ampeg, Genz Benz, Mark Bass, Mesa Boogie. Der Weg zu einer Kaufentscheidung

von bambam, 22.11.08.

  1. bambam

    bambam Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.08   #1
    Immer wieder taucht hier die Frage nach Verstärker-präferenzen und Empfehlung auf. Die Antworten auf diese Fragen hab ich gerade in letzter Zeit viel gelesen und geb nun einfach mal meinen Senf dazu.

    Wo kommst´n her?:
    Zunächst mal habe ich die letzten drei Jahre einen ampeg SVT 300 Watt Vollröhre von 1976 an ein er 8x10er ampeg Box gespielt. Man sollte denken, am Ende der Amp-such-Reise angekommen herzlichen Glückwunsch - dankeschön! ...von wegen. Als jüngst mal wieder die sechs Röhren getauscht werden mussten, habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen den ampeg gegen etwas leichteres und weniger kostenintensives im Unterhalt zu tauschen.
    Der Sound des ampegs ist für mich nach wie vor der Hammer und war somit meine Referenz. (Allerdings hatte ich immer das gefühl das wir in der Band für diesen Amp nicht laut genug spielen und ich ihn eigentlich nie in seinem optimalen Arbeitsbereich fahren konnte. Volume gerade mal zwischen 9 und 10 wo er doch eigentlich auf 12 gefahren werden muss (mmn.) und kein Gain Regler...)
    Der neue Amp musste also diesem Vergleich standhalten. Vermutend das ich mit einem reinen Transistor da nicht drankommen werde habe ich mich nur unter den Hybrid-Amps umgesehen.

    Wo soll´s denn hingehen?:
    Da ich ja bereits n ampeg hatte viel meine erste Wahl auf den ampeg svt3-Pro als ich zum antesten im Laden war. (Ich sollte noch erwähnen das ich alle Amps sowohl im Laden als auch im Proberaum nur an der 8x10 getestet hab.) Auf jeden Fall hat mich der 3er überhaupt nicht überzeugt, er hatte meines Erachtens zu wenig Druck und klang auch nicht mal ansatzweise nach meinem alten SVT was auch immer ich an Einstellungen ausprobierte. nen 6er hatten sie nicht da und die anderen ampegs waren mir zu groß, teuer und/oder zu schwer.

    Dann entdeckte ich den Genz Benz neopak 3.5 über den ich auch gerade einen sehr positiven Testbericht gelesen hatte und ich war sofort begeistert. 350 Watt und so ein Druck. Gerade im Vergleich zum svt3 hat der neopak eine sehr gute Figur gemacht. Die Vorstufe hat einen schönen, etwas angedreckten Ton geliefert, der je nachdem wie Gain und Vorstufen-Volume zum Master eingestellt waren von leicht angeschmuddelt bis Dreckig-angezerrt reichte. Dabei hatte ich im Laden das Gefühl über den Master auch immer genügend Headroom zu haben und somit entspannt mal nen angezerrten und auch mal nen total cleanen Sound bei ausreichender Gesamtlautstärke fahren zu können. Wie sich dann aber im Proberaum und Bandcontext herausstellte war dem nicht so. Zumindest der komplett cleane Sound ohne Clipping der Vorstufe war im Bankontext nicht möglich. Da hatte er für unsere Gesamtlautstärke zu wenig Wumms. (Angezerrt allerdings war er durchaus bandtauglich.) Schade muss ich ehrlich sagen denn mit dem bass boost, mid scoop, höhenextra knöpfchen und dem vierband eq hat der amp eine ganz gute kontrolle über den sound erlaubt. Auch der Grundcharakter hat mir gut gefallen. Mit 500watt hätt ich den behalten, glaub ich.

    Somit ging der amp wieder zurück zum Händler und dafür hab ich dann den MarkBass R500 mitgenommen, nachdem ich den kurz im Laden angetestet habe und mir der Charakter dort auch recht gut gefallen hat.
    Im Proberaum waren zwei Dinge sehr schnell klar. 1. die Markbass-500Watt sind auf jeden fall ausreichend. es funktionierte sowohl ein cleaner als auch ein über Gain angedreckter Sound im Bandgefüge. Und 2. der Grundcharakter war doch nicht so ganz meins.
    Der Grund dafür ist schwer zu beschreiben, aber evtl. so: ich würde den Sound meines alten ampeg Vollröhren amps als rund bezeichnen und komme daher nicht umhin den Sound des R500 als eckig zu umschreiben. Andere Begriffe die mir dazu einfallen sind metallen oder blechern und kühl.
    Also wieder zurück zum Hädler, mit dem ich mittlerweile abgesprochen hatte das wir das Spielchen solange spielen bis der richtige dabei ist. Bei dem GenzBenz und dem MarkBass war das auch wenig problematisch, so ohne Auto, weil die jeweils gerade mal ca.4 kg auf die Waage bringen. Bei meiner nächsten Wahl sah das schon etwas anders aus.

    Wo bist´n angekommen?:
    Bereits bei meinem ersten Besuch im Laden hatte mir der Freundliche Bassabteilungs-mitarbeiter den Mesa Boogie Fathom oder wie er jetzt heißt M6 Carbine offeriert. Und schon beim ersten Ton im Laden gingen meine Mundwinkel nach oben aber da habe ich noch gedacht, “nee so viel Kohle willste nicht auf den Tisch legen”. Wie auch immer, als ich mit dem Teil im Proberaum angekommen war und der erste Ton erklang war´s klar. Nicht nur das der Fathom sich in jeder Hinsicht mit dem ampeg messen kann, er ist auch noch eine ganze Ecke flexibler und insgesamt direkter, dabei aber genauso rund und warm im Grundcharakter wie ich das von dem ampeg gewohnt war. Der Gain Regler macht das wofür ich ihn brauche- ein klein wenig andrecken, die 4 eq presets die über einen Drehschalter erreichbar sind heben entweder mitten an oder senken sie ab (grob gesprochen) und liefern immer einen coolen sound (pos2 ist mein favorit). Nur eine Röhre in der Vorstufe, 600watt in der Endstufe (diesmal definitiv mehr als genug headroom) und einen sooo Röhrenmäßigen Sound. Ich bin mehr als begeistert und kann diesen amp nur zum antesten empfehlen.
    Die anderen beiden im übrigen auch, jeder sucht ja bekanntlich nach was anderem.

    btw: einen ausführlichen Testbericht zum Mesa gibt´s unter http://www.bassgearmag.com/ in Ausgabe 1 eines recht neuen bass magazins das man nach Anmeldung komplett 4free online lesen kann.

    So, das ist länger geworden als ursprünglich geplant aber ich hoffe das dieser subjektive Erfahrungsbericht jemandem bei der suche nach dem passenden amp helfen kann. Des weiteren würden mich andere Test-prozeduren und vor allem deren Ergebnisse interessieren.

    grusz bambam
     
  2. Mad*

    Mad* Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.08   #2
    Hey, schöner Bericht, schon fast ein Vergleichsreview - was mal wieder bestätigt: Mesa scheint den Ampegsound zu bringen, nur mit mehr Detail. Glückwunsch zum Neuen.
     
  3. Metal Messiah

    Metal Messiah Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.11.08   #3
    ein bisschen Plakativ aber von der Essenz her richtig. Beide Hersteller bauen eben Amps mit "Charakter".

    Ich bin selbst leidenschaftlicher Genz Benz Nutzer und auch den Neo-Pak find ich iO. vielleicht wäre aber der Shuttle 6.0 zum testen noch eine alternative. vom Ton her kann er genau das selbe wie der Neo-pak, hat aber ne 600watt digi endstufe und richtig wumms (mit unter 2 kilo!!!!!) vom relativ günstigen Preis mal ganz abgesehn.
    Der Shuttle hat mit seiner vorstufe übrigens fast die identische wie mein gbe 1200 der nur leider sackschwer ist (aber 2 kanäle hat und auch sonst ein tonmonster ist).
    Charakterlich dürfte der auf jeden fall mitspielen. genzbenz ist zwar eben nicht gleich ampeg oder mesa, aber eben nur genausowenig wie die beidein untereinander unterschiedlich sind.
     
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