ADAT-Verständnisproblem bzgl. analogen und digitalen Eingängen

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ADAT hatte ich bisher noch nicht.
Mir ist nur noch nicht so richtig klar, ob es problematisch ist oder sein kann, analoge Geräte ins digitale ADAT zu stecken, falls die analogen Eingänge am AI nicht reichen. Ich denke mir zunächst, dass es kein Problem ist, da ja eine AD/DA-Wandlung erfolgt.
Und kann man digitale Synthies in die analogen Eingänge des AI stecken? Oder was passiert dann?
 
dass es kein Problem ist, da ja eine AD/DA-Wandlung erfolgt.

Ohne Wandlung würde es ja nicht funktionieren. Gewandelt wird ja sowieso.Entweder vom Main Interface oder eben vom ADAT Gerät.

Und kann man digitale Synthies in die analogen Eingänge des AI stecken?

Erläutere das mal genauer. Ein digitaler Synth mit digitalem Ausgang? Der in ein Audio Interface soll?

Grundsätzlich, Digital auf Analog gut nicht. Auch erkennbar an den Steckern. Das sind zwei Welten die nichts miteinander zu tun haben.
 
Der Korg Wavestate wird als digitaler Synthesizer bezeichnet, hat aber analogen Klinkenanschluss. ich weiß ja nicht, ob es einen digitalen Synth mit analogem Ausgang gibt, oder ob es ein Hybrid ist. Einen digitalen Synthie mit Digitalkabel habe ich nämlich nicht, deswegen bin ich irritiert.
Ich muss bei der Wahl des AI nämlich darauf achten, vor allem analoge Eingänge zu haben, und wenn ich mir keinen oder nur wenige Digitalsynths anschaffen sollte, könnte ich dann mit ADAT ja im Grunde nichts anfangen.
Der ADA8200 hat zudem analoge Eingänge. Irgendwie passt das alles nicht zusammen, was aber daran liegen wird, dass ich irgendwas nicht schnalle. Bei dem Wandler sehe ich keine Digitaleingänge.
 
Probleme bei ADAT bereitet am ehestens die Clock. Ist das nicht richtig konfiguriert dann geht nichts. Hängt aber auch vom Interface ab dann welches der ADAT abgesetzt werden soll.
 
Der Korg Wavestate wird als digitaler Synthesizer bezeichnet, hat aber analogen Klinkenanschluss.

Keyboards mit digitalem Ausgang kenne ich zumindest nicht - wer weiß, ob es das gibt. Wenn von analogem, virtuell-analogem oder digitalem Synthesizer die Rede ist, bezieht sich das lediglich auf die Art der internen Klangerzeugung bzw. auf den Charakter der erzeugten Klänge. Die Klangausgabe dürfte bisher eigentlich immer analog sein. Auch das Mixen mache ich auf Geräten mit analogen Eingängen - es kann dann höchstens intern ein digitales Mischpult sein.
 
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Aha, das würde es erklären: digitale Klangerzeugung per analoger Klangausgabe. Vielleicht habe ich fälschlicherweise in der Erinnerung, dass jemand meinte, dass ich an ADAT nur digitale Synthies anschließen könne. Aber dann fragte ich mich, wieso es dann möglich ist, analoge Synthies z.B. an so einer RME-Karte über ADAT anzuschließen. Das erschien mir nicht logisch, sondern widersprüchlich. Dann muss ich mir da also keine Gedanken mehr drüber machen. Alles klar!

Was die Clock betrifft: wovon genau hängt das ab? Gibt es Interfaces, die sich mit ADAT beißen? Hat dazu jemand Fallbeispiele?
 
also fangen wir mal bei den Grundlagen an. ADAT, war ein Audio Aufnahmegerät von Alesis, das 8 Spuren hatte und die Audiosignale digital aufgezeichnet hat. Um diese digitalen Aufnahmen auch möglichst ohne mehrfachem Wandeln von Digital nach Analog und wieder von Analog zu Digital, haben die Leute von Alesis auch gleich eine Schnittstelle mit entwickelt um diese Signale digital vom ADAT Recorder zu anderen Geräten übertragen zu können oder um derlei digitale Signal, wenn man sie schon hatte, zum Recorder zu übertragen. Diese Schnittstelle heißt seit dem ADAT-Schnittstelle und ist mit Lichtwellen Leiter (TOS-Link), so wie man es auch vom SP/DIF Format her kennt, umgesetzt. Da kann man nur eben diese 8 Signale (mit 44.1 oder 48 kHz) digital übertragen. Analog geht da gar nichts. Und weil man damals (vor mehr als 30 Jahren) mit diesen Recordern einen großen Erfolg hatte, fingen andere Hersteller an, z.B welche die Mischpulte bauten und später auch welche die Audio Interfaces machten, diese ADAT Schnittstelle in ihren Geräten auch bereit zu stellen. Und so gibt es heute noch viele Geräte, vor allem im Studio Umfeld, die diese Schnittstelle haben, auch wenn die Recorder von damals praktisch von der Bildfläche verschwunden sind.

Von "Digitalen Synthesizern" spricht man üblicherweise wenn die Klangerzeugung digital, als gerechnet, erfolgt. Vor Urzeiten gab es da z.B den Yamaha DX7 oder den Roland D50 ( um nur zwei damals populäre Geräte zu nennen), die auf digitaler Ebene den Klang erzeugten und dann, wieder mittels Digital Analog Wandlung, auf analogen Ausgängen ausgaben. Sampler z.B gehören auch in diese Kategorie digitaler Klangerzeuger, auch wenn sie keine Synthesizer sind. Der Korg Wavestate ist auch so eine Kiste die intern digital arbeitet, aber den Klang analog ausgibt. Da ist zwar noch eine USB Schnittstelle, aber da bin ich mir nicht sicher, ob die auch digital Audio an einen PC übertragen kann.
Wenn du einen digitalen Synthesizer findest, der über eine TOS-Link Buchse verfügt, bei der ADAT OUT als Bezeichnung steht, dann hättest du einen mit ADAT Schnittstelle. Und nur der kann auch das Ausgangssignal über so einen Schnittstelle in ein Audio Interface mit einer ADAT IN Buchse digital übertragen. Wenn nicht wird es wohl analog sein müssen, denn so eine schnittstelle haben alle Synths, sonst kann man deren Sounds ja nicht im normalen Umfeld hören.
Bei einem Audiointerface schaut das dann an der Rückseite meist so oder so ähnlich aus:
1768674584379.png


Diese vier Buchsen sind ADAT Schnittstellen bzw Anschlüsse.
Der genannte ADA8200 hat auch solche Anschlüsse:
1768673942400.png

Damit kannst du das Interface beispielsweise um jeweils 8 analoge Eingänge sowie Ausgänge erweitern.

Und da kommen wir auch gleich zum Thema Clock, eigentlich WORD CLOCK.
Wenn man mit digitalen Signalen arbeitet, dann müssen die verbundenen Geräte alle die selbe Vorstellung haben wie diese digitalen Signale genau von der zeitlichen Abfolge übertragen werden. Dazu braucht es die Kenntnis der Sampling Rate (hier 44.1. und 48 kHz) die bei allen Geräten gleich eingestellt sein müssen. Aber das reicht nicht aus. Alle Geräte müssen exakt wissen wie genau diese Signale zeitlich übertragen werden. Denn so wie zwei Computer von der Urzeit auseinander laufen, wenn man deren Uhren nicht immer wieder mit einer Referenz abgleicht (passiert heute meist via Internet automatisch) so brauchen die Audiogeräte auch einen Abgleich (Synchronisation der internen digitalen Uhren). Und das passiert mittels WORD CLOCK, CLOCK ist ja das englische Wort für Uhr.
Und um das ganze klar und einfach zu halten wird eines der beteiligten Geräte zum Chef (Master) gemacht und alle anderen müssen auf das hören was der Chef sagt (die sind quasi seine Sklaven/Slave). Das ganze kann entweder über eine extra Verkabelung (diese Coax Stecker in den Bildern) oder aber gleich über die ADAT Anschlüsse. Am Bild vom Behringer sieht man recht gut, welche Optionen man bezüglich WORD CLOCK hier hat.
Wenn man keinen Clock Sync macht, dann hat man das Problem dass es zu sog. "digitalen Artefakten" kommt, oder landläufig ausgedrückt, es knackst hin und wieder im Signal.
 
dann hat man das Problem dass es zu sog. "digitalen Artefakten" kommt, oder landläufig ausgedrückt, es knackst hin und wieder im Signal.

Oder es kommt gar nichts an. Zumindest einige ADAT Anschlüsse verweigern die Zusammenarbeit wenn kein gültiges Sync Signal anliegt. Kann sich sogar, sollte der Anschluss am Main Interface sein dazu führen dass auch die internen Wandler des Interface die Arbeit verweigern. Mein UAD Apollo zum Beispiel:



Bildschirmfoto 2026-01-17 um 19.50.21.png


Clock steht auf SPDIF, kein gültiges SPDIF Signal liegt an, Das Interface bleibt stumm. Alles ist aus. Stelle ich Clock wieder auf intern, dann funktioniert es wieder. Im Einem Fall UAD Apollo ist das Apollo immer Slave. Das hat keinen SPDIF Ausgang. Das kann auch ADAT und bietet dann 8 zusätzliche Eingänge. Ändert aber nichts an der Funktion.

Grundsätzlich kommt ein Sync Signal bei ADAT immer nur über den Ausgang. Also Ausgang auf den Eingang des Interface, Interface auf die gleiche Sample Rate einstellen und dann sofern vorhanden das Interface auf Slave stellen, das ADA802 auf Master.

Hat man auch einen Ausgang am Interface, dann hat man die Wahl. In dem Fall muss man dann auch noch eine Verbindung stecken vom ADAT Out des Interface auf den ADAT IN des ADA802. Dann kann das Interface Master sein und das ADA802 Slave. Gleichzeitig erscheinen in der DAW dann auch 8 zusätzliche Ausgänge. Kann hilfreich sein zum Beispiel zum anschliessen von externer analoger Hardware. Zum Beispiel ein analoger Kompressor.

Was für ein Interface hast Du denn?
 

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