Ist Relic noch Hip, Top oder schon Flopp ?

  • Ersteller mr.coleslaw
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Davon mal ab hat glaube ich der "nicht Gitarre spielende Zuhörer" einer Band (auf einem live Konzert etc.) andere Gedanken

Denke, das ist der springende Punkt: Jedem Nicht-Gitarrist ist es wohl sowas von Mütze, was der Klampfer um den Hals* hat. Wahrscheinlich können 60% der Zuschauer den Bass eh nicht von der Gitarre unterscheiden.

Die Gedanken dieser Zuschauer sind eher: "hätte ich doch mal Musikmachen angefangen, dann hätte ich nachher auch Chancen bei der Blondine vor mir, die so not-rattig dem Gitarristen zuschaut.... passiert mir ja laufend :ugly::rofl:

EDIT:
* außer, es ist besagte Blondine
 
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:-D:-D:-D

OT: Frauen schmachten Gitarristen an. Als ich Anfang der 1990er mit meiner Band ein kleines Festival organisierte, wollte eine bestimmte Dame mit ihrem Freundeskreis zum Headbangen vorbei kommen, musste aber als Lehrling im Hotelgewerbe kurzfristig eine Wochenendschicht übernehmen (damals machte man das). Sie konnte also nicht. Ein paar Monate später stießen wir in "ihrem" Lehrbetrieb aufeinander, wo ich einen Ferienjob übernommen hatte. Irgendwann "gingen wir zusammen", 9 Jahre später heirateten wir, in ein paar Tagen feiern wir den 14. Hochzeitstag.
Ob ein früheres Treffen auf dem Festival zur Beziehung geführt hätte?
 
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Die Zeiten mit den Mädels ist aber auch seit einigen Jahren vorbei. Da interessiert sich keine mehr oder nur noch sehr wenige für Musiker... Die meisten sind eher so "aha, naja nicht mein ding. ich mag lieber elektro".

Bzgl. Relic sinnhaftig oder nicht:
Also, ich liebe es, wenn meine Gitarren so lange wie möglich wie neu aussehen. Ich bin jedoch auch zeitgleich ein Vintage-Freak und teibe mich viel auf Messen rum , auch als Aussteller. Die 1958 - 1960 Gibson Les Pauls haben für mich einfach eine unfassbare Ausstrahlung. Auch wegen ihrer Macken, speckig anmutenden Lack usw... und genau sowas hat nun mal keine andere Gitarre. Relic / Aging ist die einzige Möglichkeit zumindest halbwegs dieses Feeling und den Look zu bekommen (wenn er denn gut gemacht ist). Denn das, was ich mag kostet 200.000 €

Oldenburg2008037.jpg



Meine:

4.jpg




Von daher ist Relic / Aging schon eine Alternative, für die meisten von uns die einzige...
 
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Das ist aber auch wirklich eine traumhafte Paula ! Da würde ich auch nicht nein sagen..
 
Ein Instrument hat sein Eigenleben. Es wird transportiert, gespielt und reflektiert ein oft langes Musikerleben.
Jede Macke wurde gelebt und erlebt.
Das sind für mich gestandene Musiker.

Oder man braucht Manta mit Fuchsschwanz: "Öh man eh, die Gitte gesehen? Total abgerockt, der Typ muß schon ewig spielen. Geiler Typ eh".
Na wer es braucht....

Es gibt Modifikationen, z.B. Lack am Hals runterschleifen, hat aber mit relic und aging absolut nichts zu tun.

Meine erste E-Gitarre habe ich 1966 neu gekauft und es war nicht die letzte.
Kein Instrument wurde mißhandelt, im Gegenteil sehen einige noch immer fast wie neu aus.
Als unbedarfter Mensch kann ich im relic und aging nur der Optik Willen nichts positives erkennen,
außer vielleicht Imponiergehabe.

Relic ist eh grenzwertig, wo beginnt und endet Relic?
Der Hersteller wird wohl kaum noch Holz vom gleichem Stamm haben. Wenn ja, haben wir gravierende Unterschiede - z.B. Trocknungs - und Lagerzeiten. (Jahrzehnte Differenz)
Damals verwendete Nitrolacke (in der DDR als V2 gehandelt) sind seit Jahrzehnten verboten.
Heutiger Nitrolack hat damit absolut nichts gemeinsam.
Wir hätten ein kopiertes Instrument/ Modell aus einer alten Baureihe, welches evtl. noch optisch mißhandelt wurde, mehr nicht.

Ich definiere gestandene Musiker nach Können und nicht danach, dass sie jeder Delle in ihrer Gitarre in ihr Tagebuch geschrieben haben.

Wenn ich zB. Einen Jazzer höre, der sich außergewöhnlich ausdrücken kann, ist er ein gestandener Musiker, selbst wenn er noch keine Dritten hat, dafür seine Gibson, die älter ist als seine Oma, schon neue Frets nötig hatte.

Liegts am Internet oder gibt es tatsächlich so viele Leute, die sich so viele Gedanken machen, was jemand nur mit dem Holz aussagen will? Was ist dann wohl mit Leuten, die auf Glitzerlack stehen, Gott bewahre noch mit relic haha
 
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Ich definiere gestandene Musiker nach Können

Da werden aber auch wieder subjektive Maßstäbe angesetzt.
Ist z.B. jemand, der seit 30 Jahren in seiner Punkrockband immer wieder die gleichen "3 Akkorde" Songs spielt, kein "gestandener Musiker"?

Und noch was zum Thema Relic und "man macht anderen was vor" - muss natürlich nicht immer so sein, aber letztlich macht man sich selbst was damit vor. Das lässt sich nicht leugnen - ist aber auch völlig ok so und bedarf keiner Rechtfertigung dafür.

Genau deshalb wird in der Regel auch Wert drauf gelegt, dass das Relic "authentisch" aussieht und Instrumente, bei denen es offensichtlich ist, dass da einfach mal jemand schnell hier und da Macken reingeschlagen hat und etwas Lack mit der Flex weggenommen wurde, werden in der Regel auch nicht für ihr ausgezeichnetes Relic Finish gewürdigt.
 
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Da werden aber auch wieder subjektive Maßstäbe angesetzt.
Ist z.B. jemand, der seit 30 Jahren in seiner Punkrockband immer wieder die gleichen "3 Akkorde" Songs spielt, kein "gestandener Musiker"?

Ich unterscheide zwischen gestandenen Musikern und gestandenen Punkrockern :cool:

Nein im Ernst, Können definiere ich nach Wirkung, nicht zwingend Technik.
 
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Nein im Ernst, Können definiere ich nach Wirkung, nicht zwingend Technik.

Ok, dann hab ich das falsch aufgefasst.
Ich bin da aber auch recht einfach gestrickt - bei mir gibt es nur "gefällt mir" oder "gefällt mir nicht so". : )
 
Ich bin schon viel zu alt,so das keine neue Gitarre bei mir mehr altern könnte...:cool:
also kaufe Ich nur noch alte gebrauchte,oder lasse Sie mir schenken. (jau,das gibts echt und funktioniert von Zeit zu Zeit)
Jetzt versuche Ich eine alte Framus von 1971 wieder zu beleben.
Mahogany-Furnier hab Ich schon mal hier liegen.
Ansonsten halte Ich künstliches Altern für überflüssig,besonders die dafür ausgeschriebenen Preise.
 
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aber letztlich macht man sich selbst was damit vor.

Das stimmt ... aber nicht wie hier mehrfach angedeutet, dass man so ein abgelockter mit allen Bühnen-Wassern gewaschene Alt-Rocker ist, sondern das einem die Gitarre besser in der Hand liegt, sich besser anfühlt ... :D ... Also genau die gleichen Dinge, die man sich auch bei einer Hochglanz-Gitarre vormacht.

Ich finde immer noch, dass man Relic auch mögen darf, wie andere Menschen Hochglanz. Ein wenig Toleranz wird doch wohl möglich sein.

P.S. Im Job trage ich auch eher Jeans, als Anzug. Wie im restlichen Leben auch. Ein Großteil meiner Jeans sind älter als meine Gitarren (werden aber etwas eng :eek:). Ich bin halt nicht der Hochglanz Typ ... nicht mit Klamotten, nicht mit Gitarren und auch nicht mit Autos.



Drehen wir das doch mal eben um ...

Diese alte Bohle ist so erhalten worden, wie sie zum Zeitpunkt des Bau der Gitarre aussah ...

full




Diese alte Bohle ist allerdings noch deutlich älter ... aber auf NEU getrimmt ...

full




Und wer spiegelt jetzt falsche Tatsachen vor ???

:D


Gruß
Martin
 
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Das stimmt ... aber nicht wie hier mehrfach angedeutet, dass man so ein abgelockter Alt-Rocker ist, sondern das einem die Gitarre besser in der Hand liegt, sich besser anfühlt ... :D ...

Ob einem die Gitarre besser in der Hand liegt oder sich besser anfühlt, das ist zwar auch subjektiv, muss aber nicht zwingend was mit Relic zu tun haben. Es gibt ja auch genügend "neue" Gitarren mit dünnem Nitrolack und Hälsen im True Oil (o.ä.) Fnish.

Ich meinte es eher so:
Wenn z.B. jemand sagt, er mag Erdbeeren gerne oder Historienfilme, dann ist es doch völlig legitim, wenn er sich auch einen Erdbeerjoghurt schmecken lässt, dessen Geschmack mit zusätzlichen "Erdbeer Aromen" noch etwas verstärkt wurde oder er sich über die Filmsequenz des Wagenrennens im alten Rom freut, obwohl das nicht wirklich damals live mit der Kamera aufgezeichnet wurde.

Man weiß doch, dass es nicht "echt" ist, findet es aber trotzdem gut, weil man es mit bestimmten positiven Gefühlen verknüpft. Gerade Musikmachen ist eine sehr subjektive und persönliche Angelegenheit. Selbst, WENN jemand durch das Spielen eines Relic Instruments sich ein bisschen fühlt wie der besagte "abgelockte Altrocker" - was genau wäre daran so schlimm, wenn es ihn gleichzeitig inspiriert und das Musizieren noch mehr Spaß macht?

Diese implizierte Bewertung, dass das Relicen und der vermeintliche damit verbundene Kauf von ein bisschen "gefaketer" Authentizität was Schlechtes ist, ist doch gar nicht nötig.
 
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Diese implizierte Bewertung, dass das Relicen und der vermeintliche damit verbundene Kauf von ein bisschen "gefaketer" Authentizität was Schlechtes ist, ist doch gar nicht nötig.

Das sehe ich auch so ... trotzdem ist genau dies Tenor der meisten Anti-Relic Einwürfe anderer User hier im Thread.

Gruß
Martin
 
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Ich finde immer noch, dass man Relic auch mögen darf, wie andere Menschen Hochglanz. Ein wenig Toleranz wird doch wohl möglich sein.



Gruß
Martin


Ja darf man ;)... staune das der Thread noch offen ist. Hatte das ja schon in meinem vorherigen Post hier erwähnt... verstehe nicht, was das mit Ego polieren zu tun haben soll. Kein Mensch sieht z. B. meinereiner alleine im Arbeitszimmer!

Kann mir auch nicht vorstellen, daß es wirklich jemanden gibt, der seine Minderwertigkeitskomplexe über eine zerkratztes Instrument kompensiert. Hier sind einige ganz schlechte Psychologen unterwegs :rolleyes:!
 
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@hack_meck, wann kam denn bei Dir der Zeitpunkt, dass Du handwerklich-dienstleisterisch herbeigeführte Gitarren in Deinem Besitz haben wolltest? Irgendwann war zumindest der Punkt erreicht, dass eine solche Gitarre relative Vorzüge hat (z. B. haptische Eigenschaften).
 
a) ich finde jede Minute die ein Gitarrenbauer mit einem Instrument verbringt lassen "Liebe" in die Gitarre strömen. Es wird zu seinem Projekt und bekommt ein Gesicht :) ...

b) ich habe ein paar mal die "alte" von Gerd gespielt und bin seitdem "versaut". Ne richtig alte habe ich aber noch nicht gefunden, daher as close as it gets.

Gruß
Martin
 
Wie viele Jahre vergingen von den Anfängen als Gitarrist bis zu diesem Erlebnis?
Ich spiele seit 1992 Gitarre, aber diesen Drang habe ich bis heute nicht verspürt.
 
Jeder sollte von jedem mit all seinen Macken und Vorlieben so akzeptiert werden wie er/sie nun mal ist. Dazu gehört nun mal auch wie bei unserm Hobby/Beruf(ung) die Gitte. Man sollte aber auch seine eigene Meinung dazu äusern dürfen, so lange man keinem damit zu Nahe tritt.

Leben und leben lassen. amen
 

Mir fehlt ja der Mittelteil :) ... ich habe als Kind gespielt 1976+ und mich dann für Sport entschieden. Vor knapp 10 Jahren bin ich zur Gitarre zurück gekommen.

Geschätzt vor 6 Jahren hatte meine Hand wohl den Aha Effekt des Alt-Vertrauten, als ich die BJ. 1962 Strat in die Hand nahm. Seitdem haben es Relic Sachen bei mir leicht.

P.S. früher hatte ich ne 1965 Strat, die verschütt gegangen ist in der Zeit ohne Musik machen.

Gruß
Martin
 
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Eine original 65er :rolleyes1:
Dass mir für mein Glück dieses bestimmte Erscheinungsbild nicht wichtig ist, liegt wohl daran, dass ich Produkte von G und F für meinen musisch-musikalischen nicht brauche.
Die American Strat meines Gitarrenlehrers "schreckte" mich ab, das Tele-Thema ist vom Tisch, eine Les Paul brauche ich nicht.
GAS bekam ich als Anfänger bei der EBMM Van Halen, bei Hamer (u. a. Diablo) und PRS. Das waren Gitarren, die mir optisch makelos in Erscheinung traten.
Meine erste teurere Gitarre (> 1.000 DM) war der Bausatz der Duesenberg / Rockinger Rudvog. Fünf Jahre später war dann für 11 Jahre der Gebrauchtkauf einer Parker Fly Deluxe meine teuerste Investition (1995 Bj, 2000 gekauft für 3.000 DM). Und die alterte mit mir, machte Versetzungen und Umzüge mit, war von Schleswig im Norden bis Reiteralpe (Ostalpen bei Bad Reichenhall, Gebirgstruppenübungsplatz) im Süden, im Westen in Aachen, im Osten in Dresden bzw. Strausberg. Sie hat die meisten Narben bekommen, aber eben durch meinen Gebrauch.

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Bei mir stimmt wohl echt was nicht:ugly:

Ich fand die Parker ja immer Kotzhässlich, aber in der Aged-Version sieht die richtig geil aus!
 

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