Arsen aka König der Monster - No Gods, Only Monsters / 2003 / 12"

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Band: Arsen aka König der Monster
Album: No Gods, Only Monsters
Jahr: 2003
Herkunft: Bremen, Deutschland
Label: Narshardaa Records, Unsociable
Genre: Dark Metal, Endzeit-Hardcore, Crust
Spielzeit: 21:23
Produktionsqualität: hart und erdig

Links:
musik.wikia.com: http://musik.wikia.com/wiki/Arsen_Aka_König_der_Monster
Offiziell: http://web.archive.org/web/20031217182809/http://koenigdermonster.com/nogods/news.html (Archiv)
Offiziell: http://web.archive.org/web/20031219214214/http://koenigdermonster.com/main_index.html (Archiv, alt)

Line-Up:
Bass - Marc D.
Drums - Christoph U.
Gitarren - Arne T., Lars U.
Vocals - Sabine U.

Tracklist:
A1 Stillstand
A2 Soziohierachizid
A3 Rituale Aka. Machopisser Stirb
A4 Wichtig
B1 No Gods...Only Monsters
B2 Erde Meldet Sich Zurück
B3 Teil 2 - Zu Schnell

Das Review behandelt die paar mp3s, die irgendjemand freundlicherweise ins Internet gestellt hat. Sollte jemand wider Erwarten ein Original der 12" übrig haben, möge er mich bitte umgehend kontaktieren..

Ein Knistern dringt aus den alten holzverkleideten Boxen, jemand dreht an einem alten Radio, Störgeräusche erscheinen, eine Frauenstimme flüstert ".... Monsters destroy the World" und dann dringt ein düsteres, cleanes Gitarrenriff immer stärker aus den guten alten Lautsprechern. Jemand brüllt "Stillstaaaaaaaaannnd!"

Dann bricht ein Inferno los.

Was Arsen hier zu hören bieten, lässt mir das das Blut in den Adern gefrieren, um es nur einen Moment später in kochende Wallung zu bringen, lässt mich im selben Moment gleichzeitig euphorisch und depressiv werden. Die Gesamtstimmung dieser Rillenplatte bewegt sich irgendwo zwischen Eiszeit und Endzeit. Die Gitarren sind leicht verstimmt, die Melodien dieser Band wirken wie aus einer anderen Welt, sind aber dennoch extrem eingängig und fast schon vertraut, als hätte man in seinem Leben niemals andere Musik gehört, obwohl ich keine vergleichbare Gruppe kenne.
Arsen sind extrem dynamisch, cleane Sequenzen mit einem deutlich präsenten Bass wechseln sich ab mit brachialen metallischen Parts, das ganze wird durch ein dynamisches, treibendes Drumming unbarmherzig vorwärts getrieben. Prägend sind bei Arsen die markanten Gitarren, denen etwas eigenartig flirrendes, obskures, extrem okkultes anhaftet, was sich allenfalls bei Kyuss "Welcome to the Sky Valley" oder Neurosis "Through Silver in Blood" finden lässt.

Als ich das erste mal Kontakt zur Musik von Arsen aka König der Monster bekam, hielt ich diese Gruppierung zunächst für ein atmosphärisches Black-Metal-Derivat, nicht nur weil die härteren Parts des Ganzen gewisse musikalische Assoziationen zu Nocte Obductas "Schwarzmetall" geweckt haben, auch standen die MP3s unter der Bezeichnung "Red Anarchist Black Metal". Doch wie eine Schwarzmetallkapelle erschienen mir Arsen immer weniger, je mehr ich danach im Internet gegoogelt habe, tatsächlich stammen sie wie übrigens auch Nocte Obducta aus dem Umfeld der (einstmals) mächtigen Hardore-Punk-Szene in Deutschland, die so viele Platten veröffentlicht hat, dass man damit einen Turm bis zum Mond bauen könnte. Doch dieses Werk hier ist in jeglicher Hinsicht anders.

Auf den punkigen Opener "Stillstand" folgt das melodische "Soziohierarchizid" und "Rituale aka Machopisser stirb", welches ein derartig hasserfülltes Mainriff besitzt, dass jedem Black-Metaller beim Hören das Corpsepainting rot anlaufen würde. Inwieweit die Mitglieder von Arsen Black Metal gehört haben, lässt sich nicht feststellen, die Lyrics haben jedenfalls nichts damit zu tun. Total unverständlich gekreischt - Die Sängerin wird von einem männlichen Shouter unterstützt - handeln sie vom Leben, Freundschaft, persönlichen Dingen und greifen in "Soziohierarchizid" und "Erde meldet sich zurück" auch die im Punk übliche Kritik an der Gesellschaft - in letzterem insbesondere das Arbeitsleben - auf.

Während sich auf der vorangegangenden 7"-EP "Black Sunday" noch einige knüppelige, fast Grindcore-artige Lärmausbrüche finden, ist "Rituale" der einzige Song, auf dem (wenn auch in einer depressiven Slow-Motion) der einzige Song, wo Blast-Beats verwendet werden. Das atmosphärische Instrumental-Titelstück "No Gods, Only Monsters" windet wie einem Bohrer gleich seine Melancholie in meinen Gehörgang, das Wechselspiel aus cleanen und verzerrten Parts zeigt gewisse Ähnlichkeiten zum Album "Kollapse" der bedauerlicherweise längst verblichenen Schweden Breach, ohne aber dessen experimentellen Charakter zu übernehmen.

Nach dem der Titeltrack die bisherige Zerstörung vor meinem inneren Auge hat Revue passieren lassen, findet sich auf den letzten beiden Stücken nocheinmal abgrundtiefer Hass, ehe das Album nach viel zu kurzen 22 Minuten bereits zu Ende ist - vielleicht kann man das als Sinnbild einer Band nehmen, welche einmal kurz und heftig aufgetaucht ist, nur um direkt nach Erscheinen des Albums gleich wieder zu verschwinden. Möglicherweise wären Arsen zu einer durchschnittlichen Mainstream-Band verkommen, vielleicht hätten sie auch ihren Stil weiterentwickelt und würden noch heute gute Musik machen - einige Mitglieder haben später eine Band namens Resurrectionists gebildet, welche rohen Grindcore mit an Arsen erinnernden Riffs kombiniert.

Fazit: Unter anderen Umständen wäre No Gods, only Monsters wahrscheinlich ein Klassiker geworden, doch durch das frühe Ende von Arsen wurde es legendär - und zu einer Rarität.

10 / 10
 
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