Bitte um Tipps für einen gelungen Festivalablauf

Also ich finde bei 30 Minuten zwischen den Bands benötigt es nicht wirklich nen Soundcheck im Vorfeld....
Soundcheck im vorfeld mache ich eigentlich nur bei Clubshows bis 3-4 Bands...
Hatte ich jetzt als Mischer bei 4 Festivals im Sommer (Umbauzeiten 20-30 Minuten).
Das wird nur eng wenn viele specials dazukommen (Bands mit eigenem Inearpult aber undurchdachter Verkabelung, sehr große Bands mit viel Gebläse, 4 Keyboards und Percussion etc...)
Bei Bands aus einem ähnlichen Genre und vergleichbarer Besetzung mache ich das als Tontechniker immer mit Soundcheck erste Band, Rest Linecheck.
Bühnenhelfer sind hilfreich wenn sie wirklich Ahnung haben (Drummer der den Drummern hilft, jemand mit Ahnung von Tontechnik der verkabelt...), ansonsten mach ich das auch oft mit einem Helfer nebenher (Band muss dann den Großteil selbst machen, kriegen aber eigentlich alle hin), muss man halt als Mischer viel laufen :)

Bands sollten wissen dass wenn sie länger mit dem Umbau brauchen dass von ihrer Spielzeit abgeht, dann werden die Zeiten normalerweise eingehalten....

gestellte backline ist hilfreich, aber auch ein Drumsettausch ist kein Beinbruch, das sind vielleicht 5 Minuten extra....
 
Keyboards? Das sind doch die Instrumente, die am wenigsten Zeit für einen Soundcheck benötigen ;) Zumindest muss da nichts am EQ drehen und keine Dynamics einbauen.
 
Keyboards? Das sind doch die Instrumente, die am wenigsten Zeit für einen Soundcheck benötigen ;) Zumindest muss da nichts am EQ drehen und keine Dynamics einbauen.
Einfach „mute“ drücken. ;)
 
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zwecks Keyboard: war nur allgemein mit aufgeführt, an sich dauert da der einzelne Soundcheck auch nicht lange, aber wenn es viele sind muss man halt jedes trotzdem kurz pegeln (ev. verschiedene Sounds jedes Keyboards kurz anhören ob die Pegel halbwegs zueinander passen) und auf diverse Monitore legen und das kostet halt ein paar Minuten...

Und gerade bei verschiedenen Sounds aus dem gleichen Keyboard brauch ich auch da durchaus nen Kompressor, da die Pegel nicht immer zueinander passen.....
 
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So, jetzt bin ich wieder etwas schlauer.
Es wird in den nächsten ein bis zwei Wochen ein Treffen mit der Firma, die die Veranstaltungstechnik zur Verfügung stellt geben. Da freu ich mich schon drauf. Vermutlich wird eine Souncraft Expression 1 oder das Soundcraft SI Impact sein. Das ist zumindest auf der Homepage von der Veranstaltungstechnikfirma zu finden.
Die Firma wird auch einen Stagebeauftragten stellen (wenn ich das richtig mitbekommen habe). Somit ist also ein erfahrener Mann für den Stagebereich zuständig und ich kann etwas lernen; zumindest hoffe ich mal das der erfahren ist.

Genaueres werde ich dann aber noch erfahren, und ihr kurz nach mir.
 
So, wie versprochen einen Abriss vom Festivalverlauf.
Ich verarbeite gerade noch die ganzen Eindrücken und Erfahrungen die ich erleben durfte, deshalb beschreibe ich hier die für mich wichtigsten eindrücke die ich hatte.
Aufkommende Fragen werde ich selbstverständlich so gut ich kann beantworten.



Gestern war das Festival und es war auf allen Linien ein 100%iger Erfolg! Es gab von den Gästen, den Verkäufern (Wurstbude, etc...) den Jungs die das Licht und Ton gestellt haben sowie von jeder Band nur Lob.
Wir (natürlich auch ich) sind echt stolz darauf es so gut hinbekommen zu haben. Doch jetzt mal der Reihe nach...

Der Aufbau des Festivals begann am Mittwoch, also 3 Tage vorher. Da es innerorts war mussten wir das gesamte Gelände mit Bauzäunen abgrenzen. Das war echt ein schweißtreibender Akt! Obendrein mussten wir in der Halle den Parkettboden komplett abkleben. Da wir (die Veranstalter) ein eingetragener Verein sind (Winnenden Goes Metal) haben wir nicht das Geld um da entsprechend Platten kommen zu lassen, also nahmen wir dicke Folie die man auch zum Tetrapak herstellen nimmt. Da bekommt man recht günstig die Ausschussware. Um es vorweg zu nehmen, das Zeug hat super in Verbindung mit Gaffa gehalten! Dann musste noch der Strom für den Außenbereich verlegt und eine stabile Internetverbindung eingerichtet werden. Nebenher begannen die ersten Einrichtungen für den VIP bereich wie Tische aufstellen und schön herrichten (da haben unsere Mädels echt gezaubert!) sowie das Aufstellen des Cateringzelts. Das war dann auch schon der erste Tag.

Am Donnerstag ging es dann mit dem Aufbau weiter. Es wurden die Getränke angeliefert der Kühlwagen und Bierausschank ebenso. Der Bauzaun wurde im laufe des Tages fertiggestellt. Da hatten wir noch ein paar Probleme. Weil beim aufbau der Bauzaun nur mit Stellfüßen (aus Stein) und Kabelbindern befestigt wurde, hatte er für den abends aufkommenden Sturm zu wenig Steifigkeit und wurde teilweise verschoben und umgeworfen. Also schnell ran und erst mal die Sichtschutzplanen weg machen, das der Wind sich nicht all zu stark drin verfangen kann. Dann wurde der Zaun mit den richtigen Clamps fixiert und stand Bombenfest. Was lernen wir daraus? Beim ersten mal richtig machen, dann passt auch alles.

Freitag war dann die halle dran. Die Jungs vom Licht und Ton haben mit unserer Hilfe alles aufgebaut und dabei eine wirklich bemerkenswert gute arbeit geleistet, vor allem der Ton. Die Halle ist Anfang der 70ger Jahren gebaut worden. Also Stahlbeton und alles schön rechteckig, und zwar in der Fläche wie auch der Höhe. Das größte Problem war aber der schwingende Parkettboden. Da haben die echt ne weile gebraucht bis die diese Störfrequenzen im Griff hatten. Aber sie haben es geschafft; und zwar so gut, das man auf einige Kanäle noch Hall und Echo dazugeben musste. Es wurde auch ein kompletter Pult für die Monitore eingerichtet sowie zusätzliche Kanäle für bandeigene Mischpulte, also zusätzliche Stageboxen. Überhaupt waren an allen Ecken und Enden der Bühnen XLR Anschlüsse im 8er Pack verteilt. Soweit ich alles mitbekommen habe gab es da kein Problem. Die Vorbereitung hat also alle Eventualitäten erfolgreich abgedeckt.
Mit Licht kenne ich mich nicht so gut aus, aber wenn ich die genannten Preise der Scheinwerfer, der Washlights und der Moving Heads und was da sonst noch alles war addiere komme ich auf ca 70 bis 90 Tausend Euronen. Wie auch immer, es sah live Arschgeil aus!
Draußen wurden die restlichen Stände aufgebaut, der Merchandisstand betriebsbereit gemacht, Zusätzliche Notbeleuchtungen eingerichtet (Auflage der Stadt) sowie auch die komplette Begehung des Geländes durch Polizei, Feuerwehr DRK und den Leuten aus dem Rathaus (verschieden Ämter) mit keinen besonderen Bemerkungen abgeschlossen. Das VIP Zelt und die VIP Räume wurden fertig eingerichtet, so wie es in den einzelnen Bandverträgen stand.
Die Straße am Haupteingang wurde mit Containern und einem 25 Tonner abgesperrt, so das eine Amokfahrt nicht wirklich funktioniert hätte (außer für den Fahrer).
Zusätzlich liefen noch unbeschreiblich viele Nebentätigkeiten die das ganze Gelände liebevoll aufwerteten.

Samstag, Tag der Entscheidung!
Im Außenbereich wurden die letzten Getränke verräumt und alles was noch nicht verteilt war entsprechend aufgestellt und verteilt. Das waren aber nur noch Kleinigkeiten, aber die können ja manchmal besonders nerven. Doch die gesamte Crew hat das so stressfrei wie möglich durchgeführt. Na ja, Stress und Nervosität kann mann nicht so gut auseinander halten. Es war ja das erste Festival das wir gestaltet haben. es lief aber alles viel runder wie wir es erwartet hätten.
Jetzt kamen dann auch die ersten Bands an und wir Stagehands (na ja, ich wurde schon nach 15 Minuten zum Bünenverantwortlichen erklärt) halfen alles auf die Bühne zu schaffen und abzuklären was wer wann wo macht. Mit anderen Worten, ich habe mit den Bands gemeinsam nach einfachen und praktikablen Lösungen gesucht. Das kam gut an und hat auch sehr gut funktioniert.

In der regel lief das so ab:
Band kam an, kurzer Smaltalk zum kennen lernen, Ausladen und Zeug für die Bühne auf die Bühne schaffen. Während dessen wurde die Band zu ihrem persönlichen VIP Bereich geführt und die groben Örtlichkeiten erklärt.
Danach ging es recht schnell zum Soundcheck. Dabei konnte ich der band wenig helfen, den die haben alle ihr eigenes Equip aufgestellt und unser Toni (Toningenieur) hat die Verkabelung, hergestellt sowie das Monitoring gefühlt nebenher erledigt. Das ging alles immer recht schnell und sehr professionell. Die Stagerider haben da echt sehr viel geholfen; vor allem wenn sie auch berücksichtigt werden. Ich kam in den Genuss mir da einige spannende Storys von den Bands anhören zu dürfen.
Nach dem Soundcheck wurde das Equip hinter der Bühne verräumt und für den Gig griffbereit hingestellt.
Wir stellten ein hochwertiges Drumset für alle Bands zur Verfügung. Es gab nur eine Ausnahme der auf dem eignen Set spielen wollte, aber der hatte das überraschend gut im Griff mit dem umbau. Speziell für das Drumset hatten wir einen eigenen erfahrenen Drummer abgestellt, der sich in mit allen Drummern gut Verstand.
Zwischendurch hab ich die ganzen Bandmitglieder gefragt, was sie zu trinken wollen um es dann für den Gig bereitstellen zu können.

Ab 14:00 Uhr wurde dann das Publikum auf das Gelände gelassen. Ab 14:30 konnte man zur Bühne gehen wo bis 14:35 noch der letzte Soundcheck lief. Um 14:50 -15:05 legten auf dem Außengelände "Blaas Of Glory" los. Die covern bekannte Lieder aus Rock bis Metal auf Marschinstrumenten. Der absolute Hammer!
15:15 Ansage un Willkommensgruß von unserem Verein und 2 Minuten später die erste Band.
Die Jungs hatten alles auf der Bühne parat, genau da wo sie es haben wollten. Das hat mich etwas überrascht, denn ich bin der Meinung (wie auch die meisten bei uns im Verein), das der Veranstalter für das Wohlbefinden der Band mit verantwortlich ist. Aber das scheinen andere Veranstalter nicht ganz so zu sehen.
Anyway, alle Bands hatten vor während und auch nach ihrem Gig ne super Laune, was auf alle ansteckend wirkte.

Als dann nach "Battle Beast" (so wie die auf der Bühne abgehen ein 100% passender Name) die Leute sich so langsam vom Gelände verabschiedet haben, waren unsere Tonleute schon voll am abbauen. Nach dem Konzert waren nicht mehr ganz so viele Stagehands da, aber es gab sie trotzdem und der Ton wurde bis 01:30 komplett abgebaut.
Die Bands haben sich unters Volk gemischt und für alle war es ein echt tolles Ding. Es ist auch möglich das der doch erhebliche Bierkonsum zur lockeren Stimmung seinen Beitrag leistete ;-)

Am Sonntag wurde dann abgebaut. Die ersten vom verein waren schon wieder ab 08:00 Uhr beim arbeiten. Alle Bands waren abgereist, außer eine. Mit der haben wir uns noch abwechselnd gepflegt unterhalten, während der Abbau weiter ging und schließlich um ca 17:00 soweit abgeschlossen war.

Jetzt werden wir noch alles ausrechnen müssen ob wir auch kostendeckend geplant haben. Ich denke es wird entweder eine rote oder schwarze Null werden, also kein vernichtendes Ergebnis.


...und jetzt geh ich erst mal in die Badewanne und werde meine schmerzenden Füßen was gutes tun...
 
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@Sharkai - danke für den Bericht! Kostet Zeit und Energie, und das nach so ner Veranstaltung. Respekt - finde es immer super, wenn nach solchen Beratungs-Threads auch wirklich eine Rückmeldung kommt.
 
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