Verständnisproblem Röhren-Amp als Pedalplattform

  • Ersteller Neo2608
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Auf die Schnelle habe ich dieses Video zum Chug Pedal gefunden. Bei 11.20 hört man genau das, was ich mit Wohnzimmer Metal Sound meine. Diesen Sound würdest du im Proberaum einfach nicht hören. Es wäre alles weg

View: https://www.youtube.com/watch?v=IEi8toKOHRM
 
Bei 11.20 hört man genau das, was ich mit Wohnzimmer Metal Sound meine. Diesen Sound würdest du im Proberaum einfach nicht hören. Es wäre alles weg
Als alter Lowgainer kann ich mir zu dieser (zutreffenden) Einschätzung ein
"It's not a bug, it's a feature"
nicht verkneifen ;)
 
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Das was er bei 7:34 spielt, wäre der Sound den ich suche... ;)
 
Wenn ich es richtig verstehe, dann funktionieren Röhren-Amps so, dass selbst wenn ich den cleanen Channel wähle, ich ab einer bestimmten Lautstärke in die Sättigung komme und er anfängt zu verzerren, richtig?
Nur halb richtig. Denn das passiert oberhalb der Leistungsgrenze bei jedem Amp, unabhängig von der Technologie der Endstufe. Kann die mangels Lautstärke nicht mehr lauter, fängt sie an zu verzerren, und das klngt dann halt mehr oder auch weniger schön. Man kann es durch eine zusätzliche Schaltung verhindern, sprich einen Limiter - aber der ist ja sozusagen auch nur eine automatisierte Hand, die den Amp leiser dreht, wenn das droht...

Wenn ich also einen 25 Watt Röhren-Amp nehme und ihn gegen einen wildgewordenen Drummer und einen anderen 80 Watt Peavey Bandit antreten lasse und ihn dann mit Pedals befeuern möchte, werde ich wohl Probleme bekommen mitzuhalten, richtig?
Na ja, wenn "wildgewordener Drummer" dem entspricht, was wir in den 80ern darunter verstanden haben, hättest Du mit keinem von beiden auch nur die geringste Chance... Aber irgendwie haben sich die Maßstäbe für "richtig laut" nach meinem Eindruck seither ziemlich verschoben - zum Glück, wenn Du mich fragst. Wenn Du dmit die Geschichte mit den "Röhrenwatt" ansprichst, muss ich sagen, dass das einfach sehr viel mit der Definition der Leistung zu tun hat.

Grundsätzllich sind Transen lange sehr verzerrungsarm, bis sie an die Leistungsgrenze kommen, und ab da fangen sie abrupt an zu zerren, und das meist eher :ugly:. Diese Grenze ist daher recht klar definiert. Beim Bandit gibt Peavey die 80 Watt an bei für eine Signal mit 1 kHz und 7% THD (eine Einheit für Verzerrungen). Das ist für eine Transe schon sehr viel
Verzerrungstoleranz. Oft sind es nur 1 % oder weniger THD. Allerdings klingen zumindest manche Modellgenerationen des Bandit mMn auch erstaunlich gut, wenn die Endstufe schon mitzerrt.

Wenn man sich die Leistungsangaben bei Röhrenamps ansieht, sind die Leistungsdefinitionen oft noch um einiges´variabler. Das hat auch damit zu tun, dass sich beim Röhrenamp die Verzerrungen eher "einschleichen", also relativ früh schon ene gewisse Zerre da ist - die man aber durch die andere Obertonstruktur auch weniger als solche wahrnimmt - und dann nach und nach ansteigt. Der Punkt, den man als Leistung definiert, ist also sozusagen etwas mehr interpretationsfähig. Es gibt dementsprechend sehr laute und auch eher leise 25 Watt-Röhrenamps.

Für Deinen Ansatz halte ich es aber für verfehlt, einen 25 Watter zu nehmen. In einer lauten Band würde ich auch bei Röhre mindestens 50 Watt nehmen, weil die Endstufe den Bassanteil aus den HiGain-Zerrern zunehmend erneut verzerren und damit matschiger und weniger punchy klingen lassen wird. Und ein Transistoramp sollte da schon eher 120 Watt oder mehr haben. Es geht nicht nur um Maximallautstärke, sondern auch sehr um Headroom. Ein Amp, der nicht zu nah an der Leitungsgrenze operiert, kann mehr Dynamik und Punch entwickeln.

Gruß, bagotrix
 
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Das was er bei 7:34 spielt, wäre der Sound den ich suche... ;)
Klar! Meiner Ansicht nach ein klassischer Metal Sound mit ziemlich viel Gain. Im Video spielt der dude alleine, relativ leise und über ein großes Top mit dicker 4x12 Box. Das ist alles überhaupt nicht aussagekräftig. Ich bin kein Metal Experte, aber ich bin mir sicher, dass wenn du so einen Sound bandtauglich haben willst, wirst du dich von der Hoffnung auf günstige Lösungen verabschieden müssen. Da geht es nicht nur um den Amp, sondern auch um eine entsprechende Box mit den richtigen Speakern.
Aber jetzt sollen hier endlich mal die Experten ran!
 
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@bagotrix Ich kann hier nur meinen Eindruck schildern, aber den Bandit ans Limit zu bringen ist nahezu unmöglich... bei Stufe 4 - 5 im cleanen Kanal ist das Teil unerträglich laut. Da geht aber noch nichts in Verzerrung und ich habe noch bis 12 Spielraum. Hänge ich dann noch das Chug Pedal davor, steht das auf Stufe 3 - 4 und der Amp clean auf Stufe 4 und der Bandit schreit dich an. Leider klingt das aber nicht sehr schön und eher klirrend als schön verzerrt. Der Bandit klassifiziert sich für mich mehr und mehr zu einem sehr geilen Amp für Lead-Gitarristen. Als Rhythmus-Amp empfinde ich ihn als zu schwach auf der Brust.

Die Wattzahlen sind für mich eher zur Orientierung, da Amps nun mal im Handel darüber definiert werden.

@Spanish Tony was willst immer mit Experten, deine Aussagen sind doch sehr hilfreich und vielsagend ;)

Immerhin habt ihr mir jetzt insoweit schon geholfen, dass ich mindestens 50 Watt Röhre brauche und das werde ich wohl auch angehen, wenn mein 212er Crate nicht besser liefert.
 
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@bagotrix Ich kann hier nur meinen Eindruck schildern, aber den Bandit ans Limit zu bringen ist nahezu unmöglich... bei Stufe 4 - 5 im cleanen Kanal ist das Teil unerträglich laut. Da geht aber noch nichts in Verzerrung und ich habe noch bis 12 Spielraum. Hänge ich dann noch das Chug Pedal davor, steht das auf Stufe 3 - 4 und der Amp clean auf Stufe 4 und der Bandit schreit dich an. Leider klingt das aber nicht sehr schön und eher klirrend als schön verzerrt. Der Bandit klassifiziert sich für mich mehr und mehr zu einem sehr geilen Amp für Lead-Gitarristen. Als Rhythmus-Amp empfinde ich ihn als zu schwach auf der Brust.
Das widerspricht sich meiner Meinung nach ein bisschen. Hast du mal mit dem EQ des Amps experimentiert? Mitten rein, Höhen und evtl. auch Bässe ein bisschen zurückdrehen könnte helfen.
Ich würde es auch mal im Overdrive-Kanal mit wenig Gain am Amp testen. Hast du das mal gemacht?
 
Der Engl Fireball 25 ist ein sehr lauter Amp , es kommt auf die Box drauf an
würde ihn mit einer 2x12 Engl Pro spielen. Spiele selbst hier im Wohnzimmer
einen mit Engl 1x12 Pro . Den Amp fahre ich nur auf der 1Watt Einstellung ,er
hat ein eingebautes Powersoak ,damit läßt sich die Leistung von 25 Watt auf 5
oder 1Watt reduzieren.
 
Hast denn eine Box, oder bräuchte es die auch noch?
 
Das Röhrengeraffel
ist schon lange obsolet.
Starke These das... :igitt::bad:🤪

Der Röhrenamp, heizt dein Studio, macht sogar kalte, digitale Töne warm und ist einfach schööön anzuschauen
:m_key:

Roehrenamp_images.jpg
 
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Das widerspricht sich meiner Meinung nach ein bisschen. Hast du mal mit dem EQ des Amps experimentiert? Mitten rein, Höhen und evtl. auch Bässe ein bisschen zurückdrehen könnte helfen.
Ich würde es auch mal im Overdrive-Kanal mit wenig Gain am Amp testen. Hast du das mal gemacht?
Nicht direkt... für mich macht es den Eindruck, dass der verbaute Speaker (BlueMarvel) aber auch der Eminance nicht mit den PowerAmp klar kommen, wenn man ein Pedal mit starker Verzerrung vorschaltet. Ich meine die High Gain Sektion des Peavey ist für mich eine etwas energischere Overdrive-Geschichte aber kein High Gain. Und der Equalizer des Verzerrungskanals ist auch eher schmal.
Letztlich fangen sowohl der Blue Marvel, als auch der Eminance Swamp Thang an zu übersteuern. Jedenfalls klingt es sehr danach. Natürlich kann ich das mit Rücknahme des Basses im cleanen Kanal regulieren, aber dann klingt es eher dünn.
 
Mit der Box klingt es etwas wärmer. Der typische Celestion V30 Sound eben aber weder über den Input als auch über den Power Amp kommt das Pedal nicht so durch wie es sollte. :ugly: Man hat durchweg das Gefühl, dass der Peavey mit dem Pedal nicht gut kann oder es immer ausbremst.
Ich werde mal schauen, ob ich die Tage mal ein paar Samples aufnehmen kann. Ist glaube besser als es verbal zu beschreiben.
 
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Ich meine die High Gain Sektion des Peavey ist für mich eine etwas energischere Overdrive-Geschichte aber kein High Gain.
Da würde mich jetzt aber doch mal interessieren, welches Modell Du hast - den alten Blue Stripe, den Silver Stripe Transtube, einen Red Stripe oder das aktuelle Modell? Ich hab einen aus ca. 1995, und der produziert mit dem zugeschalteten Gain-Knopf und dem Mid Shift echt extrem brutale Sounds. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass ein aktuelles Modell weniger Gain hat, auch der hat ja einen Classic/High Gain-Umschalter.

Unabhängig davon: Wenn Du einen aktuellen hast, was hast Du denn auf der Rückseite eingestellt? Der Power Level Schalter muss nicht zwangsläufig auf 100% für Dich am besten klingen. Bei dem Amp ist das ja eher die Simulation einer früher einbrechenden Endstufe, und keine echte Leistungsreduktion wie zB bei einem Röhrenamp mit einer Umschaltung von Pentoden- auf Triodenbetrieb. Die Endstufe hat dabei immer noch 80 Watt an 8 Ohm bzw. 100 an 4 Ohm.

Hast Du mal mit dem Damping-Schalter gespielt? Auch hier ist gerade bei Nutzung des Clean-Channel nicht unbedingt die "Tight" Einstellung die beste, auch wenn das der Name in Kombination mit einem Chug-Pedal nahe zu legen scheint. Denn in der Einstellung werden die Bässe letztlich irgendwo in der Schaltung gekappt und gehen nicht mehr so tief runter. Womöglich versuchst Du dann, den für Dich mangelnden Druck die Klangregelung zu erzeugen, die aber wieder auf ganz andere Weise wirkt. Vielleicht würdest Du ja besser damit fahren, den Bassregler etwas runter zu drehen und dafür beim Damping auf Medium oder sogar Loose zu gehen - speziell bei einem Amp, dessen Klangregelung im Clean Channel vermutlich nach Fender-Vorbild recht früh in der Schaltung platziert ist. Mit viel Gain wird er dann eher weicher und runder.

Ich denke auch, dass die Tight-Stellung eher für die Kombination mit dem internen Zerrkanal gedacht ist. Hast Du ein Pedal, das selbst schon auf trockene, straffe Bässe abgestimmt ist, kann es dagegen gut sein, dass da der Druck verlorengeht. Du hast also alleine schon 9 Schaltmöglichkeiten der zwei Schalter auf der Rückseite.

Auch bei Clean Channel solltest Du unterschiedliche Einstellungen bei der Kombination Volume/Master ausprobieren. Wenn Du den Zerrkanal eh nicht nutzt, hast Du da auch iohne Chnalle Master alle Freiheiten. Viele Amps klingen eher "steril", wie Du es beschreibst, wenn man für die Cleansounds das Master sehr weit aufdreht und Gain weit unten hat. Mit Clean auf 5 oder mehr klingt es meistens lebendiger, und je nach Ampschaltung reagiert auch die Klangregelung intensiver. Bei Röhrenamps ist das zwar idR am deutlichsten zu beobachten, aber gerade bei einer Solid State-Vorstufe, die auf Röhrensimulation baut und einen passiven Tone Stack enthält, gilt das schon auch.

Die Bandits haben für Transistoramps schon ziemlich viele Möglichkeiten mitbekommen, auch in die Dynamik einzugreifen. Meist lohnt es sich bei solchen Amps, auch mal ungewohnte oder nicht so naheliegende Einstellungen auszuprobieren und miteinander zu kombinieren.

Gruß, bagotrix
 
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Da würde mich jetzt aber doch mal interessieren, welches Modell Du hast - den alten Blue Stripe, den Silver Stripe Transtube, einen Red Stripe oder das aktuelle Modell? Ich hab einen aus ca. 1995, und der produziert mit dem zugeschalteten Gain-Knopf und dem Mid Shift echt extrem brutale Sounds. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass ein aktuelles Modell weniger Gain hat, auch der hat ja einen Classic/High Gain-Umschalter.
Ist ein Peavey Bandit der letzten Generation, ebenfalls mit TransTube Technologie. Ich kann mich persönlich nicht mit den Gain Varianten anfreunden. Klingt für mich alles nicht wirklich schön. Der Amp sollte ja eigentlich auch nur als Pedal-Plattform herhalten und war eine Notanschaffung, da mein Crate eingeknickt ist.

Unabhängig davon: Wenn Du einen aktuellen hast, was hast Du denn auf der Rückseite eingestellt? Der Power Level Schalter muss nicht zwangsläufig auf 100% für Dich am besten klingen. Bei dem Amp ist das ja eher die Simulation einer früher einbrechenden Endstufe, und keine echte Leistungsreduktion wie zB bei einem Röhrenamp mit einer Umschaltung von Pentoden- auf Triodenbetrieb. Die Endstufe hat dabei immer noch 80 Watt an 8 Ohm bzw. 100 an 4 Ohm.
Warum bin ich nicht selbst auf diese Idee gekommen? Danke für den coolen Hinweis. Ich bin ehrlich gesagt wirklich davon ausgegangen, dass es eine harte Reduktion der Ampleistung ist.

Hast Du mal mit dem Damping-Schalter gespielt? Auch hier ist gerade bei Nutzung des Clean-Channel nicht unbedingt die "Tight" Einstellung die beste, auch wenn das der Name in Kombination mit einem Chug-Pedal nahe zu legen scheint. Denn in der Einstellung werden die Bässe letztlich irgendwo in der Schaltung gekappt und gehen nicht mehr so tief runter. Womöglich versuchst Du dann, den für Dich mangelnden Druck die Klangregelung zu erzeugen, die aber wieder auf ganz andere Weise wirkt. Vielleicht würdest Du ja besser damit fahren, den Bassregler etwas runter zu drehen und dafür beim Damping auf Medium oder sogar Loose zu gehen - speziell bei einem Amp, dessen Klangregelung im Clean Channel vermutlich nach Fender-Vorbild recht früh in der Schaltung platziert ist. Mit viel Gain wird er dann eher weicher und runder.

Ich denke auch, dass die Tight-Stellung eher für die Kombination mit dem internen Zerrkanal gedacht ist. Hast Du ein Pedal, das selbst schon auf trockene, straffe Bässe abgestimmt ist, kann es dagegen gut sein, dass da der Druck verlorengeht. Du hast also alleine schon 9 Schaltmöglichkeiten der zwei Schalter auf der Rückseite.
Den Damping-Schalter habe ich nur als Schaltmöglichkeit für die Nutzung einer externen Box verstanden und in diesem Kontext nur damit, ob man den Amp lauter als die Box hört oder umgedreht. Hat der auch einen Effekt, wenn keine Box angeschlossen ist?

Auch bei Clean Channel solltest Du unterschiedliche Einstellungen bei der Kombination Volume/Master ausprobieren. Wenn Du den Zerrkanal eh nicht nutzt, hast Du da auch iohne Chnalle Master alle Freiheiten. Viele Amps klingen eher "steril", wie Du es beschreibst, wenn man für die Cleansounds das Master sehr weit aufdreht und Gain weit unten hat. Mit Clean auf 5 oder mehr klingt es meistens lebendiger, und je nach Ampschaltung reagiert auch die Klangregelung intensiver. Bei Röhrenamps ist das zwar idR am deutlichsten zu beobachten, aber gerade bei einer Solid State-Vorstufe, die auf Röhrensimulation baut und einen passiven Tone Stack enthält, gilt das schon auch.
Hier bin ich raus. Mein Bandit hat keine Gain Regelung im Cleanen Channel. Dort bietet er nur Volume, einen Voicing Schalter und den EQ. Der Gain Channel liefert Pre-Gain, einen Voicing-Schalter, den EQ und einen Post-Gain. Wobei der Pre-Gain der eigentliche Gain ist und der Post-Gain der Master. Danach kommt nur noch das Reverb und der Boost. Letzteres macht alles nur noch lauter.

Aber du bringst mich auf eine Idee, die ich Dussel selbst völlig außer acht gelassen habe. Zum einen finde ich die Idee mit dem Reduzieren der Leistung sehr gut. Außerdem bin ich bis jetzt auch noch nicht auf die Idee gekommen, an Stelle wie es vorgeschlagen wird, Pedale in den Einschleifweg eines verzerrten Amps zu geben, den Gain Channel mal clean zu halten, Pedals anzuschließen und dann mal zu schauen, was passiert, wenn ich Gain zu gebe.
 
Den Damping-Schalter habe ich nur als Schaltmöglichkeit für die Nutzung einer externen Box verstanden und in diesem Kontext nur damit, ob man den Amp lauter als die Box hört oder umgedreht. Hat der auch einen Effekt, wenn keine Box angeschlossen ist?
Ob zusätzlich eine externe Box angeschlossen ist, dürfte auf die Wirkung des Schalters wenig Einfluss haben, eine Anpassung interne/externe Lautsprecher ist jedenfalls nicht seine Aufgabe.

Wenn man wie hier nur eine Endstufe hat, hängt das Verhältnis der jeweiligen Lautstärken nur von Wirkungsgrad und Impedanz der jeweiligen Lautsprecher ab. Hast Du den internen 8 Ohm-LS und einen Box mit zwei intern parallel geschalteten 16 Ohm-LS wie hier die V30, dann liefert der Bandit maximal 100 Watt. Von denen kommen dann am internen LS 50 Watt an und an jedem der V30 25 Watt. Die Leistung wird also nur nach der Impedanz verteilt, allerdings gibt es LS, die aus der gleichen Leistung mehr oder weniger Lautstärke machen.

Was die Wirkungsweise des Damping-Schalters angeht, wird die im Manual leider nicht wirklich erklärt. Es geht um die sog. Gegenkopplung, die durch den Schalter verändert wird. Wenn eine Endstufe einen Lautsprecher antreibt, dann funktioniert dessen Schwingspule im Spalt des Magneten praktisch wie ein Elektromotor, der dann die Membran antreibt. Zugleich produziert (bzw. induziert) sie aber auch wie ein Generator Strom, der quasi über die Anschlussleitung zurück in die Endstufe "gedrückt" wird. Das verändert natürlich das Signal. Die Gegenkopplung ist nun eine technische Maßnahme, um dem entgegen zu wirken - dabei wird ein Teil des Signals so aufbereitet und zurückgeführt, dass sich die "Entstellung" des Signals verringert. Der Amp klingt kontrollierter, aber auch etwas weniger laut. Normale Transistor-Endstufen haben meist eine sehr hohe Gegenkopplung. Als die Technik nach dem Krieg entwickelt wurde, war Linearität überhaupt das wichtigste Ziel.

Nun ist eine lineare 1:1 Verstärkung bei Gitarrenamps im Gegensatz zu Monitoren oder PA aber gar nicht erwünscht. Gerade bei Röhrenamps wird das Spielgefühl sehr durch die technisch gesehen unvollkommenen Eigenschaften der Endstufe geprägt. Ein aufgerissener Deluxe Reverb zB fühlt sich zB viel "weicher" an als ein Hiwatt. Das Damping ist ein wesentlicher Teil von Peaveys TransTube-Technologie, um diesen Effekt bei Transistoramps nachzubilden.

Die Einstellungen Medium und Loose sollen wesentlich dazu beitragen, den Amp in höheren Lautstärken röhrenähnlicher klingen und vor allem reagieren zu lassen. Gerade auf den Sound innerhalb der Band kann das schon erheblichen Einfluss haben. Was man so liest, bevorzugen die meisten Bandit-User auch im Metal-Bereich Medium oder Loose.

Hier bin ich raus. Mein Bandit hat keine Gain Regelung im Cleanen Channel.
Klar hat er die, das ist nämlich das Volume. Allerdings gibts bei der aktuellen Version mit dem Boost leider kein Master mehr, das hatte ich nicht auf dem Plan. Dann solltest Du erst recht mal den Power Level-Schalter bemühen, um mit dem Volume in höhere Einstellungen zu kommen. Auch die Klangregelung macht einen Unterschied - das ist kein linearer EQ, es klingt zB anders, wenn B/M/T auf 10 sind, als wenn alle auf 5 stehen. Bei einer passiven Klangregelung oft besser.

Was den Zerrkanal angeht, gilt auch hier, dass der Schalter Classic/Modern/HiGain nicht zwangsläufig so eingestellt werden muss, wie es die Beschriftung sagt. Auch hier kann sich die beste Variante für Dich aus der Kombination mit den Klangreglern und den Endstufen-Schaltern hinten ergeben. Die Idee, ihn eher clean einzustellen und mit dem Chug zu füttern, könnte natürlich auch zum Ziel führen, und bei dem kommt ja noch eine weitere 3-Band Klangregeleung dazu...

Vor beiden Kanälen würde ich es übrigens zuerst damit versuchen, einen der beiden EQs an Pedal oder Amp möglichst linear einzustellen und nur mit einem zu arbeiten, bevor Du an beiden zugleich schraubst. Wenn Du damit noch nicht weiter kommst: Arbeite zuerst mal mit den Mitten - dreh die am Chug ruhig mal weit auf und am Amp wieder nach Geschmack zurück, oder eben umgekehrt und vergleiche, was Dir besser schmeckt. Die Ansatzpunkte der Klangregelung sind jeweils andere, und die Mitten prägen den Charalkter am stärksten.

Ob der Chug direkt in den Return gut klingt, musst Du ausprobieren, aber ich denke, dass es auch da eher noch steriler wird. Auch hier sollten aber die Power Level und Damping-Schalter noch eine Wirkung haben und einbezogen werden.

Gruß, bagotrix
 
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meikie
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boisdelac
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pat875a5
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Spanish Tony
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Hey @bagotrix , vielen lieben Dank für die erklärenden Worte. Jetzt macht in Bezug auf den Amp auch einiges mehr Sinn und ich habe wieder mal gelernt, man sollte doch mal ins Handbuch schauen.
 
Also meine Erfahrungswerte sehen so aus, dass der Bandit nach meinem Gefühl ein sehr steriler Amp ist, der eher ins Clipping kommt, als das er verzerrt. Jedenfalls klingt es nicht sehr nice...
Für mich sagt das: Entweder ist dein Bandit kaputt, oder du bedienst ihn nicht richtig. Oder du magst ihn einfach nicht bzw. er hat bei dir verschissen.

Peavey setzt hier die "Transtube" Technologie ein, die diesem Verstärker rundum (auch bei "lauter Lautstärke") die Eigenschaften eines Röhrenverstärkers verleihen soll. Und das ist nicht nur graue Theorie, der Amp hat einen wirklich guten Ruf. Auch bei der Verwendung als Probe / Auftritts Verstärker.

EDIT: Upps, auf der 3. Seite ist die Diskussion über den Bandit doch noch mal aufgeflammt. Da kommt wohl hier nur wenig neues, aber das Video über die aktuelle Bandit Generation bietet hoffentlich noch den einen oder anderen wertvollen Tipp und zeigt auch den Einsatz als Pedal Plattform:


View: https://www.youtube.com/watch?v=I-5cuUMPWq0
 
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Normale Transistor-Endstufen haben meist eine sehr hohe Gegenkopplung. Als die Technik nach dem Krieg entwickelt wurde, war Linearität überhaupt das wichtigste Ziel.
Wichtiger Punkt. Die Gegenkopplung wirkt ja auch den Verzerrungen der Endstufe entgegen, da die Verzerrungen "invertiert" wieder auf den Eingang der Endstufe gegeben werden halt gegengekoppelt) und somit die entstehenden Verzerrungen wieder auslöschen. Das trägt stark zu dem anderen Klangverhalten von Transistorendstufen gegenüber Röhrenschaltungen die mit weniger oder komplett ohne Gegenkopplung arbeiten. (Der Presence Regler liegt normalerweise immer im Pfad der Gegenkopplung und beeinflusst deren Stärke und Frequenzspektrum: mehr Presence = weniger Gegenkopplung der hohen Frequenzen)
 
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Guter Hinweis - wobei mir dazu noch einfällt, dass der Resonance-Regler praktisch das Gegenstück zu Presence ist und ebenfalls in die Gegenkopplung eingreift.

Der war übrigens auch eine Peavey-Neuerung, mWn eingeführt von Amp-Designer James Brown, der den ersten 5150 entwickelt hat. Heute findet man das ganze auch unter anderem Namen, oft als "Depth". Im Prinzip das gleiche wie bei der TransTube-Endstufe (mal mit stufenlosem Poti, mal wie hier mit Umschalter) - vielleicht wurde die Idee sogar von denen auf die Röhrenamps übertragen wurde oder umgekehrt. Einige Boutique-Builder wie VHT hatten ähnliches aber schon Ende der 80er eingebaut.

Das Prinzip ist natürlich nicht völlig neu, da es von der Presence-Regelung abgeleitet ist. Bei Amps ist die Basswiedergabe der Endstufe natürlich ein Punkt in der Abstimmung beim Bau, und je nach angestrebtem Sound wird sie dann oft durch Bauteile mit fixen Werten festgelegt.

Gruß, bagotrix
 
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