Moin Aloitoc,
unterm Strich 100% Zustimmung, was Du schreibst. So und nicht anders ist es. Kurzer Kommentar noch zu zwei Punkten: Die Klangregelung ist nicht sonderlich verbiegend - jedoch muss man aufpassen: auch bei einigen Marshalls ist die Klangregelung machmal scheinbar nur als Deko dran.
Nee, Spass beiseite. Die Frage ist auch wieder nur eine ganz individuelle, nämlich, was erwartet man von einer Klangregelung, soll sie nur beherzt reingehen oder weit verändern können oder muss ein Amp einen bereits "genehmen" Grundsound haben... Ist ein ganz individuelles Ding, denke ich.
Ein sehr interessanter Punkt ist der des 6L6-Charakters, von dem Du schreibst. Ich muss gestehen, dass ich hier im Schleudern bin, denn ich wäre sehr sehr skeptisch, einer 6L6 einen bestimmten Sound zuordnen zu wollen. Denn alles ist letztendlich eine Frage der Dimensionierung der Peripherie im Amp und - ketzerisch - nichts weiter. Die Röhren selbst haben keinen eigenen Sound, er wird bestimmt durch das Schaltungsdesign.
Wat'n Zufall, lies mal, was ich gerade vorher beim Lautsprechertest des V55 offtoppic geschrieben habe zum direkten A/B-Vergleich meines AA1164-Clones vs. Laney VC-15. 2x 6V6 versus 2x EL84 - und bei eintsprechender Clean-Einstellung klingen beide Amps fast gleich (!), ich habe es selbst kaum glauben wollen und immer wieder hin und her geschaltet.
Möglicherweise (und das glaube ich, hier auch in anderen Threads herauszulesen) werden bestimmten Röhrenschaltungen auch seitens der Hersteller bestimmte Sounds zugeordnen; KT88 oder EL34 gern in harten, zerrenden Amps, 6L6 eher im "kalifornischen" Bereich...
Aber ich denke, hier muss man sehr aufpassen, vielleicht nicht auch einem gezielten Marketing zum Opfer zu fallen, denn nochmals: ich denke, das Design, besonders der Trafos, macht es und nicht die Röhre.
Gruß Michael