Akkorde am Bass spielen?

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Hallo Leute,

da ich früher auch ein bisschen Bass gespielt habe, kann ich von mir behaupten, dass ich ein bisschen darüber Bescheid weiß. Ich habe das Saiteninstrument auch so kennen gelernt, dass man einzelne Noten/Saiten anspielt und dafür auch für Rhytmus oder Melodie sorgen kann.

Allerdings ist mir auf meinem letzten Konzertbesuch aufgefallen, dass der Bassist wirklich "Akkorde" wie bei einer Gitarre gegriffen hat.

Da wollte ich fragen:
Worin liegt der Nutzen so zu spielen? Und wenn es einen solchen Nutzen gibt, wie kann man sich das "antrainieren"? Gibt es auch bestimmte Akkorde für so etwas?

Wenn ja, dann würde ich das selber auch gerne einmal ausprobieren. ;)


Bis dato liebe Grüße!

DA
 
Eigenschaft
 
Ich kann jetzt nur aus Sicht des Heavy Metal sprechen: zieh dir mal Maiden rein! Du erzeugst unterschiedliche Stimmungen und Klänge, die wiederum ein eigenes Bild ergeben.
Anstatt einer ganzen oder halben Note kannst du nen Power Chord greifen und schon wirkt das mächtiger. Hör dirs an, probiers aus und finde raus, ob das was für dich sein kann.
 
Da wollte ich fragen:
Worin liegt der Nutzen so zu spielen?

Es kann sich einfach ziemlich geil anhören. Nach einem Nutzen zu fragen kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Hör dir z.B. mal "Don't forget me" von RHCP an. Hier mal nen Link zu den Basstabs. Recht einfach, die Basschords zu spielen und klingt geil.

Antrainieren, damit meinst du bestimmt erlernen, oder? Dazu kann man nur "Ja" sagen.

Grüße

EDIT: Zu deiner Frage nach bestimmten Griffen hilft die Boardeigene suche z.B. mit DIESEM Thread.
 
Worin liegt der Nutzen so zu spielen?
Im passenden Bandkontext kann ein Akkord auf einem Bass schön füllen und dabei durch die tiefere Stimmung als eine Gitarre auch noch von unten "drücken".

Und wenn es einen solchen Nutzen gibt, wie kann man sich das "antrainieren" Gibt es auch bestimmte Akkorde für so etwas?

Ich benutze gerne diesen Griff
G---6----große Dezime(Oktave der Terz) cis
D---7----Oktave a
A---7----Quinte e
E---5----Grundton a

wäre ein A-Dur Akkord. Den kannst du auf dem Griffbrett hoch und runter verschieben.
Dasselbe nochmal in moll:
G---5----Kleine Dezime(Oktave der Terz) c
D---7----Oktave a
A---7----Quinte e
E---5----Grundton a

edit by Nerezza: quotings repariert
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo,

der exzessive Gebrauch von Akkorden ist eins der Hauptmerkmale meines Bassspiels, insofern hab ich ein bisschen Erfahrung gesammelt.

Generell muss man damit sehr vorsichtig sein. Großflächige Akkorde wie bei der Gitarre oder sehr tiefe Akkorde sind nur mit darauf abgestimmten Sounds machbar, und allgemein kann man schnell den Song damit verderben. Das heißt nicht, dass es nicht manchmal wie die Faust aufs Auge passen sollte; schon bei Jimi Hendrix' Red House dominieren Zweiklänge die Bassline, wodurch er die fehlende Rhythmusgitarre ersetzt. Das ist zum Beispiel ein wichtiger Einsatz, in meiner Band ist auch "nur" ein Gitarrist, da muss man manchmal Platz füllen. Doch in Bands, wo dieser Platz nicht da ist bzw. sehr selten auftaucht, ist natürlich sehr mit Vorsicht zu walten, die Line soll da nicht nerven, nicht danach klingen, als dass die Akkorde nur drin wären, weil einer mal was mit Akkorden machen wollte.

Bestimmte Akkorde bastelst du dir am besten selbst. Grade bei Bass kann man dann nämlich wunderschön mit Voicings arbeiten, da ist es von Vorteil, wenn man beim Akkordaufbau schon etwas in Übung ist.

MfG Fabian
 
Vorab erstmal vielen Dank für eure Beiträge. Ich gehe jetzt nur auf das ein, zu dem ich noch eine Frage habe...beim Rest kann sich jeder ein "Danke!!" dazudenken. :)

Anstatt einer ganzen oder halben Note kannst du nen Power Chord greifen und schon wirkt das mächtiger. Hör dirs an, probiers aus und finde raus, ob das was für dich sein kann.
Das klingt gut, ich werd's mal wirklich ausprobieren. Werden dabei auch alle Saiten angeschlagen oder nur die gegriffenen?

Es kann sich einfach ziemlich geil anhören. Nach einem Nutzen zu fragen kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Hör dir z.B. mal "Don't forget me" von RHCP an. Hier mal nen Link zu den Basstabs. Recht einfach, die Basschords zu spielen und klingt geil.
Naja, mir war diese Spielweise nicht wirklich bekannt, darum habe ich mich nach dem Nutzen umgesehen...und nun schließlich gefunden. ;o)
Der Link sieht gut aus, ich werde mich da mal ein wenig umschauen.

Antrainieren, damit meinst du bestimmt erlernen, oder? Dazu kann man nur "Ja" sagen.
Gut, ich habe mich da ein wenig missverständlich ausgedrückt. Ich habe damit eher gemeint, ob es eine Art "Liste" der Bassakkorde ginbt, die man sich anschauen und entsprechend nachspielen kann.
Aber das Thema hat sich ja in deinem Beitrag im "EDIT" schon erledigt. ;)

schon bei Jimi Hendrix' Red House dominieren Zweiklänge die Bassline, wodurch er die fehlende Rhythmusgitarre ersetzt. Das ist zum Beispiel ein wichtiger Einsatz, in meiner Band ist auch "nur" ein Gitarrist, da muss man manchmal Platz füllen.
Das heißt also, dass ein Akkorde spielender Bassist einen Rythmus-Gitarristen "ersetzen" kann, wenn der Fokus eher auf einem Lead-Gitarristen liegt?
So würde ich das jetzt nämlich weiterkombinieren.
 
Ich persönlich habe mit Powerchords mal ein wenig rumexperimentiert. Also nicht mit echten vollen ganzen Akkorden sondern wirklich nur mit Powerchords. In handelsüblichem Rock/Pop finde ich dafür nicht allzuviele Möglichkeiten. Inzwischen benutze ich sie sehr oft beim letzten Ton eines Liedes, der stehen gelassen wird und ausklingt. Das legt da noch mal richtig` Pfund drauf. Hier nehme ich meist Grundton, Quinte und Oktave gleichzeitig.

Eine weitere Stelle ist kurz vor dem Gitarrensolo von Queens One Vision, was wir covern. Da benutze ich nur Grundton und Quinte, schlage ich einmal kräftig an, slide runter und mache Pause. Das klingt beim oberflächlichen hören tatsächlich so als wäre da plötzlich eine zweite Gitarre (die wir aber nicht haben). Und bevor man drauf gekommen ist, ist die Stelle schon vorbei.

Kurz gesagt : Ich benutze Powerchords nur wenn ich mal richtig einen reinhauen will und fast schon aufdringlich betonen will.

Grundsätzlich habe ich für mich persönlich ausgemacht, dass Powerchords nur gut klingen wenn der Grundton nicht tiefer als auf der A-Saite gegriffen wird. Bei`nem normalen bassigen sound klingt es mit der E-Saite einfach zu dröhnig und nicht schön. Aber wie ja schon gesagt wurde ist das sehr unterschiedlich. Powerchords mit einem attackreichen sound und Plektrum können durchaus gut klingen, auch wenn man die E-Saite benutzt.


Noch ein Bisschen Input für dich :

Blink 182 - Always
Hier werden Chords auf dem Bass meiner Meinung nach deutlich hörbar, gut und sinnvoll eingesetzt.

http://www.youtube.com/watch?v=7t5CYNZWd3w

Nofx - Whoops I od`d
Zu diesem Song habe ich leider nur schlechte Liveversionen und keine Studioaufnahme gefunden. Die findest du aber auf dem Album "The war on errorism". Das ist ein Song der (in der Studioversion ausschließlich) aus Bassakkorden und Gesang besteht. Der Bass ersetzt praktisch die Akkusitk-Gitarre.
 
Hier noch ein Beispiel, Trio, Gitarrensolo, ...

bei 1:50 und noch Mal bei 3:20

http://www.youtube.com/watch?v=0ohz4x4HhwU

Roscoe Beck macht das öfter und hat dann einen Leslie-Effekt dabei, es gibt auch Lehrvideos von ihm, ich kann mir vorstellen, dass er sich darin darüber auslässt.;)
 
Hier noch ein Beispiel, Trio, Gitarrensolo, ...

bei 1:50 und noch Mal bei 3:20

http://www.youtube.com/watch?v=0ohz4x4HhwU

Roscoe Beck macht das öfter und hat dann einen Leslie-Effekt dabei, es gibt auch Lehrvideos von ihm, ich kann mir vorstellen, dass er sich darin darüber auslässt.;)

Ähm, ich höre es nicht so gut raus, da mein Monitor bescheidene Boxen hat. Aber das sieht mir sehr nach Tapping und nicht nach klassischem Anschlagen aus. :gruebel:
 
Ähm, ich höre es nicht so gut raus, da mein Monitor bescheidene Boxen hat. Aber das sieht mir sehr nach Tapping und nicht nach klassischem Anschlagen aus. :gruebel:

Ich schätze, es ist Tapping. :)

Die Akkord-Töne klingen ja recht hoch, die linke Hand ist dafür zu weit unten.
 
Ähm, ich höre es nicht so gut raus, da mein Monitor bescheidene Boxen hat. Aber das sieht mir sehr nach Tapping und nicht nach klassischem Anschlagen aus. :gruebel:
:gruebel: Man nennt aber trotzdem "Akkord", auch wenn es tapping ist, oder?!


Gruß
Ulrich
 
:gruebel: Man nennt aber trotzdem "Akkord", auch wenn es tapping ist, oder?!

Zweifellos. :)
Mir ist auch eingefallen, dass ich irgendwann einen Videotitel mit Organ drin überflogen hatte. Die Technik wird da erklärt. Die Idee ist, dass die Greifhand die Begleitung weiterspielt, während mit der Zupfhand, die Akkordtöne geklopft werden.

 
Zur Frage ob Powerchords gezupft oder geschlagen werden:
bei "Fear of the dark" bspw. kannst du hören, wie Steve Harris sie sogar geschlagen als Synkope einsetzt.
"Blood Brothers" besteht fast nur aus Powerchords.

"Remember tomorrow" bspw. ist ein Song des Debuts, da werden sie zu Beginn gezupft. Über Spieltechniken zu Powerchords kann ich dir definitiv Iron Maiden empfehlen :)
 
Gut, ich habe mich da ein wenig missverständlich ausgedrückt. Ich habe damit eher gemeint, ob es eine Art "Liste" der Bassakkorde ginbt, die man sich anschauen und entsprechend nachspielen kann.

oi,

wenn du kein geld ausgeben willst, hier die transponierbaren grundakkorde:

dur: 1342
moll: 1341
7: 1312
6: 2311
maj7: 1423
mmaj7: 1321
sus4: x341
m6: 3412
m7: 1311
b5: x132
o7: 2413
7sus4: 1234

schieb's dir aufm griffbrett so zurecht, wie du's grad brauchst.
und wenn du wirklich von jedem denkbaren akkord zwischen dem ersten und dem zwölften bund ein bildchen vor dir haben willst, empfehle ich dir "die basstabelle" von voggenreiter, für 8,95 oironen. https://www.thomann.de/de/voggenreiter_die_basstabelle.htm. nach 118 seiten akkorden gibt's da noch 22 seiten voll mit tonleitern und ein paar seiten mit akkordsynonymtabelle, akkordskalentabelle und akkordsymboltabelle. der textanteil im buch ist sehr gering, aber es gibt schon ein paar nützliche tipps, z.b. wie mensch den sound von akkorden besser definieren kann.

ich hab mir das buch gekauft um mein spiel etwas aufzupeppen und weil ich ein soloprojekt machen will wo ich akkorde ab und zu sinnvoll finde. im alltag macht gerade das improvisieren über nicht so abgenutzte tonleitern viel spaß :) und als fingerübung eignen sich akkorde imho auch ganz gut.

und um die frage zu klären, wie sich die obigen akkorde anhören: ich finde sie zu heftig. besonders auf der e-saite und finde es auch schwierig, mit dem plek (abschlag pur wäre mein daumentod :eek:) alle saiten so schnell zu erwischen, dass es zeitlich nicht zu gebrochen klingt. die saiten sind halt weiter auseinander wie bei der gitarre. wobei ich diese technik aber auch nicht vertieft habe, sicher kann mensch das auch schnell spielen, sodass da auch wirklich ein richtiger gleichklang draus wird.
ich spiele auch lieber powerchords oder splitte die akkorde auf, spiele z.b. den dur 1x4x und x3x2 (und dann wird gezwungenermaßen gefingert oder gepoppt). das ist fett genug für meine ansprüche.

rock on,
ara
 
Zuletzt bearbeitet:
dur: 1342
moll: 1341

Ich bin grad zu müde mir alle Akkorde, die du aufgeschrieben hast, so richtig anzugucken, aber bei den zwei ist mir spontan was aufgefallen. Ich nehme an, das soll F-dur und F-moll darstellen, richtig? Was mich irritiert ist, dass du bei beiden mit dem 4. Bund auf der D-Saite eine kleine 9 (für alle Laien: einen Halbton über der Oktave zum Grundton) eingefügt hast. Ist das ein Schreibfehler und du meinst eigentlich den 3. Bund auf der D-Saite (also die Oktave zum Grundton) oder hat das eine tiefere Bewandnis, die mir jetzt nicht auffällt?
 
Hallo,

da der Fehler sich (wenn man von Standardtuning ausgeht) durch große Teile der Liste zieht, hier eine korregierte Version mit angegebenem Grundton und ein paar sinnvollen Alternativen:

F: 1332/x875/x 12 10 10
F-: 1331/x865/x 11 10 10
F7: 1312/x878
Der "6: 2311" stimmt hinten und vorne nicht; da ein Dur6-Akkord von den Tönen her identisch mit seinem parallelen Moll7-Akkord ist, könnte man ein G6 z.B. in Form von 1311 spielen, was allerdings meist als E-7 wahrgenommen wird.
Ein sinnvolleres Voicing wäre z.B. als F6: x877, doch auch das wird ohne harmonischen Kontext vom Gehirn als D- aufgefasst, obwohl der Grundton der tiefste ist. Hier spielt es eine große Rolle, was der Rest der Band macht.
Fj7: 1322
F-j7: 1321
Fsus4: 1333 <- nicht zu empfehlen, lieber auf Zweiklänge ausweichen.
Beim "m6: 3412" diesmal sogar mit zwei Tritonüssis, da kann doch was nicht stimmen ;). Korrekt und praxistauglich wäre z.B. F-6: x867
F-7: 1311/x868
F(b5): 1212 (Die Klammern sind nur da, damit mans nicht für ein Fes hält)
Die Akkordbezeichnung "o7" ist mir noch nie untergekommen; ich nehme deshalb an, dass dies ein halbverminderter, also ein Moll7b5-Akkord sein soll. Ein Voicing dafür wäre z.B. als F-7b5: 1211
F7sus4: 1313

Ich halte solche Listen für relativ sinnfrei, nichts für ungut. Wenn man "fortgeschrittene" Techniken, wie Akkorde, einsetzt, sollte man gewisse harmonische Grundkenntnisse haben, denn allein mit dieser Griffliste wird man mit großer Wahrscheinlichkeit einen Song ruinieren, und nur ein winzigerTeil der Akkorde und möglichen Voicings ist abgedeckt, denn auch, wenn man auf einem 4-Saiter maximal 4 Töne gleichzeitig erklingen lassenkann, kann man dennoch Akkorde bis in die 13 hoch spielen. Es ist sehr wichtig, dass man mit Sorgfalt die Akkordtöne auswählt, die man spielt, zum Beispiel wäre für einen F7 auch x 8 10 8 eine gute Variante, obwohl sie noch nicht mal die Terz enthält. Wenn diese von anderen Instrumenten gespielt oder aus dem harmonischen Kontext heraus ersichtlich ist, ist das kein Problem. Ein Tipp hierzu: Es ist oft von Vorteil, einen tiefen Grundton zu spielen, und weitere Akkordtöne deutlich höher anzuordnen. So klingt z.B. ein C7 folgendermaßen noch eindeutig nach C7 und gleichzeitig durch den Verzicht der Quint sehr viel "aufgeräumter": 8x89
Wer diese Liste durchschaut, der dürfte auch ohne harmonische Kenntnisse leicht Parallelen zwischen Akkorden finden, und ja, es ist ein Baukastensystem, und die Basis ist nicht schwer zu lernen, keine Angst ;). Wenn man Akkorde ins Spiel einstreuen lässt, eröffnen sich einem sehr viele neue Möglichkeiten, aber einen Großteil davon verwirft man, wenn man nur nach Liste geht. Oftmals ist ein kleiner, leiser Tritonus schon mehr, als wenn man den Dominantsept über volle Breite ins Bandgefüge donnert, und manchmal kann diese imposante Fläche genau das richtige sein. Da hilft es nur, Erfahrungen zu sammeln, und nie aufhören, nach neuen Wegen zu suchen. Klar kann das gerade am Anfang anstrengend sein, aber wenn man ernsthaft Musik macht, lohnt es sich voll und ganz.

MfG Fabian

Edit: Man verzeihe mir die ungewöhnliche Griffschreibweise, ich hab sie von der Liste adaptiert und es ist zu früh am morgen, um Tabs zu tippen.
 
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