analog/digital

  • Ersteller andreas 90
  • Erstellt am
Ich nehm mal ein Beispiel aus der Keyboardfraktion:
Du hast einen Ton, der jetzt mal vereinfacht als Sinusschwingung angenommen wird.
Der soll jetzt so verändert werden, dass er immer an- und abschwillt.
Dafür würde man dann eine zweite Sinuskurve nehmen, deren Frequenz viel geringer ist. Das ist dann so, als würde man das Lautstärkepoti auf- und zudrehen.
Um das digital zu machen, muss man die beiden miteinander multiplizieren.
Und über diese Aufgabe lacht sich ein Prozessor natürlich schlapp, das ist eine seiner leichtesten Übungen :)
Beste Grüße, hoffe, ich habe weitergeholfen
Oli
 
wenn jetzt ein effektgerät einen digitalen ausgang hat, schließt man da dann einen prozessor an? und dann kann man die effekte am computer noch mal bearbeiten? und man brauch eigentlich gar nicht mehr an dem effektgerät selbst herumdrehen?
 
andreas 90 schrieb:
wenn jetzt ein effektgerät einen digitalen ausgang hat, schließt man da dann einen prozessor an? und dann kann man die effekte am computer noch mal bearbeiten? und man brauch eigentlich gar nicht mehr an dem effektgerät selbst herumdrehen?


Du verwechselst da was. Also: multiplikation brauchst du überall da, wo du Lautstärke, oder Klang verändern willst, ohne irgendwas mechanisch zu tun (am Poti drehen). Gutes Beispiel ist ein Kompressor, der die Lautstärke automatisch angleicht (eben ohne dass einer dran rum drehen muss).

Da das digital leichter und klanglich besser möglich ist, wandern viele Effektkisten das Signal analog->digital, bearbeiten es mit einem eingebauten Spezialprozessor (DSP), wandeln es zurück ins Analoge und man weis nicht mal, dass das Ding digital arbeitet. Aber wenn man das Ausgangssignal schon digital hat, dann kann man auch gleich am Gehäuse noch einen Digitalausgang dran hängen, so kann sich das nächste Gerät die analog-digitalwandlung sparen, wenn es wieder ein digitales Gerät ist.
 
welche geräte kann man denn am digitalem ausgang dann anschließen? Mischpulte? und was für vorteile hat das, wenn man das gerät direkt am digitalem ausgang anschließt, anstatt am analogen?
 
Alle Geräte die wiederum über einen gleichartigen digitalen Eingang verfügen.
Vorteil. Das Signal wird nur einmal von analog nach digitial gewandelt und wieder zurück, und nicht ständig hin und her.

Also so:

Analoges Signal ---> A/ DWandler 101010101digitales Signal 00101010010101 Effekte1 010101 Effekt 2 0101010 10 Effekt 3 usw. 010101 D/A Wanderl ---> analoges Signale.


ansonsten würde zwischen jedem Gerät wieder analog gewandelt werden


analoges Signal ---> A/D Wandler 010101 effekt ! 010101 D/A Wandler --->analoges Signale ---> A/D Wandler 010101 Effekt 2 01010101 D/A Wandler ..... usw.

Wie du dir vorstellen kannst ist das pemanente Wandeln ein Faktor der die Signalqualität nicht verbesser
 
das heißt, den einzigen profit, den man daraus ziehen kann ist eine etwas bessere klangqualität?
 
andreas 90 schrieb:
das heißt, den einzigen profit, den man daraus ziehen kann ist eine etwas bessere klangqualität?

und eine einfacherere Handhabung.
und etwas besser ist untertrieben, deutich besser trifft es eher.
 
erkennt man ein mischpult mit digitalem eingang sofort an der optik, oder sehen die aus wie die analogen auch?
 
das ist verschieden. spontan fällt mir aes/ebu ein, das auch oftmals über xlr stecker gesendet wird. da wäre anschlußtechnisch eine verwechselung mit analog möglich.

jedoch gibt es mittlerweile viele verschiedene digitalformate (quasi unterschiedeliche digitalsprachen, so wie du an deinem computer z.b. usb und firewire hast..)
bis auf aes/ebu unterscheiden die sich alle von den analogen anschlüssen. heutzutage wird da viel mit glaßfaser und netzwerkkabel gearbeitet, da ist eine verwechslung ausgeschlossen.

desweiteren sind diese anschlüße ja auch immer beschriftet. ;)
 
wie kommt das, dass digitale mischpulte so viele kanäle haben? kann man die alle im display abspeichern?
 
andreas 90 schrieb:
wie kommt das, dass digitale mischpulte so viele kanäle haben? kann man die alle im display abspeichern?

Das liegt daran, dass man bei digitalen Geräten die Signalführung und die Steuermöglichkeiten vollständig trennen kann.

Theoretisch (was auch bei einigen Pulten so ist) kann die komplette Signalbearbeitung von der Steueroberfläche getrennt werden.
Also kannst jeden Fader mit beliebig viel Funktionen belegen. Wie eine Tastatur bei der du jede Taste beliebig belgen kannst. Im Endeffekt rechnet ja doch irgendwo ein leistungstarker Prozessor (oder mehrer) irgendwo unterm Tisch und nicht in deiner Tastatur.
 
Denk dran, dass die Pulte alle noch digitale Eingänge haben.
Darüber können dann analog/digital-Wandler drangehängt werden, meistens 19'', die dann die zusätzlichen Kanäle in das Pult bringen.
Die 56 Kanäle bedeuten nur, dass das Pult eben so viele verarbeiten kann, nicht, dass die dazugehörigen Eingänge schon darin verbaut sind.
Hoffe, ich habe geholfen
Oli
 
Boerx schrieb:
Das Pult nicht, aber das ist ja der Vorteil, du kannst Eingänge und Pult trennen.

Ich versteh nur nicht, wie das funkioniert.

das heißt für mich, ne e-gitarre, die man gar nicht am pult angeschlossen hat, hört man dann trotzdem durch die box. Ist das richtig?
 
Siehe mein Post oben!
Die analogen Eingänge können über externe Geräte nachgerüstet werden, die dann über digitale Eingänge ins Pult gehen. irgendeine Verbindung zwischen deiner Klampfe und dem Pult muss schon bestehen ;) Auch digitale Pulte können nicht zaubern...
Oli
 
andreas 90 schrieb:
Ich versteh nur nicht, wie das funkioniert.

das heißt für mich, ne e-gitarre, die man gar nicht am pult angeschlossen hat, hört man dann trotzdem durch die box. Ist das richtig?

Ne, natürlich muss die ans Pult angeschlossen werden, aber z.B. der A/D Wandler kann woanders sein und dann die lange Strecke digital und Verlustfrei. Aber was Boerx meinte ist was anderes:

Ein und derselbe Schieberegler kann einmal den Kanal steuern, mal den anderen. Es gibt keine feste Zuordnung zwischen Signal und Regler, du kannst auch alles vom PC kontrollieren und am Pult bewegt sich garnix. Trotzdem mischt das Pult so, wie man will.
 
ahh, jetzt hab ichs verstanden. kann man dann also auch einen regler erst als equalizer und dann als lautstärkeregler benutzen?
 
andreas 90 schrieb:
ahh, jetzt hab ichs verstanden. kann man dann also auch einen regler erst als equalizer und dann als lautstärkeregler benutzen?

Ja, wenn die Progammierung des Pultes es vorsieht.
 
Ok, ich fass mal zusammen, was ich jetzt verstanden habe:

Grundlegender Unterschied zwischen analog und digital:

Analog: Signale werden (elektro-)mechanisch verarbeitet. Dabei geschieht alles proportional, weshalb analoge Anzeigen sehr genau sind.

Digital: Analoge Signale werden in digitale umgewandelt. Dabei werden Sinusschwingungen in zwei Werten umgewandelt, die einfach nur eine ,,andere Sprache’’ darstellen. Die Geschwindigkeit, mit der ein Gerät diese Wellen in zwei Werten umwandelt wird in bits/bytes gemessen. Nach der Umwandlung können die Signale mit einem Prozessor/Computer bearbeitet werden.

Vor- und Nachteile:
-analoge Anzeigen sind sehr genau, aber dabei ,,schlecht’’ abzulesen
-digitale Anzeigen sind nicht so genau und reagieren langsamer auf Änderungen als analoge Anzeigen, jedoch sind sie leicht abzulesen.
-digitale Geräte haben bessere Klangqualitäten (weniger bzw. gar kein Rauschen u.s.w.)

Bezug auf spezifische Geräte:
-beim kompressor (digital) kann die lautstärke genau berechnet werden und alles ist dabei linear und rauschfrei.
-bei digitalen mischpulten kann man jeden regler mit mehreren funktionen belegen.
-bei analogen mischpulten sind alle regler fest belegt
-je öfter analoge und digitale signale umgewandelt werden, desto schlechter wird die klangqualtität
-je länger der analoge weg bis zur digitalen umwandlung, desto schlechter die klangqualität.


So, ist das alles richtig???
 

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