Einschätzung Anfänger-Fortgeschrittener

eigentlich hatte ich vor, in diesem thread nicht mehr zu posten. ich hab meine meinung in post #18 kundgetan, einen post später gab's ne gegendarstellung von wo1823. zwei meinungen eben, und jeder soll/kann sich das für ihn passende raussuchen, ist ja völlig ok.

nun gibt es da aber zwei dinge, die mich dazu bewegt haben, hier doch nochmal zu posten. zum einen dieser sehr sympatische beitrage von flo

... ich glaube allerdings nicht, daß Ottonormalverbraucher bzw. ein "Fortgeschrittener"
in der Lage ist, das Potential solcher 2000 € + Gitarren auszuschöpfen, bzw zu erkennen.

wo er selbst einräumt, gar nicht in der lage zu sein, sich über solche gitarren ein urteil bilden zu können.

zum anderen spiele ich schon seit einiger zeit mit dem gedanken, mir noch eine ordentliche steelstring zu holen.

an dieser stelle kurz zu mir: eigentlich bin ich bei den stromgitarren zu hause und hab auch da nach über dreizehn jahren pause anfang des jahres wieder angefangen, also anfängerstatus. trotzdem will ich auch die allernötigsten basics auf der akustik beherrschen, aber so richtig bocken tut's mich nicht auf meiner alten westerngitarre, vor der sich eine neue epiphone für 100 euro (von meiner schwägerin) nicht verstecken muß.

und weil geld und gas vorhanden sind, dacht' ich mir, frag mal den flo.

aber bitte bitte nicht falsch verstehen! ich will ihn nicht blosstellen! ich fand nur seinen oben zitierten post sehr sympatisch (und einige andere auch) und würde gerne seine meinung hören, äh, lesen;)

ich weiß jetzt aber nicht, ob ich meine vorstellungen in diesem thread posten soll (eigentlich off-topic) oder einen neuen starten und dann verlinken. gebt mir doch bitte hierzu einen tip(p) (ich hasse diese reform:D)

zum schluß möchte ich doch noch auf zwei punkte von wo1823 eingehen:

Gitarre hat nicht nur Klang sondern auch Bespielbarkeit ...

schon richtig, aber bespielbarkeit ist meiner meinung nach ausschließlich subjektiv, deshalb bin ich darauf nicht eingegangen.

Klangbeurteilung hat - wie Du selber schreibst - viel mit Erfahrung zu tun, genauer gesagt mit Hoererfahrung.

ich hab mir in meinem ersten post noch überlegt, auch darauf einzugehen, es dann aber bleiben lassen, weil es mir sonst zuviel geworden wäre (war schon spät und ich nicht mehr ganz nüchtern:)), aber dann halt doch:

ich muß immer wieder erschreckend feststellen, mit welch bescheidenen stereoanlagen musiker musik hören. klar, die seele der musik wird auch von einem mp3-player über pc-lautsprecher transportiert (vgl. Hermann Hesse - Der Steppenwolf), aber wie musik wirklich klingen kann und welche emotionen der klang vermitteln kann, bleibt dabei auf der strecke. dazu gab's mal einen schönen artikel im spiegel: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,310997,00.html

von daher traue ich dem großteil und insbesondere der jugend (auch wenn sie musiker sind), nicht besonders viel hörerfahrung zu. ihr könnt mich dafür steinigen, ist aber meine meinung.

ok, zum schluß noch mal die bitte: soll ich meine wünsche bzgl. einer neuen steelstring hier posten oder einen neuen thread erstellen?

prost und a guad nacht
Robs
 
von daher traue ich dem großteil und insbesondere der jugend (auch wenn sie musiker sind), nicht besonders viel hörerfahrung zu. ihr könnt mich dafür steinigen, ist aber meine meinung.

da bist du gar nicht so alleine. Ich sehe das ähnlich, würde das sogar gar nicht so sehr auf die Jugend beschränken. Es ist aber auch in der heutigen Zeit wirklich schwierig ein differenziertes Gehör auszubilden. Ich hab das selbst erst gemerkt, als ich mit dem Studium angefangen habe. Wenn du jemanden hast, der dir erklärt was man hört, dann kann man das oft nachvollziehen, aber ohne Hilfe ist das wirklich sehr schwer.
Mal ein Beispiel: Ich wollte mir Nahfeldmonitore kaufen, für den PC, zum abmischen etc.
Da bin ich mit nem Kumpel testen gegangen. Schön Test CD gemacht. Hinterher konnten wir sagen: "Gerät A gefiel uns besser als Gerät B".. aber nicht WARUM! und das ist die letzlich entscheidende Frage. Dann haben wir einen anderen Freund von mir mitgenommen, der professioneller Tontechniker auf hohem Niveau ist. Der hat dann seine Testmusik mitgebracht und seine Kopfhörer. Dann hat er uns erklärt auf was man so alles achten kann. Und wenn man das dann konkret hört, kann man es auch nachvollziehen. Das war dann eine Testsession von etwa 2x2h, und ich habe selten soviel über differenzierendes Hören gelernt.
Im Normalfall nimmt man ja nur den Gesamteindruck wahr. Sein Gehör dazu zu bringen wirklich gezielt auf einzelne Dinge zu achten ist nicht ganz leicht.
So fällt es nicht umbedingt auf, wenn mal eine Saite im Vergleich zu den anderen etwas weniger Attack hat. Sowas merkt man nur, wenn man speziell darauf achtet.
Und ich weiß, dass mir soetwas vor 2-3 Jahren nicht aufgefallen wäre, und da hab ich schon gut 15 Jahre Musik gemacht. Und ich denke, dass es nicht vermessen ist zu behaupten, dass das bei den meisten Leuten hier nicht anders sein wird.
Wenn schon Hörbeispiele bei Thomann zum Vergleich herangezogen werden ist das halt nicht wirklich ernstzunehmen, was das für Faktoren alle vernachlässigt werden..
Genau wie bei Aussagen wie: "klingt besser als", "super Sound" etc..

Nichtsdestotrotz lassen sich natürlich Tendenzen festlegen und Empfehlungsrichtungen erstellen, einfach durch die Masse an Leuten die hier zusammenkommt: wenn 20 Leute eine Gitarre gut finden, spielt es letztlich keine große Rolle, ob es an der Ausgewogenheit des Klanges, am knackigen Attack oder sonstworan liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch Person 21 gefällt ist recht hoch, deswegen kann man sie empfehlen.
Das sehe ich so als Vorteil des Forums.
Und man bekommt natürlich einen guten Überblick und viele Meinungen und Anhaltspunkte an denen man sich entlanghangeln kann.


ok, zum schluß noch mal die bitte: soll ich meine wünsche bzgl. einer neuen steelstring hier posten oder einen neuen thread erstellen?

Bitte einen neuen Thread erstellen. Am besten in der Kaufberatung, denn dazu ist sie gemacht worden ;-) Da gibt es auch eine Fragebogen, der vielleicht zum nachdenken anregt.
 
Hi

erstmal danke für die Blumen.

Mein Grundgedanke war den Begriff "Fortgeschrittener" überhaupt mal zu diskutieren, wie den andere hier im Forum auslegen und um sich selbst und "Suchende" in Bezug auf den Fragebogen einschätzen zu können.

Eine GENAUE Definition ist wohl eh nicht möglich.

Beispiel

Fortgeschrittener sucht Gitarre
A) 10 Jahre Erfahrung, Fingerstyle a la T.E., Preis 1500 €
B) 2 Jahre Gitarre, Strumming a la Cat Stevens etc., Preis 500 €

Bei A) würde ich mich in dem Fall dezent zurückhalten, da ich solch teuren Gitarren kaum in der Hand hatte und auch spieltechnisch ne andere Liga bin.
So jetzt sucht A) aber eine Gitarre für 500 €. Könnte B) da überhaupt ein Urteil abgeben auch wenn er
viell. schon 20 Gitarren in dem Preisbereich getestet hat?

*flo*
 
Der Klage mit der unzureichenden Gehörbildung (leider auch in einigen sogenannten Musikschulen) kann ich nur zustimmen. Kindern und Jugendlichen wird häufig ein Konzept a la "Gitarre für Dummies" vermittelt, nur weil übermotivierte Eltern ihrem untermotivierten, freizeitgestressten Nachwuchs neben Tennis, Tanzkurz, Golf und schulischem Nachhilfeunterricht unbedingt auch noch ein Instrument antun müssen. Einfachste Elemente der Gehörbildung, wie zum Beispiel Intervalle, bleiben dabei auf der Strecke. Dafür haben die Kids dann beim Kommen und Gehen jeweils ihren Ipod aufm Ohr und verbessern ihre akustische Wahrnehmungskompetenz durch selbst für die übrigen Mitfahrenden im Bus laut vernehmliches Beschallen mit Lady Gaga und Pokerface. Klingt vielleicht zynisch, gebe ich ja zu.

[OT]
Wenn schon Hörbeispiele bei Thomann zum Vergleich herangezogen werden ist das halt nicht wirklich ernstzunehmen, was das für Faktoren alle vernachlässigt werden...

daß das auch anders geht, professionelle Aufnahmen mit prof. Equipment und prof. Gitarristen zeigt dreamguitars.

Hatte vor einiger Zeit mal einen netten Kontakt zum Betreiber der Seite, Paul Heumiller. Könnte mir vorstellen, dass er nix dagegen hat, wenn wir ihn nett fragen, dass wir seine Seite und die Beispiele bei uns auch verlinken. Kann gerne anfragen, wenn Interesse besteht.


[/OT]
 
Beispiel

Fortgeschrittener sucht Gitarre
A) 10 Jahre Erfahrung, Fingerstyle a la T.E., Preis 1500 €
B) 2 Jahre Gitarre, Strumming a la Cat Stevens etc., Preis 500 €

Bei A) würde ich mich in dem Fall dezent zurückhalten, da ich solch teuren Gitarren kaum in der Hand hatte und auch spieltechnisch ne andere Liga bin.
So jetzt sucht A) aber eine Gitarre für 500 €. Könnte B) da überhaupt ein Urteil abgeben auch wenn er
viell. schon 20 Gitarren in dem Preisbereich getestet hat?

*flo*

wenn ich 2 jahre strumming erfahrung am buckel haette und ich mich mit dem preissegment auskennen wuerde, dann wuerde ich, denke ich, schon was sagen.

wow, konjunktiv at it's best ;)

hm, im ernst. wenn im kaufberatungsforum anfaenger oder leute mit ein zwei jahren erfahrung etwas im bereich bis. ca. 700 euro suchen, dann sage ich schon etwas dazu, falls ein anderer nicht eh schon etwas gesagt hat. wiederholen moecht ich mich ja auch nicht.

bei beratungen > 1K euro halte ich mich dezent zurueck.

lg
redy
 
daß das auch anders geht, professionelle Aufnahmen mit prof. Equipment und prof. Gitarristen zeigt dreamguitars.

Ohne das hier jetzt weit ausführen zu wollen: Du missverstehst mich da: Auch die Thomann Beispiele sind durchaus mit professionellem Equipment und Spielern produziert (liegen ja auch als 256kbit AAC vor), aber die Vergleichbarkeit scheitert einfach an den Unterschiedlichen Abspielmöglichkeiten. Der Großteil der User hat doch am PC ein einfaches Soundsystem, das ungefähr die Wiedergabequalität von iPod Kopfhörern hat. Dann ist der Raum noch ein ganz wesentlicher Faktor. Ich hab das jetzt gemerkt, wo ich umgezogen bin.
Vorher hatte ich Dachschrägen, Teppich und viel Krimskram, das den Schall gebrochen hat. Das war akustisch ein sehr guter Raum. Sowohl zum Aufnehmen, als auch zum Abhören über meine Nahfeldmonitore, jetzt hier im neuen Raum hallt es viel mehr, das klingt dann natürlich erstmal besser, verwischt aber auch einiges.
Und wenn man diesen Verlauf: Aufnahme --> Soundkarte --> Lautsprecher --> Raum --> Gehör miteinrechnet, dann lässt sich über den Klang der Gitarre eigentlich nicht mehr viel sagen.

(falls jemand das Thema noch weiter diskutieren möchte, darf er gerne dazu einen neuen Thread aufmachen, weil es hier eigentlich nicht mehr wirklich gut reinpasst)
 
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