Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu off topic:
Ich hätte mal ne Frage warum gibt es Gibson bzw epi nur noch bei Läden wie Thomann etc.? Ich bin seit Jahren in die Epi Nick Valensi verliebt und würde sie gerne mal anspielen aber alle meine Händler ,an der Zahl 4, die ich für Kompetent halte, sagen mir:
das sie gerne Epi Gitarren in ihrem Sortiment hätte, sie aber leider beim Vertrieb nicht in geringen Stückzahlen ordern können und immer auch eine gewisse Stückzahl an Gibson Modellen mit kaufen müssen. Das verursacht logischer weiße große Vorleistungen die sich mittlere bis kleine Läden nicht leisten können.
Wenn das wirklich so abläuft dann kann ich nur sagen : Scheiß Konzept!
Um das zu beantworten muss ich ein bißchen weiter ausholen. Ich kann auch nicht jedes Detail erklären, das hier soll ein grober Überblick sein :
Als Gibson noch über Distributoren verkaufte, konnte jeder Laden dort bestellen. Es war also praktisch jeder ein Gibson-Händler. Die Vorteile sind, dass jeder Kunde in näherer Umgebung einen Gibson-Laden hatte und dort kaufen konnte.
Momentan gibt es in Deutschland ca. 30 Gibson-Läden. Damit haben wir ein sehr exklusives Vertriebsnetz, es gibt z.B. nicht viel weniger Ferrari-Händler

. Diese Exklusiv-Strategie hat für alle 3 Beteiligten enorme Vorteile - für Gibson, für die Händler und für die Kunden.
Vorteile für Gibson:
1. Kosten: Einen Händler zu betreuen, kostet Geld. Da gibt es keine Diskussion. Mitarbeiter müssen dorthinfahren, man macht Werbeaktionen. Auch die Verwaltung kostet Geld: Versand, Rechnungen, usw. Wenn nicht ein gewisser Umsatz pro Jahr mit einem Händler gemacht wird, lohnt sich das nicht. Folge wäre eine Preiserhöhung, die keiner hier will.
2. Durch die Konzentration auf wenige Händler können wir diese viel besser betreuen. Wir können neue Ideen und Produkte mit ihnen entwickeln usw...glaubt ihr, dass es sonst so viele Modelle und Exklusivmodelle in Deutschland gäbe?
3. Es ist nicht ungewöhnlich, sich seine Händler auszusuchen: Schonmal in einem Autohaus gewesen? Oder bei McDonalds gegessen? Oder ein iPhone gekauft? Dagegen sind die oft kritisierten Gibson-Händlerverträge reiner Kindergarten
Vorteile für den Händler:
1. Sie sind einer der wenigen Gibson-Händler und haben ein großes Einzugsgebiet.
2. Sie werden von Gibson betreut, es entsteht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.
3. Personalschulungen usw.
Vorteile für den Kunden:
1. Wenn der Kunde zu einem Gibson-Händler geht, dann hat er dort die volle Auswahl. Das ist für uns DAS Argument: Wenn ich als Kunde einen Laden betrete und eine Les Paul kaufen will, dann muss ich Auswahl haben. Wer hier von euch würde bei dem Laden um die Ecke eine Les Paul für 2000 EUR kaufen, wenn der genau EINE im Laden hätte? Das würde heute noch 1% der Musiker machen...
2. Ihr trefft im Regelfall auf kompetente Mitarbeiter: Viele waren schon in Nashville oder auf Schulungen, viele werden da noch hingehen. Die Leute wissen, was sie euch erzählen.
3. Wenige größere Händler = großes Lager: Ihr bekommt schnell eure Ware oder mal ein Leihgerät oder einen Austausch...
(Fast) jeder Deutsche kann einen Gibson-Händler in weniger als 1 Stunde mit dem Auto erreichen. Ganz zu schweigen von den Online-Händlern. Das ist keine so schlechte Abdeckung.
Ich persönlich halte dieses Konzept für absolut sinnvoll. Das zeigt auch die Tatsache, dass andere namhafte Hersteller nach und nach unser Vertriebsmodell kopieren.
Ihr glaubt nicht, wieviele Leute bei einer Musikmesse auf mich oder meine Kollegen zukommen und Gibson-Händler werden wollen. 90% von denen haben noch nicht einmal ein Musikgeschäft, sondern wollen mal einfach so eines bauen. Ihr glaubt nicht, was es alles gibt
Und fragt einen Händler, der kein Gibson-Händler geworden ist. Der erzählt euch wieder was ganz anderes

Aber wir würfeln die Händler ja nicht, es gibt immer Gründe für sowas.
Ciao,
Thorsten