Alte Blockflöten wieder spielbar machen

  • #21
Super, Volltreffer (y) das ist nur die Händlerbezeichnung. Da schreib ich später nochmal was dazu wenn ich wieder Zuhause bin.
 
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  • #22
Was für ein schöner und interessanter Thread. :)
 
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  • #23
So viel ich weiss haben die aber nicht selber produziert, sondern nur verkauft.

Ja, die Firma "Musik Hug" gibt es immer noch in der Schweiz, die haben eine 220jährige Tradition im Verkauf von Instrumenten und Noten. Die schillernde Firmengeschichte kann man auf ihrer Webseite nachlesen. Man findet im Netz auch noch einen alten Verlags-Katalog von 1897 mit !193 Seiten, beachtlich für diese Zeit... Der Focus war stark auf Noten, aber es wurden auch immer die jeweiligen Instrumente dafür angeboten.

Eine ähnliche Geschichte hat ja auch die Firma Bärenreiter aus Deutschland, welche sogar eine ganze Weile eigens Blockflöten bauen ließ von der Firma Kruspe Hüller und nach 1950 noch von Mollenhauer bis ungefähr Anfang der 70er. Aber die haben keine so lange Tradition.

Deine Sopran würde ich mal vorsichtig auch auf vor 1940 datieren, denn erstens war es zu der Zeit noch üblich, dass die Händler ihren Namen auf Instrumente anbrachten und dazu wurde um 1940 verboten Instrumente ins "feindliche Ausland" zu verkaufen. In der Schweiz war bis dato meiner Kenntnis nach noch kein Blockflötenbauer, welcher so eine Nachfrage bedienen konnte, die Blockflöten kamen aus Deutschland, wo der Ursprung der neuen Blockflötenbewegung war. Dieses Modell wurde damals von zwei Werkstätten verkauft und unter diversen Händlernamen angeboten.

Erst nach diesem Verbot begann die Geschichte der Schweizer Blockflötenbauer ins Rollen zu kommen und sie erlangten Weltruf mit ihren Blockflöten. Die ersten Modelle waren aber noch Nachbauten aus deutscher Produktion, da es keine anderen Vorlagen gab, aber allmählich wurden dann auch eigene Modelle entwickelt. Bei der Werkstatt Huber wird dies auch in der Firmengeschichte erwähnt:

In Horgen am Zürichsee gründete Akkordeon-Lehrer Max Nägeli im Jahre 1945 eine kleine Blockflötenwerkstatt. Er nutzte damit eine Chance, die sich durch den beschränkten Import an Instrumenten aus Deutschland ergab.
Quelle: https://www.huber-music.ch/cms/index.php?id=414


Die Werkstatt Fehr folgte dann ca. 1950 nach im Blockflötenbau und auch die Firma Küng erwähnt diesen Umstand in ihrer Firmengeschichte:

Franz Küng – geboren im Jahr 1906 in Schaffhausen – war erst Klavierbauer, bevor er 1933 die Villa an der Grabenstrasse in Schaffhausen kaufte und ein Musikhaus gründete. Einige Jahre später begann er mit dem Bau von Blockflöten, da aus Deutschland aufgrund des Krieges keine mehr bezogen werden konnten. Seine Versuche, die alten deutschen Blockflöten nachzubilden, faszinierten ihn dermassen, dass er sich fortan komplett der Entwicklung von gut gestimmten und schönen Blockflöten widmete.
Quelle: https://www.kueng-blockfloeten.ch/de/uber-uns/geschichte/
 
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  • #24
Deine Sopran würde ich mal vorsichtig auch auf vor 1940 datieren, denn erstens war es zu der Zeit noch üblich, dass die Händler ihren Namen auf Instrumente anbrachten und dazu wurde um 1940 verboten Instrumente ins "feindliche Ausland" zu verkaufen
Ich trage mich jetzt allerdings gerade wie diese Flöte bis in die 2000er hinein regelmaessig im Einsatz gewesen sein kann. Meine Grossmutter hat Jahrgang 1920 gehabt und müsste die damit als Kind oder Teenager bekommen haben. Sie ist 2016 gestorben und bis dann haben drei Kinder, sieben Enkel und drei Urenkel dieser Flöte zugehört. Gut am Schluss hat sie nicht mehr gut gehört, aber sie so lange es gegangen ist oft gespielt. Genau so wie sie bis ins hohe Alter in die Klavierstunde gegangen ist - jede Woche und das über Jahrzehnte! Von den Noten die sie gehabt hat ist mir schon fast schwindelig geworden. Ob Flöte oder Klavier, Musik ist immer wichtig gewesen. Es tönt fuer mich einfach so unwahrscheinlich weil die Flöte dann das Klavier überlebt hat. Irgendwie verrückt.
 
  • #25
Es tönt fuer mich einfach so unwahrscheinlich weil die Flöte dann das Klavier überlebt hat. Irgendwie verrückt.

Ja, schon verrückt :) aber selbst wenn sie später datiert wäre, dann wäre sie immer noch weit über 50 Jahre alt, denn dieses Profil wurde garantiert nicht länger gebaut. Aber das noch Hug und Co. darauf steht, ist halt schon sehr "verdächtig".

Was auch noch sein kann, ist das die Flöte eventuell Jahre bis Jahrzehntelang bei einem Händler herumlag bis sie verkauft wurde. Das kommt garnicht soo selten vor, hab ich schon öfters mitbekommen.
 
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  • #26
Was auch noch sein kann, ist das die Flöte eventuell Jahre bis Jahrzehntelang bei einem Händler herumlag bis sie verkauft wurde. Das kommt garnicht soo selten vor, hab ich schon öfters mitbekommen
Und das wäre dann wieder Musik Hug. Die Filiale in Zürich ist gar nicht so weit weg von meinen Grosseltern gewesen. Sie haben mitten in der Stadt gewohnt.
 
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  • #28
Und noch eine alte Blockflöte gefunden. Die sind irgendwie in der ganzen Verwandtschaft verteilt.

Ich habe mit meiner Tante telefoniert und irgendwie sind wir auf das Thema Blockflöten gekommen. Da sagt sie ploetzlich:"Du, ich habe die alte Flöte vom Grossdaddy gefunden. Sie ist im Estrich bei der Gitarre in einer Kiste. Soll ich sie schnell holen? ""Gern bin gespannt was das für eine ist." "Ich rufe zurück wenn ich sie habe." Fünf Minuten später klingelte das Telefon und sie beschreibt die Flöte:"Eine Altflöte, da steht etwas mit G. Herrensdorfdorf oder so drauf. Dunkles Holz und zwei silbrige Ringe dort man die Teile auseinander nimmt. Einer hat etwas Grünspan angesetzt, aber sonst sieht sie noch gut aus."
Die kleine Schwester von meinem Bass hat sich ganze 25 Jahre in einer Kiste versteckt!

Wenn meine Tante, sie wohnt im Haus von meinem Grossvater, noch Sopran und Tenor dazu findet haben wir fast die ganze Familie zusammen. Es würde mich nicht wundern wenn die auch noch irgendwo auftauchen.

Weiter hat meine Tante noch ihre eigene Sopran aus Kindertagen. Eine Küng aus den 50ern. Dazu die Alt von meiner Grossmutter, wo ich die beiden Sopran habe, die deutliche Gebrauchsspuren hat und ein paar Kratzer. Meine Grossmutter hat aber eine Katze gehabt...
 
  • #29
Katze ist immer gut.

Falls Du die Möglichkeit hast, die alten Musiknoten einzuscannen (oder durch einen Archivar einscannen zu lassen), die sind meist jetzt gemeinfrei (und bei dem Alter auch definitiv frei von Urtext‑ und Leistungsschutzrechten der Verlage), und IMSLP.org freut sich immer darüber; jene nehmen dann andere (wie ich) als Ausgangsmaterial, um hochwertige digitale Editionen zu machen, welche dann wieder andere z.B. in Braille-Musikschrift umwandeln.

Ich wüßte jetzt keine Namen, kann mir aber vorstellen, daß es sogar Leute gibt, die auch das Einscannen freiwillig machen, eben für das Gemeinwohl. Bei archive.org weiß ich das, für IMSLP und konkret in Europa… müßte man suchen (evtl. weiß ja wer hier was).
 
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  • #30
Danke für den Hinweis @mirabilos Die Klavier-Noten von meiner Grossmutter sind noch da, aber was es genau ist weiss ich ehrlich gesagt nicht. Auch von meinem Grossvater ist wohl noch einiges da. Ich schätze da müsste ich wohl mal mit meiner Tante zusammen weiter schauen. Das ist alles bei ihr im alten Haus von meinem Grossvater. Anscheinend verstecken sich dort noch musikalische Schätze die (wieder) gefunden werden wollen.
 
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  • #31
Der Flötenbauer ist fertig und ich werde meine Bassflöte nächste Woche abholen.

Ich spiele mit dem Gedanken noch die Daumenstütze auswechseln zu lassen. Dann könnte ich eine mit einem Ring für ein Band dran machen lassen. Oder ist ein Dorn zum abstützen besser?
Ein Band habe ich bei einer geliehenen Bassflöte schon mal gehabt, aber mit dem Dorn hab ich keine Erfahrung.
 
  • #32
Ich benutze meistens das Basstrageband, das ich um den Hals hängen habe. Das kann ich an der Daumenstütze einhaken. Ich habe aber auch noch einen Stachel, der mit Klettband am Fußstück befestigt ist. Den habe ich vor Jahren bei Margret Löbner gekauft, siehe hier. Der ist praktisch, wenn ich bei Seminaren länger Bass spiele. Das Klettband bleibt an der Flöte dran, auch wenn ich den Stachel nicht brauche.
 
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  • #33
Ich benutze meistens das Basstrageband, das ich um den Hals hängen habe. Das kann ich an der Daumenstütze einhaken.
Das Prinzip an sich kenne ich. Bei meinem bald 100 Jahre alten Bass habe ich allerdings noch keine Öse an der Daumenstütze. Hat es damals wohl einfach noch nicht gegeben.

Ob die Stachel, sprich die Klettbefestigung, auf der von dir verlinkten Seite von der Grösse her passen müsste man wohl anfragen.
 
  • #34
Das Problem bei dem Stachel ist, dass man von der Haltung her nicht so flexibel ist und auch den Bass nicht mal eben schnell auf einen Flötenständer stellen kann. Deshalb kommt das für mich an zweiter Stelle. Die Frage ist, mit welchem Aufwand man die Daumenstütze wechseln (lassen) kann.
 
  • #35
Ich habe aber auch noch einen Stachel, der mit Klettband am Fußstück befestigt ist. Den habe ich vor Jahren bei Margret Löbner gekauft, siehe hier.
Der genannte Bassstachel wird am unteren Ende der Bassflöte in die Innenbohrung eingeführt. Somit sitzt der Stachel teilweise in der Innenbohrung und führt zu einer Verengung der Bohrung.

Wie wirkt sich das auf die Intonation der Flöte aus?

(Das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu einem Bassstachel der in einer separaten Bohrung mit Gewinde im Holz am Fußende angebracht wird. Denn hier wird die Innenbohrung nicht verengt und beeinträchtigt.)
 
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  • #36
Meine Bassflöte ist wieder daheim. Ich habe sie gestern beim Floetenbauer abgeholt. Ohne Stachel oder Band, dafür mit einem wunderschönen Klang.
Ich habe mit meiner Tante telefoniert und irgendwie sind wir auf das Thema Blockflöten gekommen. Da sagt sie ploetzlich:"Du, ich habe die alte Flöte vom Grossdaddy gefunden. Sie ist im Estrich bei der Gitarre in einer Kiste. Soll ich sie schnell holen? ""Gern bin gespannt was das für eine ist." "Ich rufe zurück wenn ich sie habe." Fünf Minuten später klingelte das Telefon und sie beschreibt die Flöte:"Eine Altflöte, da steht etwas mit G. Herrensdorfdorf oder so drauf. Dunkles Holz und zwei silbrige Ringe dort man die Teile auseinander nimmt. Einer hat etwas Grünspan angesetzt, aber sonst sieht sie noch gut aus."
Die kleine Schwester von meinem Bass hat sich ganze 25 Jahre in einer Kiste versteckt!
Meine Tante ist mit gekommen und die Altfloete mit gebracht. Meine Vermutung hat sich bestätigt: gleicher Hersteller und ebenfalls aus den 1930ern. Aktuell ist keine Revision oder so geplant, aber sollte es dann doch einmal so kommen weiss sie wohin sie die Flöte Bingen kann.

Die Kinder mussten sie natürlich sofort ausprobieren, obwohl sie nicht Flöte spielen können, und weil zusammen setzen nicht grad gegangen ist haben sie einfach nur den Kopf genommen. Oben rein blasen und unten mit der Hand auf und zu machen. Es hat einen hübschen, regelmässigen Brummton gegeben.
Eigentlich wollte ich heute mit einspielen anfangen, aber jetzt bin ich erkaeltet und das geht nicht so gut.

Der nächste Schritt ist jetzt ein passendes Etui. Die Schachtel in der die Flöte bis jetzt gewesen ist, ist ja schön und gut, aber nicht zum täglichen Gebrauch gemacht. Ja, sie hat einen separaten Deckel zum abnehmen und ist wirklich stabil, aber ich muss die jedes mal wieder mit Schnur zu binden damit der Deckel nicht abfaellt. Ich werde wohl selber ein passendes Etui machen. Das hat dieses Flöte verdient.

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Falls ihr mal in Zürich seid und ein entsprechendes Problem habt: https://stempfle.ch
Ganz unten auf der Seite hat er Referenzen von Profi-Musikern die teilweise in Orchestern spielen. Einfach nur wow!
 
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  • #37
  • Ersteller
  • #38
Ja, aber so lange kannst du ja mit einem Klettband statt Schnur arbeiten.
Vielleicht kann ich auch die Schachtel als Grundlage nehmen. Die ist echt stabil und die Floete hat schön Platz darin. Es müssten vor allem Trennwaende für Fächer hinein und die natürlich gepolstert. Ich werde das wohl nächste Woche noch genauer anschauen. Dann sind die Schulferien vorbei und ich habe Ruhe.
 
  • #39
Wie wirkt sich das auf die Intonation der Flöte aus?
Ich merke da keinen Unterschied, aber ich muss sonst auch bei dem Bass Töne anpassen. Ich müsste es mal mit Stimmgerät probieren, habe den Bass aber gerade nicht hier.
 
  • #40
Vielleicht bei Gelegenheit mal insbesondere auf die tiefen Töne achten bei eingesetztem Bassstachel.
 
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