AD/DA Wandlungen. Wieviel sind zu viel?

von -=Mantas=-, 10.12.18.

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pedaltrain
  1. -=Mantas=-

    -=Mantas=- Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.18   #1
    Folks,

    ich möchte kein Glaubenskrieg lostreten - Am Ende des Tages gilt doch eh immer: Was gut klingt, IST gut.

    Auf das Thema komme ich, weil ich mir überlege seit Jahren wieder ein MultiFX (bspw. Helix) zuzulegen. Benutzen würde ich nur die Effekte via 4 Kabel Methode.
    Alternativ könnte ich mir vorstellen mich komplett mit Strymons (Timeline,Mobius,BigSky) oder Bosse (RV,DD,MD 500) einzukleiden, um mein Board etwas aufzuräumen und alles via Midi zu steuern, scheinen derzeit ja ziemlich viele zu machen. Finde die Idee auf den ersten Blick auch sehr ansprechen.
    Würde bzgl. Kosten sogar fast auf 0 rauskommen, wenn ich meinen alten Kram verkaufen würde.
    Trotzdem habe ich da meine Bedenken..

    Sache ist die:
    Ich hatte vor Jahren schonmal ein Multi und habe es mit 4-Kabel-Methode verkabelt. Auch wenn ich kein Effekt anhatte, hat das Signal merklich an Dynamik und Qualität verloren.
    Ich schiebe es auf die häufigen Umwandlungen, ist das soweit richtig? Schließlich ist bei 4 Kabelmethode 2 AD Wandlungen und 2 DA Wandlungen statt. Route ich noch meinen Tubescreamer in das Multi sind es ingesamt 6 Umwandlungen.
    Schalte ich 3 Strymons hintereinander und möchte bspw. alle 3 gleichzeitig betreiben, dann finden ebenfalls 6 Wandlungen statt.

    Was haltet ihr davon?
    Bedenken gerechtfertigt bzw. richtig begründet?
    Gibts vielleicht jemanden der ebenfalls Erfahrung damit hat?
    Lohnt am Ende des Tages eher ein Multi oder 3 einzelne Megapedals Ala Boss oder Strymon, für den Fall dass ich auch gerne mal alle 3 hintereinander betreiben möchte?

    Gruß,
    Mantas
     
  2. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.18   #2
    das kann trügerisch sein: selbst minimale Pegelunterschiede beeinflussen den spontanen Höreindruck oft verblüffend stark.
    Bei den angesprochenen Geräten sehe ich keine Probleme mit der Mehrfachwandlung - gerade im Effektweg eines Amps ist das weniger kritisch als in einer Audio-Produktion.
    Allerdings sind die geplanten Effekte überwiegend stereo ausgelegt, mit starken Schwerpunkt auf virtuellen Räumen. Die gehen innerhalb eines Amp-Kanals natürlich grösstenteils unter.
    Dh solche Pedale wären imho besser zwischen Amp und PA aufgehoben.
     
  3. InTune

    InTune Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.12.18   #3
    Ich bin jetzt nicht derjenige, der auch z.B. bei Instrumenten Kabeln die Flöhe husten hört... aber ich habe beides am Start: Ein "analoges" (Live) Board mit meinen Zerrern via Looper/Switcher vor dem Amp und digitalen FX (Eventide Space) im Amp Effektweg und auch ein Helix FX mit 4K-Methode, was ich beim Proben nutze. Gerade im Moment habe ich beides bei mir zuhause, weil ich das Helix FX noch etwas erweitert habe und ein Expression Pedal hinzugefügt und vor allem dann doch einen Zerrer und ein Fuzz zusätzlich installiert habe.

    Von der Dynamik und dem "Grundsound" kann ich nichts negatives zur Helix Alternative sagen. Das ist IMO genauso klar und präsent, wie ich das von meinem analogen Geraffel kenne.

    Womit ich auf Dauer nicht leben konnte, war der Sound der Zerrer und Fuzz Models. Den Helix OCD z.B. kann ich durch aus nutzen, aber es fehlt mir in der Auswahl ein authentisches "Marshall in a Box" Pedal. Da mache ich Line6 auch keinen Vorwurf, da ich selbst bei den analog Pedalen lange gesucht habe, bis ich zufrieden war. Ähnlich beim Fuzz. Das Big Muff Modeling finde ich ganz ok, aber so ganz trifft es dann doch nicht meinen Geschmack. Daher habe ich nun doch wieder zwei Pedale vor dem Eingang vom Helix FX, was zusammen jetzt aber auch wirklich hervorragend in meinen Ohren klingt.
     
  4. Teppei

    Teppei Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.18   #4
    Ich würde mich soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten - "Dynamik" und Qualitätsverlust sind mehr eine Pegelfrage und eine Frage der Qualität der analogen Eingangsstufe des Multieffekts.
    Im Preisbereich vom Helix, AX8 etc. sind die Wandler mMn nicht das Problem.

    Entscheiden würde ich das ganze eher danach, ob du dir so ein komplexes Rig mit drei Midi-Pedalen plus Controller antun willst. Das Setup ist da ja auch gar nicht so ohne.
    Da sind Multieffekte doch ein wenig einfacher zu bedienen und trotzdem flexibler.
    Beim Helix wäre ein paralleles Mischen von Delay und Reverb möglich, das kriegst du mit Einzelpedalen kaum hin.

    Klanglich würde ich maximal das BigSky über dem Helix sehen. Das ist schon ein tolles Pedal. Delay und Modulation hingegen sind mMn absolut auf einer Höhe.
    Wobei man die Line6 Delays ein wenig mögen muss... das sind weniger saubere Studiodelays sondern recht charakterstarke Interpretationen.
     
  5. alex_de_luxe

    alex_de_luxe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.18   #5
    Ich hab damals mal mit dem TC G-System den Test gemacht, indem ich im Vergleich zum trockenen DI Signal die Latenz gemessen habe.

    Input G-System (AD)
    Send Loop1 (DA)
    Input Source Audio OFD (AD)
    Ouput Source Audio OFD (DA)
    Return Loop1 (AD)
    Ouput G-System (DA)

    Ich hatte ungefähr 12ms Latenz im Vergleich zum direkten Signal.

    Dies ist aber überhaupt nicht zu vergleichen mit dem AxeFXII und dem Helix das ich jetzt habe. Diese Wandler sind eine echt andere Welt was die Güte betrifft. Ich sehe beim Helix mit der 4CM überhaupt keine Probleme.
     
  6. wolbai

    wolbai Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.18   #6
    Hatte mehrere Jahre einen Line 6 POD HD500 über 4CM an einem Röhrenamp hängen.

    Damals war ich der Meinung, dass es da keinen Klangverlust (bei neutraler Schaltung) geben würde.

    Habe mir in Anfang 2015 ein Fractal FX8-MultiFX zugelegt. Das FX8-MultiFX ist speziell für die Anschaltung von Röhrenamps über 4CM ausgelegt (das AX8 meines Wissens nicht, da es auch für eine andere Zielgruppe entwickelt wurde).

    Entsprechend ist es auch mit sehr guten A/D-D/A-Wandlern ausgestattet. Ein damaliger Vergleich mit dem POD HD500 hat mir dann die Augen geöffnet:

    Ich bin seither der Meinung, dass die von Dir angemerkten AD/DA-Wandler bei MultiFX-Geräten sehr wohl einen Einfluss auf die Klangqualität haben (insbesondere bei 4CM-Anschaltung) können. Auf welche MultiFX-Geräte das konkret zutrifft, kann ich - mangels konkretem Testen - nicht sagen.

    Ich vermute aber, dass bei älteren und preiswerten MultiFX-Geräten die AD/DA-Wandler einen negativ hörbaren Einfluß haben.


    Das Fractal FX8 ist in jedem Falle ein klasse MultiFX. Das trifft auch auf die Qualität der Effekte zu. Darüber hinaus bietet Fractal hierfür auch spezielle "Humbuster-Kabel" an, die den Rauschpegel bei einer 4CM-Anschaltung minimieren.

    Wenn's Dich weiter interessiert, kannst Du ja mal mein FX8-Review hierzu lesen (siehe Link in der Fußnote).


    Grüße aus Franken - wolbai:great:
     
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