Welche Box für Akkordeon (100-200 Leute bei etwas mehr als Zimmerlautstärke)?

Es gibt genügend PA-Experten, die kein Akkordeon spielen, aber mit der Beschallung von Akkordeons konfrontiert werden
genau, die können dann
auch mal über den Tellerrand schauen
was es bei Akkordeonisten für PA Themen gibt - nicht umgekehrt, sorry.

Ich hatte mal im Akkordeon-Forum angefragt, was meine "Mitstreiter" für Hardware benutzen um sich Hörproben anzuhören. D.h. PC-Tablet-Handy sowie welche Audio Hardware dranhängt. Meine Frage hatte darauf gezielt zu erfahren ob die Zuhörer die Hörproben in "Mickeymouse" Qualität hören oder in THX-Dolby Surround (oder irgendwo dazwischen) Qualität. Schön wäre sogar eine Umfrage gewesen. Der Beitrag wurde aber leider auch sofort verschoben, sodaß kein einziger Akkordeonspieler das je gelesen hatte, noch geantwortet hat. Nur (ich glaube) ein Gitarrist hat wohl ein paar Fragen gestellt, weil er absolut nicht verstanden hat was ich wollte - logisch.

Vielleicht könnte ein MOD sich erst mal mit dem Verfasser kurzschließen um zu erfahren was mit dem Beitrag gemeint ist, falls er etwas unklar ist. Sind ja alles erwachsene Leute hier, da kann man ja mal über was reden, denke ich.

@Bernnt's Anfrage ist ja letztlich zu einem anderem Thema abgebogen, nämlich dem Abnehmen des Akkordeons, was konsequenter Weise ja zu dem ganzen Thema dazu gehört, aber halt nicht zum allgemeinen PA Faden.

@Wil_Riker bitte nicht übel nehmen, denke nur mal laut nach. Ansonsten isses ja schön hier :great:.
 
Ich denke @Wil_Riker, unser "Nummer 1", hat damit nicht ganz unrecht das ganze hier her zu verschieben. Ich sag mal so, es gibt keine "Box für Akkordeon". Das Thema ist vielmehr ein vernünftiges Beschallungssystem für eine Sorte von Raum zu finden. Was genau dann da drüber geht ist eher zweitrangig.
Und jetzt ist es halt so dass hier ganz unterschiedliche Anforderungen gestellt wurden von 80 Leuten über 100-200 bis hin zu 600. Aus meiner Erfahrung ist das mit einem System einfach nicht machbar.
Hier einmal ein Beispiel:
MinoritenGraz.png

Konzert mit Akkordeon und Klarinette für 340 (aufmerksame und ruhige) Zuhörer. Da der Raum sehr "hellhörig" ist habe ich eine Delayline verwendet. Damit konnte ich das Direktsignal besser an die Ohren der Zuhörer bringen. Distanz von der Bühne ca 1/3 der gesamten Raumlänge. Verwendet habe ich vorne zwei K8 und hinten, die Delayline, waren zwei K12. Das klingt jetzt ungewöhnlich aber ich wollte die enger strahlende (75 Grad) Boxen für den hinteren Bereich verwenden um die größere Distanz zu überwinden. Fakt ist dass ich mit diesem Setup mir sicherlich nicht 600 Leute zutraue. in kleinerem Rahmen würde ich auch weniger nehmen:
AlterStadl2.png


Da war es eine etwas größere Band, ca 60 Zuseher in einem extrem akustisch trockenem "Raum". Die zwei K8 und FBT Vertus 208 SA Subs machten hier einen angenehmen Job.

Wie man sieht verwende ich hier Boden-Monitore. Im großen Saal war es ob der kleineren Besetzung nicht notwendig Monitore zu verwenden.
Was ich damit sagen will ist dass man nicht eine Anlage für alles von klein bis ganz groß bekommen wird. Wichtig ist dass man, je mehr Eigenhall der Raum hat, desto mehr in eine gleichmäßigere Energieverteilung investieren muss. Wenn der Raum in die Tiefe geht dann hat man mit einem der üblichen Stäbchensystem genauso seine Probleme wie mit einer einfachen "Gesangsbox". Die K12 gefällt mir unter anderem auch gerade deshalb weil sie mit 75 Grad sehr eng abstrahlt und man damit mehr Tiefe bei gleichzeitig weniger Problemen mit Reflexionen von den Wänden hat. Stäbchen funktionieren dagegen super wenn man sehr breit spielen muss.

Zum Thema Abnahme: Bei ersten Konzert hatte ich zwei Line Audio CM3 verwendet, beim zweiten kam der Musiker mit zwei AMT Mikros an. Beide mal ehat es gut funktioniert. Selbst mit zwei SM57 hatte ich schon mal ziemlich gute Ergebnisse mit dem Akkordeon in einer lauten Bandumgebung gehabt.
 
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Hi,
Acus One 10 oder sr jam 400 (sind eh fast baugleich).

Hab ich schon so einigen Akkordeonspielern verkauft die keine PA aufbauen wollten und trotzdem auch mal in grösseren Räumen spielen. Alle sind davon sehr begeistert!

Das Teil kannst du einfach auf nen Stuhl schräg hinter dich stellen-evtl. noch etwas nach oben kippen und ab damit.

Gruss,
Bernie
 
@Mfk0815, du hast ordentliches Equipment zur Verfügung. Bestimmt kriegt man da fast jedes Szenario in den Griff, wenn man weiß was man tut. Ich kann mir vorstellen, dass die Zuhörer deine Arbeit bestimmt zu würdigen wissen. Freilich hat diese Ausrüstung auch eine Kehrseite: Wahrscheinlich hast du wie ich früher einen Band-Bus am Start, du musst Zentner an Hardware schleppen und einige Zeit in den Soundcheck stecken. Die Einrichtung der Delayline macht bestimmt viel Arbeit. Ich versuche mir vorzustellen, wie viele Meter Kabel du nach dem Gig wieder einrollen musst... Das ist genau das, was ich eigentlich vermeiden möchte. Darum suche ich eine einfachere Lösung und bin bereit, dafür Kompromisse einzugehen, was man hoffentlich aus meiner Einstiegsfrage heraushören kann. Dennoch finde ich deine Bedenken und deine Hinweise unglaublich hilfreich für Akkordionisten, die vielleicht andere Wege beschreiten möchten / müssen. Danke für deinen ausführlichen Post.

@OldRocker, ein älteres Modell des Jam kenne ich. Ich hatte ihn selber und war damit sehr zufrieden. Diese Box habe ich bestimmt an ihre Grenzen gebracht und sie hat mir fast immer gute Dienste geleistet - für ein Duo oder Trio auch bei mehreren 100 Leuten. Freilich waren die Regelungsmöglichkeiten des Halls und der Equalizer beschränkt. Und sie hat nur 10 Jahre gehalten. Also etwas anderes. Darum mein Gedanken an die Bose-Säulensysteme und der Test von @Wil_Riker vorgeschlagenen MAUI.

Jetzt zu meiner Entscheidungssuche:
In der größte der Kirchen, in der ich regelmäßig aktiv bin, steht ein Steinway-Flügel, der auch für klassische Konzerte genutzt wird. Bei vollem Haus hatte ich nie Schwierigkeiten, mich auf ihm unverstärkt zusammen mit zwei oder drei anderen Leuten hören zu lassen (Sänger, akustische Gitarre, Schlagwerk, Flöte, Kontrabass). Gut, dabei ging es nicht um klassisches Repertoire oder Rocknummern, sondern um Jazz-Stücke oder meditative Musik, oft auch um die Begleitung der Kirchengemeinde. Ich habe mir gedacht, ich nehme die maximale Lautstärke des Flügels als Maximalpegel, damit ich zumindest einen Anhaltspunkt habe, in welchen Bereichen ich mich in Sachen Lautstärke bewege. Und ich formuliere mein Ziel etwas um: Ich hätte gerne ein System, bei dem jeder Musiker zu hören ist, fast egal mit welchem Instrument (also kein Kriegsdudelsack-Spieler und kein tauber Rockschlagzeuger mit Holzfällerqualitäten), so dass es möglich ist, alleine mit Hilfe des Instruments gegenüber den anderen Ensemblemitgliedern leicht in den Vordergrund zu treten, um ein Solo zu spielen. Es geht also nicht zunächst um Verstärkung, sondern um einen akustischen Angleich der Instrumente, was die Lautstärke angeht. Außerdem sollen sich immer alle selber hören.

Wahrscheinlich ist das, was ich jetzt beschreibe, für die meisten von euch trivial, aber ich sage es trotzdem: Die Boxen machen alle mehr Wums, als ich brauche. Damit verschiebt sich mein Interesse von der Leistung des Systems auf den Frequenzgang. Da ich gerne einen linearen Klang hätte, kommt es mehr auf die Güte an. Aber was ist gut und was nicht? Der Sound bei allen System ist in den Höhen besser als alles, was ich hatte. Und der Bass stellt im Gegensatz zu meinen Erwartungen kein Problem dar.

Zurzeit teste ich das HK-Audio-System, das @Klangbutter hier vorgeschlagen hat. Folgende Vorteile hat es:
- Es ist handlich und leicht. Ich schleppe zum Gig also das System selber (Box und zwei darin verstaute Satelliten), eine leichte Tasche mit Ständern, einen Notenständer falls notwendig, eine leichte Metallkiste mit Kabeln, evtl. ein Roland-Stagepiano nebst einem zugehörigen Ständer) und mein Akkordeon. Überschaubar also. Geht sogar in meinen Kleinwagen.
- Man kann mit zusätzlich erhältlichen Stativen damit verschiedene Stereo- und Monoszenarien aufbauen.
- Ich spare mir einen externen Mixer, da ich sechs Eingänge verwenden und regeln kann.
- Es hat ein eingebautes Multieffektgerät, das ich über Bluetooth mit einem iPad regeln kann. Dieses Multieffektgerät hat präzise regelbare EQ-Kurven, die ich optisch auf dem Display verschieben kann wie ich will und diverse brauchbare Halls und Kompressoren.
- Ich hab das Ding nicht zum Rückkoppeln gebracht, selbst als die Sängerin ein Shure SM 58 Beta praktisch davor platziert hat. Die Box läuft zwar im oberen Lautstärkebereich, aber ich musste sie nicht ausfahren, um mein Ziel zu erreichen. In die Kirche gehen aber maximal 300 bis 400 Leute, in der Regel sind weniger da. Da mein bisheriges System ausgereicht hat, denke ich nicht, dass ich größer denken muss. Unmöglich ist damit definitiv ein größeres Publikum und wahrscheinlich eine Beschallung im Winter. In den Wintermonaten sind die Leute anders gekleidet und Mäntel fressen ordentlich Leistung - das kenne ich von früher. Die Mikrofonanlage der Riesenkirche, in der ich früher tätig war, wurde in den "Mantelmonaten" stärker aufgedreht. Freilich hatte ich hier noch nie ein volles Haus im Winter zu bespielen, die Premiumpianisten packen das mit dem Steinway aber locker...
- Ich kann auf Monitoren und einen Monitormix verzichten, da sich alle gehört haben - gut, das hat mit der eingeschränkten Lautstärke zu tun, die ich fahren will.

Völlig unklar ist mir aber die Qualität des Systems. Wie wertig sind die Produkte, die HK Audio herstellt? Weiß jemand mehr?
 
du hast ordentliches Equipment zur Verfügung
Nun ja, das habe ich jetzt auch z.T schon viele Jahre und es funktioniert auch heute noch wie am ersten Tag. Das hat man eben davon wenn man sich gleich etwas solides kauft. Mit ein Aspekt den man berücksichtigen sollte beim Kauf. Manch günstiges Zeug wird beim direkten Vergleich passabel klingen nur in spätestens 36 Monaten (wenn die ganzen Garantien und Gewährleistungen ausgelaufen sind) fängt das Teil an quasi auseinander zu fallen.
Wahrscheinlich hast du wie ich früher einen Band-Bus am Start, du musst Zentner an Hardware schleppen und einige Zeit in den Soundcheck stecken. Die Einrichtung der Delayline macht bestimmt viel Arbeit.
Bandbus nicht aber einen Minivan, den ich als Gewerbetreibender in der IT Branche schon aus steuerlichen Gründen besitze. Gut in Summe kommen da wahrscheinlich schon gut 100-150 Kilogramm zusammen und klar dauert der Soundcheck schon mal, je nach Größe der Band, 30 Minuten bis eine Stunde. Die Delayline zu konfigurieren dauert mit etwas Übung maximal ein paar Minuten. Wenn ich mit meinen Bands (3 bzw 4 Musiker) zu kleinen Jobs ausrücke dann dauert das Ausladen, aufbauen und der Soundcheck in Summe ca. 45 Minuten - 1 Stunde. Das ist, finde ich, ein ganz guter Wert.
Das ist genau das, was ich eigentlich vermeiden möchte. Darum suche ich eine einfachere Lösung und bin bereit, dafür Kompromisse einzugehen, was man hoffentlich aus meiner Einstiegsfrage heraushören kann.
Ob du jetzt so eine kleine Bose-Säule hinstellst (also Bass/Verstärker-Teil hin und die Säule reinstecken und Mischpult und Strom anschließen) oder eine aktive Fullrangebox auf einem Stativ hinstellst und anschließt ist genau gleich aufwändig. Allerdings kannst du mit nur einem Teil schon mal ein Wirtshaus oder eine ähnlich kleine Veranstaltung beglücken. 100-200 Leute müssen schon sehr leise sein. Aber auf meinem Ersten Foto siehst du wie ein Saal für 350 Leute bestuhlt aussieht. Das geht mit der Bose und auch nicht mit einer kleinen Fullrangebox einfach nicht mehr. Das Problem ist dass 200 Leute Platz brauchen und nicht mehr alle nahe an der Bühne sitzen. Und willst du in den hinteren Reihen hörbar sein dann wirds vorne zu laut oder umgekehrt, ist es vorne angenehm hört hinten kein Mensch mehr etwas. Da muss man einfach etwas mehr Aufwand betreiben. Klar kann man Kompromisse eingehen wenn es nicht anders geht. Wir reden hier aber von einem zukünftigen System und da sollte man sich dessen ganz klar sein welche Kompromisse man macht. Nichts weiter will ich ausdrücken. Meine beiden Beispiel sollen nur zeigen wie ich es mache (die beiden wurden speziell wegen dem Akkordeon gewählt).
Noch eins zu den Säulen. Ich hab selbst ein solches System, zwei Turbosound ip1000, und die spielt sehr gut. Ich mag deren Klang um einiges mehr als das was die üblichen Marktbegleiter (Bose, LD usw) liefern. Ein baulicher Aspekt ist aber nicht immer von Vorteil. die Dinger haben ein fixe Höhe von ca 2 Metern. Packst du eine übliche Fullrangebox auf einem Stativ dann kannst du das, je nach Stativ, auch deutlich höher stellen. Wenn die Box auch geneigt werden kann (so wie die QSC oder mit einem Neige-Adapter) dann kann man so eine Box deutlich über die Köpfe der Personen bringen (auch wenn sie stehen, wie das doch hin und wieder in einer Kirche passiert) und somit eine bessere Ausleuchtung des Raumes erzielt und auch mit einer oder zwei Boxen das obige Problem mit vorne zu laut und hinten zu leise etwas abmildern kann. Man siehts zwar nicht gut aber ich mache das auf dem ersten Bild bit allen vier Boxen. So etwas kannst du mit einer Säule nicht machen.

Ich persönlich mag die Lukas nicht weil sie mir einfach zu sehr nah Heimkino klingt. Und selbst HK gibt an dass es für maximal 120 Leute reicht. Aber gut wenn du damit leben kannst dann soll es mir recht sein;-) Und ich habe zwar HK zwar nicht als Nobelmarke aber als grundsolide in Erinnerung.
 
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Wenn Du Stereo willst, schau Dir die mal noch an.
Ich habe mir die HK Audio Lucas Nano 608i Stero System gekauft und erste Erfahrungen damit gemacht.

Bei einer Kirche mit ca.200-250 Personen ohne Empore mit Sängerin und E-Piano hatte ich keine Probleme. Gestern spielte ich in einer Mensa vor ca. 180 Personen mit zwei Sängern, Gitarre und E-Piano, also in einer ganz anderen Umgebung mit anderen Hallverhältnissen. Beide Räume waren "schmal", also nicht in die Breite gezogen. Bei etwas über Raumlautstärke hatte ich überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil: Stimmen wie Instrumente setzen sich dank eingebauter EQs und Hallmöglichkeiten sauber voneinander ab. Der Subwoofer machte Druck, der für einen fülligen Bass aus dem E-Piano ausreichte. Mit der frei erhältlichen Ipad-App war die Konfiguration schnell vorgenommen. Die kleinen Boxen standen zwei Meter hinter der Bandund dienten gleichzeitig als Monitor. Obwohl die Boxen auf Höhe der Mikrofone standen, gab es keine Rückkopplungen. Auch anwesende Musiker im Publikum, bestätigten den einwandfreien Sound und wunderten sich über die kleinen Ausmaße der beiden Boxen. Für meine Zwecke reicht die Box. Die Frage wird sein, wie lange sie hält.

Bei größeren Räumen oder größerem Lautstärkebedarf muss das System freilich passen, weil man zwar lauter mischen kann, aber dann die Instrumente vom Pegel her nicht mehr ganz stimmen. Freilich hatte ich das Maximum beim Keyboard alleine noch lange nicht erreicht. Für Alleinunterhalter mit Gesang dürfte einiges mehr gehen.
 
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