gruß
 

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