Alterierte Skala

von Fips, 05.07.10.

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  1. Fips

    Fips Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #1
    Hey Leute,

    ich hab ein problem mit der alterierten skala !

    wenn ich die alterierte skala in einer impro einbauen will (z.b. über einen dom7(b9)), klingt es einfach wie scheisse !
    woran liegt das ???
    kann es sein dass ich zuviel in der "melodisch moll-tonika" (ich nenns mal so) denke ???

    [ja ich weiß, auf der 7. stufe von MM steht superlokrisch und nicht alteriert !!! die superlokrische skala wird zur alterierten skala umgedeutet !]

    danke für die hilfe !

    lg fips
     
  2. kreuzberger

    kreuzberger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #2
    hi fips,
    schwierig zu antworten, wenn man nicht weiß, was du mit "scheisse" meinst und in welchem harmonischen kontext du die skala verwendest. spiel mal dm7/b5, G7b9 und dann cm7 als Schleife. Und verwende die alterierte Skala auf dem G7b9. Das hört sich garantiert nicht scheisse an... Als Skala über eine Zwischendominante vor einer moll-Tonika klappt das schön als Alternative zu HM5
     
  3. Fips

    Fips Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #3
    hi,
    ja dass es dort nicht scheisse klingt ist klar. das ist ne II-V-I in moll !
    da kann man sich so richtig austoben !!! da kannste auch MM doer auch HD drüber spielen !!! probier mal aus ;-)

    ich hab so meine schwierigkeit in einem Jazzblues !
    da klingt das ganze wie kraut und rübe !!! iist echt bäh !!! :-! ;-)

    wie benutzt du die skala denn noch ?


    danke für die schnelle antwort
     
  4. kreuzberger

    kreuzberger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #4
    so abstrakt kann ich das nicht beantworten. theoretisch kannst du die skala ja auf jede dominante spielen, aber da kommt es eben auch drauf an, was deine mitmusiker spielen. was ich gerne mache ist mit zieltönen zu arbeiten. ich spiele aus der alterierten skala sozusagen auf ein arpeggio zu", beziehungsweise gerne auf die sieben der dominante zu und lass mich dann dann beim akkordwechsel auf die terz der tonika fallen. das ist wie wenn man "in die spur schlingert". wenn du verstehst, was ich meine. grundsätzlich finde ich, dass man sich irgendwann von dieser akkord-skalen-theorie, die überall gelehrt wird, etwas lösen sollte, weil sonst so automatismen entstehen wie "Zwischendominante zu moll - HM5 oder alteriert (siehe oben)" außerdem verpasst man schnell die pointe eines akkordwechsels, wenn man zu sehr auf die skala achtet, nicht aber auf die entwicklung der einzelnen stimmen. man verliert sozusagen die horizontale aus dem blick. das sind die sachen, an denen ich arbeite. manchmal kann man einfach mal einen ton stehen lassen und hören, wie er je nach akkord seine funktion/farbe verändert. die beste übung, die ich kenne, ist, ein solo mit möglichst wenig (rhythmisierten) tönen zu spielen. für uns gitarrendudler eine echte herausforderung...

    ach ja, vergessen: gib mal die konkrete akkordfolge von dem blues
     
  5. Fips

    Fips Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #5
    Jazzblues:
    F7-Bb7-F7-%-Bb7-Bdim-F7-D7b9-Gm7-C7-F7 D7b9-Gm7 C7

    also:
    über jeden dom7 bebop-scale oder acuh alteriert (weiß nicht wie das klingt)

    über den verminderten kann man z.b. GTHT spielen

    über den D7b9 ALTERIERT ! -> und da klingts etwas strange ! vll liegts an mir ;)

    und dann über Gm7 dorisch oder was auch immer !
     
  6. kreuzberger

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    Erstellt: 05.07.10   #6
    habe kein instrument hier, schaue mir das heute abend an. spontan würde ich sagen, spiel an der stelle nicht alteriert, sondern HM5. Damit deckst du alle Akkordtöne ab und hast eine organische Verbindung mit dem Gm7.
     
  7. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #7
    Hi Fips,

    zunächst einmal - Dominantseptakkord ist nicht gleich Dominantseptakkord. Es gibt z.B. auch Dominantseptakkorde ohne Dominantfunktion. Das trifft z.B. auf die Stufen I7 und IV7 im Blues zu. Dort kannst Du auf keinen Fall MM7 (=Alteriert) spielen. MM7 wird in der Regel nur dann als Chordscale genommen, wenn quintweise Auflösung erwartet wird.

    Im Blues wäre das folgendermaßen:

    || F7 | Bb7 | F7 | F7alt |
    | Bb7 | Bo7 |F7/C Bb-7 | A-7 D7alt |
    | G-7 | C7alt | F7 D7alt | G-7 C7alt ||

    Hier hat das F7 im 4. Takt eine andere Funktion als das F7 im 3. Takt. Im 4. Takt agiert es als V7/IV, als Zwischendominante zur Subdominante. Quintweise Auflösung wird erwartet. Hier kann alteriert werden.
    Ach bei V7/II im 8. Takt kann alteriert werden, da eine quintweise Auflösung zur II Stufe erwartet wird.

    Die Wahl der Chordscale von verminderten Akkorden hängt von deren Weiterführung ab. Lösen sie sich stufenweise nach oben auf, nehmen sie in der Regel eine diatonische Chordscale, bei der nur die notwendigen Akkordtöne des o7 Akkordes alteriert werden. Der Rest bleibt diatonisch. Oft ist dies eine HM7 Tonleiter. In Deinem Blues-Beispiel würde man über Bo7 (= #IVo7) b c d e f g ab bb spielen. Diese Skala hat keinen Namen.


    Wenn Dir die Akkordverbindung D7alt -> G-7 strange vorkommt, dann musst Du Dich zunächst mit den Auflösungstendenzen von D7alt beschäftigen. Tb9 und T#9 von D7alt wollen zur Quinte von G-7. T#11 und Tb13 wollen zur None von G-7. Du musste jede Stimmführung seperat durchgehen. Es ist genau der Punkt des Harmoniewechsels der allentscheidend ist. Dort müssen die natürlichen Auflösungstendenzen hervorgehoben werden. Dann klingt es logisch.


    CIAO
    CUDO
     
  8. turko

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    Erstellt: 05.07.10   #8
    Vielleicht meine ich ohnehin das selbe wie CUDO, nur halt mit anderen Worten ... weiß nicht ... :

    Vielleicht liegt Deine Unzufriedenheit mit dem Klang der alterierten Skala über einem DomSeptAkkord auch am "Ziel" der Phrase ... ?

    Ich meine das so: Die alterierte Skala ist ja extrem "spanungsreich", was sie ja auf der anderen Seite auch auszeichnet. Aber diese Spannung "erträgt" man nur relativ kurze Zeit, und sie wirkt umso besser, wenn gleich danach die ENT-Spannung, quasi die BEFREIUNG kommt: Das heißt, ein absolut logischer und schlüssiger Ton im Auflösungsakkord als ZIELTON der alterierten Phrase. Ich glaube, wie genau jetzt dieser Zielton logisch abgeleitet und begründet wird, ist nicht so wichtig (ob durch vorherige Verwendung von GTLs, oder motivisch, oder sonstwie ...). Jedenfalls muß man diesen Ton eindeutig als "Ziel- und Ruhepunkt" in der neuen, aufgelösten, Harmonie wahrnehmen. Erst DANN ist der Wechsel zwischen Spannung und Entspannung geschafft.

    Lediglich meine Meinung.

    LG, Thomas
     
  9. kreuzberger

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    Erstellt: 05.07.10   #9
    Thomas, das ist genau das, was ich auch meinte und Cudo schreibt das ja auch. Das ganze muss eben irgendwo hinführen und da auch ankommen. Genau das ist das Problem mit der Akkord-Skalen-Theorie, wenn man die Stimmführung nicht einbezieht, sondern nur die Leiter runterrattert. So sehe ich das jedenfalls. :gruebel: