An all, die sich live selber von der Bühne mischen: Feedback zum Sound ja/nein?

Klingt für mich schon nach hohen Ansprüchen.
Nicht falsch verstehen, wir hatten das Glück auf professionell organisierten Veranstaltungen zu spielen. Wir selber waren Amateure, trotzdem, oder gerade deswegen, hätte ich halt gerne ein Gefühl dafür gehabt, was vorne ankommt…
 
Hey kein Problem. Auf pro Sachen bezieh ich mich natürlich nicht.
Deine Ursprungsfrage ging ja darum sich selber von der Bühne (oder meist daneben) aus Mischen. :nix: In der Regel sind das nicht wirklich professionell organisierte Veranstaltungen. Bei uns waren das Bars, Kneipen, Jugendzentrum, Jungbauernfest, Zeltfeste, Geburtstagsfeiern, ... Bei den größten Sachen war unser Pult im FOH Bereich (mit befreundetem Tech) und einmal waren wir mit auf dem Hauptpult. Da durfte unser Tech nicht mal ins FOH rein.
 
Och .. ich hab auch schon mal einer guten Band Rückmeldung gegeben. War ja eigentlich begeistert, hab das auch gesagt, aber angemerkt, dass es schade ist, dass die Gitarre etwas zu harsch rüberkommt (lag an den Boxen).
Hab das dem Gitarristen beim Smalltalk (nach grundsätzlichem Lob) gesagt und empfohlen, bei der Gitarre (Nylon Alustik, Piezo Schärfe) etwas die Höhen abzusenken. Der hat dann mit mir einen ganz kurzen Mini-Soundchek gemacht (wir haben geschaut wieviel er zurückdrehen musste - war gar nicht viel und nur im Gitarrenkanal - und im nächsten Set war es perfekt. Ich kannte eben die Boxen und wusste, dass die in dem Bereich etwas harsch sind.

Nachtrag:
1. Wir mischen uns auch selber von der Bühne. In der Regel frage ich eine Person meines Vertrauens nach dem Sound, vor allem, ob man alle Instrumente / Stimmen gut hört.
2. Ich habe auch schon eine Band erlebt, bei der der Schlagzeuger ohne Abnahme eine fette PA zugedroschen hat. Dazu ein Gitarrist, der vor allem höhenlastige Zerrsounds hatte und ein Keyboarder der ebenso grelle Sounds fabrizierte (im gleichen Frequenzbereich wie der Gitarrist - Lautstärkekrieg). Der Saal hat sich geleert, die Leute haben es vorgezogen das aus der Ferne im Garten abzuwarten und waren bei der nächsten Band wieder da.
 
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Einige Jahre, bevor ich in meiner aktuellen Band eingestiegen bin, war ich mal bei einem Gig von denen. Die haben auch keinen Techniker und mischen sich von der Bühne selbst.
Da bin ich auch nach dem ersten Set hingegangen und habe Sound-Feedback (in erster Linie Lautstärke und ein bisschen EQ) gegeben, die waren da recht dankbar, weil sie ja auch gut klingen wollen - und wenn das Publikum guten Sound bekommt, ist die Stimmung ja auch besser. Hatten also alle etwas davon.
Kannte da allerdings den Bassisten, ansonsten hätte ich vermutlich auch nichts gesagt...

Mit einem ordentlichen Sound ist es ja auch nicht ganz einfach. Wir machen unseren Soundcheck ja auch üblicherweise BEVOR Zuschauer vor Ort sind - leider ändern die den Raumklang aber entscheidend, gerade in Innenräumen.

WIR machen es inzwischen so, dass ich in ein paar Stücken, bei denen ich selbst nicht mitspiele, mich ins Publikum begebe und nachhöre, ob irgendwas nachgeregelt werden muss. Geht dann natürlich nur grob. Aber besser als nichts...
Wir sind jetzt auf ein Digitalpult umgestiegen, somit könnte ich in solchen Situationen zukünftig dann tatsächlich auch aus dem Publikum direkt Änderungen vornehmen.

Meistens bekommen wir aber selbst Feedback der Zuschauer - wobei das dann auch üblicherweise Bekannte sind und keine Fremden.
Denke aber, wenn da in einer Songpause oder zwischen zwei Sets jemand Fremdes käme, der kurz und sachlich ein paar Misch-Hinweise gäbe (und dabei einen seriösen Eindruck hinterlässt), wären wir auch nicht abgeneigt.
 
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Wir (3 Mann Combo, Gesang mit Gitarre, Gitarre mit Gesang und Schlagzeuger ohne Gesang) arbeiten auch zu 99 % so. Also selber mixen, allerdings nicht wirklich von der Bühne. Den Soundcheck der einzelnen Instrumente mache ich auf Basis der gespeicherten Mixes (kleine Lokation, größere Lokation, Draußen) mit Hilfe des Tablets selbst. Dann spielen wir ein paar Songs zusammen an. Lautstärke eher Rock aber trotzdem ohne zu nerven, insbesondere ohne dass es Feedback Probleme gibt. Da beide Gitarristen mit Funk spielen kontrollieren wir das im Set, wenn wir eh raus gehen. Das hat die letzten 10 Jahre gut geklappt. 3-4 mal hätte ich mir bei ganz hartnäckigen Sound Problemen allerdings tatsächlich einen externen Sound Mann gewünscht. Das ist schon nicht gut für die Performance wenn man eigentlich nur mit dem Sound beschäftigt ist. Aber Gage durch 4 statt 3 teilen ist halt nicht so prickelnd.

Das mit dem Feedback von Menschen die man nicht kennt ist ganz schwierig. In 90% der Fälle bei denen wir das hatten waren das Dummschwätzer, die - hinreichend alkoholisiert - sich mal vor ihren Kumpels oder Freundinnen profilieren wollten. Tips von Menschen die kompetent wirkten haben wir dann mal geprüft und waren auch ganz dankbar, dass man uns auf Probleme hingewiesen hat. Ist allerdings selbst bei halbwegs "Wissenden" schwierig, weil häufig Geschmackssache. Zuviel oder zu wenig Hall oder zu komprimiert liegt im Auge des Betrachters - oder besser dem Ohr :).

Bestes Feedback war beim ersten Gig mit meiner aktuellen Band vor 10 Jahren. Geburtstagsfeier, Durchschnittsalter eher 65 bis 70, wir beim Soundcheck. Kommt eine ältere Dame oberhalb des Altersdurchschnitts in den Saal, schlurft von ganz Hinten nach ganz Vorne, stellt sich direkt vor die Box und schreit dann: "Das ist aber viel zu laut!" Wir haben uns dann fast verpisst und das Geburtstagskind hat die Dame an den schönsten Tisch ganz Hinten platziert.
 
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Ich bin das als ehemaliger Mixer (Schulband, also ewig her) ziemlich offensiv. Rede nach der Schow oft mit den Keyboardern, die sind ja oft ohne Bühnenanlage zu leise...
Manchmal auch während der Show. Da erinnere ich mich an eine etwas skurile Begebenheit als bei uns die Spencer Davis Group vor etwa 15 Jahren in einer großen Scheune (am Eifelrand) auftrat: Eddie Hardin spielte eine einmanualige digitale Hammond ohne mechanisches Leslie in den Mixer. Man konnte ihn kaum hören. Ich stand mal wieder in der ersten Reihe rührte mit dem Zeigefinger in der Luft (als Zeichen für den Orgler -> Leslie) und rief: "Eddie, we can't hear you", Hardin zurück: "I can't hear me either." Da bin ich dann zum FOH und hab die Orgel + Monitor lauter stellen lassen. Eddie bedankte sich..."
 
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Sehr gute Frage und ein wichtiges Thema wohl für jeden, der im Amateurbereich Live Musik macht.

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat die Band sich von der Bühne aus selbst abgemischt und hatte keinen eigenen Toni.
Das ist durchaus häufig der Fall (wir machen das aus Not -leider- auch so...) und bedeutet natürlich, dass die Band nach dem Soundcheck eigentlich "lost" ist. Sie kann gar nicht wissen wie es klingt.
Daher ist hier jedes Feedback zum Sound -eigentlich- ein Geschenk. Leider ist das aber dennoch eine wirklich zweischneidige Geschichte. Grundsätzlich freue ich mich über jedes Feedback aus dem Publikum! Bei unseren ersten Gigs, habe ich aber schnell gelernt (und auch meine Bandkollegen dazu erzogen!), diese Feedbacks grundsätzlich gründlich kritisch zu hinterfragen und nicht wegen jedem Pieps von (sorry) jedem Pups den Mix zu verändern. Das "Mitteilungsbedürfnis" korreliert leider überhaupt nicht mit dem Wissen und Urteilsvermögen. Daher sollte jeder, der da Ahnung hat, helfen dem entgegen zu wirken und entsprechend verpackt (Feedbackregeln: Ich-Botschaften nutzen ...gefällt mir gut was ihr da macht, mein Gesamteinduck vom Sound ist, dass..., keine Angriffe, ...) Hinweise zu geben.
Wie vielleicht schon herauszulesen ist, bin ich in unserer Band für den FOH Sound verantwortlich. Wir haben einen Tablet/Wifi steuerbares Digital-Mischpult und ich habe zusätzlich ein ausreichend reichweitestarkes Wireless System für meine Gitarre. Damit kann ich den Soundcheck, wie eine FOH Toni vom Zuhörerraum machen und während des Gigs mache ich auch ab und zu Ausflüge von der Bühne ins Publikum (was auch noch mal ein Optik/Showgag ist...), um den Sound zu kontrollieren.
Daneben frage ich auch während Pausen oder nach dem Gig Leute, die ein kompetenten Einruck machen, direkt nach dem Soundeindruck, wo sich dann meist auch aus mehreren Stimmen ein zuverlässigeres Bild ergibt.
 
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Hallo @InTune,

genauso würde ich mir das vorstellen. Natürlich würde ich mein Feedback immer rein subjektiv (Ich-Botschaften) verpacken und nie als Angriff oder wertend formulieren. Was dann ankommt, weiß man gerade in einer Stresssituation, wie ein Gig, leider trotzdem nie. Bis ich was sagen würde, müsste das Tonproblem auch schon arg über meiner Schmerzgrenze sein. Ich habe aber auch keinen Bock, dass dann erstens einer ohne sich selbst ein Bild zu machen wild an irgendwelchern Knöpfen dreht, die Sache noch schlimmer macht und mir hinterher die Schuld gibt. Oder, dass die Band keine Möglichkeit sieht/hat, gezielt korrigierend einzugreifen, und danach auch noch verunsichert auf der Bühne steht, und die Performance dann auch noch leidet. Ideal wäre es, wenn das Feedback sachlich aufgenommen und bewertet wird, ein Bandmitglied oder eine Person des Vertrauens sich ein eigenes Bild macht, und dann, wenn Bedarf gesehen wird, eigenverantwortlich gegengesteuert wird.

Gruß,
glombi
 
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Gerade wenn die Band eigentlich sehr gut scheint, nur die Verhältnisse beim Sound nicht passen, würde ich durchaus schon hingehen, und was sagen. Ist zwar schade, wenn sie es selber nicht hinbekommen, denn Möglichkeiten gibt es durchaus, wie @InTune es beschrieben hat, und die sollte man auch einsetzen, wenn man einigermaßen professionellen Anspruch hat. Wenn ich die Band kenne, biete ich es auch an, den Sound selber einzustellen, so fern das Pult zugänglich ist, oder sie einen Digitalmixer haben, wo ich entweder mit einem vorhandenen Tablet oder mit meinem eigenen, das ich fast immer dabei habe, Zugriff bekommen würde.
 
Hi,
ich werde bei anderen Bands nur noch etwas sagen, wenn ich explizit danach gefragt werde.

Und andersrum nehme ich auch nur Ratschläge betreff Sound von Leuten an, auf deren Expertise ich vertraue.
 
Am Ende kommt es immer drauf an.
Wenn ein Laie Kritik äußert, kann man sagen: Der hat ja keine Ahnung. Oder man sagt: Wenn es schon einem Laien auffällt, wird wohl was dran sein.
Wir haben mit der Band Sound-Feedback von Leuten (sowohl Laien als auch vom Fach) bekommen, die helfen wollten. Das nimmt man sehr gerne an. Manchmal ist es aber auch einfach Geschmackssache. Dann hat man sich etwas beim Sound gedacht und belässt es vielleicht lieber, wie es ist und lebt damit, dass es dem einen nicht gefällt. Manchmal merkt man, dass es dem Kritiker entweder ums Meckern oder um die Selbstdarstellung geht. Manchmal auch einfach darum, ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, dass man sich interessiert und die richtigen Begriffe kennt. Für solche, offensichtlichen Fälle, hatten wir immer einen freien Kanal, an dem wir dann gedreht haben. Danach kam quasi immer das Feedback, dass es jetzt deutlich besser sei. Dann waren alle glücklich.
Bei der Laustärke bin ich immer recht empfänglich für Feedback. Wenn jemand sagt, es ist zu laut oder man sieht, dass sich jemand die Ohren zu hält, wird im Zweifel einfach etwas leiser gedreht. Egal, wie gut die Musik ist, die Musiker sind, der Sound ist: Zu hohe Lautstärke macht alles kaputt. Andereseits ist es scheinbar ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich bei Feiern und Zeltfesten ältere Leute, die sich nett unterhalten wollen, grundsätzlich ganz nach vorne vor die Boxen setzen. Da hat uns auch schon mal jemand die Boxenkabel ausgesteckt, damit sie nicht so gestört werden. Wenn der Rest vom Saal tanzen will, ist Fahrstuhl-Lautstärke allerdings eher ungünstig.
Am Ende kommt es immer drauf an und hängt von vielem ab, ob Kritik sinnvoll und gewinnbringend ist.

(Konstruktive) Kritik würde ich persönlich immer an die Band bzw. deren Techniker richten und nicht an den Veranstalter. Erstens hat der dafür in der Regel keinen Kopf. Zweitens weiß man nicht, wie er es weitergibt: "Spielt leiser, die Leute beschweren sich schon über das laute Schlagzeug." Außerdem bleibt beim Veranstalter dann auch am Ende des Tages hängen: "Über die Band haben sich Leute beschwert. Nehme ich nächstes Mal wieder die andere." Und dass, obwohl man vielleicht eigentlich nur ein wenig mit dem Sound helfen wollte.
 
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war in dem Moment natürlich zu spät, aber vorher:
die Band spielt, einer geht mit einem langen Kabel ins Publikum -> weiterspielen und nach rechts und links wandern.
dabei hören, wie der Sound ist.
besser als nichts.
Noch besser ist, wenn einer in der Band, der Ahnung hat, wireless losgehen kann. Bei uns ist das der Bassist, der auch zum großen Teil den Mix macht. Dazu noch Leadgesangs-Doppelspitze mit Wireless-Mikros, daß die auch mal nach unten gehen können.

Zusätzlich sollte man bei seinen Gigs möglichst immer dieselben Verwandten, Verschwägerten oder Bekannten mitnehmen. Die lernen so, wie die Band zu klingen hat, und nebenher auch, wie sie es erklären sollen, wenn was nicht stimmt.

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat die Band sich von der Bühne aus selbst abgemischt und hatte keinen eigenen Toni.
Das ist durchaus häufig der Fall (wir machen das aus Not -leider- auch so...) und bedeutet natürlich, dass die Band nach dem Soundcheck eigentlich "lost" ist. Sie kann gar nicht wissen wie es klingt.
Eine gut eingespielte, routinierte Band sollte eigentlich während des Gig null Nachregeln brauchen.

Das heißt, das geht noch am besten, wenn die Band zum einen eine eigene PA hat und darüber auch probt (dann weiß sie, wie sie über eine PA klingt, und mischt sich live über dasselbe Pult wie im Probenraum) und zum anderen keine Amps hat, die das Klangbild verlärmen können.


Martman
 
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Moin zusammen.
Eine eigene PA, ein eigenes Pult und sich auch selbst immer wieder mal aufnehmen, halte ich inzwischen für sehr wichtig.
(Kann man soweit treiben, dass man während eines Gigs ein Stereomikrofon im Publikum platziert, um den Gig später beurteilen und um davon lernen zu können.)
Gut, wenn sich mehr als einer/eine mit der Technik auskennt. (ein Aufbauplan und wer ist für was zuständig, dass sollte man auch mal üben.)
Die Location zuvor besichtigen um böse Überraschungen zu vermeiden. (auch das Thema Strom nicht vergessen!)
Je weniger Mikros, desto besser oder sagen wir mal, einfacher wird's m.M.n..
Ein Akustik Drumset ist live anspruchsvoll, gerade in kleinen Locations. Ausnahme, der/die Mann/Frau an den Drums, kann auch leise präzise spielen.
Sparsam mit Effekten (wie Hall) umgehen, Gesang sicher immer, zumindest ein wenig aber sonst gilt für mich, weniger produziert auch weniger "mulm"
Jeden Song checken, welche Frequenzen/Instrumente überlappen sich unnötig und dann via EQ gezielt ausdünnen. Dass sollte man m.M.n. für jeden Song machen.
(Digitalpulte sind hier natürlich im Vorteil , da man die komplette "Show" speichern kann, Song für Song.)
Pegelsprünge, sofern nicht ausdrückliche gewünscht, vermeiden. (Kompressoren verwenden)
Bühnensound so leise wie möglich, auch wenn es dann für einen selbst auf der Bühne mal nicht so toll klingt (oder "In Ear" oder Kopfhörer verwenden, machen auch manche.)

Hier noch ein guter Bericht zum Thema von "AMAZONA.de":https://www.amazona.de/die-besten-tipps-fuer-den-mix-beim-buehnen-sound/

Gruß
SlapBummPop
 
Also ein paar Gedanken von meiner Seite, der die eigene Band auch oft von der Bühne aus mischt.
1) Meiner Erfahrung nach weiß der Lokalbetreiber/Veranstalter ziemlich genau was an Pegel angemessen ist oder nicht. Nur zu oft wird man schon beim Soundcheck darauf hingewiesen wenn es etwas zu laut ist. Immer wieder passiert es auch dass der Hinweis schon mal prophylaktisch gegeben wird, denn es könnte ja dann beim Event selbst noch lauter wird. So zumindest nach Meinung des Veranstalters.
2) Es macht durchaus Sinn eventuelle Kritik in ein Kompliment zu packen. "Hey, toll wie ihr spielt, nur hat man den Sänger etwas schwer gehört, weil er im Drumsound, der an sich gut war, verschwunden ist. Aber im Großen und Ganzen echt geil, was ihr macht." Das sagt man dann idealerweise dem Sänger oder Gitarristen. Die pfeifen dann beim nächsten mal den Drummer schon zurück. Wichtig ist für mich da immer, wenn man das eben mit einer guten Kritik abschließt, dann wird das leichter angenommen als nur das negative allein.
3) es kann immer noch sein, dass da die Band das nicht so als Verbesserungsvorschlag aufnimmt und genervt reagiert. Dann weiß man zumindest welche Location man am Abend vermeiden sollte, wenn der Bandname unter "Todaqy live on stage" steht. ;-)
4) Lautstärke bzw zu laut oder zu leise ist durchaus ituationsabhängig. Mir ist schon öfters vorgeworfen worden dass es zu leise ist, weil einem die Bassdrum nicht das Mittagessen verkehrt rum rausgetrieben hat und die Snare nicht den Schädel gespalten hat. Es soll ja auch Leute geben die einen Konzertbesuch erst als gut feiern, wenn sie noch eine Woche danach ein Klingeln in den Ohren haben. Zum Glück mache ich inzwischen Veranstaltungen auf und vor der Bühne, bei denen das nicht mehr sooo oft gefordert ist.
Außerdem bleibt beim Veranstalter dann auch am Ende des Tages hängen: "Über die Band haben sich Leute beschwert. Nehme ich nächstes Mal wieder die andere."
Das kann aber durchaus auch als eine positive Konsequenz sein. Bands sollten sich bewusst sein, dass bei Liveauftritten zwei Gruppen am Ende des Tages zufrieden sein müssen. Die Band UND das Publikum. Wenn die Die Band meint dass sie nur für sich spielen und das Publikum irrelevant ist, dann ist das imho eine Themenverfehlung und die sollten weiter im Proberaum bleiben. (Den Veranstalter lasse ich mal außen vor, da der für mich ja mehr der Vermittler zwischen den beiden Personenkreisen ist.)
Noch besser ist, wenn einer in der Band, der Ahnung hat, wireless losgehen kann. Bei uns ist das der Bassist, der auch zum großen Teil den Mix macht.
Hmm, kommst du oft in die Steiermark? Denn was du beschreibst entspricht genau mir und meiner Band. Auch wenn ich beim Konzert an sich nicht so der Wirbelwind auf der Bühne bin, habe ich ein Wireless System um damit auch in der Location rum rennen zu können während des Soundchecks.
Wenn ich die Band kenne, biete ich es auch an, den Sound selber einzustellen
Da bin ich, da ich ja mit Tontechnik auch Geld verdienen will, eher zurückhaltend. So etwas mache ich nur für sehr gute Freunde, oder bei Bekannten wenn a) der Sound derartig daneben ist, dass ich nicht weghören kann oder b) ich mir davon eine längerfristige Geschäftsbeziehung erwarte (quasi als Teaser).
 
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Das Einsehen und die entsprechende Disziplin ist tatsächlich eine der größten Herausforderung. Leider sind so viele Musiker überhaupt nicht einsichtig, sei es das fehlende technische Verständnis, dass man sie auch mit Argumenten nicht überzeugen kann, oder fehlender Realitätsbezug, wie 'das machen andere auch schon immer so und bekommen es hin'. Da wird dann gerne vergessen, dass vielleicht auch andere Voraussetzungen gegeben waren. Ich habe keine Lust mehr, solche Diskussionen zu führen, dass der Gitarrenamp nicht in's Publikum strahlen soll, oder erhöht oder gekippt aufgestellt werden soll, damit er nicht die Knie sondern die Ohren des Gitarristen trifft. Und nein: eine Plexischeibe vor dem Amp wirkt sich nicht negativ auf den Sound aus, sondern soll nur dafür sorgen, dass Du Deinen Amp tatsächlich etwas weiter aufdrehen darfst, um 'Deinen' Sound hinzubekommen, was ja anders anscheinend nicht möglich ist. Und ja, sieht vielleicht scheiße aus, aber ist halt ein Kompromiss, wenn man unbedingt einen lauten Amp auf der Bühne fahren muss. Ich gebe zu, dass ein Drumset, das mit Plexiglaswänden umgeben ist, vielleicht etwas befremdlich aussieht, ein Shield vor dem Amp fällt dagegen kaum auf, brauch ja auch nicht größer zu sein, als die Box.

So, jetzt hast Du einen 3 Stunden Soundcheck hinter Dir, diverse Diskussionen mit den Musikern, Boxen umgestellt, Monitore anders platziert, hast Dir den Mund fusselig geredet, aber ein Ergebnis oder Kompromiss hinbekommen, wo alle mit leben können, und dann wird, wenn der Gig startet, als erstes mal schnell unbemerkt nachgeregelt :rolleyes: :(:mad::eek2::devilish:

Eine Band hab ich mittlerweile auf Silent Stage umgestellt, keine Amps, keine Monitorboxen mehr auf der Bühne, alle mit in-ear versehen und sogar das Akustik-DrumSet durch ein E-Drum ersetzt. Natürlich war dieser Umstieg nicht einfach, hat auch eine Zeit gedauert, bis alle mit dem Sound auf den Ohren zufrieden waren. Für mich aber der einzig sinnvolle Weg, weil wir uns a. von der Bühne mischen, b. weder Zeit noch Lust auf aufwendige Soundchecks haben, c. nicht die Möglichkeit haben, während des Gigs FOH zu gehen, und den Sound zu kontrollieren, und d. die Musiker auf der Bühne nicht diszipliniert genug sind, und kontinuierlich nachgeregelt wurde. Jetzt ist der Soundcheck fast überflüssig geworden, ich regele höchstens mal am Master EQ, um die Anlage auf die Räumlichkeiten und die Grundlautstärke anzupassen. Für die gelegentliche Kontrolle während des Gigs, leg ich mir den Master Out auf die Ohren, hab aber im Normalfall einen individuellen Mix.
Den einzigen Kompromiss, den wir eingehen, dass die HiHat des E-Drums durch eine physische ersetzt und separat abgenommen wird. Unser Drummer kam spieltechnisch mit den Gummipads nicht klar.
Was jetzt noch aussteht, ist ein virtueller Soundcheck, den ich schon vorbereitet hatte, indem ich eine Cymatic Audio im X32 nachgerüstet und entsprechend konfiguriert hab. Beim nächsten Gig wollte ich dann alles aufnehmen, um es dann auch mal allen zu demonstrieren, wie es draußen klingt. Leider ist die Pandemie dazwischen gekommen.

Bei der anderen Band waren wenigstens Gitarrist und ich als Keyboarder auf in-Ear, und der Gitarren-Amp verhältnismäßig leise, sowie mit Plexiglas-Wand versehen. Lediglich Bassist und Drummer waren unbelehrbar, brauchen ihre relativ lauten Monitore. Nichtsdestotrotz ist die Bühne auch so schon deutlich leiser geworden, und das Abmischen etwas einfacher.

Jetzt hab ich noch eine neue Band, mit der ich noch nicht auf der Bühne war. Eigentlich würde ich denken, dass eine Abnahme nicht die größte Herausforderung sein sollte: Bass, E-Gitarre mit kleinem Amp, minimales Drumset, dreimal Vocals, gelegentlich eine Akustik-Gitarre, üblicherweise kleine Venue. Aber sie berichten, dass der Monitorsound immer problematisch sei, vor allem, was die Vocals angeht, und sie schon überlegt haben, auf in-ear umzusteigen, zwar nicht silent Stage, aber anstatt Wedges. Ich hab schon mal den Powermischer durch ein X32 ersetzt, das genügend Monitor-Wege zur Verfügung stellt. Zumindest Bassist, Drummer und Sängerin sind willig, in-ear zu nutzen, ich sowieso, so dass wir vielleicht nur noch 2 aktive kleine Monitore benötigen.
 
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Schulungen dazu habe ich auch genug durch.

... da sehe ich ja gleich jeglichen Argwöhn gegenüber Schulungen bestätigt ;)

Daher war meine Frage: Hilfe anbieten oder trotzdem lieber Klappe halten.
es ist, wie immer, eine Frage, wie du rüberkommst, ob die sich angegriffen oder supportet fühlen.
Das lässt sich nicht entscheiden auf der Basis pauschaler Annahmen "zur Situation".
Sicher ist: du bist als Gast der Kunde. Wenn du gestört wirst, oder dich so fühlst, bleibt es selbstverständlich dir überlassen, ob du nun lieber leidest, rumstänkerst, gehst, oder freundlich um Abhilfe bittest. Einer Band im Blindflug (ok: Taubflug ;) ) kurz mitzuteilen, dass da etwas nicht stimmt, halte ich für fair. Ob die dann in der Lage oder willens sind, Abhilfe zu schaffen, steht dann auf einem anderen Blatt, das nicht von dir zu beschreiben ist (soviel zu "Hilfe anbieten", halte ich eher für ein nogo). Alle Annahmen wie "die wissen das bestimmt eh", oder"das verunsichert die nur", oder ähnliches, sind rein von der Chance, eine Situation zu verbessern, kontraproduktiv. Es ist immer besser, freundlich zu fragen, als sich solchen Vermutungen hinzugeben.
 
Für solche, offensichtlichen Fälle, hatten wir immer einen freien Kanal, an dem wir dann gedreht haben. Danach kam quasi immer das Feedback, dass es jetzt deutlich besser sei. Dann waren alle glücklich.
Kein Tontechniker (live oder Studio) darf jemals die Existenz des „Geiler-Knopfes“ zugeben bzw. dessen Einsatz offen legen! Denn er funktioniert ja nur, wenn die Adressaten ihn nicht kennen… :LOL::ROFLMAO:
 
Verdammt, hoffe die Regularien sind da nicht so strikt wie bei der Zaubererinnung. :D
 
... da sehe ich ja gleich jeglichen Argwöhn gegenüber Schulungen bestätigt ;)
Womit dann wieder bestätigt wäre, dass den empfangenen Inhalt einer Botschaft letzten Endes der Empfänger bestimmt, und der Sender nur beeinflussen kann, was er wie auf die Reise schickt. Und, dass das Medium "Forum" diesen Umstand auf Grund fehlender Zusatzinformationen (Tonfall, Mimik, etc.) noch weiter verstärkt ;).

Ich wollte damit nämlich eigentlich sagen, dass ich mich theoretisch (auf Grund von Schulungen) und praktisch (auf Grund beruflicher Erfahrung) gut gewappnet sehe, konstruktives Feedback zu geben.

Auf mein konkretes Beispiel bezogen könnte ich die Frage nochmal konkretisieren: 1. Sollte man in dieser Situation überhaupt Feedback geben? 2. An wen? 3. Wann am besten?

Gruß,
glombi
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Verdammt, hoffe die Regularien sind da nicht so strikt wie bei der Zaubererinnung. :D
Keine Ahnung, aber so grimmig wie manche Tontechniker schauen können, könnten die Bestrafungen drakonisch ausfallen... :ugly:
 

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