Ebenholz-Griffbrett ölen!?

  • Ersteller blackmorekoehler
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Ich bin auch einer von denen, die ihre Griffbretter (ausser lackierten Maplenecks natürlich ;) ) seit weit über 30 Jahren mit Gewa-Instrumenten- bzw. seit ca. 15 Jahren mit Lemon-Öl behandeln.

Keinem meiner Fretboards hat das sichtbar geschadet - für mich gehört das zur "Kosmetik" dazu - auch wenn es vllt. unnötig sein mag, ich mach das gerne, mir gefällts und es riecht gut ;) :D
Ich muss dazu aber bemerken, dass ich meine Fretboards nicht in Öl bade, sondern pro Bundzwischenraum 1 guten Tropfen verreibe, einziehen/trocknen lasse und den evtl. Überschuss abwische.
 
Ich benutze auch Lemon Oil. Aber ins gesicht schmieren würde ich mir das auch nicht. Hier habe ich ein MSDS für "Old English Lemon Oil" gefunden, das von gitarristen auch gern für die griffbettpflege genommen wird. Nach gebrauch (nicht anstatt) hände waschen :)

Gruss, Ben
 
Keinem meiner Fretboards hat das sichtbar geschadet - für mich gehört das zur "Kosmetik" dazu - auch wenn es vllt. unnötig sein mag, ich mach das gerne, mir gefällts und es riecht gut ;) :D
Unnötig ist es sicher nicht. Griffbettpflege mit Öl hat ja auch eine reinigende Wirkung, und das ist bei den meisten Griffbrettern nötig. Einmal im Jahr bei trockenen Händen, zweimal bei nicht ganz so trockenen ;). Und natürlich auch bei Ebenholz, warum denn nicht? Bei der Gelegenheit erfahren auch die Bundstäbchen eine "Abreibung", insbesondere in den hohen Lagen kommt es doch gelegentlich zu Oxydation mangels Befingerung.

Ich habe da die Griffbretter eines Lehrers vor Augen, der auch nie putzt - :igitt:
 
WTFunk
  • Gelöscht von peter55
  • Grund: Nekro
Auch mich treibt die Frage um, in wie fern es sinnvoll ist, Griffbretthölzer zu ölen. Ich finde viele Antworten bisher aber recht polarisierend und würde mich dem Thema gerne hier im Team nähern. Ich zweifle nämlich daran, dass es auf die Frage "Ebenholz ölen?" ein einfaches Richtig oder Falsch gibt. Anscheinend gibt es hier viele User mit sehr unterschiedlichen Expertisen. Manche verstehen etwas von der Chemie und manche haben Erfahrung mit der langjährigen Anwendung bestimmter Öle auf bestimmten Hölzern.
Ich selbst baue Gitarren und verwende angesichts der vielen Arbeit für Griffbretter nur sorgfältig abgelagertes unbehandeltes Ebenholz. Dieses Holz ist so dicht und standfest, dass es sich ohne irgendeine weitere Behandlung polieren lässt. Gleichwohl ist und bleibt natürlich selbst dieses Holz ein poröser Werkstoff und er hat eine beanspruchte Oberfläche, auf der sich je nach individueller Nutzung und (Trocken-)Pflege Schmutz ab- und einlagern wird.
Vielleicht können wir gemeinsam herausfinden, was dem Holz im Laufe jahrelanger Benutzung als Griffbrett gut tut. Ich werde hier direkt meinen Beitrag dazu leisten. Und vielleicht kommen wir zusammen zu einer qualifizierten Antwort, die viel besser ist, als die eines einzelnen (weiter oben zitierten) Autors. Der hat sich schließlich auch nur selbst zum Experten ernannt...und soviel, wie der Schwarm weiß er ganz sicher auch nicht.
Zunächst mal sind wir uns wohl alle einig, dass es sehr unterschiedliche Öle gibt. Ich habe grade mal nachgelesen und laut Wiki nennt sich alles Öl, was eine organische und nicht wasserlösliche Flüssigkeit ist. Aber dann geht es schon los mit volllständig verdunstenden Ölen (ätherische Öle), fetten Ölen, Erdöl und seinen Folgeprodukten (Mineralöle), Pflanzenölen...ich verstehe viel zu wenig von dieser Chemie, als dass ich mich trauen würde, daraus eine bestimmte Wechselwirkung mit irgendeinem bestimmten Holz ableiten zu können. Aber ich verstehe aus handwerklicher Erfahrung etwas vom Verhalten von Hölzern und vom Verhalten bestimmter Öle auf deren Oberflächen und aus professionellen Erfahrungen in der Automobilindustrie auch ein wenig von der grundsätzlichen Fähigkeit organischer Materialien, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen. Und da kann ich nur sagen, dass selbst Kunststoffe Wasser aufnehmen, das kann man in jeder Materialspezifikation für industrielle Kunststoffe nachlesen.
Also hier mein Beitrag:
1. Kein Lack und kein Öl der Welt wird es vollständig verhindern, dass irgendein Holz den Schwankungen der umgebenden (Luft-)feuchtigkeit folgt. Aber die verschiedenen Holzsorten reagieren darauf unterschiedlich empfindlich und sie sind auch unterschiedlich schnell in ihrem Wasseraufnahme- und Trocknungsverhalten. Hydrophobe Beschichtungen verzögern natürlich den Feuchtigkeitsausgleich mit der umgebenden Luft. Und das ist für die Vermeidung einer Rissbildung im Holz grundsätzlich gut, denn Holz quillt, wenn es Wasser aufnimmt. Wenn ein Holzkörper zu wenig Zeit bekommt, seine innere Feuchtigkeit auszugleichen, dann ergibt sich ein inneres Feuchtigkeitsgefälle, d.h. dass der Körper nur an einer Seite quilllt oder schrumpft, sich also wölbt, und wenn seine Elastizität dazu nicht ausreicht, wird er zwangsläufig Risse bilden. Dieser Effekt ist bei Ebenholz sehr unwahrscheinlich, weil es Feuchtigkeit schon im natürlichen Zustand nur sehr langsam aufnimmt und abbaut. Ich würde hier klar sagen, dass Ebenholz bei Innenraumanwendungen keiner Versigelung bedarf und in einer gemäßigten Klimazone auch keiner Luftfeuchteregulation des Raumklimas. Dieses Holz dürfte sogar unbehandelt in Bad oder Küche verbaubar sein, ohne Risse zu bilden, solange es nicht direkt über dem Kochfeld in der Dampfwolke verbaut wird. Im doppelten Wortsinne spannend wird es bei einem Griffbrett aber, weil dieses auf einer anderen Holzsorte aufgeleimt ist, und sowas ist konstruktiv immer kritisch. Glücklicherweise werden Gitarren und die diesbezüglich ähnlichen aufgebauten Streichinstrumente schon seit vielen Jahrhunderten gebaut, und deshalb können wir darüber sicher sein, dass bestimmte Materialkombinationen dauerhaft stabil sind (etwa Ahorn/Ebenholz oder Mahagoni/Ebenholz). Bei vielen der moderneren Hölzer und deren Kombinationen habe ich da so meine Zweifel. Und auch bei der Eignung der verwendeten Leime, die in den Instrumenten-Spezifikationen leider nie angegeben werden...da dürfte sich Low-Cost-Ware sehr deutlich vom Premiumsegment unterscheiden, allein schon wegen der langen Trocknungszeiten dauerhaft geeigneter Leime für den Instrumentenbau. Jedenfalls muss man das Komposit betrachten, denn das ist geeignet, auf Feuchtigkeitsschwankungen zu reagieren, wie ein Bimetall auf Temperaturschwankungen. Daher werden meine Hälse mit einem unbehandelten Ebenholz vorne von hinten auch nur mit Wachs oder Öl oder einer Kombi daraus behandelt, aber nicht lackiert. Das ist vergleichsweise feuchtedurchlässig. Alte Geigen wurden mit Schellack poliert, das ist m.K. ebenfalls sehr feuchtedurchlässig, allemal im Vergleich zu modernen PU-Lacken. So kann der Hals von allen Seiten Feuchtigkeit relativ gleichmäßig aufnehmen und abgeben.
2. Öl, egal wie oft man es aufträgt und egal welche Sorte man verwendet, dringt nach meiner Erfahrung selbst in offenporige Hölzer bestenfalls 1mm tief ein, in Ebenholz sicher nur 1-2 Zehntel Millimeter. Von einer "Nährung" der Holzes kann daher keine Rede sein und sowas brauchen die längst verstorbenen Zellen des Holzes auch nicht. Ferner kann ich sagen, dass Öle, abhängig davon, was für Öle sie sind, völlig unterschiedliche physische Effekte auf die Oberfläche des Holzes zeigen werden. Das sieht man bei helleren Hölzern schon an der Verfärbung der Maserung, die sie jeweils auslösen. Was wir Gitarristen bei einem Griffbrett wollen, ist, dass es glatt und geschmeidig ist, die Finger leicht darüber gleiten, es dabei möglichst wenig Schmutz ansammelt und dass es sich nicht verfärbt. Neues frisch poliertes Ebenholz hat diese Eigenschaften. Ich möchte daher behaupten, dass es beim Ebenholz hauptsächlich darum geht, es "porentief" zu reinigen, ohne ihm durch die verwendete Reinigungschemie zu schaden. Ebenholz ist von Natur aus extrem dunkel, das Auswaschen nachträglich zugefügter Pigmente ist daher eher unwahrscheinlich. Und hier sind nun die Chemiker gefragt: Ich vermute, dass der Schmutz, der sich auf einem Griffbrett ansammelt, hauptsächlich aus Staubpartikeln besteht, der in eingetrocknetem Handschweiß gebunden ist und vielleicht bei Rauchern zusätzlich aus Zigarettenruß. Gesucht sind also Reinigungsmittel, die zugleich unverdächtig sind, den Holzwerkstoff selbst anzugreifen, dabei aber solcherlei Verschmutzungen anzulösen. Da die Eigenschaften von rohem poliertem Ebenholz bereits ideal für ein Griffbrett sind, sollte solch ein Reinigungsmittel nach meiner Einschätzung möglichst vollständig verdunsten, während bei anderen Holzsorten durchaus filmbildende/fetthaltige Produkte zur Verzögerung der Feuchteregulation und zur Vernetzung feinster aufgerichteter Holzfasern sinnvoll sein dürften. Hier ist dann aber Vorsicht geboten, damit der Film nicht zu dick wird und seinerseits dafür sorgt, dass sich Schmutzpartikel innerhalb seiner Schichtstärke anreichern. Im Grunde müsste bei so einer Oberfläche immer möglichst erst mit dem Schmutzfilm auch der alte Schutzfilm heruntergewaschen werden, bevor ein neuer aufgetragen wird.
Haben die Chemiekenner hier für das Ebenholz einen Tipp, welche Pflegemittel gut dazu geeignet sind, eingetrockneten Handschweiß zu lösen ohne das Holz anzugreifen, ohne dauerhaft eigene Rückstände zu hinterlassen und auch ohne die Bundstäbchen aus Neusilber oder Edelstahl anzugreifen? Das Mittel müsste nicht sofort verdunsten, aber zumindest in ein/zwei Monaten. Und der Vollständigkeit halber: Vielleicht auch gleich einen zweiten Tipp, für die Hölzer, denen eine kleine "Dampfsperre" gut tut, also filmbildende "Imprägnierungen"?

Sollte ich selbst aus meiner Erfahrung jetzt einen Tipp abgeben, wäre meine Einschätzung und Erfahrung, dass eine Reinigung des Griffbrettes mit Lemon-Oil eine gute Wahl ist, solange man mit einem trockenen Küchenpapier alles wieder gründlich abnimmt. Beim Ebenholz wird dann kaum etwas zurückbleiben, weil dieses Material im Vergleich zu anderen Hölzern eine außergewöhnlich geringe Porösität hat. Zugleich eigenen sich Zitrusöle (es geht ebensogut auch Orangenöl) erfahrungsgemäß gut, um fettige Verschmutzungen wie Handschweiß und damit auch die darin gebundenen Schmutzpartikel anzulösen. Und diese Öle verfärben Hölzer erfahrungsgemäß nicht und der anfängliche Glanz nach der Behandlung verschwindet nach einigen Wochen wieder. Daher vermute ich, dass sie langsam wieder abdunsten und keinen sich anreichernden Film aufbauen.

Keep rockin
Sönke
 
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Ich möchte daher behaupten, dass es beim Ebenholz hauptsächlich darum geht, es "porentief" zu reinigen, ohne ihm durch die verwendete Reinigungschemie zu schaden.
Richtig, Ebenholz profitiert von der Reinigung, echte Verschmutzungen dringen nicht ins Holz.

Da die Eigenschaften von rohem poliertem Ebenholz bereits ideal für ein Griffbrett sind, sollte solch ein Reinigungsmittel nach meiner Einschätzung möglichst vollständig verdunsten
Nimm Waschbenzin. Säubert alles, greift nichts an, verdunstet fast sofort.

Sollte ich selbst aus meiner Erfahrung jetzt einen Tipp abgeben, wäre meine Einschätzung und Erfahrung, dass eine Reinigung des Griffbrettes mit Lemon-Oil eine gute Wahl ist, solange man mit einem trockenen Küchenpapier alles wieder gründlich abnimmt.
Lemon-Oil basiert leider auf Mineralöl, im Gegensatz zu den den von dir zitierten echten Zitrusölen:

Zugleich eigenen sich Zitrusöle (es geht ebensogut auch Orangenöl) erfahrungsgemäß gut, um fettige Verschmutzungen wie Handschweiß und damit auch die darin gebundenen Schmutzpartikel anzulösen. Und diese Öle verfärben Hölzer erfahrungsgemäß nicht und der anfängliche Glanz nach der Behandlung verschwindet nach einigen Wochen wieder. Daher vermute ich, dass sie langsam wieder abdunsten und keinen sich anreichernden Film aufbauen.
Das wäre dann die teure und langwierige Alternative zu Waschbenzin und Lemonoil.
 
Sönke
  • Gelöscht von Disgracer
  • Grund: Sprachliche Entgleisungen
Danke, Hatschipu. Finde ich aber noch nicht zielführend. Schmutzpartikel dringen durchaus in kleine Holzporen ein und sorgen dann für eine starke Vernetzung für einen weiteren Schmutzschichtaufbau. Sowas passiert selbst bei den 100 mal kleineren Poren von Metallen. Und Waschbenzin erscheint mir auch keine gute Lösung, weil es das Holz geradezu für die Aufnahme von Verschmutzung vorbereitet. Man verwendet es gern zur Vorbereitung für eine gute Vernetzung von Oberflächenbeschichtungen, damit wird das Holz ohne weitere Beschichtung aber eben auch optimal anhaftungsfähig für Verschmutzungen.
Woher kommt die hier bereits mehrfach zitierte Behauptung, dass Lemon-Oil auf Mineralöl basiert? Ich spreche hier schon von Zitronenöl. Wenn wir bei den Materialbenennungen hier von vornherein annehemen, dass damit etwas ganz anderes bezeichnet wird, als der Wortsinn es nahelegt, wird die Diskussion im Grunde absurd. Dann könnte man ja auch sagen, dass das Ebenholz ja eigentlich gebeitze Fichte ist, und dass man Fichte am Besten mit Zahnpasta behandelt...;-) Gibt es dafür Belege, dass die gehandelten Lemon-Oil Produkte überwiegend gar kein Zitronenöl sind oder wenigstens (zwecks Reinigungswirkung) solches nennenswert enthalten?
 
Woher kommt die hier bereits mehrfach zitierte Behauptung, dass Lemon-Oil auf Mineralöl basiert?
Wahrscheinlich bezieht er sich auf die absolut weit verbreiteten Lemon-Oils für Griffbretter, die 99% aller Gitarristen verwenden, wenn sie von Lemon Oil reden:
Etwa dieses hier: https://www.thomann.de/de/dunlop_lemon_oil.htm (Bestseller beim größten Musikhaus Europas)

Inhaltsstoffe sind zum Großteil weiße Mineralöle:
https://images.thomann.de/pics/atg/atgdata/document/specs/189610_safety_data_sheet.pdf
 
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Tremar
  • Gelöscht von peter55
  • Grund: Unnötig!
Wahrscheinlich bezieht er sich auf die absolut weit verbreiteten Lemon-Oils für Griffbretter, die 99% aller Gitarristen verwenden, wenn sie von Lemon Oil reden:
Etwa dieses hier: https://www.thomann.de/de/dunlop_lemon_oil.htm (Bestseller beim größten Musikhaus Europas)

Inhaltsstoffe sind zum Großteil weiße Mineralöle:
https://images.thomann.de/pics/atg/atgdata/document/specs/189610_safety_data_sheet.pdf
So ist es. Ich halte mich an die üblichen umgangssprachlichen Bezeichnungen. Wer es präziser möchte, muss es selbst deutlich benennen und klar machen, dass er etwas anderes meint. Aber egal, ich ich muss hier nicht antworten.
 
Die Ausgangsfrage war doch eigentlich nur, ob der Kollege sein Ebenholz Griffbrett mit Öl behandeln "darf".

Ich denke nicht, dass er damit einen Schaden anrichtet. Das geht doch eher in die Richtung: Kann man machen, muss man aber nicht. ;-)
Natürlich mag vieles was hier geschrieben wird theoretisch und praktische auch so sein.

Ich selbst habe schon von Polyboy für alle Oberflächen, über die heiß diskutierten Lemon-Oil Produkte, alles mögliche benutzt um irgendwelche nicht lackierten Griffbretter wieder ein bisschen hübsch zu machen. Ist irgendwann etwas nachteiliges passiert? Nein. Auch über 40 Jahren und über 100 Gitarren später nicht.
Die Nummer mit dem Polyboy hatte ich übrigens damals (als Schüler) von einem sehr bekannten und renommierten Gitarrenbauer aus Frankfurt. ;-) Der hat übrigens in der Zeit seines Lebens und Wirkens zahllose Gitarrengriffbretter mit dieser "chemischen Keule" behandelt. Wobei das heutig Zeug heute wohl auch etwas umweltfreundlicher ist.

Und damit mich jetzt hier keiner falsch versteht: Ich rate hier ausdrücklich nicht dazu Polyboy (oder ähnliches) auf die Gitarren zu kippen. Aber manchmal wundere ich mich dann doch über die regeläßige und oft energische Diskussion. ;-)

Allerdings bin ich ganz persönlich trotzdem irgendwann dazu übergegangen dem Rat unserem @Bassturmator zu folgen und mische mir seitdem Leinöl mit Balsamterpentinöl. Warum? Das ist ziemlich günstig und ich weiß was drin ist.

Ansonsten schmiere ich das Zeug auch nicht auf irgendwann Lack, sondern trage es sorgsam auf, lasse es ein wenig einwirken und nehme die Restmenge mit einem Tuch wieder auf. ;-)
 
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Ja, das Leben kann so einfach sein. 😂
 
OK, dankeschön für die Links. Habe ich mir angesehen und auch noch weiter recherchiert. Ich schließe mich dem Punkt an, dass die Lemon-Oil Produkte aus dem Musikhandel Gemische sind und werde zur Abgrenzung von diesen Lemon-Oil-Pflegeprodukten reines Zitronenöl mit "Zitronenöl" bezeichnen. Dazu habe ich nun ermittelt, dass das ein ätherisches Öl ist, und daher ohne nennenswerte Rückstände abdunsten wird, und dass es sich gut zum Fettlösen, also auch zum Entfernen von Handschweißrückständen eignet. Man bekommt sortenreines Zitronenöl zu erschwinglichen Preisen in Drogerien, Apotheken und Reformhäusern. Die Mixturen mit anderen Ölen sind wohl dazu gedacht, nach dem Abdunsten des Zitronenölanteils einen feuchtabweisenden Schutzfilm sowie einen Oberflächenglanz zurückzulassen. Vermutlich werden da Öle verwendet, die zähelastisch aushärten, so wie Leinöl. Wenn man so einen Schutzfilm möchte, erscheint mir ein ganz guter Tipp, den ich für die Pflege von Messergriffen fand, eine Mischung oder sequenzielle Behandlung mit Zitronenöl und Jojobaöl, denn bei letzterem handelt es sich eigentlich um ein flüssiges Wachs, und das hat i.A. bessere Antihafteigenschaften als verharzte Öle. Zu häufig und zu dick aufgetragen besteht bei Ölen nämlich das Risiko, dass sie klebrig werden und man sie gerade dann nur sehr schlecht wieder herunterbekommt.
Ich würde für mich das Fazit ziehen: Reines Zitronen- oder Orangenöl (aus dem Reform oder Kosmetikbedarf) zum Reinigen von Griffbrettern; für Ebenholz und lackiere Griffbretter sollte das ausreichend sein. Für andere, offenporigere Hölzer, die oberflächlich abgestumpft sind, wird eine gelegentliche sehr sparsame Nachbehandlung und unter sorgfältiger Abnahme des Überschusses mit einem aushärtenden Öl (z.B. Leinöl, Walnußöl) oder mit einem Wachs (Jojbaöl, Bienenwachs) sinnvoll sein.
 
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