2011: A Pickup Odyssey. Meine Epiphone Dot und die Tonabnehmer.

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Es scheint eine nie endende Reise zu sein, die ich mit meiner roten Epiphone Dot begonnen habe. Ich hol mal ein kleines Stück aus: Gekauft habe ich sie 2007, war noch ein junger Gitarrist, kannte nicht allzu viele Gitarren und meine Vorlieben hatten sich auch noch nicht so ganz entwickelt. Die Gitarre blieb also wie sie war, bis ich anfing Gitarren zu modifizieren und merkte, dass mir die Tonabnehmer nicht so ganz schmecken. 2009 habe ich der Gitarre dann ein Set Seymour Duncan Invaders verpasst, Fehlentscheidung, die kamen jetzt Anfang dieses Jahres wieder raus. Der Halstonabnehmer war nicht schlecht, aber der Stegtonabnehmer hat mir sowas von garnicht zugesagt in der Gitarre.

Nun hängt die Gitarre seit genau diesem Zeitpunkt ohne PU's rum. Ich kann mich einfach nicht entscheiden welche Tonabnehmer, ja auch welchen Tonabnehmertyp ich hineinpacken soll. Ich dachte schon stark darüber nach P90 im Humbuckerformat reinzupacken, weil ich auch noch keine P90 Gitarre mein Eigen nenne. Aber auch gut klingende Humbucker, die meinen tonalen Erwartungen entsprechen, schwirren mir im Kopf herum. Womit ich zu meinen tonalen Erwartungen komme:

Die Tonanbnehmer sollten mir einen offenen, differenzierten Ton liefern, vor allem der Steg-PU sollte im Crunch-Overdrive genug Schub bringen, aber dennoch sauber auflösen. Durch die halbakustische Bauweise der Gitarre ist auch ein ordentliches Bassanteil vorhanden, der aber nicht zu vordergründig sein soll. Mir schwebt rein vom Steg ein recht klassischer Sound vor, der dennoch tight genug sein sollte um auch bei Palmmutes einen gewissen Biss zu haben.

Der Halstonabnehmer sollte mir vorwiegend gute cleane Sounds am Rande zum Crunch liefern. Auch gemäßigten Overdrive sollte er liefern können, aber es geht vorwiegend um die unteren Gaingefilde. Wieder recht offen und perkussiv sollte der Ton sein.

Falls es hilfreich ist: Mein Amp ist ein Orange Dual Terror über eine 2x12 mit Celestion V30. An Pedalen nutze ich Delay, Phaser und einen TS zum Boosten wenn es denn nötig ist. Hier habe ich auch noch einen Link zu einer Proberaum Aufnahme von mir und unserem Drummer die wir Dienstag schnell gemacht haben, damit ihr euch meine Spielweise und meinen jetzigen Sound zu Gemüte führen könnt. Die Gitarre war hier eine Fender Mex 50's Telecaster. KLICK.

Oh, eine Sache noch: Ich habe noch eine Telecaster mit einem Gibson Dirty Fingers drin, der einfach die Overdrive Drecksau schlechthin ist. Geiler Tonabnehmer, aber so viel sollten die für die Epiphone dann doch nicht haben. Soll doch recht klassisch werden. Ich hoffe mit meinem Geschreibsel könnt ihr was anfangen. :great:

Gruß, David.
 
Eigenschaft
 
Schon mal daran gedacht einfach das klassischste Set einzubauen? Sprich Gibson 57 Classic am Neck und ein 57 classic plus am Steg. Wird traditionell in den ganzen Gibson ES verbaut und klingt nun wirklich mehr als klassisch.
 
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Hallo Azriel,

An diese Option hab ich auch schon gedacht, definitiv. Die sind auf der Humbucker Seite ganz klar vorne mit dabei. Die 57 Classic sind ja PAF Replikas, oder? Ich bin mir nur nicht ganz sicher ob sie auch für einen Sound wie im Link differenziert genug sind. Hast du da Erfahrung? Für gemäßigteren Sound wären sie meine direkte Wahl, ich weiß aber nicht ganz ob sie auch dieses gewisse mehr in einer Semi souverän meistern. Habe die Pickups leider immer nur kurz gespielt, wenn ich mich recht entsinne.

Gruß, David.
 
Hallo Azriel,

An diese Option hab ich auch schon gedacht, definitiv. Die sind auf der Humbucker Seite ganz klar vorne mit dabei. Die 57 Classic sind ja PAF Replikas, oder? Ich bin mir nur nicht ganz sicher ob sie auch für einen Sound wie im Link differenziert genug sind. Hast du da Erfahrung? Für gemäßigteren Sound wären sie meine direkte Wahl, ich weiß aber nicht ganz ob sie auch dieses gewisse mehr in einer Semi souverän meistern. Habe die Pickups leider immer nur kurz gespielt, wenn ich mich recht entsinne.

Gruß, David.

Also, sie sind nicht unbedingt die transparentesten, sondern leicht fizzelig. Aber dafür liefern sie halt den klassischsten Overdrive-Sound. Wer Classic Rock der 70er Jahre im Ohr hat, kommt an den 57ern kaum vorbei.
Ansonsten wäre auch ein Set Burstuckers 3 und 2 eine Alternative. Die sind wesentlich offener und transparenter. 1 und 2 hab ich in meiner Gibson Midtown, der 2er wird dir aber zuwenig Druck entwickeln.
 
Ich glaube ich werde bei meinem nächsten Gang mal gezielt die Augen offen halten nach einer ES mit den 57ern. Du sagst die sind standardmäßig drin in den Gibsons? Die Burstbucker klingen in meinen Ohren gut, nur irgwie haben die nicht dieses gewisse etwas was mich entgültig überzeugt. Schwer zu erklären.

Hat evtl. jemand speziell Erfahrungen mit P90 in einer ES-335 oder Epiphone Dot? So langsam fang ich aber an diesen Plan mehr und mehr über den Haufen zu werfen...

Gruß, David.
 
Ich habe gerade dieses Set gefunden, das am Steg einen Gibson P-57 Classic Plus hat und einen normalen 57er am Hals. Ich denke das könnte ziemlich meinen Vorstellungen entsprechen. Hat jemand Erfahrung mit dem Classic Plus?

Gruß, David.
 
Hi,

den '57 Classic Plus fand ich in meiner Les Paul ein bisschen wattig obenrum. Der Druck war da, keine Frage, aber es hat mir Transparenz gefehlt. Das lag sicher auch daran, dass mein Pickup am obersten Rand der Specs gewickelt war (weit über 9 KOhm!). In den Regionen wird es mit dem Vintage-Wickeldraht erfahrungsgemäß schwer, noch genug Durchsichtigkeit zu behalten, gerade mit den AlNiCo II-Magneten. Burstbucker sind da in der Tat vorzuziehen, weil durch die unterschiedliche Wicklung beider Spulen mehr Klarheit und Brillanz entsteht, auchbei der heißeren Wicklung. Das Problem mit den BBs ist aber, dass die ganz gerne mikrophonisch peifen, weil sie nicht gewachst sind.

Mein Tipp wären von daher eher die Duncan Pearly Gates. Gerade in einer Halbakustik mit genug Tonsubstanz untenrum können die sich optimal entfalten und bringen mit ihrem sehr offenen Sound und gehobener PAF-Power tolle Crunch- und Overdrive-Sounds. Auch am Hals optimal für Deine Vorstellungen, da der Neck-PU etwas schwächer gewickelt ist. Offen und perkussiv ist da kein Problem, und Cleansounds sind warm und doch brillant.

Willst Du noch eine Spur mehr Power und einen stärkeren klanglichen Unterschied zwichen Bridge- und NeckHB, empfehle ich Dir die Paarung Dimarzio 36th Anniversary PAF Bridge DP223 und den Dimarzio Bluesbucker am Hals. Der Bluesbucker geht laut Werbung in die Soundrichtung eines P-90. Das kann ich zwar mangels direktem Vergleich in der gleichen Gitarre nicht überprüfen, aber er hat eindeutig den rotzigen Charakter eines fetten Singlecoils und trotz seiner Optik mit einem solchen mehr Ähnlichkeit als mit einem HB. Einer meiner liebsten HalsPUs, ob clean, crunchy oder voll verzerrt. Für wärmere Sounds kann man ihn mit dem Tonregler der Gitarre etwas bändigen, dann klingt er auch ein bisschen HB-ähnlicher. Das Schöne ist, dass er dabei nicht gleich mumpfelig wird, weil eben genug Reseven da sind.
Der Dimarzio PAF Bridge hat trotz relativ hohen Outputs einen sehr ausgewogenen Sound, der den Naturklang der Gitarre schön wiedergibt. Er hat nicht das Mittenloch eines Duncan '59, ist aber auch nicht so vorwitzig in den Hochmitten wie der Pearly Gates. Der PG ist da sozusagen etwas entschiedener, der Dimarzio dafür ausgeglichener in der Frequenzverteilung. Dennoch klingt er keinesfalls charakterlos, es ist einfach alles da, was ihn sehr flexibel macht. Crunch und Overdrive kommen 1a, selbst HiGain verträgt er im Gegesatz zu vielen anderen PAF-Clones sehr gut und produziert dann auch schöne Palmmute-Sounds.

Dass er dabei nicht so fett komprimiert wie ein 16 KOhm-Bolide, ist klar, aber die bringens halt bei Crunch-Sounds meist nicht so toll, weil es an Transparenz und Direktheit fehlt (die meisten dicken AlNiCo-HB) oder bei weniger Verzerrung gerne harsch wird (Heavy Keramik-HB). Am ehesten würde ich aus der Riege noch den Seymour Duncan Custom Custom empfehlen, das ist die AlNiCo II-Version des Custom. Ist in den Bässen nicht allzu stark, aber sollte in Deinem Fall nicht das Problem sein. Hat viel von einem aufgebohrten PAF, und funktioniert bestens bis in HiGain-Regionen. Noch etwas heavier, aber in den Höhen schärfer wäre dann der SH-5 Custom mit Keramik-Magnet. Der bringt auch tolle Crunch-Sounds und exzellente Palmmutes (sehr konkrete Bässe), singt aber durch seine knallige Charakteristik bei Soli in den hohen Lagen von sich aus nicht so sehr wie AlNiCo-PUs, er braucht dafür etwas mehr Gain.

Nicht empfehlen würde ich übrigens den SH-14 Custom 5, der hat ein extremes Loch in den Mitten, was für Crunch nicht gerade das Wahre ist. Kam mir immer etwas anämisch vor, selbst in meiner Paula, die weiß Gott genug Mitten produziert und mit ihrem Ebenholzgriffbrett sehr direkt und knallig, fast schon etwas harsch klingt.

Den Custom oder Custom Custom könntest Du auch sehr gut kombinieren mit einem Pearly Gates, wobei ich da die Bridge-Version nehmen würde, die am Hals auch sehr gut klingt, etwas mehr Output hat und trotzdem nicht matscht. Überhaupt ein echter Tipp zur Kombination mit Heavy Bridge-PUs; der oft empfohlene SH-1 kackt da outputmäßig doch arg ab und wird bei viel Gain doch arg mulmig, und der Duncan Jazz hat das Problem zwar nicht, aber ist halt auch ein bisschen outputschwach. Oder Du kombinierst den Custom bzw. Custom Custom mit dem Dimarzio Bluesbucker, da musst Du nur wie bei Dimarzio/Duncan üblich auf die Polung achten, die muss man in der Regel bei einem der beiden umdrehen.

Gruß, bagotrix
 
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Wow, das ist ja eine Riesenmenge an Informationen. Dass die Burstbucker nicht gewachst sind, wusste ich zum Beispiel nicht. Das macht sie für meine Semi eher uninteressant, da sie bei hohen Lautstärken schon von ganz allein ein Rückkopplungsfeuerwerk feiert, je nach dem wo ich stehe. Auch der Sound der mich nicht so ganz überzeugt hat, haut die dann schon mal raus.

Duncan Pearly Gates und die Dimarzio Option werd ich mir definitiv mal zu Gemüte führen. Die anderen Optionen scheinen ein kleines Stück zu weit in die High Gain Richtung zu gehen, die ich ja persönlich wenig abdecke, werde sie mir mir aber natürlich trotzdem ansehen und wenn möglich auch genauer ansehen. Die sind aber dann eher in zweiter Priorität verortet.

Das mit den '57 Classic Plus ist schade. Die sind dann wohl eher für einen heißeren Sound mit viel Vintage und weniger höhen gedacht... Hätte ja ganz gut passen können, rein von der Beschreibung her.

Keramikmagneten möchte ich eher nicht in diese Gitarre einbauen, die hatte ich ja bei den SH-8 schon drin und haben mich nciht sehr überzeugt, vor allem am Steg nicht in Kombination mit der Bauweise der Gitarre. Ausserdem hat meine Tele mit dem Dirty Fingers schon einen sehr kräftigen Keramik-Kollegen verbaut. Mit dieser Gitarre möchte ich einen etwas anderen Bereicht abdecken.

Ich hab mich mal noch etwas durch die Gegend gespielt und P90 ist jetzt abgehakt. Es soll ein Set schön ausgewogener Humbucker werden, mit dem richtigen Grad an Transparenz. Ein Eiertanz zwischen Vintage und höherem Gainlevel + Definition.

Vielen Dank für diese Riesenmenge an Informationen bagotrix!

Gruß, David.
 
So, habe mich gestern mal durch den Musikladen gespielt und mich letztlich für ein Set Gibson '57 Classic entschieden, die Open Coil Version. Die hatten für mich in den ES Typen die ich gespielt habe das ausgewogenste Verhältnis im Bass. Auch der perkussive Charakter des semiakustischen Aufbaus kam schön zur Geltung. Auch in Gainbereichen über dem Overdrive haben sie mich überzeugt. Der Classic Plus war mir nicht transparent genug am Steg.

Die Duncan Pearly Gates konnte ich bei einem Kumpel spielen und die gefielen mir mit meinem Setup nicht so richtig.

Wenn ich sie verbaut habe schiebe ich noch ein paar Bilder und ein Soundsample nach.

Danke für die Hilfe!

Gruß, David.
 

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