...das mit der Statistik ist dann schon ok... so ergibt sich die Signifikanz also alleinig aus dem Versuchsaufbau, und den verwendeten Messgeräten... wie also bei meiner Frau, deren Ohr völlig Gitarren unerfahren ist... tja das menschliche Ohr ist da eben ein doofes Mess System, weil viel zu wenig messtechnisch reproduzier- und kalibrierbar.
Doch man sollte trotz dieses "Mankos" die Qualität unseres Hörens nicht unterschätzen! Wir lernen -wie angemerkt- z.B. beim Hören, welcher akustische Messaufbau kann das von sich behaupten...
..noch ein Wort zum "Kristallisieren" von Holzbestandteilen... (ich möchte da nicht wirklich Partei ergreifen denn "Beweise" sind auch hier schwierig, aber dennoch ein paar Fakten und Gedanken dazu..: ...ja Kristallisation kann es auch im Holz geben!... nur ist zu unterscheiden zwischen der Formierung von Kristallgitterstrukturen (wie z.B. typischer Weise bei Diamant) und der Bildung amorpher ("Kristall")Strukturen wie z.B. Glas. Glas ist dabei keine Kristallstruktur, sondern letztlich lediglich eine "Flüssigkeit" mit sehr sehr hoher Viskosität. Bei amorphen Strukturen "tut" sich dann auch nichts mehr, wenn die Temperatur oder Lösungsmittelanteil (Wasser) sich nicht mehr nennenswert ändern, bzw. sind die Vorgänge auch reversibel.
Bei "echter" Kristallisation ist es dagegen wichtig, dass dort die genau gleichen Moleküle in ausreichender Menge sich finden können, um Kristallgitterstrukturen in nennenswertem Ausmaß bilden zu können. Ob etwas kristallisieren kann oder amorph erstarrt ist rein Molekül abhängig. Aber grob gesagt: Je größer und komplizierter die Moleküle sind, desto "schwieriger" ist es daraus Gitterstrukturen aufzubauen, die dann auch spezielle Eigenschaften haben.
Nun ist Holz ein Naturstoff, der nun alles andere als auch nur halbwegs chemisch homogen ist. Dann ist Stoffaustausch durch Diffusion in Feststoffen auch noch extrem langsam... all das lässt mich ziemlich daran zweifeln, das "Kristallisation" die richtige Erklärung für klangrelevante Alterung bei Holz ist. Da gibt es einfach zu wenig passende Moleküle, damit sich z.B. nennenswert Lignin-"Kristalle" bilden könnten (zumal Lignin chemisch eher einem Polymer gleicht...). "Fest" wird das Lignin, aber es ändert dann kaum mehr seine Struktur...
....aber wie dem auch sei...was mich in diesem Zusammenhang verwundert ist, dass man hier nicht einfach REM (Raster Elektronen Mikroskop) Aufnahmen von alten und neuen Hölzern macht. Das würde sich insbesondere anbieten, um dieses Cryo Tuning näher zu "beleuchten"... denn was vielleicht bei Metalllegierungen zu klar nachweisbaren Effekten führt (die Formierung von Kristallgitterstrukturen ist oft ein exothermer Prozess, der durch sehr niedrige Temperaturen dann begünstigt wird...) muss bei Holz noch lange nicht funktionieren.
...ob und welche Auswirkungen eine Holzalterung dann wiederum auf den Klang einer Gitarre hat ist noch eine weitere Frage...
Ich persönlich gehe eher davon aus, das viele der noch heute existierenden vintage Instrumente, einfach von Anbeginn an ziemlich gut klangen. Die "schlechten" Modelle haben hingegen oft die Zeit nicht überlebt, weil sie einfach nicht so attraktiv klangen. So hat eine evtl. wahrnehmbare altersbedingte Klangverbesserung von Gitarren vielleicht eher einen "Evolution Biologischen" Hintergrund.