Amerikanischer u. englischer Sound?

von Papa Noah, 09.12.07.

  1. Papa Noah

    Papa Noah Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #1
    Hi,
    ich hab mit der Suchmaschine noch nichts zu diesem Thema gefunden, also hab ich eins aufgemacht:

    Ich hab z.B. schon oft gelesen: Der Verstärker xyz besitzt einen typischen englischen Sound, aber ich hab noch nichts gefunden, wo das erklärt wird.
    Was ist denn nun eingentlich ein englischer bzw. amerikanischer Klang/Sound? Könnte mir das bitte jemand erklären?

    (ich spiel noch nicht so lange Gitarre und kenne mich noch nicht so gut aus)
     
  2. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.12.07   #2
    Klischees. Man versucht, bestimmte Sounds an Länder bzw. an dort gern verwendete Schaltungskonzepte oder oft verbaute Röhrentypen zu koppeln.

    Man nehme mal zwei Amerikaner: Fender und Mesa. Gerne 6L6 GC Röhren, gerne Röhrengelichrichter, viele Mesas sind in der Tat nur veränderte Fender-Amps........aber trotzdem könnte ein Dual Rectifier nicht weiter weg von einem Bassman sein. Da hat der Rectifier eher noch was mit dem OD1-Kanal eines britischen Marshall JVMs gemeinsam.

    Oder nehmen wir zwei Briten: Vox versus Marshall. Hat auch nicht wirklich viel miteinander zu tun.

    Vergiss das einfach. Bestimmte Länder mit bestimmten Sounds, bestimmte Sounds mit bestimmten Röhren etc.pp zu verbinden, ist höchst fragwürdig und geht meist nach hinten los.

    In Deutschland könnten wir ENGL gegen Kettner stellen, genauso unsinnig.

    Alleine die Veilfalt innerhalb eines Herstellers zeigt schon, dass eine Generalisierung fragwürdihg ist. Was hat ein Kettner Statesman mit einem Kettner Switchblade zu tun?
     
  3. zypsilon

    zypsilon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #3
    Ohne Rays Autorität untergraben zu wollen... :)

    Ich hab mal gelesen (finde die Site aber gerade nicht), der typisch britische Sound seie allgemein höhenreicher, 'kratziger' und somit durchsetzungsfähiger, während der typisch amerikanische Sound eher sanft und warm sei. - Sicher sind damit Tendenzen gemeint.

    Ich persönlich denke bei 'britisch' an VOXen, bei 'amerikanisch' an Fender... Ist aber sicher klischeehaft. :)

    Grs
     
  4. DR.DEATH

    DR.DEATH Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #4
    Mit britisch oder amerikanisch ist eigentlich kein Amp gemeint. Damit bezeichnet man einfach eine Grundtendenz im Sound. Amerikanisch ist eher muffig, britisch eher drahtig.
    Mit Ampmarken hat das nichts zu tun.

    mfg
     
  5. JenovasReunion

    JenovasReunion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #5
    hab ich aus dem thread hier:
    https://www.musiker-board.de/vb/eff...t-lexikon-inkl-sound-samples.html#post2345330
     
  6. Papa Noah

    Papa Noah Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #6
    Danke für die Antworten :great:
     
  7. Ray

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    Erstellt: 09.12.07   #7

    Fender ist muffig? Welcher Amp hat mehr cleane, knallig, drahtige, perlige Höhen als ein Blues Deluxe oder ein Supersonic?

    Und Marshall drahtig? MARSHALL?

    Der JVM hat im grünen Modus des Cleankanals vielleicht etwas Draht, weils ne Fender-Schaltung ist. Aber ansonsten wäre drahtig nicht der Begriff, den ich mit einem mittigen Amp in Verbindung bringen würde :)


    Und VOX wäre jetzt wieder ganz was eigenes, dem AC-30 als Paradebeispiel fehlt halt die Gegenkopplung. Das ist aber weder britisch noch amerikanisch, das ist voxig :D

    Mesa Rectifier sind sanft und warm?? Eigentlich werden ja eher Mitten als warm bezeichnet, während scoopige Sounds mit Bass und Höhen als kalt gelten. Insofern wäre dann eher britisch warm und amerikanisch kalt.

    Fender warm und weich? Es gibt nicht einen Fender-Amp, nicht mal der Supersonic mit seinen etwas unfenderigen Gainreserven, der annährend den Wumms eines Marshalls hinkriegt. Im Zerrbereich fehlen den Fenderamps immer die Eier untenrum und sie werden schnell kreischig. Mit ner Strat oder Tele schiebe ich da immer die Bässe auf Maximum und die Höhen auf Null.......und es kreischt immer noch. Mit ner Box of Rock davor gehts dann, da klingts nach Plexi. Warm und dick.

    Diese Einordnungen gehen total nach hinten los.
     
  8. Hamstersau

    Hamstersau Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #8
    dann lass die marken mal weg und höre nur auf einen bestimmten verstärkertyp.

    ich glaub das was im sounlexikon steht ist garnicht so falsch. man kann schon gewisse "stilrichtungen" mit den ländern vergleichen, bzw. eher mit den bands.
    man kanns natürlich nicht auf alle bands stempeln, aber dieser brit pop kram hat ja nunmal diesen "kratzigeren" sound und spielt wies der zufall so will oft mit vox ac30;)

    dagegen diese amerikanischen "pop-punk" bands (nur als beispiel). mit einem warmeren sound und mehr gain.

    wie gesagt, man kann es nicht auf alle bands stempeln, denn es liegt auch viel an der ampeinstellung, den pedalen, der gitarre etc.

    also allzuviel sollte man sich nicht beieinflussen lassen, da hat Ray auf jedenfall recht. lediglich gaaanz leicht orientieren wenns um die gainreserven geht.

    gruß hamstersau
     
  9. tom181

    tom181 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #9
    Ich konnte am Anfang auch nicht verstehen, was ein "britischer" oder "amerikanischer" Sound ist. Da hilft nur eins:

    Ab in den Musikladen und anhören! Eine gute Hilfe sind auch moderne Modeller ala Pod oder Vox oder das GT-8 von Boss. Sind zwar nur "Ampemulatoren", aber um sein Gehör auf die unterschiedlichen Sounds zu "schulen" ist es nicht schlecht, sich um Musikladen mal eine Stunde mit so einem Teil zu befassen

    Gruß

    Tom
     
  10. DR.DEATH

    DR.DEATH Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.07   #10
    Wie gesagt, mit Ampmarken hat britischer oder amerikanischer Sound nichts zu tun. Schon möglich, dass ein Marshall nicht unbedingt immer britisch klingt. Und genauso möglich, dass ein Fender nicht immer amerikanisch klingt. Angus Young klingt für meine Begriffe eher britisch. Er spielt wie bekannt Marshall. Und der klingt wirklich verdammt drahtig.
    Eric Johnson spielt verzerrt auch Marshall. Er klingt weder muffig noch drahtig.
    Nur weil ein Amp aus England kommt heißt das noch nicht, dass er britisch klingt, bzw. nicht amerikanisch klingen kann. Andersrum genauso.

    Man muss diese "Soundrichtungen" vielleicht auch aus früherer Sicht sehen. Alte Amps haben häufig nur einen Grundsound. Ein alter Marshall verglichen mit einen alten Boogie klingt in Allgemeinen (!) eher höhenreich, kratzig.
    Heutzutage sind viele Hersteller ja gerade daran interessiert einen möglichst flexiblen Amp zu konstruieren, der mehrere Klangespektren abdeckt, weil es eben genau das ist was die Leute wollen.

    mfg
     
  11. HCL991

    HCL991 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.08   #11
    Ich konnte den Sound auch lange nicht unterscheiden. Aber dass alle Fender und alle Mesas amerikanisch klingen stimmt(meiner Meinung nach). Denn es kommt nicht ganz drauf an ob es viele Höhen, oder eher Bässe gibt, sondern um den allgemeinen Soundcharakter... Amerikanische amps klingen saftiger. Der Klang ist kompakter. Britische amps klingen weiter, ausdifferenzierter, aber dafür trockener und rauher. Wobei Vox amps da so ein bisschen aus der Reihe tanzen, aber nur geringfügig.
     
  12. aZjdY

    aZjdY Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.08   #12
    und wie klingen wir Deutschen so?:D
     
  13. wishboneX

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    Erstellt: 27.05.08   #13
    Sehr durchsetzungsfähig nach V12 mit leichtem Schuhpladdl-Touch in den unteren Hochmitten? ;-) Bestens geeignet für Marschmusik?
     
  14. HCL991

    HCL991 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.08   #14
    Wir Deutschen? :)
    Naja damit ist wohl HK gemeint... oder auch nicht... ist wohl eher ne Scherzfrage... :rolleyes:
    Wenn ich das beantworten soll, würde ich sagen, dass wir Deutschen amerikanisch klingen... Amerikanisch und Britisch als Bezeichnungen von Klangtypen haben im Endeffekt nichts mehr zu tun mit dem Ursprungsland...
     
  15. bemymonkey

    bemymonkey Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.08   #15
    Da muss ich ein Bisschen widersprechen - natuerlich ist die Einordnung total bescheuert, aber prinzipiell versteht man unter Britischem Sound schon den typischen Marshall-Crunch mit britzeligen Hochmitten und Hoehen, und mit Amerikanischem Sound halt eher nen weichen...

    Aber es sind halt nur Bezeichnungen - das heisst natuerlich nicht, dass die Sounds wirklich ausschliesslich aus den USA oder England kommen, waer' ja auch bescheuert, so etwas zu behaupten ;)...

    Sonst koennte man genauso sagen "Es macht keinen Sinn, zu sagen, dass ein Amp warm oder kalt klingt - schliesslich hat Temperatur gar nichts mit Sound zu tun..."

    :p
     
  16. yrt

    yrt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.08   #16
    Ich bin (ähnlich wohl wie du, bemymonkey) dazu übergegangen "britisch" mit "klassischer Marshall Crunch" und "amerikanisch" mit Fender zu übersetzen. "Amerikanischer Hi-Gain" fängt mit Mesa an und endet bei Rectifier.

    Problem gelöst! :)

    Oder doch nicht. Ist klassischer Marshall jetzt Plexi? Bluesbreaker? JCM800? Äh . .. !? Und wie sollen die überhaupt klingen!? Vielleicht: Britisch = Marshall = Plexi = AC/DC! Aber das ist ja auch wieder nicht unbedingt der Klang vom Verstärker, sondern von der Produktion? Oder von Malcolm?

    Diese ganzen Klangbeschreibungen grenzen für mich schon hart an der Nutzlosigkeit, gerade in den einschlägigen Publikationen ("... zarter Schmelz in den Höhen ...") Manchmal gebaren sich die Testberichtverfasser wie Werbetexte auf der Rückseite von Weinflaschen.

    Was für ein Glück, daß wir alle wissen: Selber testen!
     
  17. Saitenstechen

    Saitenstechen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.08   #17
    Der Brite spricht ja das beste Englisch, wie man so sagt. Der Amerikaner quakt die englische Sprache. Läßt sich das jetzt auch auf die Sounds der Amps übertragen? ;)

    Aber ich glaube, hier wird über drei bis vier ganz unterschiedliche Ansätze diskutiert. Zum einen gibt es wohl das Konzept in der Verarbeitung (britisch = halboffenes Gehäuse), die Sounds (britisch = höhenreicher, aggressiver bzw. lebendiger) und die unterschiedlichen Amp-Hersteller aus den entsprechenden Ländern. Jetzt könnte man das noch auf die Musikstile übertragen (z.B. Brit-Pop usw.). Das läßt sich mit Sicherheit nicht alles in einen Topf werfen.

    Gruß

    Andreas
     
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