Ein schwingender analoger Osc ist genauso ein schwingender Körper wie eine schwingende Saite.
Eine elektrische Schwingung ist kein Körper.
Ich habe eine kleine Trouvaille gefunden...
Ein altes Synthesizer-Programming-Video von 1985...
Chronistisch bedingt kann darin natürlich
kein Modelling zur Sprache oder zum Einsatz kommen ...und
gerade deshalb finde ich es sehr spannend, welche Analogien zwischen
analogen Schaltungen mit den realen Instrumenten zustande kommen.
Hier die Analogien anhand der Parameter "Sources", "Modifiers" und "Controllers":
[
22:18 - Making Waves]
Hier wird "Sources" also verglichen mit dem schwingenden Oszillator oder einem Rauschgenerator:
[
25:11 - Sources]
Als nächstes wird die Analogie gezogen zwischen "Modifiers" und einem Synthesizer-VCA sowie dem Filter:
[
31:22 - Modifiers]
"Controllers" schliesslich wären so offensichtliche Dinge wie die Tastatur, die Hüllkurve, der LFO oder das Modulationsrad:
[
44:42 - Controllers]
Die Begriffe "Sources" und "Modifiers/Resonators" wecken bei mir fast automatisch PM-Assoziationen, beispielsweise Technics' WSA oder AAS Chromaphone (vielleicht geht es euch ja ähnlich...)
Aber: Nichts von dem hat im Video mit Modelling oder DSP zu tun, zeigt aber in eindrücklicher Weise auf, dass die spätere Modelling-Tehnologie nur einen
weiteren Prozess zur
Klangerzeugung beschreibt, nicht jedoch, ob dessen klangliches Resultat Naturinstrumente imitiert oder synthetisch ist.
Nachtrag:
Im Grunde sind
beide Aussagen von Michael und Duplo korrekt...
Michael:
Es stimmt - einen vibrierenden Körper kann man als "Modifier" betrachten, er klingt also nicht.
Duplo:
Auch du hast recht - eine schwingende Saite kann man mit einem schwingenden Oszillator vergleichen - es wären also "Sources", die klingen.
Das Einzige Missverständnis in diesem Fall, wäre, dass Duplo von den "Sources" spricht, und Michael von den "Modifiers".
