Allgemeine A- und E-Bassfragen eines Neueinsteigers

von Miranthil, 01.03.12.

  1. Miranthil

    Miranthil Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.12   #1
    Hallo,

    ich bin eigentlich Schlagzeuger und möchte Bass spielen lernen. Nächstes Wochenende fahre ich zu dem JustMusic am OEZ in München und zupfe mich dort durch die Bassabteilung. Nachdem ich aber sehr wenige Vorstellungen habe, worauf ich achten sollte, habe ich hier ein paar Fragen, bei denen ihr mir vielleicht helfen könnt. Ich will aber erstmal nur einen 4-Saiter. Ich wollte so ca. 250€ ausgeben, falls ich einen Unterschied merke, würde ich auch bis 300€ gehen. Optisch gefallen mir die A-Bässe sehr gut!

    Nach Reviews und Insider-Tipps hier im Forum ;) kommt wohl ein Fender Squier Vintage in Frage, für den A-Bass ein Ibanez AEB8EBK. Sie klingen beide sehr gut über Soundsamples in Youtube. Kann mir jemand noch ein paar Details geben?

    Noch ist aber nichts entschieden...

    Dann wollte ich fragen, ob es eine einfache Melodie gibt, die ich auf dem Bass spielen kann, damit ich den Bass einschätzen kann?! Ansonsten habe ich nur die Möglichkeit, die Saiten einzeln rauf und runter zu spielen :o

    Dann wollte ich wissen, wie viel denn ein E-Bass wiegen sollte, um angenehm spielbar zu sein. Ich hab immer wieder einen Richtwert von ca. 3,5 kg gefunden?!

    Zudem werden die Anfangssaiten recht schlecht sein, wie die Industriefelle beim Schlagzeug-Kauf. Welchen Saitensatz kann ich denn dazu nehmen?

    Ich denke, es ist wohl egal, ob ich mit einem E-Bass oder A-Bass anfange. Aber um an einen annehmbaren A-Bass zu kommen, muss ich vermutlich viel mehr zahlen als für einen anfänglich tauglichen E-Bass?!

    Gibt es einen guten A-Bass in meiner Preisklasse? Oder werden sie erst hörenswert mit einem Verstärker? Ich hatte den Eindruck, sie klingen im Allgemeinen weicher?

    Worauf sollte ich bei E- oder A-Bass achten, wenn ich ihn in der Hand halte? Sowohl im stehen als auch im Sitzen spielen? Lohnt es sich, einen sehr teuren Bass zum vergleich heran zu ziehen?



    Ich danke für eure Hilfe.

    LG Miranthil
     
  2. Bierpreis

    Bierpreis Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.12   #2
    Hallo hier im UFO.
    A Bässe sind nicht umsonst Exoten. Sie sind deutlich leiser als A Gitarren (zumindest im unteren Preisbereich) und von der Qualität im selben Preisbereich den E Bässen merklich unterlegen. Sind halt von der Konstruktion deutlich schwieriger und die Stückzahlen sind viel geringer.
    Trotzdem macht es aber sicherlich Sinn mal beide Typen anzuspielen, einfach, um mal ein Gefühl dafür zu bekommen.
    Kommt letztendlich ja auch drauf an, was du machen willst. Für im leisen Zimmer daheim spielen sind sie natürlich geeignet.
    Ich persönlich finde aber, sie fühlen sich nicht so richtig nach Bass an. Einfach, weil das wirklich Tiefe weniger zur Geltung kommt. Mein A Bass steht fast immer nur in der Ecke. :o
    Davon gibt es jede Menge. Da wäre die Frage, ob du eventuell schon Vorwissen im Bereich Noten oder Tabulaturen mitbringst, da ließe sich natürlich leicht was finden.
    3,5 kg sind die wirklich leichten Modelle. Die Mehrheit liegt wohl bei 4-4,5 kg , ein paar schwerere auch schon mal 5 kg.
    Das ist oft der Fall wenn die Instrumente schon länger im Laden rumstehen. Manche kommen aber auch mit guten daher.
    Ich könnte mir vorstellen, dass du erstmal ein bisschen die Werksseiten nutzt und versuchst herauszubekommen, was das für welche sind. Dann nämlich hast du die Möglichkeit, gezielt andere Saiten mit z.B. anderer Zugsstärke oder eher hellerem/dumpferen Klang zu kaufen in dem wir dann z.B. hier die Werkssaiten als Referenz nehmen und schauen, in welche Richtung es gehen soll.
    Ich würd ja zum E Bass raten. Bei Gitarren ist das irgendwie anders. Es gibt so viele Akustikgitarristen, aber kaum jemand, der sich auf Akustikbass spezialisiert. Ich kann das verstehen, aber irgendwie auch nicht so richtig erklären.
    Gut ist halt so eine Sache. Zumindest wird es nicht ganz leicht.
    Der Bass muss natürlich vom Aussehen gefallen, finde ich nicht ganz unwichtig und dafür braucht man auch erstmal keine Erfahrung mit den Dingern.
    Dann muss er dir gut in der Hand liegen. Also dicke Hälse vs. dünne Hälse - hier machen 2-3 mm haptisch sehr viel aus!
    Die Verarbeitung ist auch sehr wichtig. Da hat man als Anfänger leider schlechte Karten - es gab mal irgendwo ne Checkliste von Punkten, die man durchgehen kann. Weiß leider nicht mehr wo. Da wäre es natürlich toll, wenn du einen Bassisten oder auch Gitarristen mitnehmen kannst, der da bisschen in der Materie steckt. Bei Verkäufern ist das immer so eine Sache, die müssen halt ihr Zeug losbekommen.
    Auch der Klang muss natürlich gefallen - das ist aber völlig subjektiv.
     
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  3. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.12   #3
    das ist einfach:
    du kannst es weglassen - die Qualität eines Basses richtet sich nicht nach dem Klang einer Melodie
    wie sich der Ton im Endeffekt genau anhört, stellst du in erster Linie mit dem passenden Saitensatz ein.
    (Spannung , Stärke, Material)
    wichtiger ist das rhythmische Ansprechen - das perkussive im Ton. Da dürftest du als Schlagzeuger leichte Vorteile haben. :D
    Mit Squier liegst du da schon recht gut.
    Achtung: die individuellen Instrumente können deutliche Abweichungen haben, trotz gleicher Bezeichnung.
    (Prinzip: jeder Baum wächst anders, genannt: Serienstreuung)
    Fender Mexico kannst du mit in den Vergleich nehmen, da kommen gern mal ausgezeichnete Ausrutscher vor.
    (das Zeugs ist letztlich Massenfertigung, da pickt keiner am Ende die Rosinen raus und etikettiert sie um)

    kritisch ist bei diesen Instrumenten (Fender und Sqier) die G-Saite (die dünnste) zwischen vom 5. bis 8. Bund
    da findet sich gern mal ein sogenannter deadspot, ein Punkt an dem der angeschlagene Ton quasi in sich zusammenbricht.
    Normalerweise würde der Ton relativ lange nachklingen, wenn man ihn greift und die Saite kurz anzupft.
    Beim deadspot (ein Resonanz, die der Saite Energie entzieht) stirbt er regelrecht ab. Ist recht einfach zu hören.
    Kommt aber relativ selten vor.

    der zweite Punkt ist etwas diffiziler: eine undefinierte E-Saite mit wenig 'punch'
    kann an der Saite selbst liegen (Materialfehler) oder dass sie nicht richtig aufgezogen ist.
    Falls der Winkel, in dem die Saite zur Kopfplatte bzw den Mechaniken 'abfällt' zu flach ist, mangelt es am Auflagedruck.
    Dito auf der anderen Saite, wie sie über die Rollen (Saitenreiter) am Blechwinkel läuft.
    Zu guter letzt kann auch einfach die Spannung nicht optimal zum Hals passen (wie erwähnt: Bäume sind nicht alle gleich)

    Du kannst durch andere Saiten das Instrument radikal verändern.
    Für meinen Jazzbass habe ich erst nach ca 6 verschiedenen Sorten die optimale gefunden.
    Das liest sich dramatischer als es ist:
    bei Fender Bässen 'passt' das, wenn man die Saiten von einem auf das andere Instrument transferiert.
    Da ich zu dem JB noch 2 Precis habe (mit unterschiedlicher Ausstattung) bleibt da nix über.

    Aber egal, was da für Saiten drauf sind: ein gut schwingendes Instrument erkennst du sogar ohne Verstärker.
    Du merkst, wie das Holz vibriert, wie gleichmässig (oder nicht) dieser Effekt auftritt.
    Stell dir einfach vor, das soll 'ne Trommel mit Nachklang sein. Und dabei achte mal auf die Unterschiede der Instrumente.

    Mit Verstärker greifst du einfach irgendeinen Ton, denkst dir eine kurze Rhythmus-Figur und zupfst die dann.
    Kannst sie auch mit den Fingerspitzen oder dem Daumen auf die Saite 'klopfen'.
    Wenn du mit dem Zeigefinger greifst, kannst du Mittel- und Ringfinger zum Dämpfen auf die gegriffene Saite legen.
    Dadurch wird der Ton perkussiver und das Resonanzverhalten des Instruments deutlicher.
    Das hast du in ein paar Minuten raus.
    Dann rutsch einfach etwas auf dem Griffbrett rum und versuche die Reaktion des Bass in den verschieden Lagen einzuschätzen.
    Mehr braucht man beim Testen eigentlich nicht.

    Ganz am Anfang ist das natürlich ungewohnt, aber nach 2-3 Instrumenten wirst du Unterschiede in der Reaktion bemerken.
    Vermutlich wird dir irgendwann ein Bass besonders auffallen.
    Der reagiert vielleicht impulsiver... oder geschmeidiger... oder wie auch immer - das ist dann ein Kandidat zum Merken.

    cheers, Tom
     
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  4. Miranthil

    Miranthil Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.12   #4
    Hallo,

    Ich danke euch beiden. Ich hab jetzt verstanden, dass der Klang sehr stark von den Saiten ausgeht. Bei den Bauformen unterschdeidet man ja die Lage der Tonabnehmer. Ich kenne den J-Bass und den P-Bass. Was gibst denn sonst noch so?

    Tante Edit erzählte mir gerade am Telefon bei JustMusic in München, dass sie der Fender Kingman und den Ibanez AEB8EBK haben, sowie eine ganze Menge E-Bässe in der 300€-Preisklasse. Am Samstag werde ich mich dort durch die Abteilung wütend. Aber so ganz frei von Vorgeschmack bin ich nicht. Der A-Bass ist um eine Halslänge vorne ;)
     
  5. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.12   #5
    die dritte eigenständige Form ist der Musicman mit einem recht grossen, aber sehr niederohmigen Humbucker kurz vor der Brücke.
    der Bass wurde von Anfang an für den Einsatz mit einer sehr genau auf ihn abgestimmten Aktivelektronik konzipiert.
    Erkenntlich an den grossen doppelreihigen Polepieces des PU und dem ovalen Pickguard.
    Typischer Rockbass - soft gespielt tendiert er (etwas) zu einem kernigeren Jazzbass Sound (wenn man so will)
    Sades 'Smooth Operator' wäre ein Beispiel für letzteres.

    dann gibt es noch viele Bässe mit 2 Humbuckern, die imho prinzipiell Jazzbass Varianten sind.
    Allerdings führen die 'breiten' Humbucker zu einer etwas anderen Überlagerung der PU Signale.
    Dazu kommt eine oft wesentlich aufwendigere Ausführung gegenüber der klassischen JB Bauweise.
    (oft Edelbass genannt) Da reagiert auch das Holz, speziell die Hals-Brücke-Saiten Konstruktion 'anders'.

    Solche Instrumente sind 'eigentlich' den Fender Originalen technisch haushoch überlegen...
    und klingen (imo) zum Sterben langweilig. :p
    (besonders wenn man den Bass in seiner Funktion in der Band betrachtet)

    Werden aber gern von versierten Solisten eingesetzt und in schlichterer Form im Metal, wenn ein dickes Brett gebraucht wird.
    Von Ibanez gibt's da sehr gute Instrumente für moderate Preise.

    Der universellste Bass ist sicher der Splitcoil Preci, darauf geht von Jazz bis Iron Maiden alles... :D
    Für meine Begriffe reagiert der auch am sensibelsten auf Anschlag und Position desselben, sowie Saitenmaterial.
    (deswegen haben viele mehr als einen davon) ;)
    Wird oft unterschätzt, weil er so für sich im Laden erstmal nicht viel hermacht. Aber in der Band...
    Muss man sich auch ein kleines bischen erarbeiten - dann wird es (oft) der sprichwörtliche Freund für's Leben. :D
    (ich gebe ehrlich zu, dass mich der Prügel in seiner fast grotesken Schlichtheit mit dem Output wirklich fasziniert)

    cheers, Tom
     
  6. Miranthil

    Miranthil Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.03.12   #6
    Hallo,

    ich war gestern viel testen! Der A-Bass hat das Rennen gemacht! Es ist der Ibanez EWB30 geworden

    http://www.justmusic.de/gitarren-ba...adauk-exotic-wood-serie-inkl-gigbag-gurt.html

    Zum Vergleich hatte ich alle möglichen E-Bässe :p und von den A-Bässen den Ibanez AEB10, den Fender Kingman SCE, einige Boulder um die 700€ und noch ein paar unereichbare Schmuckstücke. Der Ibanez AEB10 und der Fender klingen beide sehr flach, finde ich. Der Fender ist auch ein recht knurriger A-Bass. Sie haben beide nicht so recht einen vollen Ton aufbauen können. Der Ibanez EWB30 dagegen hat mich gleich vom Hocker gerissen, denn als ich die E-Seite angespielt habe, hat mein ganzes Bein vibriert!! Der Kropus ist auch etwas größer als bei den billigeren Bässen. Die E-Bässe haben mir nicht so zugesagt, da ich sehr gerne auch ohne Elektronik spiele. Zudem noch ein paar Prozente und eine Rockbag-Tasche....;)

    EDIT:...und die erste Saite ist gerissen! Ich dachte mich trifft der Schlag. Das war ein Knall! Woah! Ich dachte mir reißt es die Mechanik weg!
     
  7. Ruhr2010

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    Erstellt: 04.03.12   #7
    Was hast Du getan?:eek:
    Und Gratulation zu dem schönen Bass.
     
  8. Miranthil

    Miranthil Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.03.12   #8
    ...ich weiß nicht so recht :/ Ich hab den Original-Satz noch drauf, und wollte die G-Saite stimmen....und ploings, weg war sie! Mir ist das Herz stehen geblieben, mein lieber Scholli!! Ich wechsel mal ins Saiten-UFO, um mir ein paar Empfehlungen zu holen ;)
     
  9. Vindsvalr

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    Erstellt: 04.03.12   #9
    Vielleicht versehentlich ne Oktave zu hoch zu stimmen versucht? :eek:
     
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