In einem halben Jahr auf 180 bpm

  • Ersteller Blaubarschbube18
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Vielleicht kann ich noch etwas halbwegs Sinnvolles zum Thema "schneller werden" beitragen (ohne jetzt eine Garantie abzugeben, dass du damit in Zeit x bei 16teln auf y bpm landest...).

1. Stelle fest, wie schnell deine Maximalgeschwindigkeit für einen Part ist. Damit meine ich NICHT die Geschwindigkeit, bei der du die Passage halbwegs durchgeschummelt hingelogen kriegst, Distortion sei dank, sondern die Geschwindigkeit, bei der du das Ganze SAUBER und IN TIME spielen kannst. Ehrlich zu dir selbst sein, nicht schummeln :D

2. Zieh davon 30 Prozent ab. Nehmen wir an, die Geschwindigkeit sind 100 bpm, dann steht dein Metronom für die nächsten vier Wochen für diese Passage auf 70 bpm. Du übst/spielst diesen Part an mindestens fünf Tagen in der Woche auf 70 bpm, und zwar 25 bis 35 mal KONZENTRIERT ("Do it like a meditation" hat man mir mal gesagt :) ). Mehr Wiederholungen sind nicht notwendig.

3. Nach vier Wochen gehst du auf 80 bpm, nach weiteren vier Wochen auf 90, nach weiteren vier auf 100 bpm.

4. Jetzt stellst du deine NEUE Maximalgeschwindigkeit für die Passage fest. Sie wird höher liegen als vorher. Wenn dir der Speed reicht, fein. Wenn nicht, geht's von vorne los (Maximalgeschwindigkeit minus 30 Prozent etc.) und du machst das Ganze so lange, wie es für dich nötig ist.

Das dauert zwar, hat aber den sehr charmanten Nebeneffekt, dass du nicht nur schnell, sondern auch sauber spielst.

Zur Erklärung, wie ich auf die "fünf Tage pro Woche" und die "25 bis 35 Wiederholungen" komme: Nicht jeden Wochentag deswegen, weil man auch noch Platz für ein Leben neben dem Üben braucht. Wenn ich mir vornehme, JEDEN Tag zu üben, und einmal nicht dazu komme, bin ich gefrustet/unzufrieden/whatever. Wenn ich mir selber Freiraum lasse, kann ich das Üben viel entspannter angehen. Musik macht ja schließlich Spaß :D
Und die Wiederholungen: Schnelligkeit beim Spielen ist nichts anderes als erfolgte Automatisierung von Bewegungsabläufen. Die genannte Anzahl von Wiederholungen pro Tag ist - Regelmäßigkeit vorausgesetzt - ausreichend, um die entsprechenden Abläufe zu automatisieren. Mehr zu machen, bringt nicht zwangsläufig mehr Erfolg, es gibt hier also eine Möglichkeit, effektiv und rationell zu üben.
Und damit erklärt sich auch, warum du den Großteil der Zeit deutlich unter deiner Maximalgeschwindigkeit bleiben sollst: Damit du kein Durchschummeln automatisierst, sondern saubere Abläufe.

Zum Thema Wechselschlag und/oder Sweepings üben: Kommt darauf an, wie sauber deine Wechselschlag-Technik ist. Wenn du da solide bist, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, einen Teil deiner Übungssession auf das schneller werden beim Wechselschlag und einen anderen Teil auf das Sweeping zu verwenden. Wenn das nicht so ist, konzentrier dich besser erstmal auf Wechselschlag.

Und wo wir gerade beim Thema sind: Für jeden Monat einen Übungsplan aufstellen, der in einer realistischen Zeit (also in einer Zeit, die du an fünf von sieben Tagen wirklich zum Üben zur Verfügung hast) alles berücksichtigt, woran du arbeiten möchtest, inkl. Aufwärmübungen und mit Vermerk der jeweiligen bpm-Werte hilft ungemein.

So, bevor ich jetzt noch einen Roman schreibe, mach ich hier mal Schluss. Hoffe, das hilft dir weiter. :)
 
Ja danke, das hört sich echt gut an. Meinen Wechselschlag hab ich schon automatisiert, also ich muss mich nicht konzentrieren um ihn auszuführen. Werd dann mal beides versuchen zu verbessern. Kann man mit deiner Methode echt schneller werden wenn man alles für längere Zeit um ungefähr 30% langsamer spielt als mans kann. Bis 120 gehen die meisten Licks bei mir locker und sauber. Hatts bei dir geholfen weil normalerweise heißts ja man soll bis zu seiner Grenze spielen und sich da dann immer langsam steigern.
 
@Gutiar Addict.

Gibts auch dazu eine Quelle die dieses Üben irgendwie untermauert. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen warum es funktionieren sollte.
 
@blaubarschbube: Wenn es nicht funktionieren würde, hätte ich mir erspart, diesen ellenlangen Post da oben zu schreiben... :) Das Tempo um ca. ein Drittel zu drosseln, ist ja auch nur ein Teil des Prozesses. Und es ist meiner Meinung nach Quatsch, beim Üben an seinem Leistungsmaximum zu kleben, weil sich dann viel leichter Fehler einschleichen.

@aZjdY: Hab ich am American Institute of Music von Les Wise gelernt. Das AIM gibt es schon länger nicht mehr, Les solltest du googeln können. Reicht das?
By the way, warum es funktioniert, habe ich geschrieben - lies halt mal genau.
 
Nö warum das funzen soll steht da null :)
 
Du schreibst ja, mit 70% vom Max beginnden, nach 4Wochen steigern, nach weiteren 4Wochen erneut steigern und nach weiteren 4Wochen wieder steigern. Das heißt für mich effektiv 3Moante Übung. Danach die neue Max Geschwindigkeit feststellen. Ich behaupte das egal wie man übt, Hauptsache man macht es konsequent mit jeder Methode schneller geworden ist nach den 3Monaten :great:
 
Okay, anders formuliert: Wenn ich etwas langsam spiele, kann ich mich komplett auf alles konzentrieren. Ich spiele also sauber, und werde im Endeffekt schneller, ohne mir irgendwelche Pfuschereien anzutrainieren.

Natürlich hast du Recht: Drei Monate konzentriert (und sauber) etwas üben führt zur Verbesserung. Die von mir beschriebene Methode bedeutet nix anderes als eine Möglichkeit, sich Konzentration und Sauberkeit zu ermöglichen. Siehste jetzt, dass es da steht? ;)

Hab ich den guten Rat, den du dem Threadersteller bezüglich seiner Zielerreichung gegeben hast, eigentlich überlesen, oder kam von dir noch nix Konstruktives? :D
 
Ja haste überlesen. Also sei nicht angepisst wenn man deine Methode in Frage stellt. Macht absolut null sinn. Vorallem wenn man schon sowas wie Prozente sieht mit denen man rechnen muss. Jeder sagt immer, spiel so schnell du kannst aber 100% korrekt. Also wozu 30% drunter unter dem 100% Korrekten sein :D

Macht null Sinn für mich. Ich halte die 3Monate für verschenkte Zeit weil man bei weniger beginnt als man kann.
 
Ich bin nicht angepisst :D (und jetzt raus aus der Diskussion).
 
So,ich muss auch mal was dazu schreiben.Ich verwende zurzeit eine ähnliche Methode wie Guitar Addict.Ich spiele zwar erst 14 Monate,aber naja...Technik kann nie schaden.Ich war vorher auf 100 BPM und 16-teln.Dann hab ich gemerkt,dass 1.meine Pickingtechnik und 2.meine Greifhandfinger nicht ökonomisch arbeiteten.Ich hab das Metronom auf 20% runtergeschraubt,also nur 20 BPM 16-tel.Ist extrem lahm,aber hilft ungemein.Jetzt bin ich nach 3 Wochen auf 40% gekommen und es läuft irgendwie alles viel einfacher.Das Gute ist,dass ich theoretisch auch schon 60 BPM mit ca.5mm Abstand von den Greifhandfingern zu den Saiten spielen kann (vorher waren's so 2cm),und ich denke,5mm sind schon vertretbar.Auf 40 BPM bin ich sogar bei 3mm,und das ist doch schon verdammt wenig.Klar,man kann natürlich nicht auf 200 nur 1mm Abstand haben,aber Tatsache ist doch,dass man viel genauer spielt,und zwar insgesamt.Ich werde noch etwa 2 Monate brauchen (täglich um 1 % erhöhen),bis ich auf meine Ursprungsgeschwindigkeit von lächerlichen 100 BPM komme.Und dann geht's weiter.Kann ich nur sehr empfehlen.Ist am Anfang saulangweilig,aber es ist gar nicht mal so einfach,wie man auf den ersten Blick denkt.

Die Methode von mir bzw. Guitar Addict ist folglich gar nicht schlecht,falls wer das denkt.Probiert's aus und seht,wie das hilft.Ich hab vorher in der Regel ein Solo geübt,bis ich es auf einem bestimmten Tempo spielen konnte,und dann um 5% erhöht.Geht auch,aber Fehler sind da vorprogrammiert,weil man praktisch immer an seiner Grenze spielt und z.T. verkrampft.

PS:Ich spiele nur Skalen.Aber ich hab gemerkt,dass ich auch Soli etc. deutlich einfacher spielen kann.Schneller nicht,aber mit weniger Aufwand.Und das ist doch was :great:
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wichtige ist sauber zu üben, wie Guitar Addict schon geschrieben hat und wie es jeder gute Lehrer sagen wird. Denn unsauber und schnell hört sich sch*** an.
Denn wenn man nicht sauber übt, wird man später nicht schnell und präzise spielen können.
Die zeit wann du die geschwindigkeit erhöhen kannst, wirst du schon merken fang bei 70/80% deinen max. geschwindigkeit an und steiger dich, in 5bpm schritten soweit bist du am limit bist, d.h. grade noch sauber spielen kannst, d.h. wenn du merkst das du nicht mehr sauber spielst geh 5 bpm runter.
Wie aZjdY scho gesagt hat versuch dein maximales tempo zu erreichen und übe in diesem tempo dann wirst du relativ schnell vortschritte machen.
 
@ Guitar-Addict

Eigentlich eine sehr gute Methode, für mich währe sie jedoch einfach zu steril :gruebel:. Ich bin ein Mensch der manchmal sehr produktive Zeiten hat und andere in denen ich wochenlang gar nichts erreiche. Darum möchte ichmal schreiben wie ich vorgehe und das soll keine empfehlung sein nur ein möglicher Weg (ich finder er ist dynamischer aber nicht weniger konsequent).

Ich benginne ähnlich wie du nur dass ich gleich umn 50% reduziere. Dan wird das Riff geübt bis es 10 mal hintereinander gut und sauber geht (als Beweis habe ich dafür ein Aufnahmegerät). Wen das klappt stelle ich mal 1 Stufe höher (ca. 2 bpm ist ein analoges Metronom) dan wirds wider gespielt, schleicht sich ein Fehler ein gehe ich 2 Stufen zurück (bei jedem Fehler).

Ich habe so die besten Erfahrungen gemacht, mann sollte jedoch frustresistent sein, als ich das erste mal bei 150 ankahm war ich nach ner Woche wider auf 60 bpm :D. Aber es funktioniert.

Noch eine kleine Anregung. Ich würde es wirklich vermeiden das thempo als oberste Zielsetzung zu sehen. Skalen und Zusammenhänge sowie die verschiedenen Anschlagtechniken sind genauso wichtig und vorallem genau so Zeitaufwendig. Ich sage das nur aus dem einen Grund: fiele talenteire Freunde von mir haben ihr Insrument nach 4-5 Jahren weggestellt weil sie einseitig geübt haben.
Soll heissen sie weren in einigen sachen top andere konnten sie praktisch gar nicht. Die Frage die man sich dan stellen muss ist ob man als "Profi" in einem Gebiet der Gitarre noch bereit ist sich als "Anfänger" in einem anderen zu üben (konfus ich weiss :eek:). Drum würde ich auch nie Sachen wie Speedmechanics üben befor ich Bücher wie z.b. Rock Guitar Secrets durch hätte ( da kommt man auch auf recht Tempo).:cool:

Aber wie gesagt alles nur meine Meinung und total subiektive.

Gruss Mark
 
Hier ein Artikel von Tom Hess zu dem Thema . Insgesamt klingt die Methode ähnlich wie die, welche Guitar-Addict beschrieben hat. Bisher bin ich dadurch noch nicht wesentlich schneller geworden, jedoch spiele ich zumindest deutlich sauberer.

A typical question from a student: What specific strategy should I employ to approach better guitar speed development?
Although my answer varies from guitar player to guitar player, depending on what I know about that guitarist's current abilities and musical goals (among other things), I generally recommend some variation of the following guitar practice strategy:
Stage 1: When first learning a new guitar technique, determine (using a metronome of course) your maximum guitar speed you can play cleanly. Write this speed down on paper in a guitar practice log.
Stage 2: Practice at 20%-35% of your maximum guitar speed. Do this for 5 consecutive practice sessions. Resist the temptation to play faster during this stage. Make sure everything you are practicing is still very clean. There must be NO excessive tension anywhere in your arms, hands, wrists, shoulders, neck, head or anywhere else. Watch to make sure you have no excessive or unnecessary movements in either hand. For some guitarists, this first step is very boring. You MUST remain patient with yourself, and the practicing process, during this time. This is absolutely critical! If you skip this step, you will probably train your hands to play incorrectly, inefficiently and ineffectively. At this stage you are developing the proper muscle memory for this specific guitar technique. If you are currently studying with a great guitar teacher, your progress will be much faster, easier and better than if you attempt to do this on your own. Once you have mastered stage two, you may move on to stage three, but not before! Above I said you should practice this stage for 5 consecutive practice sessions. That is only a general guideline, after the 5th session, reevaluate your progress. If you have not mastered this step, continue practicing that guitar technique at 20%-35% before moving on to stage 3.
Stage 3: Practice at 50% of your maximum guitar speed. Do this for 3 consecutive guitar practice sessions. Again, make sure everything remains very clean. Play relaxed without tension anywhere in your arms, hands, wrists, shoulders, neck, etc. Watch to make sure you have no excessive or unnecessary movements in either hand. Do not move on until this step is mastered (it could take longer than 3 sessions, but do NOT move on to stage 4 before practicing for 3 sessions.
Stage 4: Practice at 60-65% of your maximum guitar speed. Do this for 3 consecutive guitar practice sessions. Again, with total relaxation and economy of motion (no unnecessary movements).
Stage 5: Practice at 80% of your maximum guitar speed. Do this for 5 consecutive practice sessions.
Stage 6: Practice at 85% of your maximum guitar speed for the next (1) practice session only.
Stage 7: Practice at 90% of your maximum guitar speed for the next 10 practice sessions.
Stage 8: DRILL IT! TOTALLY RIPPIN (translation play at 100%) FOR an entire week!
Stage 9: After that week evaluate where your new maximum guitar speed is (it will be higher than when you first measured it in stage 1).
Stage 10: In this stage you will rotate every 3 guitar practice sessions like this: Session 1 = 60%. Session 2 = 85%. Session 3 = 95%. At the end of each practice session DRILL IT (100%) for a few minutes.
Once a week, measure your new maximum guitar speed, and adjust your metronome speeds accordingly.
Warning: NEVER play or practice your guitar in pain. Serious injuries can occur. This is not a joke, I know people personally that have had to have surgeries on their wrists and arms!
 
@dave2008 thx für den post, scheint mir ne ganz gute methode zu sein, Stage 1-3 um das lick sauber spielen zu können und dann stage 4-9 tempo steigern und genau das bringt dann auch den fortschritt.
Das practice log werd ich auch mal anfangen ist ne gute selbstmotivation, wenn man die Fortschritte schwarz auf weiß sieht.
 
Und ich verstehe die 12 töne pro Sekunde bei 180 bpm 16teln Rechnung nicht ganz

180bpm 16tel bedeutet 720 Töne in der Minute (4 x 180, da 16tel "viermal so schnell wie Viertel sind"). 720 : 60 = 12, ergo 12 Töne pro Sekunde.
 
Mein Übungsplan sah wie folgt aus: Metronom auf 4/4 Takt bei 80 BPM und 16tel gestartet. Ich habe dann 3 Notes per scale Figuren sowie chromatische Einheiten gespielt. Rauf und runter. Nach exakt 10 Minuten habe ich dann mein Tempo um 1 BPM, also 81 BPM insgesamt erhöht. Ich habe jeden Tag eine Stunde, pro BPM je 10 Minuten geübt. Also von 80 - 85 BPM. Das 7 Tage lang. Dann, nach einer Woche, also am 8. Tag habe ich bei 81 BPM begonnen, und bis 86 BPM geübt. Ich schaffe also pro Woche ein BPM. Das ist wirklich nicht viel, aber ich habe für mehr einfach nicht die Zeit gehabt, wenn ich nur 3-5 BPM erhöht habe, und das nach 10 Minuten, konnte ich einfach nicht mehr sauber spielen.

Das Problem ist, dass viele einfach die Langzeitmotivation verlieren und keine erheblichen Erfolge vernehmen. Nach 10 Wochen üben wird man den Unterschied von 80-90 BPM jeweils nicht so recht wahrnehmen. Es hat bei mir 10 Jahre gedauert, bis es mir einfach gereicht hat sich davor zudrücken, irgendwas hin zu zittern und mit Ausreden zu kommen, Geschwindigkeit wäre was für tonlose und japanische Kinder auf YouTube.

Nachdem ich mir bewusst wurde, dass es kein Patentrezept gibt welches für jeden Musiker gleich ist, und dass man nur durch fleißiges Üben in seinen Erfolgen wächst, habe ich mich hingesetzt und diese lästigen Übungen gemacht. Einfach immer wieder, meist ohne darüber nachzudenken dass man ja heute oder morgen oder auch in 6 Monaten oder in 3 Jahren die selben Übungen machen wird. Diese tägliche Stunde Übung hat mich über all meine persönlichen Grenzen der Technik getragen, im Nachhinein ärgere ich mich sogar dass ich so dämlich war und so viel Jahre mit dem "Suchen nach der ultimativen Von-heute-auf-Morgen-Malmsteen-Premium-Speed-Übung" vergeudet habe.

Das schnelle Gitarrespiel beginnt im Kopfe, nicht in den Fingern. Das ist meine Meinung zum Thema. Erst wenn wir uns der Symbiose im Klaren sind - Gehirn und Finger sind nicht von Beginn an im Einklang, können wir durchstarten. Ich habe einige Wochen nach Übungsbeginn sogar festgestellt, dass selbst diese trockenen Technikübungen spaß machen können. Man erstellt automatisch eigene Rythmen und Figuren, ich habe z.B. von Fear Factory - Cyberwaste in diese Übungen eingebaut.

Es gab bei mir immer diese Phasen, an denen die Gitarre 3-4 Tage oder auch Wochen im Zimmer stand und nicht angerührt wurde. Ich hatte immer ein schlechtes Gefühl dabei und habe, nur um mein Gewissen zu beruhigen, die Gitarre gepackt und wieder 3 Riffs gespielt. Als wenn as irgendwas gebracht hätte... Wem diese Stunde täglich schon zu viel ist, wobei das meiner Meinung nach das Minimum ist um in einem überschaubaren Zeitraum richtig schnell zu werden, der kann diese Übungseinheit auch aufteilen auf 2 x 30 Minuten täglich.

Wie habe ich mich dann nach einigen Monaten gefühlt mit dieser Übung? Kurz: sehr sehr sehr gut. Meine Finger konten nun das adaptieren, was in meinem Gehirn schon ausgetüftelt wurde. Ich konnte den Klang 1 zu 1 auf diese übertragen. Wenn man sich hinsetzt und sich von 90% der Heimgitarristen unterscheiden möchte, wenn man nicht irgendwann das große Hobby aus den Augen verlieren möchte, dann muss man am Ball bleiben. Ich habe eine Stunde täglich dafür, und der Tag gibt uns zum Glück 24 x die Gelegenheit. Selbst wenn ich mal eine stressige 50-60 Std. Woche Arbeit vor mir habe, und ich habe nunmal auch einen eigenen Haushalt, dann ist das immernoch kein Hindernis. Ich habe dann um 01:30 in der Früh noch geübt. Natürlich - manchmal ist das Üben so lästig wie das Zähneputzen, aber das machen wir ja auch. Und das geht in den täglichen Rythmus einfach über, man plant den Alltag dann anders, morgens erwache ich und denke mir:"Ich bin heute eine Stunde im Minus" - bis ich geübt habe.

Selbstverständlich soll das Musizieren kein Sport sein und Spaß machen, aber in der bequemlichen Natur des Menschen wird man in der Musik nicht unbedingt plötzlich eine Ausnahme machen, sondern man muss sich auch ab und an einmal dazu "zwingen". Ich spreche da aus jahrelanger Erfahrung - ich habe diese Geschwindigkeitsübung dann auf alle anderen Übungen übertragen können. Dann kam Sweeping an der Reihe - das war dann schon nach 6 Monaten soweit wie ich es mir gewünscht hätte spielen zu können usw.

Wenn ich dann, und mich würde sein jetziger Erfolg sehr interessieren, den Themenstarter mit der Frage nach einem halben Jahr dieses und jenes Tempo innezuhaben lese, frage ich mich warum er sich unbedingt einen zeitlichen Rahmen setzen möchte. Warum muss er diese "Garantie" einholen - warum lässt man sich dabei nicht Zeit? Ob es nun 6 Monate oder 24 dauert spielt doch keinerlei Rolle. Viel wichtiger sollte das Ziel sein, nicht in welcher Zeit. Geschwindigkeit alleine kann so vieles bedeuten, vielleicht aber nicht unbedingt dass was man sich dabei wünscht.

So far
 
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Der Thread ist fast drei Jahre alt.
 
Dann wäre mal das Ergebnis vom Blaubarschbuben interessant. Der müsste doch jetzt schon bei 420bpm angekommen sein :rock:
 
Der Thread ist fast drei Jahre alt.

Und hat das Thema dadurch nun an Gültigkeit verloren? Er hatte ja seinerzeit danach gefragt, hat er es probiert und ist gescheitert? Dann würde ich mir doch die Frage stellen, warum hat er es statt in 6 Monaten nicht in 36 Monaten probiert. Das ist ja in etwa die Zeitspanne von damals zu heute, wenn man großzügig rechnet.

Es wird tausende junger Gitarristen geben die irgendwann mal nach BPM, Speed, Wechselschlag etc. googlen und vielleicht auf dieses Thema hier treffen. Warum sollen Erfahrungen nicht weit über diese eingeschränkte Frage hinaus diskutiert und weitergegeben werden?

Gruß
 
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So eine Frage kann man ehh nicht sinnvoll beantworten!
 

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