Umstieg von eigener Musik auf Cover -Eure Erfahrungen

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Moin, wie der Titel schon sagt wollte ich mal ein paar Meinungen hoeren was andere User so fuer Erfahrungen gemacht haben, die von eigener Musik auf Cover umgestiegen sind. Es ist so, ich bin jetzt bald 30 habe in x Rockbands Gitarre und Bass gespielt, aber so richtig ist dabei nie was rausgekommen, von kleineren Achtungserfolgen mal abgesehen. Mit eigener Musik war es bisher immer schwierig: man ist staendig am rotieren um Gigs zu bekommen, die Gagen sind laecherlich - viel mehr als Spritgeld gabs noch nie, und ausserdem scheint es mir dass die meisten Leute die ausschliesslich eigenen Kram machen, sehr naja sagen wir mal "individualistisch" veranlagt sind. Ihr wisst was ich meine? Die staendigen Diskussionen ueber jeden Beckenschlag, den richtigen Beat usw. sind auf Dauer doch sehr ermuedend. Jedenfalls bin ich nun schon laenger am ueberlegen, was neues zu probieren, auf jeden Fall professioneller zu werden, evtl. die Musik zum Beruf zu machen. Frueher habe ich Cover Mugge immer abgelehnt, aber vielleicht waere es jetzt genau der richtige Weg?
Was sind so Eure Erfahrungen? Was sollte man unbedingt an Faehigkeiten mitbringen um professionell bei einer Cover Band einzusteigen? Ist es wichtig, ueber ein gewisses Reportoire an Songs zu verfuegen? Inwieweit ist es wichtig auch am Gesang fuer zweite Stimme fit zu sein?
 
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Hallo,

Ich kann deine Aussagen 100%ig nachvollziehen, allerdings solltest du dir im klaren sein, dass es bei Coverbands prinzipiell erst mal nicht anders aussieht. Es wird genauso über Licks und Beckenschläge diskutiert, die Gagen sind auch nicht von sich aus größer und mehr Publikum kommt auch nicht von alleine.

Auch gelten erstmal die gleichen Vorraussetzungen an dich, wie bei jeder anderen Band.
Was willst du mit der Band erreichen? Wieviel Zeit und Engangement kannst du einbringen? Was erwartest du von deiner Band? Wie weit bist du bereit dich zu verändern?

Wenn du eine Antwort darauf geben kannst, dann ist mal der erste Schritt getan.
Der nächste ist dann eine Band zu suchen/ zu gründen dei zu dir passt. Man kann sich nicht unendlich verbiegen, das Publikum merkt immer wenn es nicht so recht passt.

Die nächste Frage ist dann, was heißt professionell? Es gibt Bands die spielen 120 Shows im Jahr, andere 60, andere 30. Manche nur größere Hallen, mit eigener Show und Technik, andere spielen überall wo sie auf die Bühne passen.
Wenn du nur eine Band hast wird es schwer werden davon zu leben, dann brauchst du aber auch kein großes Repertoir an Songs, sondern spielst die, die deine Band halt spielt. Wenn du davon Leben willst musst du jeden Termin spielen den du kriegen kannst. Also muss dein Repertoir entsprechend groß und du entsprechend flexibel sein.

Eine 2. Stimme ist sicher immer ein Pluspunkt, da gerade eine Coverband vom Gesagn lebt. Oft werden unterschiedliche Lieder dann auch komplett von den unterschiedlichen Musikern gesungen.

Aber um noch mal zum ursprünglichen zurück zu kommen. Überleg dir erstmal was du erreichen willst. Willst du wirklich jedes WE 2mal unterwegs sein? 100erte Km fahren? Hast du Familie die das mit macht? Oder willst du eher regelmäßig Gigs spielen die sich idR auch finanziell etwas lohnen?
Willst du eher in eine Rockband oder machst du für die Band und die Party alles, und spielst am liebsten im Bierzelt?

Ach ja und kauf dir mal das Buch "Fleisch ist mein Gemüse".
 
Moin, wie der Titel schon sagt wollte ich mal ein paar Meinungen hoeren was andere User so fuer Erfahrungen gemacht haben, die von eigener Musik auf Cover umgestiegen sind. Es ist so, ich bin jetzt bald 30 habe in x Rockbands Gitarre und Bass gespielt, aber so richtig ist dabei nie was rausgekommen, von kleineren Achtungserfolgen mal abgesehen. Mit eigener Musik war es bisher immer schwierig: man ist staendig am rotieren um Gigs zu bekommen, die Gagen sind laecherlich - viel mehr als Spritgeld gabs noch nie, und ausserdem scheint es mir dass die meisten Leute die ausschliesslich eigenen Kram machen, sehr naja sagen wir mal "individualistisch" veranlagt sind. Ihr wisst was ich meine?
Das hätte ich vor einigen Jahren exakt genauso schreiben können. Scheint eine sehr verbreitete Laufbahn zu sein...


Die staendigen Diskussionen ueber jeden Beckenschlag, den richtigen Beat usw. sind auf Dauer doch sehr ermuedend. Jedenfalls bin ich nun schon laenger am ueberlegen, was neues zu probieren, auf jeden Fall professioneller zu werden, evtl. die Musik zum Beruf zu machen. Frueher habe ich Cover Mugge immer abgelehnt, aber vielleicht waere es jetzt genau der richtige Weg?
Au, Vorsicht: Es wäre ein Trugschluss zu glauben, nur weil man Covermucke spielt, könnte man Musik gleich zu seinem Beruf machen! Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Hose gehen, denn auch als Covermucker steckt dir nicht gleich jeder die Kohle einfach so in die Tasche.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Versuch doch erst mal, Covermucke zu machen. Und wenn's tatsächlich supertoll läuft, kannst du immer noch überlegen, deinen "normalen" Job an den Nagel zu hängen. Aber du solltest dir das Ganze ruhig ein paar Jahre erst mal ansehen. Und weniger Diskussionen gibt es in einer Coverband auch nicht unbedingt ;)


Was sind so Eure Erfahrungen? Was sollte man unbedingt an Faehigkeiten mitbringen um professionell bei einer Cover Band einzusteigen? Ist es wichtig, ueber ein gewisses Reportoire an Songs zu verfuegen? Inwieweit ist es wichtig auch am Gesang fuer zweite Stimme fit zu sein?
Wie schon oben angedeutet, habe ich ebenfalls lange Jahre eigene Musik in verschiedenen Bands gemacht, mit den gleichen Ergebnissen, die du oben geschildert hast.

Irgendwann bekam ich von einem ehemaligen Gitarristen von mir einen Anruf, ob ich Lust hätte, eine neue Show-Coverband mitzugründen. Da ich nix Besseres vorhatte, habe ich ja gesagt. Und seitdem werden Projekt und Bühnen jedes Jahr ein bisschen größer. Das ist allerdings keine zwangsläufige Entwicklung, sondern das Ergebnis harter und planvoller Arbeit.

Der wesentliche Unterschied zwischen Bands mit eigener Musik und Coverbands: Du bist Dienstleister! Aufschreiben und in den Proberaum hängen!

Dienstleister heißt, du wirst gebucht, um bei Veranstaltungen aller Größenordnungen (derzeit bei uns zwischen 100 und 10.000 Zuschauern) für Stimmung zu sorgen. Dein eigener künstlerischer Anspruch ist dabei eher am Rande gefragt.

Anders gesagt: Möglicherweise hast du einen Song, an dem dein Herzblut hängt, durch die Proben geprügelt. Du hast Arrangements geschrieben, Chorstimmen verteilt, mit deinen Mitmusikern diskutiert und geprobt, und jetzt endlich spielt ihr den Song live. Yeah! Die Stimmung im Publikum: Möglicherweise nicht gerade euphorisch. Und das bei zwei, drei Gigs. Die Chancen, dass dein Herzblut-Song jetzt wieder aus dem Programm fliegt, liegen bei ca. 100% :(

Dafür gibt es ganz sicher andere Songs, die du echt nicht mehr hören kannst, die du aber für die nächsten 20 Jahre auf keinen Fall aus dem Programm nehmen kannst... "I got my first real six-stri-ing / bought it at the five-and-diiime..." :D

Bitte versteh das nicht falsch: Ich stehe sehr gerne mit meiner Band auf der Bühne, und es macht mir auch wirklich Spaß. Aber bei der Songauswahl gibt es halt zwangsläufig Kompromisse. Was nicht heißt, dass wir uns prostituieren, "Hey Baby!" werden wir mit Sicherheit nicht spielen! Und wenn ein Song uns allen keinen Spaß macht, fliegt er auch raus. Publikum hin oder her.

Gage ist DEUTLICH höher als bei den Bands mit eigenen Songs. Das heißt aber beileibe nicht, dass man mit Covermucke reich wird.

Was die Fähigkeiten angeht:

Du solltest dein Instrument beherrschen. Es wird von dir üblicherweise gefordert, dass du bis zur nächsten Probe drei oder vier (oder mehr) Songs vorbereitet hast. Vorbereitet heißt, dass du sie möglichst originalgetreu spielen kannst. Punkt! Dabei solltest du als Gitarrist möglichst auch keine Angst vor dem Solo von Final Countdown oder Beat it haben. Die Jobs in Top40-Bands u.ä. sind begehrt, und wenn du's nicht spielen kannst: Die andern können!

Ein großes Repertoire ist zwar kein Fehler, aber auch kein Muss. Du kannst eh nicht alle Songs aus dem FF können, zumal verschiedene Bands die Songs sehr oft auch umarrangieren. Viel wichtiger ist, dass du in der Lage bist, dir sehr schnell sehr viele Songs draufzuschaffen. Von unseren Subs (Aushilfen) wird i.A. erwartet, dass sie eine Show mit ca. 35 bis 40 Songs nach einer, maximal zwei Proben mitspielen können. Da heißt es schuften!

Zweite Stimme wird immer gerne gesehen. Bei unserer Showband gibt es Songs, bei denen bis zu sieben(!) Leute gleichzeitig singen. Zusätzliche Stimmen sind also i.A. immer gerne gesehen. Allerdings solltest du wirklich einigermaßen sauber singen können, während du spielst. Schiefe Gesänge und Chöre richten mehr Schaden an, als eine zusätzliche Stimme Nutzen bringen würde.

Sonstige Fähigkeiten, die immer gerne gesehen werden:
  • Du solltest in der Lage sein, auch ohne eine Flasche Tequila durch den Abend zu kommen. Bands werden zunehmend auch danach gebucht, wie sie sich backstage benehmen. Natürlich zählt hauptsächlich die Leistung auf der Bühne, aber ich weiß von Bands, bei denen die Agenturen mittlerweile von Buchungen Abstand nehmen, weil die Musiker schon bei der Ankunft besoffen aus dem Bandbus kippen. Gar nicht gut!
  • Du solltest gerade als Gitarrist in der Lage sein, deinen Sound im Griff zu haben. 30 Minuten Gitarren-Soundcheck sind vollkommen utopisch, richte dich eher auf 30 Sekunden ein. Und dann sollte es auch in dieser verkachelten Halle noch klingen.
  • Bands, die viel unterwegs sind, freuen sich über Musiker, die mit kleinem Gepäck anrücken. Eine Marshall-Wand aus 4 4x12ern ist sicherlich nicht die richtige Wahl für eine Top40-Band.
  • Du solltest bereit sein, viel (sehr viel) Zeit auf der Autobahn zu verbringen... ;)
  • Du solltest auf gar keinen Fall Gigs absagen, weil deine Omi 80 wird oder deine Freundin sich auf das gemeinsame Wochenende gefreut hat!
  • Du solltest dich stets höflich und korrekt gegenüber Tontechnikern und Veranstaltern verhalten. Sonst könnte es sein, dass nächstes Jahr eine andere Band auf dem 5000-Zuschauer-Event spielt. Und das nur, weil Sound und Catering scheiße waren und du das nicht für dich behalten konntest...
  • Dein Equipment sollte nicht die Tendenz haben, während eines Gigs Probleme zu machen. Wenn du also feststellst, dass dieses Kabel/Effektgerät/Topteil einen Wackelkontakt hat, sollte dieser beim nächsten Gig (also u.U. am nächsten Tag) behoben sein.
  • Die Fähigkeit, nach vier Stunden Anfahrt, einer Stunde Aufbau/Soundcheck, drei Stunden Warten, drei Stunden Show und einer Stunde Abbau morgens um vier noch einen Sprinter über die Autobahn lenken zu können, ohne dabei einzuschlafen, ist bei Coverbands mindestens so begehrt wie eine gute Gesangsstimme! :D
  • In diesem Zusammenhang ist auch ein alter Klasse-3-Führerschein (bis 7,5t) ein echter Wettbewerbsvorteil...

Ums noch mal kurz zusammenzufassen: Seit ich Covermucke mache, sind die Gigs und das gesamte Drumherum sehr viel professioneller geworden. Die Bühnen sind größer, das Catering besser, die Gage höher.

Dafür ist die Arbeit (die mir pesönlich wahnsinnig viel Spaß macht!) auch eine andere geworden. Vielleicht nicht unbedingt körperlich, denn ich baue keine PA selbst auf, sondern erwarte, dass alles fertig und riderkonform bereit steht, wenn unsere Band samt Crew am Venue eintrifft.

Aber dafür bin ich sehr viel in ganz Deutschland unterwegs, und der Druck, eine wirklich gute Show abzuliefern, ist ein ganz anderer als bei meinen Rockbands früher. Wie ich ganz oben schon mal schrieb: Man ist halt Dienstleister. Wenn die Dienstleistung nicht überzeugt hat, macht den Job nächstes Mal halt jemand anderes.

Aber dafür hast du als Mitglied einer professionellen Coverband die sehr reelle Chance, hin und wieder vor einigen tausend Zuschauern auf einer geilen Bühne mit "amtlichem" Ton und Licht zu stehen. Und eigentlich geht es doch genau darum, oder? :great:

LeGato

[edit] Den Beitrag von Boerx kann ich nur unterschreiben! Ich kann dich aber leider noch nicht wieder bewerten, Boerx... ;) [/edit]
 
Hallo jesus-rocks !
Meine beiden Vorredner haben es so brillant, explizit und realistisch beschrieben, dass ich eigentlich nichts mehr hinzufügen kann.
Meine Erfahrungen sind ähnlich - ich habe, als ich noch eigene Musik gemacht habe, sämtliche Texte für die Bands geschrieben - mit Herzblut - und den einen oder anderen Song beigetragen oder zumindest mitkomponiert. Wahnsinnig viel Zeit und Geld investiert, viele Hoffnungen gehegt und begraben - wie Ihr.
Dann hab ich die eigene Musik aufgegeben. Jetzt bin ich hauptberuflich Sängerin - unterrichte allerdings auch - und kann, wenn auch bescheiden, davon leben. Das geht mit Coverbands. Allerdings singe ich keinen Rock/Funk/Pop mehr, das wäre mir mittlerweile zu anstrengend ;) Hab mir ein paar Nischen gesucht, die auch gerne gebucht werden, covere auch Songs, die ich schon immer gerne gesungen habe oder irgendwann gerne singen wollte, d.h. ich habe meine Liebe zu Jazz, Swing und Latin zum Beruf gemacht.
Le Gato hat was gaaaanz Wichtiges gesagt: in erster Linie bist Du Dienstleister und solltest Dir darüber genau im Klaren sein.
Übrigens, auch der Tipp, "Fleisch ist mein Gemüse" zu lesen, ist ein guter....
schöne Grüße
Bell
 
Was die Fähigkeiten angeht:

Du solltest dein Instrument beherrschen. Es wird von dir üblicherweise gefordert, dass du bis zur nächsten Probe drei oder vier (oder mehr) Songs vorbereitet hast. Vorbereitet heißt, dass du sie möglichst originalgetreu spielen kannst. Punkt! Dabei solltest du als Gitarrist möglichst auch keine Angst vor dem Solo von Final Countdown oder Beat it haben. Die Jobs in Top40-Bands u.ä. sind begehrt, und wenn du's nicht spielen kannst: Die andern können!

Also ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen! Die habens wirklich auf den Punkt gebracht.

Das Zitat oben möchte ich nochmal unterstreichen!! Das wird (gerade von Gitarristen!) sehr oft unterschätzt. Viele der Songs habens in sich. Und bloß weil man irgendwo im Netz ne Tab gefunden hat, die zu 50% passt und die den Noten nach spielen kann, heißt das noch lange nicht, dass man den Song auch wirklich covern kann. Da gehört viel mehr dazu als viele immer denken. Der Song muss umarrangiert werden. Da muss man sich schon mal überlegen, wie man 3 oder 4 Gitarrenspuren zusammenbekommt, so dass man sie alleine spielen kann, ohne dass das wesentliche im Song verloren geht. Dann muss der Groove passen und dein gespieltes Zeugs im Bandkontext auch noch funktionieren. Das ist zwar bei eigenen Sachen nicht anders, aber bei Cover weiß das Publikum wie sich der Song anhören soll! Die merken manchmal mehr als man denkt.
Im Übrigen haben viele ein Problem mit der Vielseitigkeit des Programms. Wer sein Leben lang nur Metal gespielt hat wird scheitern. Wer immer nur Blues gespielt hat auch. Nur wer Metallica genauso authentisch rüberbringen kann wie Funk oder Hair-Rock hat wirklich eine Chance. Im Grunde müsstest du bei ner Bluesband, ner Rock-Band, ner NDW-Band, ner Rock'n'Roll-Band und ner Metall-Band vorspielen können und die müssten dich jedesmal nehmen.

Wie oft hab ich es schon erlebt, dass Cover-Gitarristen belächelt wurden. Das hört fast immer auf, wenn die Musiker-Polizei es selbst mal versucht...

Nur mal so als Ansatz: vorletztes Jahr war ich auf nem Altstadtfest, auf dem eine imho geniale 3-Mann Cover Band gespielt hat. DIe haben (im Rahmen ihrer Besetzung) Queen gespielt. Absolut geil. Nach der 2. Nummer sind neben mir 10-15 Leute weggegangen mit dem Kommentar: "Das hat aber in Köln beim Queen-Musical besser geklungen!". Und das ist dein Ziel-Publikum! Ob deren Ansprüche überhaupt erfüllbar sind, ist dem Veranstalter egal. Die 3-Mann Band hat im nächsten Jahr da nicht nochmal gespielt!

Ich will dich nicht abhalten von der Cover-Schiene (weil es wirklich Spaß machen kann), aber sei dir bewusst was auf dich zukommt :D :great: .
 
...ja Danke erstmal fuer die vielen Tips und Hinweise.:)
Manches davon war mir schon klar, vieles aber auch nicht. Jedenfalls sehr wertvoll darueber noch mal tiefer nachzudenken.

@Le Gato: Dafür gibt es ganz sicher andere Songs, die du echt nicht mehr hören kannst, die du aber für die nächsten 20 Jahre auf keinen Fall aus dem Programm nehmen kannst... "I got my first real six-stri-ing / bought it at the five-and-diiime..."

...ist ja lustig, ich nehme noch gelegentlich Bassunterricht bei jemanden der auch Top 40 Mugge macht und rate mal welchen Song er mir als "Vorbereitung" auf meine Plaene empfohlen hat...:rolleyes: Ich kann den aber noch ganz gut hoeren...

...Du solltest auf gar keinen Fall Gigs absagen, weil deine Omi 80 wird oder deine Freundin sich auf das gemeinsame Wochenende gefreut hat!

...ueber die Phase bin ich zum Glueck schon raus, aber Du hast Recht, es gibt genuegend solche Kandidaten:screwy:

Wie mir scheint wird es immer hart sein mit Musik ueber die Runden zu kommen, egal was, aber ich finde es allemal besser damit sein Glueck zu probieren als nur nen unbefriedigenden Job zu erledigen und abends total abgerockt nach Hause zu kommen und auf nichts mehr Bock zu haben.
Jedenfalls erstmal vielen Dank fuer Eure Erfahrungen, mich hat es auf jeden Fall nochmal bestaerkt es weiter zu versuchen. :great: Musik ist nun mal das was ich ueber alles liebe und ich bin bereit hart fuer meinen Traum zu arbeiten, auch wenn ich damit nicht reich werde.
 
Du musst auch mit Leuten klarkommen die Dich, gerne auch mitten im Gig, an den Bühnenrand winken und Dich, meist schon leicht angetrunken, auffordern:" Hömma, spielt doch mal Hölle Hölle von Wolfgang Petry! Wie, das könnt ihr nich? Boh, watt seid ihr denn für 'ne dämliche Band!"
Kommt leider ziemlich regelmäßig auf Stadt- und Sportfesten vor.

Gern gesehene Gäste nach dem Gig sind auch die Typen die Dir erzählen dass sie das Lied XY ja damals in den 70ern mit ihrer Combo viel besser gespielt haben und dass die Bands früher sowieso besser waren. Und damit halten sie Dich vom Abbau ab. Wenn Du sie jetzt unfreundlich behandelst kannst drauf wetten das sie den Veranstalter kennen und sich bei ihm über diese ungehobelten jungen Musiker beschweren.

Wenn Du Profi werden willst finde ich eine Sache besonders wichtig: Der Rückhalt in der Familie! Wenn (sofern vorhanden) Deine Frau und Deine Kinder nicht damit einverstanden sind das Du jedes Wochenende unterwegs bist wird es sehr schwer für Dich werden.

Ach ja und kauf dir mal das Buch "Fleisch ist mein Gemüse".
Das ist im Übrigen eine sehr gute Vorbereitung auf das was Dich dann erwartet!:D
 
Du musst auch mit Leuten klarkommen die Dich, gerne auch mitten im Gig, an den Bühnenrand winken und Dich, meist schon leicht angetrunken, auffordern:" Hömma, spielt doch mal Hölle Hölle von Wolfgang Petry! Wie, das könnt ihr nich? Boh, watt seid ihr denn für 'ne dämliche Band!"
Kommt leider ziemlich regelmäßig auf Stadt- und Sportfesten vor.

Gern gesehene Gäste nach dem Gig sind auch die Typen die Dir erzählen dass sie das Lied XY ja damals in den 70ern mit ihrer Combo viel besser gespielt haben und dass die Bands früher sowieso besser waren. Und damit halten sie Dich vom Abbau ab. Wenn Du sie jetzt unfreundlich behandelst kannst drauf wetten das sie den Veranstalter kennen und sich bei ihm über diese ungehobelten jungen Musiker beschweren.

Hm. Man muss sich aber nicht alles gefallen lassen. Ich lasse mich grundsätzlich nicht anpöbeln und auch nicht mehr vollschwallen. Es gibt auch Veranstaltungen, die so ätzend sind, dass man sowieso nicht mehr da spielen will; es gibt dann eben Alternativen, für die man gebucht wird, wenn man schon ein bisschen bekannter ist.

Ich finde eigentlich die Fahrerei am schlimmsten, fahre nach dem gig auch nicht mehr mit übermüdeten und/oder angetrunkenen Kollegen nach Hause. Eine Übernachtung muss irgendwann auch drin sein. Zumindest ab 200 km.

Ja, und die familie muss mitspielen, das ist ein wichtiger Punkt.
schöne Grüße
Bell
 
Im Grunde müsstest du bei ner Bluesband, ner Rock-Band, ner NDW-Band, ner Rock'n'Roll-Band und ner Metall-Band vorspielen können
... und bei 'ner Soulband, 'ner Discoband, 'ner Funkband, ner Reaggae-Band ... ;)


Bell* schrieb:
Hm. Man muss sich aber nicht alles gefallen lassen. Ich lasse mich grundsätzlich nicht anpöbeln und auch nicht mehr vollschwallen.
Anpöbeln muss wirklich nicht sein, allerdings sollte man gerade bei als Hauptact auf nem Stadtfest Samstagnacht um halb zwei schon ein recht dickes Fell mitbringen. Irgendwelche Idioten haste immer... man gewöhnt sich dran.

Das Schlimme ist, dass auch viele Veranstalter nach (oder auch vor!) 'nem Gig nicht unbedingt nüchtern sind und sich auch dementsprechend benehmen. Da heißt es dann trotzdem locker bleiben. Gottseidank muss sich um so was unser Manager kümmern :D


Bell* schrieb:
Ich finde eigentlich die Fahrerei am schlimmsten, fahre nach dem gig auch nicht mehr mit übermüdeten und/oder angetrunkenen Kollegen nach Hause.
Die Fahrerei ist tatsächlich nervig, wobei es bei uns wenigstens immer lustig ist. Und durch unseren neuen eigenen Luxusbus (protz! :p ) wird es in dieser Saison hoffentlich auch ein wenig entspannter.

Aber Luxusbus hin oder her: Natürlich hast du recht! Ab einer gewissen Entfernung muss der Veranstalter auch ein Hotel mitbuchen. Dafür geht dann halt mindestens der halbe nächste Tag für die Rückfahrt drauf.

Und angetrunken geht gleich schon mal gar nicht! Fahrer sind bei uns grundsätzlich vollkommen nüchtern!

Ein schöner Nightliner mit Fahrer wäre die Ideallösung *träum*. Aber das liegt leider außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten.
 
Irgendwelche Idioten haste immer... man gewöhnt sich dran.

Dickes Fell und Sinn für Karikatur vorausgesetzt, werden aus den Leuten dann eh mit der Zeit Anekdoten, die man seinen Enkeln noch erzählen kann :D . Wie der gestrige Opi, der seine Frau vom Bühnenrand wegzog mit den Worten (war grad zwischen 2 Titeln, deshalb hab ich's zufällig gehört): "Komm weg hier, das ist alles Besatzersmusik". Gemeint waren unsere englischsprachigen Songs, weil für diesen "Herrn" Niedersachsen auch im Jahr 2000+ selbstverständlich noch britisch besetzte Zone ist.:D
 
Hallo Jesus,

wenn Du Musik zum Beruf machen willst würde ich an deiner Stelle auch einmal über den "dritten Weg" nachdenken:
sozusagen das Mittelding zwischen eigenem Zeug und Covermucke.

Ich meine damit, eigenes Zeug von anderen zu spielen.
Soll heißen: Singer/Songwriter, Studios, Producer etc. brauchen immer auch externe Musiker, um ihre eigenen Konzepte umsetzen zu können.

Jemand, der genug Erfahrung mitbringt (z.B. durch eigene Musik UND Coverbands) kann sich schnell in solche Projekte einarbeiten, eigene Ideen beisteuern und ein Ding zum Klingen bringen.

Das Stichwort ist meiner Meinung nach die Fähigkeit zum "Bedienen".
Schnell wissen worum es geht, kreativ sein, gut spielen.

Man ist nicht so gestresst durch ewige Diskussionen, weil man nicht so stark persönlich in eine Bandstruktur verwickelt ist, muß aber auch nicht permanent Marius-Müller-Westernhagen-Songs nachspielen.

Und es ist durchaus möglich, sich für solche Jobs bezahlen zu lassen.
Laß´es Dir mal durch den Kopf gehen.

Es grüßt
das Tonkind
 
Und angetrunken geht gleich schon mal gar nicht! Fahrer sind bei uns grundsätzlich vollkommen nüchtern!
Ein schöner Nightliner mit Fahrer wäre die Ideallösung *träum*. Aber das liegt leider außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten.

*Mitträum* ;)
Jazzmusiker sind leider ziemlich trinkfreudig ! Und einen Fahrer haben wir leider nicht, die Jungs fahren selbst...
Und das Problem ist ja auch, dass nachts Leute auf Autobahn & Landstrasse unterwegs sind, die sich alles mögliche eingefahren haben. Wir haben schon recht gefährliche Situationen gehabt, die in einem Unfall hätten enden können, an dem wir unschuldig gewesen wären.
Seit ich eine kleine Tochter habe, die mich noch viele Jahre braucht, hasse ich diese Fahrerei richtiggehend und bestehe auf Hotel oder Pension bei allen gigs, die über 200 km entfernt sind.
schöne Grüße
Bell
 
Dickes Fell und Sinn für Karikatur vorausgesetzt, werden aus den Leuten dann eh mit der Zeit Anekdoten, die man seinen Enkeln noch erzählen kann :D .

Wie wahr, wie wahr!
Bei uns fällt schon mal 'ne Probe aus nur weil wir uns gemütlich beim Bierchen Anekdoten von Früher erzählen. Und da wir alle schon ziemlich lange (teilweise über 30 Jahre) Musik in verschiedenen Bands gemacht haben kommt da so einiges zusammen!:D

Aber davon mal abgesehen muss man sich wirklich ein dickes Fell zulegen denn Irgendwas passiert immer, sei es die Schlägerei vor der Bühne, die besoffenen Klugscheißer, die lustige Dorfjugend die an der Stromversorgung spielt, nervige Veranstalter, unglaublich wichtige Vorgruppen...
 
eine gewisse Leidensfähigkeit muss man schon an den Tag legen können - man ist halt Dienstleister - deshalb verdiene ich meine Brötchen anders, die Mucke soll Spass machen, allerdings auf hohem musikalischem Niveau!

Und die Familie (frau/freundin/kinder) muss dir den Rücken stärken - wenn wir als "Hobbymucker" mehr als 4 Gigs im Monat haben...da ist Holland in Not ;-)
 
Und die Familie (frau/freundin/kinder) muss dir den Rücken stärken - wenn wir als "Hobbymucker" mehr als 4 Gigs im Monat haben...da ist Holland in Not ;-)

Ihr spielt in Holland??:p
 

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