Solo/Improvisation und Akkordwechsel

  • Ersteller fleischmütze
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Freie Liebe auf dem Griffbrett!

Ich denke, er spielt darauf an, dass man mit der Zeit aufhört, nur in Pattern zu denken, sondern man weiß, wo der Grundton ist und wo die Intervalle herum angeordnet sind. Das gilt aber auch nur für den bewussten Teil des Improvisierens, sobald es schneller wird, muss man auf unterbewusst umstellen und man ruft wieder Pattern ab.

Das Niveau muss man sich über einige Zeit erarbeiten und ist für Einsteiger natürlich unbrauchbar. Gerade am Anfang kämpft man damit, dass man viele Abläufe bewusst abrufen muss, weil unterbewusst noch nichts gespeichert ist. Die Pentatonik halte ich auch ideal für den Einstieg.
 
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...
Die Pentatonik halte ich auch ideal für den Einstieg.


Eben! Man hat erstmal einen Rahmen, wo alles paßt und beginnt irgendwann damit, kleine Ausflüge in die Umgebung zu versuchen und erweitert so seinen Aktionsradius.
Wildes Rumprobieren auf der gesamten Skala bringt nur Frust - so war's zumindest bei mir am Anfang.
 
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Die Pentatoniken gehört zum Handwerk. Und das Handwer sollte man lernen.
 
Aber nur mit der Pentatonik rangehen ist sehr gefährlich.
Mir ist es z. B. so gegangen dass ich in der Pentatonik lange feststeckte und sich alles gleich anhörte....
Arpeggios finde ich da zum Einstieg hilfreicher, weil Sie mehr Bezug zu den Grundtönen haben als die Pentatonik. Diese würde ich immer nach den entsprechenden Arpeggios "aufsetzen".... So findet man später leichter einen Ausweg aus der Pentatonik..... wie gesagt, ist mir selbst so gegangen.... ich spreche für Blues und Rock, wie das bei anderen Stielen ist weiß ich nicht.
 
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Arpeggios finde ich da zum Einstieg hilfreicher, weil Sie mehr Bezug zu den Grundtönen haben als die Pentatonik.

Fast !!
Arpeggios sind hilfreich da sie mehr Bezug zu allen starken Akkordtönen haben. Also Grundton, Terz und Quinte.
Mir ging es ganz ähnlich wie dir. Leider sind Arpeggios anfangs recht unbequem zu spielen (und/oder man
weiss nicht wozu sie überhaupt gut sind).Daher wird ja gerade ewig auf der Pentatonik rumgenudelt .
Auch Heute benutze ich noch mehr die Pentatonik, aber Arpeggios und das Wissen wo sie genau liegen,
ist unheimlich hilfreich um besser aufzulösen, melodiöser und dadurch sinnvoller zu spielen.
 
Es geht ja erstmal nur um die ersten Schritte beim Improvisieren und da ist die Pentatonik allem überlegen, weil man nicht mit den Akkorden mitwechseln muss. Mit der Zeit lernt man das ja ohnehin und später sollte man auch Arps, Skalen, Modes, etc. lernen, da hast du natürlich recht. Für den Anfang kann man sich aber nur auf das Spielen weniger Töne konzentrieren und wahrnehmen, was diese bewirken.
 
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------> "Mir ist es z. B. so gegangen dass ich in der Pentatonik lange feststeckte und sich alles gleich anhörte...."

ja, da bin ich froh, dass ich intuitiv vorher damit aufhörte und mich eher an Skalen hielt, natürl immer mit Blick auf die domi Töne :)
 
"man viele Abläufe bewusst abrufen muss, weil unterbewusst noch nichts gespeichert ist"

ja, das ist wohl das große Problem,
gepaart mit etwas Ungeduld, die ja heutzutage auch vorkommen soll :D
 
Meiner Erfahrung nach ist nicht die Pentatonik schuld am: ich höre mich immer gleich an.

Deckt sich damit das z.b viele geniale und bekannte Gitarristen viel pentatonik spielen und dennoch sofort erkannt werden wer es ist. Z.b Santana vs Tony Iommy ( klingen komplett unterschiedlich spielen aber beide viel Pentatonic)

Es ist die Rythmik und Dynamik.

Ich bin bei dem Punkt gewesen das ich wenn ich Phrygisch spielte mich immer noch genauso langweilig anhörte wie wenn ich pentatonic spielte. Noch andere modes zu lernen brachte auch nicht viel, also hab ich aufgehört mir immer mehr Töne bzw Möglichkeiten ranzuschaffen und besinne mich auf das was ich weiß. Dur und Moll.

Ich kann zwar einige Arpeggio aber sie irgendwie auszuspielen bringt keine Verbesserung. Die Terz eines Akkord zu spielen und hier mit Dynamik zu arbeiten bringt mir persönlich mehr.

Ich habe für mich gemerkt: es gibt kein Einfachen Weg interessant zu klingen. Sprich viel fingersätze kennen und allein durch die Wahl des Fingersatz wird alles toll.

Am besten klingt meine Improvisation wenn ich nicht drüber nachdenke sondern die Verbindung Seele zu Fingern keinen Umweg macht.
Rythmus und Dynamik sind dem eigenen Gefühlsleben näher als Fingersätze, jene helfen höchstens durch Automatik sich darauf zu besinnen.

Kurz gesagt: bin ich melancholisch kann ich dieses Gefühl ausspielen mit der Pentatonik. Bin ich fröhlich ebenso. Die selben Töne und völlig unterschiedlich!
 
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"Rythmus und Dynamik sind dem eigenen Gefühlsleben näher als Fingersätze"

ein großes Ja, alles andere wäre ja schlimm,
aber die Harmonik ist leider etwas Mathe. Das ginge aus dem Bauch heraus wohl kaum ...
 
aber die Harmonik ist leider etwas Mathe. Das ginge aus dem Bauch heraus wohl kaum ...
Da möchte ich wiedersprechen.
Als Besispiel:
Mann kan ein Bild mit "schönen" Verhältnissen malen, ohne die Mathematik hinter dem goldenen Schnitt zu kennen.
Die wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, dass der goldenen Schnitt rein intuitiv angewand wird.
Anderseits ist ein Bild nur nach dem mathematischen Verhältnis gemalt nicht unbedingt eines, welches eine Lebendigkeit oder einen Inhalt hat, selbst wenn es schön ist.
Natürlich kann es helfen die Mathematik / die Theorie dahinter zu kennen. Die Kenntnis ist aber nicht vorraussetzung dafür, das Kunst entsteht.
 
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ja, das wäre schön,

aber mal ehrlich, wer aus dem Bauch heraus improvisiert, bleibt höchstens bei Blues stehen. Hendrix kam noch auf andere Tönchen und ohne Tod wäre die Entwicklung noch interessant geworden, andere wenige viell auch, aber in der Regel müssen wir normale Improleute bei der "Mathe" etwas durch :) insbesondere bei raschen Harmoniewechseln
 
aber mal ehrlich, wer aus dem Bauch heraus improvisiert, bleibt höchstens bei Blues stehen.
Das glaube ich nicht. Wer neugierig ist wird experimentieren, seine Hörgewohnheiten und Möglichkeiten erweitern. Ich glaube nicht, das z.B. alle Jazzmusiker studierte Musikwissenschaftler waren.
Aber Glauben heist auch nicht wissen. ;-)
 
Zwei Thesen:

- Musikalität lässt sich nicht in Skalen und Theorien pressen

- Gehörbildung klappt auch ohne Theoriewissen

Sicher, theorethische Grundkenntnisse können weiterhelfen, sind jedoch nicht ausschlaggebend für gut klingende Soli.
Ich glaube vielen würde es mehr helfen, zu lernen, Melodien die man im Kopf hat, spontan auf dem Griffbrett umzusetzen. Dafür braucht man allerdings kein Wissen über Theorie ;)
 
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Hi

zur These1:
Der Mensch neigt leider immer noch dazu, die richtigen Schlüsse aus der Theorie zu vermeiden. Meine Meinung dazu : Erst wenn der Worst Case Fall eingetreten ist, wird in vernünftige Wege eingelenkt. Die Praxis missachtet vielfach das theoretische Wissen. In der Musik ist das weniger gefährdend als im Strassenverkehr. Ich erinnere nur an die jahrzehntelangen Crashtests bis zur Einführung der Nackenstütze und Airbag.
Melodie ist die Abwechslung von Konsonanz und Dissonanz :good_evil:- habe ich irgendwo mal gelesen. Mit der 1. These wird ein Sachverhalt personifiziert. Skalen sind Töneanordnungen und Ausgangsbedingungen, Musikalität entsteht, wenn die Anwendung bei anderen gefallen findet. Deshalb ist die These eigentlich eher eine Aussage, der ich nicht zustimmen kann.

zur These2:
Theoriewissen ist ein sehr schwammiger Begriff. In allem möglichen Umfang aber ein Tatbestand. Die Gehörbildung ist eine Aktivität . Theoriewissen muss mindestens Tönebezeichnungen beinhalten, damit eine Gehörbildung entstehen kann. Deshalb kann ich These2 mit Vorbehalt als solche schon anerkennen.

nochmal zur Thema :
Wenn die Akkordbegleitung sich in jedem Akkord auf die Standardkonstellation (Grundton, Terz, Quinte) beschränkt und in der Impro ebenfalls nur die bereits angespielten Töne gespielt werden, kommt es zu Schwebungen, die mit der Zeit den Elan bremsen. Mein Ohr sagt mir in diesem Fall im übertragenen Sinne, dass das passt, wenn es darum geht einen Vergleich anzustreben. Die Schwebungen wandern die Eustachische Röhre entlang und formen dann im Mundraum den Kommentar: langweilig.

Der Vorteil der Pentatonik ist, dass eben 2 weitere Töne hinzukommen.
 
Es kann definitiv nicht schaden, sich mit den modalen Skalen und der Pentatonik zu beschäftigen.
 
"----> Ich glaube nicht, das z.B. alle Jazzmusiker studierte Musikwissenschaftler waren."

aber in der Praxis schon, wenn man die genutzten Skalen betrachtet. Gillespie und Co spielten sogar anspruchsvolle Stücke in Fis, etc. , damit die anderen nicht auf die Bühne kamen und nervten
 
... Skalen sind Theorie und werden zu Tönen in der Praxis. Studierte Musikwissenschaftler, hilf mal schnell. Gibt es ein Studium ohne Wissenschaft und vice versa gar eine Wissenschaft ohne Studium? Nicht jedes Studium ist akademisch,..., Nicht jede Academy entspricht dem Niveau eines Universitätsstudiums. ... Haben eben alle ihre Eigenheiten... via Internet über NextLevelGuitar erfährt man z.B. das jede Penta auch noch 2 Expanded Versions hat. ... Fis in G Mixolydisch ist aber doch nichts neues der Jazzer. Im YT-Channel Music Matters gibt es zu diesem Aspekt ein Video mit dem False Relations Titel. Ganz interessant was so dort über und zu Bachs Werken erzählt wird . Habe eben leider nicht die Möglichkeiten Videos direkt zu verlinken, müsste wohl mal wieder Cache und Papierkorb leeren....
 
T
  • Gelöscht von C_Lenny
  • Grund: Ein Jahr zu spät....
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