An all, die sich live selber von der Bühne mischen: Feedback zum Sound ja/nein?

Ich war vor zwei Wochen bei einem gesitteten und coronakonformen Kneipenkonzert der Akustik-Zweitband meines Bandleaders.
Da hat man meine Rückmeldung nach dem ersten Set gerne angenommen (und den Sänger lauter gedreht), aber da kannte man mich ja auch. Während des Sets auf die Bühne zu schleichen, fände ich auch unangemessen... da müsste schon etwas total schieflaufen (aber das würden die auf der Bühne dann vermutlich selbst hören).

Was lustigerweise gar nicht funktioniert hat, war die Kommunikation mit dem Schlagzeuger beim selben Gig. Er war auch mal für einige Jahre Schlagzeuger in meiner alten Band, von daher kennen wir uns auch und können ganz gut miteinander.
Es war, wie gesagt, ein Akustik-Gig und Teile seines Drumkits (Snare + Hihat) waren (nach meinem Empfinden) völlig falsch eingestellt, die Hihat (er spielt sie immer festgestellt) hat viel zu viel, zu laut und zu lange herumgescheppert, ähnlich die Snare, die keinen kurzen trockenen Ton abgab, sondern einen seltsamen viel volleren dem Zuklappen eines Mülltonnendeckels ähnlichen Sound fabrizierte. Das war einfach beides viel zu viel für die filigranere Akustikmusik, das erdrückte die (nach meinem Empfinden objektiv) und darüber hinaus klang es auch einfach Scheiße (nach meinem Empfinden subjektiv).
Ich habe ihn auch nach dem ersten Set (schonend) darauf angesprochen, aber wir haben irgendwie aneinander vorbeigesprochen und inzwischen bin ich überzeugt, dass er genau diesen Sound WOLLTE und gar nicht verstanden hat, was ich genau von ihm wollte.

Kann sicherlich auch sein, dass das auch nur MEIN persönliches Problem mit dem Sound war... bei mir in der Band klang sein Kit nämlich genauso (auch wenn es noch ein anderes war). Ich hatte immer gedacht, das läge an der miesen Proberaumakustik, die wir damals hatten, aber vermutlich ist das einfach sein TRAUMSOUND... na ja, bei solchen subjektiveren Problemen werde ich mich jedenfalls in Zukunft lieber zurück halten ;)...
 
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Ich erinnere mich da an einen grauenhaften Gig in einem AZ...

Beim Aufbau hat der Techniker z.B. das Mikro auf das Marshall-Logo der 4x12 ausgerichtet statt auf einen Lautsprecher. Kurz gesagt, der Typ hatte ganz offensichtlich keinen Plan.
Drums und Keys kamen bei uns von Backing Tracks und als wir dann gespielt haben, hat man die auch wunderbar auf der Bühne gehört. Aber auch nur da. Zum Publikum hin waren die komplett runtergedreht, was wir aber nicht mitbekommen haben. Da hat dann jemand aus dem Publikum den Mischer gesucht, der hing nämlich an der Bar rum und dem mal gesagt, er soll doch bitte seine Arbeit tun.
Da war ich sehr froh, dass es Rückmeldung aus dem Publikum gab. :)
 
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Hmm, kommst du oft in die Steiermark? Denn was du beschreibst entspricht genau mir und meiner Band. Auch wenn ich beim Konzert an sich nicht so der Wirbelwind auf der Bühne bin, habe ich ein Wireless System um damit auch in der Location rum rennen zu können während des Soundchecks.
Steiermark ist für mich viel zu weit weg. Ganzer Tag Anreise (morgens los, abends da), ganzer Tag Rückreise. Also war ich da nie.

Das Einsehen und die entsprechende Disziplin ist tatsächlich eine der größten Herausforderung. Leider sind so viele Musiker überhaupt nicht einsichtig, sei es das fehlende technische Verständnis, dass man sie auch mit Argumenten nicht überzeugen kann, oder fehlender Realitätsbezug, wie 'das machen andere auch schon immer so und bekommen es hin'. Da wird dann gerne vergessen, dass vielleicht auch andere Voraussetzungen gegeben waren. Ich habe keine Lust mehr, solche Diskussionen zu führen, dass der Gitarrenamp nicht in's Publikum strahlen soll, oder erhöht oder gekippt aufgestellt werden soll, damit er nicht die Knie sondern die Ohren des Gitarristen trifft. Und nein: eine Plexischeibe vor dem Amp wirkt sich nicht negativ auf den Sound aus, sondern soll nur dafür sorgen, dass Du Deinen Amp tatsächlich etwas weiter aufdrehen darfst, um 'Deinen' Sound hinzubekommen, was ja anders anscheinend nicht möglich ist. Und ja, sieht vielleicht scheiße aus, aber ist halt ein Kompromiss, wenn man unbedingt einen lauten Amp auf der Bühne fahren muss. Ich gebe zu, dass ein Drumset, das mit Plexiglaswänden umgeben ist, vielleicht etwas befremdlich aussieht, ein Shield vor dem Amp fällt dagegen kaum auf, brauch ja auch nicht größer zu sein, als die Box.
"Ja, aber bei $LIEBLINGS_HEAVY_BAND brüllen die Marshall-Fullstacks doch auch alle voll ins Publikum ohne Plexiglas davor, und da klingt das auch geil!1!!11!eins!!1" Außerdem rutscht beim Schrägstellen immer das JCM-Topteil vom 4x12.

Nur daß $LIEBLINGS_HEAVY_BAND in Mehrzweckhallen oder auf Festivalbühnen vor 20.000 Leuten spielt. Und nicht auf popeligen kleinen Stadtfestbühnen vor, wenn's hochkommt, 200 Leuten. Und wer sagt, daß die "Marshall-Fullstacks" keine Attrappen sind und auch tatsächlich in Betrieb? Wenn nämlich das High-Gain-Bratgitarren-Gebretter nur aus der PA zu hören ist und kein bißchen von da, wo die Amps stehen, dann ist da mit Sicherheit was faul.

Eins hab ich noch vergessen zu erwähnen: Wenn der eigentliche Gig losgeht, faßt niemand, der kein Bandmitglied ist, das Mischpult an. Auch nicht der lokal Verantwortliche, wenn er der Ansicht ist, die Band sei zu laut. Das soll er dann eher der Band kommunizieren, die selbst nachregelt, als den Masterfader so runterzuziehen, daß man die PA drei Meter vor der Bühne schon nicht mehr hört.

Nicht, daß mir das aus der Praxis bekannt wär...


Martman
 

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