Aufnahmeprüfung - verschiedene für mich sehr wichtige Fragen.

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Alasta
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Hallo liebe Musiker.

Ich bin 17, werde bald 18 und stehe vor dem Abitur, dass ich nächstes Jahr mache. Ich habe Musik als LK und habe im Schnitt 13 Punkte. Seit 12 Jahren spiele ich Klavier. Seit ca. 2 Jahren spiele ich E-Gitarre, aber autodidaktisch. Die Grundsachen, wie Akkorde, Tonleitern und Pentatonik kann ich. Allerdings kann ich nicht sonderlich schnell spielen.

Warum schreibe ich das jetzt alles?

Ich will Musik studieren. Und zwar auf Lehramt, ich finde Freude daran, anderen Menschen Dinge zu erklären.
Das ist also mein Ziel.

So weit so gut.

Ich habe nun einige Fragen zur berühmt berüchtigten Aufnahmeprüfung, die ja von Hochschule zu Hochschule etwas verschieden ausfällt. Meine Wunschhochschule ist übrigens Hannover, weil man dort 8 Jahre Bachelor studieren kann, statt 6.

1. Option:

Ich nehme als Hauptfach: Klavier, als Nebenfach: Gitarre und Gesang.

Fragen:

Reichen meine Gitarrenfähigkeiten aus um in einem halben Jahr schon an der Aufnahmeprüfung teilzunehmen? (Ich hab zurzeit keinen Unterricht, aber Kontakt zu einem sehr guten Lehrer, der mich sowohl in Gesang und E-Gitarre unterrichten würde).

Wenn ich E-Gitarre als Nebenfach nehme, katapultiere ich mit damit automatisch in die Studienrichtung Jazzrockpop? Das wäre nachteilhaft, da ich dafür wieder neue Stücke für das Klavier lernen müsste, da ich sonst die von der praktischen Prüfung im Abitur übernehmen könnte (sagt mein Klavierlehrer). Die Stücke die ich im Abitur spiele sind: Invention Nr. 8 von Bach, Mondscheinsonate 1. und 2. Satz (also ohne den dritten, den müsste ich für die Aufnahmeprüfung dann noch erlernen, oder? - Das würde ja auch nicht ganz wenig Zeit in Anspruch nehmen)
und dann noch Dr. Gradus ad Pernassum von Debussy's Childrens Corner.
Sind diese Stücke denn für die Aufnahmeprüfung mit dem Hauptfach Klavier vom Niveau her angemessen, also könnt ihr da meinen Lehrer bestätigen?

Ansonsten, wenn ich Jazzrockpop wegen E-Gitarre machen muss: Welche Jazzstücke auf dem Klavier könnt ihr mir empfehlen, und welches Maß an Improvisationstalent erwarten die Hochschulen?


2. Option:

Ich nehme als Hauptfach Musiktheorie oder Komposition, als Nebenfächer Klavier oder Gesang (dann würde die E-Gitarre komplett wegfallen). Dann könnte ich auch in Richtung Klassik gehen und müsste keine neuen Stücke auf dem Klavier lernen oder?
Ich habe freizeitlich schonmal einige Pop/Rock-Songs arrangiert, aber nichts groß eigenes komponiert. Ob das ausreicht? Es wäre immerhin das Hauptfach. Niveau?

Welche Option ist realistischer? Ich habe schon die Möglichkeit in Betracht gezogen, nach dem Abi erstmal noch ein Jahr zu warten, und in diesem Jahr Mathe zu studieren (wäre mein Minorfach, ich könnte somit pausieren und evtl. schon Scheine dann im Lehrerstudium von diesen 2 Semestern Mathe einbringen, was das ganze etwas entspannter machen würde.) In diesem einem Jahr, wäre ich also bereit zusätzlich zum Klavierunterricht auch Gitarrenunterricht und Gesangsunterricht zu nehmen. Finanziell ist das nicht das Problem. Ich weiß, dass das sehr viel auf einmal ist. Aber ist es mit viel Üben schaffbar? Könnt ihr evtl. sogar Angaben in Übungsstunden machen?

Dann kommt natürlich noch die Gehörbildungssache und Theorie dazu. Theorie bin ich eigentlich ziemlich fit durch den LK in der Schule (reicht dieses Wissen für die Aufnahmeprüfung?). Gehörbildung ist allerdings Neuland für mich. Würde also auch noch dazukommen.


Ich glaube, das war es erstmal im Groben. Wenn mir noch was einfällt, editiere ich es noch.

Fragen über Fragen, ich hoffe sehr, ihr könnt mir weiterhelfen, denn ich muss sehr viel planen deswegen. Ich werde auf jeden Fall mich bei mehreren Hochschulen bewerben und auch die Studienberatung aufsuchen.

Danke vielmals,

Alasta.
 
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Hey, Alasta.

Ich geben dir jetzt erst mal keine Antwort bzgl. deiner Optionsfrage, weil ich selbst kein Musikstudent bin, dafür aber (hoffentlich) angehender.

Ich bin 18, mache kommendes Jahr mein Abi und habe, wie du, vor Musik (neben Latein) auf Lehramt zu studieren. Mein Hauptfach wäre Klavier, Nebenfach Gitarre (wie du, autodidaktisch ein wenig gelernt) oder Gesang. Meine Stücke für die Eignungsprüfung sind Präludium und Fuge V (WTK 1), Sonate Pathétique, Aarabesque No. 1 Debussy und eine Partita von Takács.

Zur Mondscheinsonate: Hier kann ich dir nur sagen, dass du, falls du vorhast, sie bei der Prfüfung vorzuspielen, auch den dritten Satz können solltest (da sind die Prüfer nämlich oft neugierig, hab ich mir sagen lassen). Ich selbst hab ja Hochachtung vor denen, die den letzten Satz GUT spielen können.... :hail:

Dann zur Gehörbildung: unerlässllich, hier eine Musterklausur in Köln: http://www.hfmt-koeln.de/fileadmin/redaktion/downloads/299_Gehoerbildung.pdf

Hoffe, ich konnte dir wenigstens etwas weiterhelfen. Zumindest hab ich jetzt jemanden, der sich fast in derselben Lage befindet wie ich ;)

Beste Grüße und schon mal nen juten Rutsch :)
 
Danke für deine Antwort, der Link hat mir auf jeden Fall geholfen. Pathetique ist aber auch schon ein ziemliches Kaliber finde ich. Ich hätte auf jeden Fall Interesse daran, mich weiterhin mit dir auszutauschen. :)
Auch dir einen guten Rutsch.
 
Für ein Kompositionsstudium musst Du wirklich neuartige Sachen komponieren, zumindest in Ansätzen.
Für ein Musiktheoriestudium musst Du satztechnisch fit in einigen Epochen sein und auch eigene Arbeiten gemacht haben.

Daher scheint das Lehramt mit Klavier am plausibelsten. Ich würde dann aber ein 6-semestriges Studium wählen, weil die anderen Lehramtfächer auch auf 6+4 Semester angelegt sind. Ich würde einfach nächstes Jahr die Aufnahmeprüfung versuchen, und wenn es nicht klappt dann deinen Plan B umsetzen.
 
Die Sache mit Jazzklavier kannst du dir abschminken, wenn du nicht schon ne ganze Weile Jazzklavier spielst. Stücke erlenen funktioniert da nicht so, dass man alles ausnotiert spielt, sondern nach Akkordsymbolen frei spielen kann, mit schönen Voicings und Improvisation. Allerdings kannst du doch bestimmt klassisch Klavier Hauptfach und Jazz/Pop-Gitarre als Nebenfach machen. In Köln funktioniert das jedenfalls.
 
... und wenn du dir ein "klassisches" Konzertgitarrenprogramm draufschaffst :nix: - mehr als die Prüfungsstücke musst du ja nicht können...
Es gibt einige, die das so machen (und dann im Studium natürlich auch beim Nebenfach Gas machen müssen) und damit die Prüfung bestehen (sehr beliebtes Nebenfachinstrument: Blockflöte!).

Aber frag doch am besten nach, was sie akzeptieren, vielleicht geht ja auch 50/50: 1-2 Stücke E-Gitarre, 1-2 Stücke klassische.


Etwas OT: Bewirb dich auch an anderen Studienorten, auch für Aufnahmeprüfungen ist Erfahrung von Vorteil und wenn in der Prüfungskommission einer deine Nase nicht mag, hast du keine Changse, es sei denn, du spielst alle an die Wand.
Wie dem auch sei, viel Erfolg wünscht schon jetzt
Cello und Bass
 
Danke für die Antworten, für mich heisst das jetzt erstmal, mich zu informieren, ob das in Hannover und anderen Hochschulorten so möglich ist, wie in Köln (laut rusher). Das wäre für mich dann das Ideale. Also zur Studienberatung.
 
Danke für die Antworten, für mich heisst das jetzt erstmal, mich zu informieren, ob das in Hannover und anderen Hochschulorten so möglich ist, wie in Köln (laut rusher). Das wäre für mich dann das Ideale. Also zur Studienberatung.
Das ist definitiv so, ich habe das ja auch so gemacht. Im ersten Semester hatte ich Jazzgitarre Hauptfach, klassisch Klavier und klassisch Gesang Nebenfach und habe zum zweiten auf Jazzpiano Nebenfach gewechselt. Hier wurden zwar jetzt die Bachelorstudiengänge für Lehramt eingeführt, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich dadurch etwas geändert hat. Das wäre ja ein Rückschritt.
 
Okay, danke. Also klassische Gitarre kann ich eigentlich vergessen, da ich damit nie was am Hut hatte und auch keine besitze. Ich besitze ne Westerngitarre, ne E-Git. und nen E-Bass neben meinem Klavier. Deswegen schien mir die E-Gitarre am sinnvollsten als Nebenfach, da ich auch schon etwas spielen kann. Ist es denn möglich in nem halben Jahr mit Unterricht so weit seine Fähigkeiten auszubauen, dass man damit die Aufnahmeprüfung bestehen kann im Nebenfach? Oder sind dann 1 1/2 Jahre eher realistischer? Achja, was ist wenn man durch eine Aufnahmeprüfung durchfällt, kann man die dann zum nächsten Termin an der gleichen Hochschule wiederholen, oder ist man dann für diese Hochschule gesperrt?
 
Wenn sich nichts geändert hat, kannst du min. 3 mal wiederholen

ob 1/2 Jahr oder 1 1/2 Jahr hängt von deinen Fächigkeiten, deinem Fleiß und dem Lehrer ab ;) - machbar sollte 1/2 Jahr sein...


PS: Aber auch zu deiner Wiederholungsfrage kann nur die enstprechende Hochschule sich verbindlich äußern ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir ist noch ne Frage eingefallen, vielleicht an die Jazzgitarrenstudenten unter euch:

Muss ich neben dem Improvisieren im Studium nur nach Noten spielen, oder sind auch Tabs zugelassen? Weil sonst müsste ich das Notenspielen noch ziemlich trainieren.
 
Du musst selbstverständlich nach Noten spielen, wobei du die Noten auf dem Griffbrett sofort finden und darüber eigentlich kein großen Gedanken mehr verlieren solltest. Da es sich bei dir so anhört, als ginge es hauptsächlich ums Noten finden auf der Gitarre und nicht ums Notenlesen, solltest du vielleicht am besten Tonleitern durch alle Lagen auf der Gitarre üben. So prägst du dir die Töne wahrscheinlich am schnellsten ein. Zur Überprüfung kannst du dann Blattspielübungen machen.
 
Ich studiere Jazz Gitarre an der HFM Osnabrück. Ich kann dir sagen, dass das Haupfach am meisten ins Gewicht fällt, danach kommt Theorie und Gehörbildung und Nebenfach ist bei meiner Aufnahmeprüfung sogar ausgefallen aus Zeitgründen. Auf das Nebenfach würde ich mich am aller wenigstens konzentrieren. Lieber gut Gehörbildung und Theorie und Hauptfach sowieso. So sieht das zumindest bei Jazz aus, bei den Poppern denke ich auch. Klassik habe ich keiner Ahnung aber ich nehme mal an das wird da ähnlich sein.

Gruß,

ginod
 
Mir ist noch ne Frage eingefallen, vielleicht an die Jazzgitarrenstudenten unter euch:

Muss ich neben dem Improvisieren im Studium nur nach Noten spielen, oder sind auch Tabs zugelassen? Weil sonst müsste ich das Notenspielen noch ziemlich trainieren.

Tabulatur kommt im Jazz Studiengang eigentlich überhaupt nicht vor. Bei Tabulatur sind ja die Fingersätze total festgelegt und das entspricht auch gar nicht der Philosophie von Jazz. Ich musste bei der Aufnahmeprüfung ungefähr 12 Takte vom Blatt spielen. Es war da meistens so aufgebaut, dass es zum Ende hin immer schwieriger wurde und die wollten wohl sehen wie weit man kommt ohne ins schwitzen zu kommen.

Im Studium wird auch nur mit Noten gearbeitet, Tabulatur hat da nichts verloren. Allerdings wird sogar von Seiten der Dozenten Rücksicht auf Gitarristen genommen. Es ist denen sehr wohl bewusst, dass jemand am Sax ein ganz anderes Verhältnis zu Noten hat als ein Gitarrist. So wird da nicht die selbe Blattlesefähigkeit vorrausgesetzt.
Es sollte aber klar sein, dass wenn der Dozent will das das Thema beim nächsten mal sitzt, dass man sich hinsetzt und das Ding übt bzw. auswendig lernt. Im Jazz lernt man auch viel auswendig und spielt weniger vom Blatt. Wir müssen z. B. nach den ersten beiden Semestern mindestens 40 Standards auswendig können. Also Thema und Belgeitung und natürlich damit Improvisieren können. Ein Thema vom Blatt zu spielen ist eigentlich auch etwas larm. Der Jazzer lebt ja davon diese Themen im Schlaf zu können und mit ihnen zu jonglieren und sie immer anders zu interpretieren.
 
Cool, danke für die Antworten, war sehr hilfreich!
 

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