Gitarrenbauer auf die Finger schauen

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Heinrich III.
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Hallo Leute
Wer kennt einen Gitarrenbauer in Deutschland, der sich bei seiner Arbeit auf die Finger schauen lassen würde?
Am liebsten wäre mir noch so ein altes Urgestein, der noch Handarbeit macht.
Vielleicht hatte ja einer von Euch mal das Glück, bei der Geburt einer Gitarre dabei zu sein.
Gruß Heinrich III.
 
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Ohne für die Mehrheit der anwesenden Gitarrenbauerkunden sprechen zu können, "meine" Gitarrenbauerin war sehr offen für Fragen, hat mir alles erklärt und sich immer gefreut wenn ich während der Bauphase mal mit Kuchen vorbei kam (Kaffee hat sie gemacht ;)).
Ich denke mal, dass die meisten kleinen und feinen Werkstätten nix gegen einen Besuch haben werden, solange nicht Heerscharen von Schaulustigen ohne Kaufabsichten in der Werkstatt rumlungern.... Im Vorfeld meiner Kaufentscheidung bin ich auch bei verschiedenen Gitarrenbauern vorstellig geworden und mein Eindruck war eigentlich immer derselbe, ein offener und herzlicher Umgang, bodenständige Handwerker eben, im positivsten aller Sinne.

Falls Du kein Praktikum in einer Gitarrenwerkstatt anstrebst, so ein Instrument verursacht gut und gerne 30 Tage Arbeit (!! Arbeit nicht elapsed time !!), musst Du den Gedanken bei der Geburt dabei zu sein schon etwas präzisieren. Meinst Du wenn das erste Mal Saiten aufgezogen werden, wenn die Decke "drauf kommt", wenn sie am Ende mit Schelllack poliert wird oder was beschreibt in der Welt von H-III die "Geburt".

hope that helps
Wo
 
Ich würde schon ganz gerne mal den Werdegang vom Stück Holz bis zur fertigen Gitarre sehen wollen. Natürlich nicht an einer Gitarre, das dauert zu lange, aber so die einzelnen Arbeitsschritte, Maschinen etc. und dann na klar, die Endbearbeitung incl. neuer Saiten........ Geburt war wohl sehr schwammig ausgedrückt.
Wo bastelt denn Deine Gitarrenbauerin?
 
Auch mit der Definition könnte ich mir vorstellen wird es schwierig. In großen/größeren Werkstätten geht das vielleicht. So bog z.B. die o.g. Dame die Zargen am liebsten im Winter, wegen Hitze des Biegeeisens. Im Sommer bei 30 Grad hält das sonst in der Werkstatt keiner aus. Ein andermal produziert sie z.B. Hälse oder Decken etc. auf Vorrat. Du musst also schon öfters hingehen bist Du alles gesehen hast (das meinte ich mit dem Praktikum).

Aber:
Ich bin mal unangemeldet bei Lakewood in Giessen aufgetaucht und Martin Seeliger hat mir für ne gute Stunde persönlich die Abläufe erklärt, aber auch das war nur an der Oberfläche kratzen und ist auch nicht mehr wirklich der Gitarrenbau in reiner Handarbeit. Trotzdem sehr informativ und vor allem sehr nett war's schon.
Dann war ich mal bei Albert & Müller in Aarbergen, die sind immerhin zu dritt oder viert und Du kannst schon mehrere Arbeitsgänge sehen.
Jens Towet habe ich mal besucht, der arbeitet genauso wie meine Gitarrenbauerin auch alleine, parallel ist da nicht immer so viel am tun.
In Saarlouis gibt es noch den Kazou Sato (aber nur wenn Du gaanz viel Geld ausgeben willst), wenn ich mich recht erinnere auch eine one-man show.
Im hohen Norden gibt es noch den Stephan Schlemper, denn habe ich mal auf der Messe kennengelernt und habe seither eine "stehende" Einladung in seine Werkstatt; da ich aber in der Zwischenzeit sonstwo gekauft habe, will ich ihn nicht mehr von der Arbeit abhalten.
Habe noch weitere gesehen, aber is' scho paar Jahre her und ich bin ja vom Faktor Alter auch schon etwas stärker betroffen ;)

Kurzum, den gesamten Prozess zu erleben schaffst Du m.E. nur in größeren Manufakturen. Seeliger bietet ab und zu Führungen an, zu denen Du dich anmelden kannst.
Du solltest jedoch auch Bedenken, dass Du einen "Einzelhandwerker" mit deinem Besuch von der Arbeit abhältst ...

Wenn Du eine Gruppe (Kauf-) Interessierter zusammenfindest - frag doch mal im Forum - findet sich bestimmt ein Gitarrenbauer für eine gezielte Führung.




Achso, mit Basteln ist da nicht viel, sondern eher ein auf handwerklich sehr hohem Niveau stehendes Schaffen.
 
hey,
yeah,

Ich war mal mit meinem Lehrer und seinen Schülern auf einer Gitarrenfreizeit in Bad Urach.
Da in der Nähe war so ein eher Oldschool Gitarrenbauer der sich auf die Finger schauen lies.
Lange Fingernägel:D
Ich weiss jetz halt nich wo das genau war.:rolleyes:
 
Also ich denk in kleinen manufakturen in dennen du eine Gitarre in auftrag gibst wird das absolut kein problem sein wenn du eins-zwei mal die Woche vorbei schaust und siehst wie deine Gitarre entsteht.
Gitarrenbauer sind auch nur Gitarristen, und somit wissen sie was für ein emotionaler moment ist.:D

Ansonsten einfach mal fragen. Bei uns gibt es ein paar (zwei genau:D) Gitarrenbauer und ich denk man mit dennen auch normal sprechen kann. Bei den einem weiß ich es zumindest;)

Ach, war das nicht mal ein Board ausflug zu Lakewood? Da konnt man doch auch en bissel Produktion sehen oder?
 
Ach, war das nicht mal ein Board ausflug zu Lakewood? Da konnt man doch auch en bissel Produktion sehen oder?

Jep, da konnte man sogar richtig viel Produktion sehen.

Die Räumlichkeiten bei Lakewood sind so aufgebaut, dass man vom Untergeschoss (Holzlager) durch die einzelnen Etagen ausfwärts genau den Werdegang der Gitarre verfolgen kann, bis man dann im Dachgeschoss bei Showroom ankommt.

https://www.musiker-board.de/guitar-lounge-git/301253-unser-besuch-bei-lakewood.html

War absolut sehenswert und hat ordentlich Hunger auf Lakewood gemacht :D Meine M14CP hatte ich zu dem Zeitpunkt aber schon.
 
Lakewood wäre bestimmt mal einen Ausflug wert, trotzdem suche ich eher den kleinen Gitarrenbauer, den fast kaum einer kennt und der in 5. Generation Gitarren baut.
Wie eine Gitarre gebaut wird hab ich im Film schon gesehen, aber ich möchte es auch riechen, wenn das Holz verarbeitet wird ..... und so ein bisschen Kleber schnüffeln soll ja auch einen Kick geben :D
 
In Pankow in Mühlenstr. ist auch ein Geigen- und Gitarrenbauer.
 
Der Herr Krüger ist ein sehr netter und umgänglicher Typ. Er hat bei uns in der Gegend vor Jahren mal einen Sommerferien-Gitarren-Selbstbau-Kurs angeboten (in den Werkräumen eines Schulzentrums) und ich hatte das Vergnügen, ihn als freier Mitarbeiter einer Tageszeitung dort zu besuchen und mal eine halbe Stunde mit ihm zu sprechen. Alle Teilnehmer haben sich dort ihr eigenes Instrument gebaut und er hat alles genau erklärt. Betriebsgeheimnisse schien es da eher nicht zu geben.

Ist für Dich wahrscheinlich nur etwas zu weit von Berlin.
 
Habe da mal was ganz anderes für Dich ausgegraben:
- http://www.galloupguitars.com/schools-of-lutherie-luthier.htm oder
- http://www.timelessinstruments.com/classes.html

Weiß, es gibt eine ganze Reihe ähnlicher Anbieter, allerdings waren die über die ich bislang gestolpert bin tendenziell eher auf einem "Wochenendkurs-Niveau". Ob die 7 bzw. 8 Wochen in diesen Fällen bessere Ergebnisse liefern bliebe freilich noch zu beweisen.

Also, Vorschlag an Heinrich III, Du verbringst da einfach mal die nächsten beiden Jahresurlaube .....

Cheers ;)
W
 
Die Idee ist nicht schlecht, leider hapert es extrem an meinen Sprachkenntnissen:( ansonsten wäre Kanada bestimmt mal wieder eine Reise wert ;)
 

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