75 Euro gerechtfertigt? Angefertigter Knochensattel für eine Gretsch

Also das sind Beschädigungen die durchaus auch mal einem guten Gitarrenbauer passieren können und sich bei manchen Holzarten kaum vermeiden lassen.

Aber selbstverständlich hat man die zu beseitigen finde ich. Ich versuche es so gut es geht zu vermeiden, was für mich im Endeffekt weniger Arbeitszeit bedeutet.

Mir wäre es peinlich eine Gitarre mit solchen Schäden zu übergeben.
 
Ähm, was sind denn Chips?!:nix:
Lacht mich aus, aber ich hab das noch nie gehört?
 
Absolut, ist ja ein Natirprodukt. Aber ich denke ne Prise Palisanderstaub und ein Tropfen "Superglue" hätte geholfen und abschleifen muss er das Griffbrett sowieso.
Nächstes Mal suche ich mir dann einen anderen Gitarrenbauer, vielleicht sogar im Ruhrgebiet ^^

Viele Grüße
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ähm, was sind denn Chips?!:nix:

Kleine Holzsplitter die beim Entfernen der Bünde mit abplatzen.
 
Ah jetzt wird mir einiges klar. Hatte ich mir fast schon gedacht!
Vielen Dank für die Info!!
 
Absolut, ist ja ein Natirprodukt. Aber ich denke ne Prise Palisanderstaub und ein Tropfen "Superglue" hätte geholfen und abschleifen muss er das Griffbrett sowieso.
Nächstes Mal suche ich mir dann einen anderen Gitarrenbauer, vielleicht sogar im Ruhrgebiet ^^

Viele Grüße
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---


Kleine Holzsplitter die beim Entfernen der Bünde mit abplatzen.
Sorry, ich hatte dich mit dem TE verwechselt...vergeß daher meinen Kommentar...:embarrassed::bang::bang:

Das kommt dabei rum, wenn Leute Threads aufmachen, dann das Ganze ein wenig abdriftet und die TE´s eigentlich schon seit fast einem Monat nix mehr beisteuern oder irgendwas dazu beitragen... :bang: (kann natürlich auch an unserem Mitteilungsbedürfnis liegen :whistle::D..aber dafür simmer ja da);)
 
Ich dachter erst, ob der Knochen dann von Ötzi oder Mammut stammen müsste um so viel zu kosten.
Ich rechne Dummerweise noch in D-Mark und würde 40,- Euro schon als angemessen sehen.
Den o.g. Preis würde ich aber nicht ausgeben. Aber der Markt ist da, wo Leute auch mehr bezahlen.
Würde mich nicht wundern wenn die PReise mal weiter steigen.
Gruss
 
Mal gerade geguckt. Der renommierte und bekannte Gitarrenbauer bei mir verlangt 32€, für ne 12-saitige Gitarre 44€. inkl. Knochen.

Find die 75€ auch zu hoch. Hab einmal im Laden gewartet und gesehen wie er einen Sattel erneuert hat. Das dauerte keine halbe Stunde.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich dachter erst, ob der Knochen dann von Ötzi oder Mammut stammen müsste um so viel zu kosten.
Mammut Elfenbein kostet nicht so viel
http://www.mammutwerkstatt.de/shop/de/Rohmaterial/Mammut/Zuschnitte
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich habe seinerzeit für die Anfertigung und das Feilen des Knochensattels für meine Tele 40 Euro gezahlt. Für 75 Euro hätte ich es glaube ich nicht machen lassen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass jeder da unterschiedlich viel für verlangt. Ich meine jedoch in Erinnerung zu haben, dass ein gescheiter Rohling um die 10-15 Euro kostet.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
So nachdem mein letzter Sattel trotz Nacharbeit bzw. ersetzen durch einen neuen immer noch nicht meinen Vorstellungen entsprach (kein wirkliches schnarren aber total schief eingebaut und nicht plan aufgelegen, Kleber vom einkleben ist unter das Trussrodcover gelaufen und ich musste es fast rausbrechen :( etc.) bin ich woanders hin gegangen. Ich weiß nicht ob das jetzt als Werbung zählt, falls ja bitte entfernen^^ Ich war im Soundland in Stuttgart und die Beratung war top, wir haben über den Murks gesprochen den der erste "Gitarrenbauer" wo anders fabriziert hat. Klanglich hatte dies alles ja wahrscheinlich keinen Einfluss aber es soll eben perfekt sein ;) Gestern konnte ich sie dann endlich abholen mit neuem Sattel und die Bünde wurden auch kontrolliert und abgerichtet und jetzt passt einfach alles. Ist super zum Spielen ohne Schnarren (wenn man natürlich nicht voll reinhaut^^), es sitzt alles super akkurat ohne Spalt oder dass es schief ist und auch die Haptik ist klasse ohne Kanten etc. Ich habe jetzt dafür 110€ gezahlt was ich vollkommen in Ordnung finde für 1 1/4 h Arbeit von einem Gitarrenbaumeister und inklusive Rohling des Sattels. Mit dem Pfuscher davor und Spritkosten durch andauerndes hin und herfahren waren es dann sicher 180€ und natürlich der Stress für mich bzw. die Zweifel es am liebsten rückgängig zu machen :/ aber hat sich jetzt vollkommen gelohnt und das Soundland wird mich sicherlich nicht zum letzten mal gesehen haben und ist ab jetzt Anlaufpunkt Nummer 1 :)

Grüße und schöne Weihnachten,
Christian
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
(kein wirkliches schnarren aber total schief eingebaut und nicht plan aufgelegen, Kleber vom einkleben ist unter das Trussrodcover gelaufen und ich musste es fast rausbrechen :( etc.)
Späte Einsicht. Hättest auch gleich auf mich hören können, siehe: https://www.musiker-board.de/thread...-fuer-eine-gretsch.686095/page-6#post-8690292

Klanglich hatte dies alles ja wahrscheinlich keinen Einfluss
Doch!

Ich habe jetzt dafür 110€ gezahlt was ich vollkommen in Ordnung finde

Ohne überhaupt zu wissen oder zu schreiben, aus was der Sattel ist?

Ich habe diesen Thread sehr wolh durchgelesen und muss leider konstatieren, dass Leute ohne Ahnung von der handwerklichen Materie sehr häufig eher zur Akzeptanz eines hohen Leistungsentgelts bereit sind als Leute, die den Aufwand, einen Knochensattel einzusetzen kennen.

Das macht mir Bauchweh!
Denn genau diese Haltung ist es, die dafür sorgt, dass mittlerweile fast alles an unserer schönen Leidenschaft exorbitant teuer geworden ist. Leute mit dieser Haltung sind das dankbare Schlachtvieh der Voodoo-Musikalien-Industrie, samt ihrer ach so renommierten Dienstleister im Handwerk. So kommt es dann, dass eine herkömmliche Les Paul 4.5 Kilo kostet, eine selbige vom Handwerker 2,5. Seltsam, nicht? Aber in dieser Gesellschaft mal zu sagen: Der Preis ist Wahnwitz! ... nun, mir kaum etwas anderem, als mit wirtschaftlichen Unvermögen, stellt man sich gleichsam schnell ins Abseits.

Was noch schlimmer ist, ist die Unbelehrbarkeit dieser Voodoogläubigen. Versucht man ihnen klarzumachen, dass einen Sattel einzusetzen kein Hexenwerk ist, ist man kurzerhand Frevler. Und die Voodoogläubigen sind nicht nur unwissend, sie affirmieren sich hier in diesem Forum auch noch gegenseitig! Das ist schon ärmlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Da schießt du jetzt aber ein bisschen über das Ziel hinaus.
Ich bin handwerklich jetzt nicht soo der König. Zwar ist mir klar, dass es für jemanden, der's kann, überhaupt kein Problem darstellt, einen Knochensattel selber zu feilen und einzusetzen. Und dass ein Preis von 75 € nichts mehr mit dem Materialwert oder der Arbeitszeit zu tun hat. Aber wenn ich abwäge, ob ich meine ersten Erfahrungen mit stinkendem Knochen, stabil klebenden Plastikresten am Hals und möglicherweise kleinen Lack- oder Holzabsplitterungen (aufgrund meiner pfuschigen Herangehensweise) mit meiner geliebten Gitarre machen möchte oder jemandem Geld dafür gebe und es wird professionell gemacht - entscheide ich mich bis zu einem gewissen Preis für Zweiteres. Dabei frage ich mich: a) habe ich die Kohle? b) ist es mir das Geld wert, das nicht selber machen zu müssen? Damit, dass ich denke ich kann das selber nicht oder "für das bisschen Schmirgeln und Feilen ist der Preis eigentlich Wucher" hat meine Entscheidung so gut wie nichts zu tun.
Aber ich bin deswegen nicht "Voodoo gläubig". Klar kann ich das auch selber machen, aber ich bin nicht verpflichtet dazu - nur weil es gehen würde...
Und ich bin auch nicht Schuld daran, dass du für eine Gibson mehr zahlen musst als du eigentlich willst - kauf sie halt einfach nicht!
 
Da schießt du jetzt aber ein bisschen über das Ziel hinaus.
Ich bin handwerklich jetzt nicht soo der König. Zwar ist mir klar, dass es für jemanden, der's kann, überhaupt kein Problem darstellt, einen Knochensattel selber zu feilen und einzusetzen. Und dass ein Preis von 75 € nichts mehr mit dem Materialwert oder der Arbeitszeit zu tun hat. Aber wenn ich abwäge, ob ich meine ersten Erfahrungen mit stinkendem Knochen, stabil klebenden Plastikresten am Hals und möglicherweise kleinen Lack- oder Holzabsplitterungen (aufgrund meiner pfuschigen Herangehensweise) mit meiner geliebten Gitarre machen möchte oder jemandem Geld dafür gebe und es wird professionell gemacht - entscheide ich mich bis zu einem gewissen Preis für Zweiteres. Dabei frage ich mich: a) habe ich die Kohle? b) ist es mir das Geld wert, das nicht selber machen zu müssen? Damit, dass ich denke ich kann das selber nicht oder "für das bisschen Schmirgeln und Feilen ist der Preis eigentlich Wucher" hat meine Entscheidung so gut wie nichts zu tun.
Aber ich bin deswegen nicht "Voodoo gläubig". Klar kann ich das auch selber machen, aber ich bin nicht verpflichtet dazu - nur weil es gehen würde...
Und ich bin auch nicht Schuld daran, dass du für eine Gibson mehr zahlen musst als du eigentlich willst - kauf sie halt einfach nicht!

Der TE hat gefragt, ob 75 Euro gerechtfertigt sind.

Eine Menge Leute hier (wie auch du) beantworten dies damit, was es ihnen persönlich wert ist. Damit erhält man dann 100 verschiedene, subjektive Antworten, alle Pi mal Daumen. Das kann nicht die Antwort sein, weil sie eben im Höchstmaß unbestimmt ist.
Auf was können wir also alleinig abstellen? Richtig, auf Real-/Sachwerte, was hier auch schon genannt wurde. Arbeitszeit, Materialkosten, etc. Erwarten wir nicht genau das von einem Klempner oder einem Elektriker, dass seine Rechnungsstellung nachvollziehbar ist? Hat jemals jemand einem Handwerker das gezahlt, was es ihm subjektiv wert ist? Ich glaube, nein. Warum also dann einem Zupfinstrumentenmacher?

Wenn du die L'oreal-Haltung ("Weil es es mir wert ist") pflegst, dann musst du dich nicht wundern wenn der Anbieter genau das ausnutzt und Preise nicht mehr sachlich begründet, sondern mit Geschwafel wie: "Nur hier bei mir", "Das muss es dir wert sein", etc. Das ist dann genau der Punkt, wo Waren und Dienstleistungen vom Realwert entkoppelt werden und die Musikbranche nähert sich der Lifestyle-, Luxus-, und aus Schei*** mach Gold-Branche a la Parfüm o.ä. an. Hat nicht Henry K. versucht, aus Gibson ein Lifestyle-Produkt zu machen? Viele, sehr viele Produkte im Musikalienbereich sind, am Realwert gemessen, weit überteuert, genauso wie es ein Ralph Lauren-Shirt ist. Wenn dich das glücklich macht, bitte. Ich halte die Bejahung einer solchen Wirtschaftsordnung für eine sittliche Katastrophe und ich bin nicht unter sozialistischer Ägide aufgewachsen.

Nun kommst auch du mit dem gewohnten Argument der Vertreter des Systems, die jeden Preis als unanfechtbar ausweisen:
"dass du für eine Gibson mehr zahlen musst als du eigentlich willst - kauf sie halt einfach nicht!"
Und tue ich es doch, würde es mir danach nicht komisch vorkommen, dass mein Auto gerademal das Doppelte kostet oder ich dafür 11 Kilo pures Silber kaufen kann?

Wenn dich das nicht nachdenklich macht, dann wirst du bald in einer Welt leben, wo ein Kg Brot 20 Euro kostet, weil es ein Lifestyle-Produkt ist und mit Marketing-Geschwafel künstlich aufgewertet wurde (falls es sowas überhaupt gibt). Wenn du dann noch sagst: "Ich muss das nicht kaufen" dann sage ich "Doch, verdammt, sonst verhungere ich!"
Also denk mal drüber nach, denn das Ende der Spirale ist, dass man sich am Ende gar nichts mehr leisten kann, wenn man nicht gerade zu den Superreichen gehört.
Ach ja, jenes Stichwort, wer hat dieses System nochmal installiert und kultiviert?

Daher plädiere ich und appelliere ich an eine jeden: Fragt, warum der Scheiss so teuer ist, rechnet Realwerte dagegen, sagt, dass ihr da preislich nicht mehr mitgeht, auch wenn ihr es euch leisten könnt, eure geistigen Gesundheit zuliebe! Mal sehen, ob nicht so mancher Anbieter seine €-zeichen auf den Augäpfel zerbröseln sieht.


Da schießt du jetzt aber ein bisschen über das Ziel hinaus.

Und der Kommentar eben?
Wie nennst du das wohl?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
110,- Euro.... für das anfertigen und einpassen eine neuen Sattels... OK... da fällt mir genau ein Wort zu ein... Dekadent...

In Relation zur Leistung und dem Produkt steht ein solcher Preis nicht mehr.. zumal der EK für einen Knochensattel bei etwa 1,- Euro liegt... so ein Sattel ist i. d. R. auch schon zu 90% vorgefertigt... da muss Keiner irgendetwas aus irgendetwas Geheimnisvollem schnitzen... die liegen (fast) passend - für den entsprechenden Gitarrentyp - zum Einbau bereit...

und was den "Gitarrbaumeister" betrifft... ein Kunstwort und nicht geschützt... Es gibt den / die Zupfinstrumentenmacher/in , der /die fertigt und wartet akustische Gitarren...

...auch wenn es schwer zu glauben ist ... Das Anfertigen eines Sattels ist schnödes Handwerk und wird den Azubis schon im 1. Ausbildungsjahr vermittelt... Da muss kein Meister ran... selbst einem Ungeübten kann man diese Tätigkeit schnell vermitteln...

Ich frage mich auch, was muss eine Gitarre kosten, wenn ein so einfaches Teil - wie etwa ein Sattel - so teuer ist?

Perfide sind dann aber wirklich Aussagen darüber, dass Jemand - der nicht bereit ist - diese Preise zu zahlen, oder andere Dienstleister, die einen guten Service lediglich ein Drittel - bis die Hälfte dieses Preises verlangen, keine Ahnung haben... und eh nur Pfuscher sind...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Na ja, ich finde ja auch, dass wir alle von den Wirtschaftskapitänen verarscht werden.
Ein Bewusstsein für die Wirkung meiner Aktionen auf dem Markt, ob Lebensmittel oder Gitarren, ist natürlich gut. Unter anderem für mich selber, so auf lange Sicht gesehen...
Ob's am Ende hilft, dass ich Bio Sachen kaufe, oder ob nicht am Ende trotzdem Nestlé als einziger Produzent von Lebensmitteln übrig bleibt und ein Brot dann wirklich 20€ kostet und noch nicht mal mehr aus Brot besteht? Jedenfalls maule ich nicht an der Kasse irgendeine Oma an, die sich Nescafé kauft.
Das mit der Gibson war übrigens gar nicht so scharf gemeint, wie sich's liest - ich war seinerzeit von "Only a Gibson is good enough" und dem Preis genervt (als wären das verdammte Stradivaris) und habe mir eine FGN gekauft. Aber machen wir uns nichts vor - mit dem tatsächlichen Wert (Materialkosten, Lohnkosten, Schiffchen über'n Teich usw.) hat auch der FGN Preis nichts zu tun. War halt für mich ok, der Gibson Preis nicht. Gibson also fett bestraft! Trotzdem 'nen Phantasiepreis bezahlt.
Mangels Auskennen kann ich den Wert handwerklicher Leistungen nicht einschätzen - für mich ist alles, was hinterher funktioniert, eine Meisterleistung ;)
Ich sage nicht: "Jeder der's für'n Zwanni macht, ist ein Pfuscher!" - ich wusste gar nicht, dass jemand das für'n Zwanni macht (und kenne auch jetzt noch keinen). Also habe ich mich gefragt: "Was ist mir das wert, dass ich's nicht lernen muss?". Bisschen dekadent und faul, aber Schuld am Untergang des Abendlandes bin ich doch deswegen nicht, oder?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Beim Jäger kannste dafür 2 Sättel bekommen...
Ich kenne die jetzigen Preise nicht, das war damals anno 2005 noch.
Beim Deimel hat das auch ungefähr 40,- Euro gekostet das war so 2009 oder so.
Aber egal ob angesagter Gitarrenbauer oder nicht, der Preis für 75,- Euro grenzt meiner Meinung nach an Wucher.
 
Ich habe nicht den ganzen Tread durchgelesen. Wir reden ursprünglich über 75 Euro für einen Knochensattel. Also rechnen wir mal nach. Aus den 75 Euro sollte man mal die üblichen 19% MwSt. rausrechnen. Die muss derjenige der das macht an den Staat abführen. Wenn es schlecht läuft in monatlichen Vorauszahlungen. Demnach bleiben von den 75 Euro Brutto, abzüglich 19% MwSt. (11,97€) 63,03 Euro übrig. Dann kann derjenige der den Sattel einbaut natürlich den Einkauf und die dafür entrichtete MwSt. gegen rechnen. Kosten für einen Knochensattel vielleicht 2,50 Euro Brutto, keine Ahnung ist auch unerheblich. Die Netto Rechnerei spare ich mir jetzt mal. Es bleiben demnach irgendwas um 60 Euro Euro als Ebit übrig. Wenn es dem Gitarrenbauer schlecht geht und er so um 10 K€ p.a. Umsatz macht, bezahlt er ca. 14% Einkommenssteuer. 60 Euro minus 14% Steuer macht dann 51 Euro, ohne all in. Bei 10K€ Umsatz p.a. ist der Typ aber pleite. Damit erledigt sich die Rechnung. Macht der aber mehr als 54 K€ p.a. ist er ganz schnell im Steuersatz = 42%. Soweit so gut. Nehmen wir mal an das es dem Gitarrenbauer so einigermaßen gut geht und gehen wir weiter davon aus das er bei einem Steuersatz von moderaten 30% liegt, dann bleiben von den 63,03 Euro, ein Ebit von 44,12 übrig, zuzüglich überschaubarer Werbekosten, Miete, IT, ggf. Garantierückstellung und inklusive Gemecker vom Kunden. Wie lange benötigt ein versierter GB dafür, vielleicht 1,5 Std. Nehmen wir, um es einfach zu machen, mal die 44,12 Euro an und teilen die durch 1,5 Std. Das macht einen Stundenlohm von 29,41 €. Ein Gärtner z.B wird mit durchschnittlich 36€ /Std. Brutto berechnet. Wenn ich 75 Euro für den Einbau eines Knochensattel als zu teuer empfinde dann kann ich das lassen oder mich beim Hersteller beklagen warum der einen Mist verbaut hat. Und....Billig/Günstig kann man alles verkaufen. If you paid with peanuts, you must work with Monkeys. (nix gegen Monkeys)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Billig/Günstig kann man alles verkaufen. If you paid with peanuts, you must work with Monkeys. (nix gegen Monkeys)

.... und da haben wir es dann wieder... "Günstig" oder besser - der angemessene Preis - bedeutet dann eben, dass es nichts taugen kann... oder Pfusch ist....

mal als Gegenbeispiel... Beim Walter Kraushaar (der wirklich Meister ist) kostet diese Dienstleistung (Konzert, Western, oder E Gitarre) 60,- Euro... was ein angemessener Preis ist... und sicherlich keine Billiglösung... das gilt auch für viele andere Dienstleister, die gute Arbeit für eine angemessene Dienstleistung nehmen.. Wie ich anderenorts schon schrieb... vor 20 Jahren haben wir das oftmals unter der Rubrik... "wirf nen 10er in die Kaffeekasse" verbucht... weil das Wechseln eines Sattels nichts besonderes war und ist... Routine... halt...

Und was die Zeit betrifft... 1,5 Stunden? Sorry.... wer für das Anfertigen eines Sattels (die i. d. R. schon zu 90% vorgefertigt sind) so lange braucht... puh... Augen auf bei der Berufswahl... wird wohl nicht lange in dem Job bleiben...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Es werden gar nicht so selten Gitarren bei diesem ach so einfachen Satteltausch beschädigt. Ich meine es hätte auch in diesem thread Beispiele dafür gegeben.

Ich habe mal allein für die Demontage eines Sattels eine halbe Stunde gebraucht und hatte dabei Angstschweiß auf der Stirn, weil ich fürchtete die Kopfplatte würde eher abbrechen als dass der Sattel sich endlich lösen würde.

Nun kann man ja unterstellen dass ich mich einfach zu dumm angestellt habe und der Sattel bei einem von diesen Supermännern die das mal eben für `nen Zehner in die Kaffekasse machen einfach von allein rausgefallen wäre...

Vielen hier ist es ja auch scheinbar egal wie so ein Sattel aussieht. Bei mir dagegen ist es eher das Tüpfelchen auf dem i.

Bei einem Geigenbauer ist der Obersattel auch so etwas wie eine Visitenkarte - das einzige Bauteil an einem Streichinstrument bei dem er mal seine Kunstfertigkeit zeigen kann. Das macht man als Handwerker auch schon mal für sich selbst, also um Freude an der eigenen Arbeit zu haben.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Sehe ich genau so.
Es gibt Sättel die sind wie einbetoniert und das kann vorher niemand sehen, auch sind hier und da Sättel überlackiert. Solche Anfragen lehne ich mittlerweile ab, den die Kunden erwarten zum Teil eine Aufbereitung der Lackierung an dieser Stelle für eben den berühmten Zehner in der Kaffeekasse. Dabei ist es nicht mal so nebenbei gemacht den Nitro an dieser Stelle, exakt auf die Farbe abzustimmen un zu lackieren.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben