Hallo, ich erlaube mir nachfolgend eine letzte, natürlich subjektive, Meinung zum Thema Bugera V55 abzugeben.
Irgendwie lese ich auch ein wenig mit Kopfschütteln, mit welchen Tuningmaßnahmen die klanglichen Unausgewogenheiten beseitigt werden sollen und wie jetzt alles auf einmal so viel besser klingt mit dem einen oder dem anderen Speaker. Ich bin sehr im Zweifel, ob der Speaker so viel am Grundsound eines Amp's verändert und jetzt auf einmal einen schönen cremigen Overdrivesound zaubert, außer der eingebaute Speaker ist wirklich der letzte Rotz (trifft dies dann nicht auch auf den Rest zu?).
Ich habe und hatte da immer eine einfache Philosophie: In den 35 Jahren in welchen ich nun Gitarre spiele, habe ich eine ganze Reihe von Amps besessen und regelmäßig gespielt. Darunter auch einige die mir viele Jahre bis mehr als 25 Jahre die Treue gehalten haben. Egal ob die von
Fender*, Kitty Hawk, Crate oder anderen Herstellern waren, sie hatten alle eines gemeinsam: Sie funktionierten vom ersten Tage an tadellos, ließen mich nie - weder im Proberaum noch beim Gig - im Stich und hatten jeweils den Sound, den ich zu dieser Zeit suchte. Außer einem Röhrenwechsel nach jeweils vielen Jahren habe ich an diesen Amps nie was verändert oder verändern lassen.
Denn wenn ein Amp technisch oder klanglich scheiße war, dann kaufte ich ihn gar nicht oder er wäre sofort wieder zurückgegangen, wobei letzteres wirklich niemals eintraf.
Nachdem ich von zwei wirklich nicht kleinen Händlern unisono die gleichen Erfahrungen mitgeteilt bekam, dass nämlich die Rücklaufquote von Bugera Teilen extrem hoch ist, weiss ich aus eigener Erfahrung im Großhandel (jedoch andere Branche), dass dies für den Händler einen sehr hohen Kosten- und Handlingsaufwand darstellt und der Verweis auf zwar höherpreisige aber mit deutlich weniger Reklamationsaufwand behafteten Produkten für beide Seiten, Händler wie Kunde, die bessere Wahl ist.
Wenn jemand sein Glück mit diesen Amps findet, sprich das eigene Produkt funktioniert und auch den persönlichen Geschmack hinsichtlich des Sounds trifft, dann ist dies doch O. K. und soll in keiner Weise schlecht geredet werden. Jeder Topf findet bekanntlich seinen Deckel.
Wenn ich mir persönlich und subjektiv die Frage stelle, ob der Amp einfach nur billig oder preiswert ist, also den bezahlten Preis auch Wert ist, so trifft für mich eher Ersteres zu. Vergleiche ich den Clean Sound (der Distortion Sound ist m. E. für die Tonne und ein cremiger Overdrive Sound ist mit diesem Amp sowieso nicht möglich) z. B. mit meinem zum gleichen Preis vor ca. 2 Jahren erworbenen Crate V32 Palomino, dann muss ich für mich attestieren, dass der Crate um einiges erwachsener, runder und einfach sehr viel schöner klingt, als der m. E. flach tönende Bugera. Einen Vergleich mit meinen anderen preislich höheren Amps will ich aus Fairnessgründen gar nicht erst anführen.
Sorry, wenn ich vielleicht den einen oder anderen etwas vor den Kopf gestoßen haben sollte, ich werde mich dann auch in meiner freien Zeit wieder mehr dem Gitarrespielen zuwenden als dem zutexten von Forumseinträgen, aber es war mir einfach mal wieder ein Bedürfnis.