Access Virus

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vollo

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Hi ich bin auf der Suche nach einem guten Synth für Elektro. Dabei bin ich im Internet vor allem über den Access Virus gestolpert. Dieser ist ja in mehreren Modellen erhältlich. Meine erste Frage ist ob es sich noch lohnt die A Variante zu kaufen oder lieber gleich die C. Der Preisunterschied ist ja sehr groß.

Als zweite Frage würde ich gerne Wissen wie man den externen Synth dann in den Sequenzer einbindet gibt es da ne Plugin oder kann man nur das Audio Signal routen?

Wenn man mit den Access Virus ein Preset speichert und das später lädt dann sind ja die Einstellungen der Regler und Knöpfe (z.B. Potis) ja nicht in der Position wie im Preset gibt wie wird das denn eigentlich gelößt?

Als Hardware Alternative hatte ich mir den ROLAND JP 808 angeschaut der leider nicht so übersichtlich und auch nicht billiger ist. Als Software Alternative habe ich mir Novation V Station angeguckt leider ist der auch nicht so übersichtlich. Gibt es vielleicht noch andere Alternativen?

Grüße,
vollo
 
mother.mosquito

mother.mosquito

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Die Unterschiede zwischen Virus A und Virus C betreffen vor allem das Layout (beim C sind die Knöpfe anders angeordnet, die Bedienung ist dadurch etwas anders), die Polyphonie (A: 12 Stimmen, C: 32 Stimmen) und die Effekte.

Ein Plugin für die Sequenzer software gibt es erst ab Virus TI/TI2. Die älteren Viren werden normal über Midi und Audio eingebunden.

Zur Frage nach den Presets und der Reglerposition: Man kann global einstellen, wie sich der Virus verhält, wenn ein Regler bewegt wird:
Variante 1 - der Parameter springt sofort auf den Wert entsprechend der Reglerstellung.
Variante 2: Der Wert wird "abgeholt" (z.B. ist ein cutoff von 64 gespeichert, der Regler steht auf 0. Jetzt passiert beim bewegen des Reglers solange nichts, bis man an der Position 64 vorbeikommt, erst dann wirkt sich der Regler auf den Klang aus. Bei dieser Variante entstehen keine Parametersprünge).
Variante 3: "Endlos regler" - Die Reglerbewegung wird zum gespeicherten Wert addiert (oder subtrahiert). Wenn der Cutoff bei 64 gespeichert ist und ich den Regler von 0 auf 10 aufdrehe entsteht so ein Wert von 74.
 
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vollo

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Hi vielen dank für die schnelle Antwort. Werden denn beim Laden eines Presets die Parametereinstellungen für alle Knöpfe angezeigt? Also in deinem Beispiel woher weiß ich das im Preset der Cutoff Regler bei 64 steht?

Allgemein gefragt lohnt es sich noch einen Virus A oder C zu kaufen oder lieber gleich den TI da dieser ja Integriert ist. Dieser ist ja aber auch wesentlich teurer. Macht denn der Sound von der Qualität her (ohne Effekte) einen großen Unterschied zwischen A und C ? der Preisunterschied ist ja ca. das doppelte.

Grüße,
vollo
 
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synthos

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Hi,

Der grössere Sprung bei den Viren war vom A zum B: hier kam ein dritter Oszillator dazu, die Stimmenzahl wurde von 12 auf 24 verdoppelt und viele Effekte wurden hinzugefügt. Vom B zum C gab es weniger Änderungen. Ich würde also nach einem Virus B oder Classic Ausschau halten.

Überhaupt sind die Viren mit Effekten sehr gut ausgestattet - das bieten nicht viele andere. Der erste Hersteller, der so viele gleichzeitig nutzbare Effekte anbot (das Ziel war, einen Sound im Single- wie im Multi-Mode genau gleich klingen zu lassen), war aber Novation. Hier solltest du dir auch mal die Nova oder KS Rack anschauen.

Andere Hersteller legen weniger Wert auf viele Effekte. An virtuell-analogen Synthesizern mit Desktop-Gehäuse gibt es z. B. noch die Clavia Nord Leads (mehrere Modelle, auch Desktop/Rack-Versionen, hier gibt es überhaupt keine eingebauten Effekte), die Rack-Version des Korg MS2000(B) oder den Waldorf MicroWave XT (OK, ist vielleicht kein klassischer virtuell-analoger, kann diese Klänge aber auch erzeugen). Roland JP-8080 hast du ja schon gesehen; der SH-32 ist günstiger, aber sample-basiert. Von Yamaha könnte man den AN-200 nennen, der geht aber schon in Richtung Groovebox.

Dann gibt es natürlich noch einige echte analoge wie z. B. den Vermona Perfourmer, aber die haben dann halt weniger Stimmen. Aktuelle polyphone Analoge sind z. B. Tetra oder Prophet '08 (Modul) von Dave Smith Instruments.

Die Einbindung in die Rechner-Umgebung erfolgt üblicherweise über Midi und Audio: die DAW (Software) sendet Midi-Daten an den Klangerzeuger und zeichnet die ausgegebenen Audio-Daten auf. Bei Ableton Live gibt es dafür z. B. das "External Instrument"-Gerät. Über die Midi-Verbindung kann man normalerweise auch Programme am Klangerzeuger vom Rechner aus aufrufen und möglicherweise auch die Einstellungen bearbeiten. Beim Virus TI z. B. ist der Hardware-Klangerzeuger über ein Plugin genau wie ein Software-Klangerzeuger bedienbar, stellt aber seine eigenen DSPs zur Verfügung.

Die Regler bei einem Hardware-Synthesizer mit Speicherplätzen stehen tatsächlich selten auf der "richtigen" Position. Editieren ohne Sprünge ist oft trotzdem möglich, z. B. durch Abhol- oder Relativ-Modi ([edit]wie von mother.mosquito erwähnt[/edit]), oder auch durch Endlos-Drehregler wie beim MicroWave XT oder Nord Lead 3. Letzterer hat sogar LED-Kränze, an denen man die momentane Regler-Position ablesen kann und die bei Programmwechseln springen.

Schliesslich noch die "Übersicht": der Aufbau der Klangerzeugung bei einem virtuell-analogen Synthesizer ist naturgemäss immer mehr oder weniger gleich, das Design des User-Interface ist dann natürlich von Hersteller zu Hersteller verschieden. Meintest du mit "nicht so übersichtlich", dass die Geräte zu viele Bedienelemente haben? Normalerweise wird gerade das an einem Virtuell-analogen geschätzt, weil man eben für jeden Parameter einen Regler zum Anfassen hat (das war ja gerade die grosse Attraktion, nachdem man in den 80ern und 90ern jahrelang nur Datenrad und + - Tasten hatte). Wenn du die ganzen Regler nicht brauchst und lieber alles mit der Maus einstellst, dann kämen auch andere Geräte in Frage, z. B. der Virus TI Snow. Für viele der oben genannten älteren VAs gibt es auch Software-Editoren.

Grüsse,
synthos
 
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vollo

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Hallo vielen Dank für die sehr ausführliche Beschreibung jetzt sind eigentlich alle meine Fragen bis auf eine beantwortet:

Lohnt es sich einen Virus C anzuschaffen oder wäre es besser für weniger Geld einen vst / AU Plugin zu kaufen das vielleicht mehr kann? Ich glaube aber nicht das die nativen Plugins so einen guten Sound hinbekommen wie die DSP's oder?

Grüße,
Vollo
 
strogon14

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Ich glaube aber nicht das die nativen Plugins so einen guten Sound hinbekommen wie die DSP's oder?

Na, dann hör' dir doch mal die Demos von den einschlägigen Kandidaten* an! Der Sound ist heutzutage nicht mehr das Problem bei den Plugins (sie haben meistens sogar viel mehr Möglichkeiten), sondern es ist einfach eine Frage dessen, was am besten in die vorhandene Umgebung und Arbeitsweise passt - abgesehen von Fragen wie Zukunftssicherheit von Software und Lizenzfragen.

* Siehe z.B. hier: AMAZONA Charts Software Synthesizer
 
Martman

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Hi vielen dank für die schnelle Antwort. Werden denn beim Laden eines Presets die Parametereinstellungen für alle Knöpfe angezeigt? Also in deinem Beispiel woher weiß ich das im Preset der Cutoff Regler bei 64 steht?
Faß den Regler an und dreh ihn mal. Auf dem Display wirst du zum einen den Wert sehen, den du gerade eingedreht hast, und zum anderen den gespeicherten Wert. Ist nicht so, daß der Virus Motorpotis hätte (wobei das wirklich mal was für VAs wär).

Allgemein gefragt lohnt es sich noch einen Virus A oder C zu kaufen oder lieber gleich den TI da dieser ja Integriert ist. Dieser ist ja aber auch wesentlich teurer. Macht denn der Sound von der Qualität her (ohne Effekte) einen großen Unterschied zwischen A und C ? der Preisunterschied ist ja ca. das doppelte.
Beim A muß man wirklich wissen, ob man so "wenig" Synth braucht, denn vom A zum B gab es, wie hier schon gesagt wurde, einen immensen Sprung in puncto Ausstattung. Ab dem B ist der Virus eigentlich immer empfehlenswert, wenn man nicht gerade so abgefahrene Sachen wie Granularsynthese oder Wavetable (und das unbedingt im Virus, als wenn's Waldorf nicht gäbe) braucht.


Martman
 

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