Preis/Leistung wird wohl bei Maybach besser sein. Also für gleiches Geld wirst du da mehr handwerkliches Geschick und bessere Qualität der Materialien bekommen.
Der Punkt ist in dem Thread jetzt vielleicht ein bisschen untergegangen. Und auch wenn das vermutlich nicht jeder so sieht, wäre gerade der Punkt Preis/Leistung für mich kein Grund, die Maybach vorzuziehen. Ich habe mir gerade mal die aktuellen Preise der "einfachen" Maybach Paulas angesehen, da liegen die Gibsons ja teils nur 100-200 € drüber, bei ziemlich vergleichbaren Specs, wenn man das Chambering mal außen vor lässt. Und wenn den TE das grundsätzlich stört, helfen die sicher tollen Amber-PUs auch nicht wirklich.
Rein von der Verarbeitung sehe ich Gibson und Maybach zum heutigen Zeitpunkt jedenfalls ziemlich gleichauf. Es sind beides zu großen Teile handgebaute Instrumente, und bei beiden gibts qualtativ eine gewisse Schwankung. Bei Gibson war sie zeitweise schon ziemlich groß, aber gerade die Qualität und die Schwankungsbreite hatte sich nach meiner Einschätzung schon unter der alten Führung sehr deutlich gebessert, auch wenn Mr. Junkiewicz später in der Modellpolitik ziemlich aus der Spur gekommen ist. Stand heute sehe ich in der Verarbeitungsqualität aber keinen grundsätzlichen Unterschied, es gibt auch mal nicht so tolle Maybachs, wie überall. Mit dem Vorbehalt in Sachen Lack - weil man bei Maybach ohnehin keine Gitarren ohne vermackte und abgeranzte Lackierung bekommen kann, sodass ich nicht sagen kann, ob sie es könnten, wenn sie denn wollten...
Ich bin sicher kein Gibson-Fanboy, schon weil ich auch seit den 90ern die Zeiten teils übler Verarbeitungsmängel miterlebt habe. Wenn allerdings die Qualität und der individuelle Sound der konkret ausgesuchten Gibson stimmt, würde ich auch wegen der aktuellen Preise keine Sekunde an eine Maybach denken. Denn im weiteren Sinne gehört zu dem, was man für den Preis kauft, ja auch der Wiederverkaufswert. Und da sehe ich die Gibson vor allem auf längere Sicht deutlich vorne.
Ich wünsche ja Maybach nichts schlechtes, aber wie sich die Marke über die Jahre entwickeln wird und wie potenzielle Käufer sie dann betrachten, ist sicher mit mehr Unsicherheiten behaftet als bei einer Gibson. Dass sich die Preise dort teils auch schon von der Qualität abgekoppelt haben, sieht man an den Preisen für alte Norlin-Gibsons. Ja, da gibts auch gute, aber auch der letzte Ast ist da noch ganz schön teuer, wenn "Gibson" und "Les Paul" draufsteht. Und wie ich oben schon geschrieben hab, möglichst eine Standard, die geht immer.
Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Maybach Lester in Europa gebaut und zollfrei importiert wird, ist sie aus meiner Sicht eigentlich mindestens 20 % zu teuer. Wenns keine Gibson sein muss, gibt es schließlich auch sehr gute Singlecuts von FGN (LS30) oder Eastman. Qualitativ sehe ich dabei keinen grundsätzlichen Sprung.
Bei CS-Gitarren mit detailgetreuem Aging usw. kann es wieder anders aussehen, da ist der Aufschlag bei Gibson ja teils schon astronomisch, und es kommen auch andere Hersteller ins Spiel. Aber darum ging es hier ja auch nicht, wenn ich den TE richtig verstanden habe.
Gruß, bagotrix