Aktiv vs. Passivboxen, wieso eigentlich?

von juergen2, 14.08.08.

  1. juergen2

    juergen2 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.08   #1
    Hallo,

    habe in einem anderen Forum die gleiche Frage vor ein paar Tagen gestellt und so richtig weiss keiner warum wieso weshalb...

    Ein normales Racksetup besteht i.d.R. aus Preamp, FX und Stereoendstufe an 2 Boxen.
    So auch bei mir, 8 HE, bestehend aus
    Wireless
    DTR2000
    Triaxis
    G-force
    Boogie 50/50
    2HE Rackschublade
    2x112 H&K (noch)

    Heisst, das Rack ist sauschwer, die Boxen im Vergleich handlich.
    Raucht mir die Endstufe ab, ist auf beiden Seiten essig.
    Will ich zusätzliche Boxen aufstellen zwecks mehr Druck / größere Bühne, geht das nur bis zur Erreichung der Ohmgrenzen, wenn mehr benötigt wird muss noch ne Endstufe her, wohin aber damit?

    Jetzt meine Frage, es würde doch Sinn machen, wenn man die Boxen (egal ob 112, 212, 412...) aktiv fährt, mit einer 1-Kanal-Endstufe (Röhre, Transe, egal erstmal).

    Am Beispiel einer 112er Aktivbox könnte man sein Preamp/FX-Rack um die Endstufe erleichtern, Mono 1x112, Stereo 2x112, 4x112...oder auch wdw fahren wers braucht.

    Warum machen wir Gitarristen das so gut wie nicht? Warum kleben wir fast alle traditionell entweder an Combo (alles in einem Gehäuse), Top (Preamp/Amp zusammen, Box passiv), oder Rack (Preamp, FX, Amp in Rack, Boxen passiv), die wenigsten aber machen Preamp/Fx plus Aktivboxen.

    Habt ihr ne Erklärung? Die Vorteile von Aktivboxen liegen doch eigentlich auf der Hand.

    Gruss

    Juergen2
     
  2. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.08.08   #2
    Hi,

    die Antwort ist ganz einfach. PA-Endstufen verstärken linear und sind klangneutral. Gitarren-Endstufen färben den Klang und haben somit Einfluss auf das Klangbild.

    Soll jeder Hersteller jede Box mit zig verschiedenen Endstufen anbieten? ;) Die Auswahl + Kombinationsmöglichkeiten sind zu groß, als das die Hersteller ein lückenloses und auf dem Markt erfolgreiches Programm aufstellen könnten.

    Wie es aktuell ist, kann man sich sein Setup selber zusammenstellen. Der PA-Bereich ist eine völlig andere Geschichte und Du kannst deren Equipment nicht 1:1 auf Dich als Gitarrist übertragen.

    Grüße,

    Jens
     
  3. juergen2

    juergen2 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.08   #3
    Hallo,

    Du hast im Prinzip recht, aber es hat nicht jeder Gitarrist eine färbende Röhrenendstufe im Rack (und Transen machen auch nur laut).

    Desweiteren würde es ja ausreichen wenn die Boxen zB einen 19'' Einschub hätten (könnte ja ruhig verdeckt von hinten oder oben sein wenns um die makellose Frontoptik gehen soll) damit man da auch flexibel wäre in der Endstufenauswahl.
    Also konstruktiv machbar wäre das problemlos wenn denn eine Nachfrage da wäre.

    Aber es gibt weder solche Boxen noch werden m.W.n. keine oder kaum Einkanal-Endstufen angeboten.

    Meine Frage geht dahingehend, warum sich so ein Konzept am Markt überhaupt nicht entwickelt hat, warum das keiner will/wollte. Warum wir alle seit den Anfängen der Trennung Preamp/Amp/Box (60er Jahre?) auf die bekannten Systeme fixiert sind und sich das eigentlich objektiv Sinnvollste überhaupt nicht entwickelt hat, selbst als die Rackmania in den 80er angefangen hatte.

    Gruss

    Juergen2
     
  4. ratking

    ratking Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 14.08.08   #4
    Naja, das Konzept gibt's durchaus - wurde bloß bisher von Gitarristen so gut wie nicht angenommen. Bekannteste und beliebteste Vertreter der Gattung Gitarren-Aktivbox dürfte die Tech21 Power Engine 60 sein. Aber auch von PCL Vintageamp gab's in grauer Vorzeit mal 'ne 1x12er Aktiv-Box, taucht ab und an bei ebay auf ...

    Dann gibt's noch die Möglichkeit, selbst nachzurüsten - die alte Hughes&Kettner CF100, 'ne Einkanal-100W-Gitarrenendstufe mit 1HE und halber Rackbreite ist immer mal wieder auf'm Gebrauchtmarkt zu haben. Perfekt zum dezenten Einbau in offene oder halboffene Boxen ...

    Bei den Bassisten ist das Konzept aber eher im Kommen, denke ich ... Zumindest bieten kleine & feine Anbieter wie FMC schon optional bei allen Boxen den Einbau eines Endstufen-Moduls an, z.B. die Powersoft-Dinger - klein, leicht, laut. Aber bei der Gitarre ist die Endstufe halt wesentlichmehr an der Klangformung beteiligt, drum werden da derartige Konzepte wohl eher zögerlich verfolgt ...
     
  5. juergen2

    juergen2 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.08   #5
    Hi,

    ja, die Tech 21 und PCLs kenne ich. Ein Axe-FX User aus einem anderen Forum fährt mit aktiven Atomic-Monitoren und ist happy.

    Frage ist einfach, warum nimmts keiner an? Wieso setzt sich sowas nicht durch?

    Und bei den Bassisten ists im Kommen? Jetzt sag nur nicht die Basser sind den Gitarreros voraus...aarrrgghhh....:D :D :D

    Gruss

    Juergen2
     
  6. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.08.08   #6
    Die Bassisten benutzen auch schonmal XLR und vor allem Speakon Stecker, waehrend wir Gitarristen immer noch mit Klinken arbeiten. Von da aus: ja, die sind uns in einigen Bereichen was voraus.


    Was die Aktivboxen betrifft: die Gitarristen haengen einfach am Alt-Hergebrachten, d.h. die meisten wollen ihre 4*12er, schon (reine) Racksetups befeuern haeufig eine 4*12er statt 2 2*12er. Dementsprechend kommen solche Produkte wie der Atomic leider nicht wirklich gut an, denn das Konzept ist im Grunde mehr als Klasse => Boxen im Proberaum lassen und das Rack zum Recorden nach hause mitnehmen :)
     
  7. ratking

    ratking Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 14.08.08   #7
    Jau, natürlich sind die Bassisten den Gitarristen jeglicher Hinsicht voraus :D Nee, sorry, stimmt auch erwiesenermaßen nciht wirklich, musste ich als hauptamtlicher Bassist nur bringen, damit die Klischees gewahrt bleiben ;)

    Aber der Einsatz von Speakon, das große Interesse an Aktivboxen und ultraleichten Combos à la Markbass, Quantum, Roland etc. sowie die sehr schnelle Verbreitung von digitaler Endstufen-Technologie legen schon nahe, dass Bassisten einfach aufgeschlossener für Neues / Sinnvolles sind.

    Aaaaber da ist auch die Not 'n Stück weit die Tugend, denke ich. Bassisten haben's nun mal schwerer, sich im Bandkontext durchzusetzen, net umsonst hat man seinerzeit ultraschwere Röhren-Boliden und mannshohe 8x10er Kühlschränke durch die Gegend gewuchtet. Und nach dem achten Bandscheibenvorfall ist man dann sehr aufgeschlossen für leichtes, kompaktes und leistungsfähiges, modernes Equipment :D
    Da geht man einfach anders ran an die Sache ... Denke auch, meine Vorliebe für leichte Transistor-Endstufen, Kompakt-Racks und 1x12er Boxen bei der Gitarren-Amplifikation ist durchaus meiner hauptamtlichen Basser-Tätigkeit geschuldet ;) Aber es klingt auch gut, und ist in meinen Ohren dem Bandsound sogar zuträglich ...
     
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