ja das ist echt mal ne krasse Sammlung.
Vielleicht sollte man, also
@Erotischer Sound , diese Liste mal überarbeiten und in Kategorien unterteilen, die die Verwendung etwas besser verständlich macht. ich z.B kenne einige der Kisten, zumindest was die machen, aber bei vielen anderen weiß ich das nicht, und bei ca 50 Kisten wäre das eine ordentliche Arbeit, selbst mit Hilfe von g...gle oder einer anderen Suchmaschine, das sollte der TE mal für uns erledigen.
Denn diese Kategorisierung macht es dann erst möglich zu sagen, was soll bei einem analogen Pult mittels Kanal Insert Punkt benutzt werden und was über Busse (Aux-Wege).
Wenn man viele Effekte über die Auxwege ansteuern will, dann muss man sich halt auch überlegen, wie die wieder ins Pult zurück kommen und wie diese Effekte eventuell auch mit aufgezeichnet werden sollen.
Also auch wenn ich persönlich entgegen der hier vorherrschenden Meinung den Einsatz eines analogen Setups durchaus für sinnvoll erachte, so soll das doch etwas detailierter durchdacht werden.
Vielleicht hilft da ein "Schwank" aus meinem Leben. Ich besitze, obwohl ich inzwischen als Live-Tontechniker da ausschließlich mit digitalen Mischpulten arbeite, daheim so als Steckenpferd immer noch einen analogen Mischplatz. Die Zentrale ist ein Soundcraft Ghost 32, welches neben Insertpunkten in den 32 Eingangskanälen auch insgesamt 6 Mono (vier gleichzeitig nutzbar) und zwei Stereo Aux Wege besitzt. Dann gibt es auch noch 8 Mono Subgruppen. Ich habe da noch ein Motu AO24 Interface und einen Rechner dran, damit ich eben aus einer DAW, die mir als digitale Bandmaschine dient, Multitrackaufnahmen an dieses Pult schicken kann.
An Effekten habe ich ein Siderack mit Kompressoren, Gates und so Zeug, die ich mir via Inserts in das Pult hängen kann. Diese Effekte sind mit ihren Ein- und Ausgängen an einem Patchbay-System von
Neutrik angeschlossen. Auch die Inserts vom Pult liegen auf dieser Patchbay auf. So kann ich mit kurzen Klinken-Kabeln z.B den Insert-Send vom Kanal 14 auf den Drawmer Gate1 Eingang stecken, den Ausgang des Gates weiter auf den DBX Kompressor und dann wieder von dort zurück zum Return vom Kanal. Wenn an Send und Return vom Kanal nichts angeschlossen ist, so werden diese beiden miteinander verbunden, damit der Signalfluss vom Kanal nicht unterbrochen ist. So etwas können diese Patchbays.
Da ich ein Faible für Effekte habe, verfüge ich auch nach wie vor über eine Menge Multieffektgeräte. SPX 90, SDR1000+, Intellifex, DP/4, DRP 20, PCM90, MPX500, M2000, M3000 usw. Also deutlich mehr als ich de facto über die paar Auxwege permanent ansteuern könnte. Aber auch da habe ich selben Patchbays im Einsatz. Da liegen auch die Ein- und Ausgänge der Effekte auf sowie die Sends von den Auxwegen.
von den für wichtigsten Effekte habe ich auf der Patchbay die Returns direkt ans Ghost zurück geroutet und der Rest geht in einen alten Keyboard Mixer, dessen Ausgang direkt an Ghost Eingangskanälen steckt. So kann ich mir (fast) nach Belieben meine beiden Sideracks ins Pult integrieren.
Allerdings ist das schon ein recht komplexes Setup und zum Glück habe ich da keine Klangerzeuger, die ich auch im direkten Zugriff haben muss. Etwas das im hier vorliegenden Fall sicher auch ein Faktor ist.
Und so einfach aufgebaut ist das jetzt ja auch nicht, da habe ich mir schon einiges überlegt und auch eine Zeit lang herum optimiert bis ich es so hatte, wie es jetzt ist.
Live würde ich mir das aber inzwischen auch nicht mehr antun, einfach weil Auf- und Abbau schon viel zu aufwendig wäre. So, daheim und permanent installiert, ist es für mich eine nette Geschichte, vor allem weil mir das Mischen "in the box" also rein mit einer DAW mit Plugins nicht behagt. Ich brauche eine Mischmaschine. Und das Mischen auf dem Setup macht ja auch wirklich Spaß, viellöeicht auch weil es eben einen mit dem doch am Ende nicht so unendlich flexiblen Möglichkeiten wie in einer DAW dazu bringt mehr commitments einzugehen. In der DAW neigen viele, auch ich weil ich es eben nicht gewohnt bin, sich in den unendlichen Möglichkeiten zu verzetteln und das für mich Wesentliche, die Soundgestaltung, außer Acht zu lassen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich mag es auch, von einer Anzahl unbearbeiteter Signale ausgehend in sehr schneller Zeit zu einem klingenden Ergebnis zu kommen. Und da finde ich diesen analogen Mischplatz echt ganz weit vorne. Hin und wieder hole ich mir irgend einen Multitrack Mitschnitt (von Konzerten die ich gemischt habe oder z.B von der
Cambridge Library) ind die DAW, resete mein Pult (das einzige was um einiges länger dauert als in einem Digitalpult) und lege los. Quasi als Training für ein sog. Guerilla Mixing, etwas das ich im Live-Job dann hin und wieder machen muss, weil halt das Pult nicht vorab schon eingestellt ist.
Also, ich kann das mit dem analogen Pult verstehen. Aber da sollten doch noch genauere Überlegungen angestellt werden, wie man da viele Signalquellen (Klangerzeuger, Bus-Effekt Returns usw) am Mischpult bereitstellen will und was auch mal z.B via Patchbay jeweils vorkonfiguriert werden soll. So kann man z.B die Ausgänge der Klangerzeuger alle auf einer Patchbay bereitstellen, die wichtigsten per Default auf das Pult legen und wenn man dann doch eine andere Klangquelle auch braucht, halt einen Kanal umzubelegen. Das selbe kann man mit den Aux Ausgängen und den Buseffekten machen. Die Returns der Buseffekte kann man sich ja, so wie ich es mache, in einen einfachen Submixer zusammen fassen um Eingänge am Pult zu sparen.
Und dann ist es halt auch wichtig, wie man sich das ganze so anordnet dass man alles, Klangerzeuger, Effekte und Pult, in Reichweite hat. Denn das ganze bringt nichts wenn ich, damit ich das Pult vor mir habe, 3 Meter bis zum Synth weit weg sitze und den gar nicht mehr spielen kann.