Ausbildung zum Producer

von AdrianB, 07.04.08.

  1. AdrianB

    AdrianB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.08   #1
    Hey ihr Lieben.. hab leide kein Passenderes Forum im M-Board gefunden.. wenn ihr nen Vorschlag habt wo ichs posten soll dann lasst hören..

    1. Wollte eigentlich nur wissen, wo man in Deutschland Musikproduktion studieren kann.. welche Schulen/Akademien sind die besten??und welche sind die weniger guten??

    2. Weiss ich nicht genau was ich studieren, bzw welchen Beruf ich ausüben soll, da ich immernoch nicht ganz begriffen habe, was der jeweilige Berufsbezeichnungen bedeuten...
    ich meine: bei einer Profi-Songproduktion... Was ist da der Songwriter: Der Erfinder der Melodie + Akkorde? Wer legt fest, welches Instrument beim Arrangieren, welche Melodie Spielt? Was macht ein Produzent? Wer entscheidet letztlich über alles?? Was bedeutet "Musik von:" auf den CD-Covers??

    3. Ich möchte am liebsten etwas studieren wo ich so viel wie möglich am kreativen teil einer Musikproduktion beteiligt bin.. und die Fäden zusammenhalte.. was ratet ihr mir also, was ich studieren soll??

    Habt im Voraus schon mal ganz vielen lieben Dank!!
     
  2. ambee

    ambee Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 07.04.08   #2
    dann mal ein überblick, ich hoffe ich vergess nix wichtiges:

    - texter: schreibt wie fast zu erahnen texte für musikalische werke
    - komponist: komponiert die werke, beide sind also urheber
    - interpret: spielt und singt das, was die urheber erschaffen haben
    - musikalischer produzent: unterstützt die urheber und interpreten beim schaffungsprozess
    - exekutiver produzent: kümmert sich um business-kram, um die projekte zum ziel zu führen
    - tontechniker: hilft produzenten und interpreten ihre musik so auf platte zu bringen wie sie es wünschen
    - verleger: verlegt die titel und verbreitet sie um den urhebern möglichst viele einnahmen zu generieren
    - label: produziert cds, bewirbt und vertreibt sie
    - manager: vertritt den künstler, trifft entscheidungen für ihn, kümmert sich um seine karriere
    - booker: hat mit künstlern einen booking-vertrag und vermittelt ihnen auftritte bei veranstaltern

    wer jetzt mit wem wie interagiert und welche aufgaben genau erledigt ist nicht festgelegt. eine person kann auch mehrere aufgaben erledigen, zB sind oft die urheber und interpreten diesselbe person.
    wer welche entscheidungen trifft ist auch jedesmal anders, oft hat zB das label das letzte wort, wenn es eine cd-produktion finanziert.
    im grunde hat jeder andere interessen und versucht sie durchzusetzen, mit dem gemeinsamen ziel geld zu verdienen.
    als produzent so wie du es beschrieben hast sollte man am besten ahnung von allem haben. aber ganz ehrlich, das ist schon ein ziemlicher wunschtraum, den zwar viele haben, aber nur sehr wenige erreichen. viele produzenten fangen als tontechniker an und rutschen dann so langsam ins musikalische mit rein. um aber rein als produzent leben zu können muss man schon sehr sehr gut sein, denn die budgets sind meistens sehr knapp.

    staatlich gibts das leider nichts umfassendes was alles abdecken würde.
    du kannst tontechnik studieren, zB in detmold, oder bei einem label eine kaufmännische ausbildung machen, oder eine mediengestalter-ausbildung in einem tonstudio absolvieren, oder an einer musikhochschule studieren, oder bwl oder management studieren und dann bei einem verlag oder label arbeiten, etc...

    schau dich in dem thread mal um, da steht schon viel über solche ausbildungsmöglichkeiten.
     
  3. ars ultima

    ars ultima HCA Recording HCA

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    Erstellt: 08.04.08   #3
    Also "Musikproduktion" als solches gibt es wohl an keiner staatlichen deutschen Hochschule. Nach deinen Vorstellungen müsstest du auch eher ein Musik-, und kein Tonrechnikstudium machen. Tontechnik ist halt in erster Linie Technik, da bist du anschließend eben Ingenieur - auch wenn du z.B. in Düsseldorf gleichzeitig Musik studierst. Im Klassiksektor wäre "Tonmeister" dann vielleicht ein Weg für dich. Du solltest aber bedenken, dass die Ansprüche an die musikalischen Fähigkeiten sehr hoch sind, ich weiß nicht wie gut du bist.
    Das Studium "Popmusikdesign" an der Popakademie Mannheim wäre vielleicht auch was für dich:
    http://www.popakademie.de/index.php?id=1039
    Mein Cousin hat in Enschede einen Bachelor in "Keyboards & Music Production" in Enschede studiert, und macht heute sowas ähnliches wie Dieter Bohlen :) Natürlich kannst du auch ein etwas andewres Genre einschlagen... Original scheint es den Studiengang da irgndwie nicht mehr zu geben:
    http://www.artez-conservatorium.nl/Opleidingen/index.cfm
    Wurde offenbar auch als eigenständige Popakademie ausgelagert:
    http://homepage.mac.com/davydewit/popacademie/index.html
    Beim googlen nach dem Studiengang in Enschede bin ich jetzt aber auf einen solchen gestoßen, den es auch in Münster gibt:
    http://k-mp.uni-muenster.de/index.php/Studiengang/Inhalt
     
  4. paulsn

    paulsn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.08   #4
    im prinzip möchte ich mich mal den vorrednern anschließen.

    aber ohne dir jetzt was ausreden zu wollen, muss ich dir glaub ich doch ein wenig angst machen :) produzent ist wie schon gesagt wurde kein beruf wie tischler oder koch. das läuft in keinster weise so, dass du ne ausbildung machst und dann irgendwo arbeiten anfängst. (ja ich spreche hier als gebranntes kind)
    ich hab mich selber bei so ca. JEDEM arbeitgeber in dem bereich im umkreis von 500km beworben, und hab einfach festgestellt, dass es den leuten (vor allem in den tonstudios) in erster linie sch***egal ist, wo du was gelernt, studiert oder dir selbst angelesen hast. es zählt halt nur ob du was kannst oder nicht. die ganzen schulen wie SAE, Deutsche pop, popakademie, detmold usw bieten dir halt im prinzip ein mehr oder weniger fundiertes grundlagen wissen. aber du solltest das nicht als ausbildung verstehen, sondern mehr als eine art "führerschein".
    von jemandem mit führerschein, kann man zwar mit ziemlicher sicherheit behaupten, dass er die verkehrsregeln im großen und ganzen kennt und auch schon mal am steuer gesessen hat, aber mehr eben nicht. produzenten sind in dieser metapher sowas wie rennfahrer. (dieter bohlen vielleicht mal ausgenommen ^^ der ist eher ein marketing-genie für sich) ich denke dass man eine "ausbildung zum rennfahrer" ziemlich analog zu einer "ausbildung zum produzenten" sehen kann.

    ich sag jetzt nicht dass du es dir aus dem kopf schlagen sollst. das musikbusiness ist ein riesen großer markt in dem man sicher unter kommen kann, wenn man will. nur sollte dir halt bewusst sein dasses mehr braucht als eine ausbildung. vor allem biss und breit gefächertes interesse, und das kriegst du in keiner ausbildung. erwarte dir einfach nicht, dass du nach dem studium sofort als produzent gebucht wirst. im idealfall kannst du dich über verschiedenste schleichwege und andere sparten dazu hocharbeiten, im worst case schaut halt nicht mehr als hartzIV dabei raus...

    ich hab selber SAE gemacht und muss sagen, dass für mich das konzept funktioniert hat. ich habe da wirklich was gelernt, das mir den einstieg ins berufsleben erleichtert hat. ich habe bis dato zwar auch noch keine komerzielle produktion selbstständig machen können, aber bin guter dinge dass es in 2-3 jahren vielleicht was werden könnte. aber die garantie habe ich halt auch nicht und es wäre genauso gut möglich, dass ich in 5 jahren immer noch Toms frei schneide, mikros auf stative schaub und am wochenende vor 500 besoffenen, vor den FOHplatz kotzenden, teenies am abschlussball der schule ne coverband mische.
    wenn dir das schon soviel spass macht wie mir, dann wärs auf jeden fall was für dich :) (ja es macht mir wirklich spass, auch wenns jetz vielleicht ironisch rüber kommt)
     
  5. Jakob

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    Erstellt: 16.04.08   #5
    ich stehe grade bei einer änlichen weggabelung wie du Adrian.

    Allerdings gibt es in Österreich (genauergesagt in Graz) ein Studium mit dem titel:
    Elektrotechnik - Toningenieur.
    Und nach geprächen mit einem absoventen dieses studiums, habe ich festgestellt, dass die möglichkeiten danach einfach ganz andere sind als mit SAE oder diesem Popmusikdesign.

    Ev. gibt es ja auch in Deutschland so ein studium (bei dem übrigens auch auf die Musikalische ausbildung geschaut wird!).

    Lg Melody
     
  6. Deltafox

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    Erstellt: 16.04.08   #6
    wo gibt es das?
     
  7. Jakob

    Jakob Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.04.08   #7
    meinst du mich?

    In Graz das ist (in der Steiermark) in Österreich.

    Lg Melody
     
  8. AdrianB

    AdrianB Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #8
    Vielen Dank für alle die sich die Mühe gemacht haben! War leider länger nicht mehr online (PC im eimer)

    Peace Adrian
     
  9. Musics Pet

    Musics Pet Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.08   #9
    hi,

    also ich kann dir ein bißchen was zum technischen bereich erzählen (bin grad 1.lehrjahr zur mediengestalterin bild/ton, also auch erst letztes jahr mit dem abi durch): ich wollte/will unbedingt tontechnikerin/ingenieurin werden. hab auch ganz arg nach nem studiengang gesucht in deutschland und dann verschiedene praktika gemacht in dem bereich (tonstudio, fernsehen, radio).
    also das erste, was die mir empfohlen haben, ist praktische arbeit. mir wurde geraten erstmal ne ausbildung in dem bereich zu machen und wenn ich studieren will, kann ich das später immernoch machen und nebenher arbeiten. gerade ton ist nunmal ein bereich, indem praxiserfahrung am meisten bringt. wenne als freier tonmensch arbeiten willst, kommt es viel auf beziehung an und ob du gute arbeit leistest.
    also mein tipp: erstmal ne ausbildung als veranstaltungstechniker oder mediengestalter machen und dann siehste schon weiter.

    wenn du aber auf die wirtschaftliche seite eher willst, also managment oder ähnliches, dann am besten bwl direkt studieren. gibt wohl auch so spezielle studiengänge wie musikmanagment, aber ich hab von einigen leuten gehört, dass du am besten gleich bwl studierst. dann kannste im notfall auch erstmal in einer anderen richtung arbeiten, wenn du im musikbusiness nicht unterkommst. aber ist wie gesagt hören-sagen!

    dann wünsch ich dir mal viel glück!!!
     
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