Aussteigerin,....von der Geschäftsführerin zur Musikerin... Angst vor diesem Schritt

von nirhtak1, 16.04.12.

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  1. nirhtak1

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    Erstellt: 16.04.12   #1
    Liebe Musiker da Draußen,

    das ist ein erster Versuch in Eure Welt einzutauchen. Wenn ich mit meinem Anliegen falsch hier bin, dann sagt es einfach.
    Seit ich 5 Jahre alt war bewegt und begleitet mich das Thema Musik wie kein anderes. Es war immer Musik - Gesang und Klavier, die mir über alle Hürden in meinem Leben hinweg geholfen haben. Angefangen habe ich damit im Duo mit meinem Vater zu singen, mit 5. Dann mit 10 der Gitarren-Unterricht und später autoditaktisch Klavier. Ich konnte mir schon sehr früh alle Noten aus gehörten Liedern heraus schreiben. Mit 13 bekam ich dann über die Kirche eine klassische Gesangsausbildung, weil mein Gesangstalent damals vom Pfarrer erkannt wurde und er es fördern wollte, da meinen Eltern das Geld dazu fehlte.
    Mir wurde schon immer erzählt, dass es nicht ausreichen wird "nur" Musik zu machen, also habe ich einen konservativen kaufmännischen Berufsweg ngeschlagen. Über einige Stationen in verschienen Firmen bin ich nun seit über 5 Jahren Geschäftsführerin in einer IT Firma. So - Lebensziel erreicht, geschafft, könnte man denken, aber - inzwischen bin ich 41, Mutter eines 5 jährigen Sohnes, der bereits jetzt eine ebenso starke Leidenschaft zur Musik entwickelt wie ich.
    Bei Balladen und Rock geht es ihm wie mir und meinem Mann - er starrt auf die Musiker und ist voll dabei. (DVD oder auch 2x schon nachmittags bei Auftritten von bekannten Bands) - niemand darf seine Aufmerksamkeit stören.

    Und gerade jetzt passiert es mir, dass meine Ziele im Business verschwimmen, dass mich weder Status noch Euros glücklich machen. Bisher war ich sehr erfolgreich unterwegs - könnte man sagen. Aus eigener Kraft so erfolgreich zu werden, war immer mein Ziel. Am Zinit meiner beruflichen Schaffenskraft bin ich unzufrieden und suche nach meinem Glück.
    Genau jetzt passierte es, dass ich selbst das erste mal einen Auftritt (Gesang und Klavier) zum Geburtstag meines Mannes einstudierte.(früher nur klassischer Sologesang in der Kirche).
    Der Song war von Christine McVie und hieß Songbird. Es war nicht einfach, doch ich bin gewohnt hart zu arbeiten für meine Ziele.
    Irgendwie hat es dann auch geklappt und ich war froh, dass es vor unseren Gästen ganz gut geklungen hat.

    Was aber während dieser Übungszeit in mir entstand hat mich tief bewegt. Ich war zum ersten Mal bei einer Tätigkeit, die mir viel Konzentration und Energie abverlangte (dem Klavier üben und Singen) wieder glücklich. Ich war bei mir - in mir. Während dieser Zeit habe ich viele Freudentränen vergossen, auch jetzt wenn ich es aufschreibe kann ich meine Tränen nicht zurück halten.

    Ich bin glücklich wenn ich Musik machen kann. Erst seit 3 Jahren nehme ich Klavierunterricht und bin total am Anfang - hatte kaum Zeit zum Üben und bin nicht sonderlich gut.

    - Jetzt meine Frage an Euch da draußen, die Ihr Euch besser auskennt mit dem Business als ich -

    Gibt es jemandem der mir die Angst nehmen kann zu versagen. Noch nie war ich vor einer Entscheidung so glücklich und unglücklich zu gleich - so hin und her gerissen. Für mich gibt es keine halben Sachen - wenn ich mich für die Musik entscheide, dann werde ich meinen Job, meine Firma an den Nagel hängen - alles aufgeben wofür ich 25 Jahre gearbeitet habe
    Es geht bei mir nicht wirklich um das Thema überleben - natürlich muss ich irgendwie mit dem was ich tue Geld verdienen, aber ich bin nicht alleine und mein Mann kann eine gewisse Zeit überbrücken.

    Aber
    -
    gibt es für jemanden wie mich überhaupt eine Chance diese tiefe Leidenschaft zu leben? Es gibt Aussteiger, die Schafe in Neuseeland züchten oder in der Natur leben. Ich für meinen Teil weiss nicht ob ich den Ansprüchen der Zuhörer je genügen kann, oder werde. Ich möchte keine CDs aufnehmen oder große Auftritte haben, mir reicht es im Kleinen die Menschen mit meiner Musik glücklich zu machen. In Bars Klavier spielen und singen wäre mein Traum.

    Mit meinem Auftritt auf der Geburtstagsparty meines Mannes habe ich so viele Menschen berührt, sie waren glücklich, sie haben mich umarmt, wegen meiner Musik...
    Ich bin so glücklich, dass ich das kann, dass ich mit Leidenschaft singe, spiele und andere dadurch im Herzen berühre.

    Wenn jemand da draußen ein paar Worte für mich hat - mir die Hoffnung gibt, eine Chance zu haben Menschen glücklich zu machen - nur mit dem was in mir ist. Ich bin so voll davon - voll von dieser Musik, dieser Leidenschaft in Liedern auszudrücken was ich fühle.

    Ich habe Angst.....

    Angst vor diesem Schritt.....

    Habt Ihr Antworten?

    Eure
    Business Woman
     
  2. Kest

    Kest Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #2
    Hm... Ich verstehe nicht, wieso machst Du einfach nicht so weiter, bis bis jetzt? Wieso musst Du für Musik alles andere aufgeben? Viele (von uns) machen sowohl Musik, als auch alles andere. Wenn Du denkst, dass Du "berühmt" werden könntest, dann wirst Du sicherlich enttäuischt.
    Um den Menschen mit Musik Freude zu bereiten muss man nicht unbedingt Hauptberuflich Musik machen :-)
     
  3. ukm

    ukm Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #3
    Christine McVie - war da nicht mal ein Zusammenhang zu Fleetwood Mac?
    Ich würde nicht "entweder/oder" machen. In dem Geschäft geht es nicht in erster Linie um Musik, sondern um kommerziellen Erfolg. Den erreicht man entsprechend dem Zeitgeist eher mit Entertainment. Wenn dabei auch noch gute Musik herauskommt, ist das schon ein glücklicher Umstand.


    ukm
     
  4. nirhtak1

    nirhtak1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #4
    Hallo Ukm,

    ja so wie du schreibst, denke ich auch - ich werde auf jeden Fall nur eine Sache machen. Nur durch meine bisherige Zielorientierung im Job konnte ich erfolgreich werden. Dazu bin ich zu strukturiert und auch business mässig unterwegs.
    Was ich bei Deinem Argument interessant finde ist der Aspekt mit Entertainment. Vielleicht könnte ich da etwas von meinen rhetroischen Fähigkeiten unterbringen. Daran hatte ich bisher überhaupt nicht gedacht. Und ja - die Menschen wollen unterhalten werden, dabei ist es wichtig sie gesamtheitlich gefangen zu nehmen. In wie weit das am Klavier mit Gesang und "Entertainment-Einlagen" gehen wird, weiss ich natürlich nicht.
    Danke für diesen Hinweis
    Grüße
    Business Woman
     
  5. R.Cato

    R.Cato Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #5
    Es ist wirklich schön wenn man die Musik sein Eigen nennen kann. Sie kann den grauen Businessalltag sehr bunt gestallten und bringt so richtig Abwechslung rein. Musik als Hobby, welches man ernst nimmt ist ein riesengroßer Schatz.
    Machst du dein Hobby zum Beruf verliert dieser Schatz immer einen großen Teil seines Glanzes und irgendwann wird er auch ergrauen je nachdem wie sehr du ihn immer wieder neu streichst, wenn du verstehst was ich meine,. ;-)

    Mein persönlicher Tipp ist es die Musik sich als Hobby zu bewahren mit dem man aus dem Alltag fliehen kann und die pure Freude findet. Du ersparst dir so wirklich viele Enttäuschungen, denn glaub mir die Berufsmusikerwelt ist unfair, bestechlich und hat ihre eigenen Regeln, die nicht mal ansatzweise mit denen der IT Geschäftswelt übereinstimmen.
    Deine Angst wird dir keiner nehmen können, außer ein von der Realität entrückter und mit dieser Angst lebst du in der Musikerwelt täglich, denn extreme Berg- und Talfahrten sind Gang und Gebe. Damit musst du zurechtkommen können.

    Das nur ganz allgemein. Jetzt zu deinen Qualifikationen, sorry wenn das jetzt hart klingt:

    -Als Pianistin Jazz wie Klassik vergiss es da brauch ich gar nicht erst anfangen, wenn du schreibst seit 3 Jahren Unterricht und sehr selten Zeit gehabt zum Üben. Der Markt ist eine Sandwüste in der du nur ein weiteres Korn wärst und ich hatte schon öfters Einblicke in die prof Klavierbranche. Mich hat das sofort abgeschreckt.
    -Als Sängerin hast du vielleicht eher eine Chance, wenn du eine wirklich Hammerstimme hast und die richtigen Leute kennst, willst du den Weg der Ein Mann Firma beschreiten, dann sei gewarnt, dass sich das sehr in die Länge ziehen kann/wird.

    Fazit: Finde heraus was du wirklich willst und was dir wirklich Spaß macht an "Musik". Ist es das Ernten seiner Lorbeeren nach mühevoller Arbeit, die du jetzt nicht mehr ernten kannst in deinem Job? Einfach nur das Begeistern von Leuten und im Mittelpunkt stehen? Oder vielleicht nur ein verzweifelter Flash in einer Midlife Krise? Alles möglich. Letztendlich wirst du in deiner momentanen Lage mit der Musik bei einer geschäftlichen Nutzwertanalyse 100% kürzer fahren mit dem Neubeginn, aber manchmal zählen halt ausnahmsweise mal nicht die puren Fakten.....
     
  6. nirhtak1

    nirhtak1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #6
    Hallo Kest,
    Danke für Deine Antwort. Aus Erfahrung weiss ich, dass es bei mir so ist, dass ich mich nur auf eine Sache richtig konzentrieren kann. Berühmt werden möchte ich nicht, "nur" die Menschen, die mir zuhören berühren.
    Es reicht mir schon, wenn diese Menschen ein paar Minuten, vielleicht auch Stunden abschalten, aus dem Alltag aussteigen (geistig) und sich fallen lassen.
    Mir geht es darum, wie hoch der Anspruch der Leute da draußen wirklich ist. Reicht es aus, am Klavier besser zu werden und einen guten Gesang anzubieten? Reicht Live-Musik und die Person, um sie "einzufangen"?


    Danke für Deinen Hinweis
    Business Woman

    ---------- Post hinzugefügt um 22:51:19 ---------- Letzter Beitrag war um 22:39:12 ----------

    Hallo R. Cato,

    ja - ich traute mich nicht so direkt zu fragen, aber Du bringst meine Bedenken auf den Punkt. Genau wie Du das Thema Hobby und Beruf beschreibst empfinde ich es jetzt. Doch kann ich mein Hobby nicht genug pflegen, da der Beruf mich zu sehr in Anspruch nimmt. (Dienstreisen, abends Arbeit am PC)

    Was ich genau will? Sehr direkte Frage und auch berechtigt. Genau da liegt nämlich meine Angst - geprägt von Unsicherheit und Zielunschärfe. Wie Du richtig erkannt hast. So wie Du geschrieben hast, sehe ich auch den Nutzwert (kommerziell betrachtet) als eher gering. Doch - es gibt einen wichtigen Aspekt, den ich etwas versteckt geschildert habe.
    Mein Sohn ist 5 Jahre, mein Mann oft beruflich unterwegs - mit meinem jetztigen Job, der mich nicht mehr glücklich macht, schaffe ich keine Nähe zu unserem Sohn. Ich bin zu viel unterwegs, habe zu wenig Zeit und das in einem Job, der mich unglücklich macht, in dem ich ausgebeutet werde.

    Bitte nicht lachen - Du warst sehr ehrlich - ich versuche es auch
    Was ich mir vorstelle ist
    - mich am Vormittag auf meine berufliche Neuausrichtung zu konzentrieren - Business-Plan, Klavier üben (Balladen, Jazz)
    - am Nachmittag für unseren Sohn da sein
    - Auftritt wenn ich bereit dafür bin - in meiner Region einen Abend im Monat

    PS: kleinen Einschub - ich glaube ich sehe ganz gut aus und die Männerwelt hört nicht nur gerne zu sondern sieht auch gerne hin :-))

    Das wäre so mein Plan. Also berühmt werden möchte ich nicht - auch eine Platte aufnehmen - weit weit weg - überhaupt kein Thema.
    Was meinst Du dazu - ist das zu wenig um der Leidenschaft und dem Trieb (so möchte ich es fast bezeichnen) nachzugeben, damit ich endlich im Gleichgewicht bin?

    Danke für Deine Meinung
    Business Woman
     
  7. Deltafox

    Deltafox Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.04.12   #7
    edit: Ich hab deinen letzten Beitrag noch nicht gelesen gehabt, bevor ich das Folgende geschrieben habe, deshalb bezieht der sich noch auf das Wissen davor.. soviel nur als Vor-Information, beim Lesen bitte beachten.


    Ich hab in beiden Bereichen quasi keine Business-Erfahrung, aber von dem was ich mir so angelesen habe und was wirklich gefühlt _jeder_ erzählt, der auch nur "etwas größer" im Musikbusiness zu Gange ist, ist die Musikwelt nicht mal ansatzweise mit den Möglichkeiten des IT-Business zu vergleichen. Und zwar im negativen Sinne.

    Der IT-Branche geht's ja im Moment prinzipiell eher gut, während das Musikbusiness ein eher unfaires Feld ist, wo das (Musiker-)Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt. Daher hättest du selbst wenn du dich sehr gut verkaufen kannst und auch entsprechend musikalisch deine Versprechen erfüllst, deutlich geringere Chancen, mit der Musik auch nur näherungsweise an das "Erfolgsniveau" heranzukommen, das du wohl im IT-Sektor erreicht hast.

    Andererseits: Was hast du denn als Geschäftsführerin so an Aufgaben zu bewältigen gehabt? Unter Umständen kann dein hier gesammeltes Wissen dich deutlich voranbringen, wenn du auf den Businesszweig "Musik" umschwenken willst. Denn natürlich ist einerseits die Leistung die du erbringst ein wesentlicher Bestandteil bzgl. deiner Aussichten im Musikgeschäft, aber andererseits eben tatsächlich auch deine Vermarktungsfähigkeiten, Kontakte knüpfen, Dienstleistungen anbieten, dem Gegenüber klarmachen, welchen Nutzen er daraus zieht, diese gegen Bezahlung in Anspruch zu nehmen, den Marktwert einschätzen können und möglicherweise auch ein wenig gekonntes Pokern... und das ist ein Feld, in dem der durchschnittliche Musiker aus meiner Erfahrung oft eher unbedarft ist.

    Wenn also deine Leistung stimmt (was ich nicht beurteilen kann ohne Hörprobe) und dein Aufgabenfeld als Geschäftsführerin sich mit den Anforderungen des Musikbiz decken sollte, hättest du hier vermutlich tatsächlich einige sehr gute Voraussetzungen.
    Außerdem ist dir ja sicherlich bewusst, dass das Umschwenken von Geschäftsführung auf Musikbusiness dir keine freie Zeit bescheren wird, sondern du weiterhin Vollzeit tätig sein musst, um dir als Musikerin etwas aufzubauen. Auch ein Gedanke, der vielen Hobbymusikern einfach fehlt.


    Achso und falls du die Zuwendung zur Musik auch "zu Liebe deines Sohnes" machst (ich hab so einen leichten Beigeschmack davon oben rausgelesen), möchte ich da auch nochmal relativieren (falls nicht, ignorier das Folgende einfach) ... mit 5 Jahren ist noch sehr sehr wenig entschieden, auch wenn meiner Erfahrung nach Eltern das gerne etwas "beschönigt" betrachten. Aber wenn du jetzt alles auf Musik umsattelst, weil du dir davon erhoffst, dass du ihm damit einen musikalischen Pfad vorbereitest bzw. öffnest... tu das nicht. Spätestens in der Pubertät könnten sich sämtliche Interessen radikal verschieben und du wärst nur verbittert, dass du da einen riesigen Aufwand hineingesteckt hast und er dir das nicht dankt..
     
  8. R.Cato

    R.Cato Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #8
    Ok ich fasse es zusammen: Du willst mehr familiär aktiv sein und dich durch dein Hobby noch dazu finanzieren.

    Nur am Vormittag Üben damit schaffst dus vielleicht auf Dauer ein Programm aufzubauen aber mit einem Auftritt pro Monat genug Geld verdienen? Niemals. Ich hatte das Glück in einer der erfolgreichsten Coverbands Deutschlands für 3 Monate aushelfen zu dürfen und war jedes Wochende und min 1 Tag unter der Woche unterwegs. Ja davon hätte ich gerade so leben können. Aber Zeit für Freundin und andere musikalische Gebiete? Weg. Geregelter Alltag? Sagen wir: Das Chaos war wie eine persönliche Regenwolke über mir. Noch dazu ermüdet, dass einen auf Dauer wirklich und dann kommt erst die richtige Professionalität ins Spiel, deine Schauspielkunst gegenüber dem Publikum, denk doch bitte auch einmal in diese Richtung. Wenn du wirklich einen Entertaintrieb hast dann wird ein Auftritt im Monat nicht mal annähernd diesen befriedigen.
    Prof. Künstler die von Auftritten leben sind immer genau dann weg, wenn andere Leute Freizeit haben. Sprich du bist dann am Ackern wenn dein Sohn vll Abends weg ist und dein Mann von der Arbeit heimkommt. Dadurch mehr Zeit für die Familie schaffen zu wollen halte ich für sehr gewagt. Ich weiß leider nicht wie sehr dich deine aktuelle Position auch privat einspannt, aber ich denke nicht, dass du auf weite Sicht mit so einer Umstellung erfolgreich fährst.

    Auch ein kleiner Nebenpunkt noch in die Runde geworfen: Die Trennung Privat und Beruf. Wenn du deinen Beruf nach Hause bringst solltest du stets auf strikte Trennung achten und (wie du schon erwähnt hast) feste Arbeitszeiten setzen plus die nötige Selbstdisziplin diese einzuhalten.

    Aber Moment mal du bist Geschäftsführerin und fühlst dich ausgebeutet? Da passt doch was nicht. ;)
     
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  9. Georg Iper

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    Erstellt: 16.04.12   #9
    Hallo Business Woman,

    ich finde Deinen Text sehr interessant, den Du geschrieben hast.
    Wie ich Deinem Text entnehme, mußt Du sogar mit der Musik kommerziell (zumdindest partiell) erfolgreich sein.
    Du sagtest, Dein Mann könnte eine gewisse Zeit überbrücken.

    Du als Business-Woman kennst auch unterschiedliche Business-Case Analysen, wie z.B. Scoring-Modelle mit worst-case, best and normal.
    im worst case wird es innerhalb der Überbrückungszeit kein Erfolg. Könntest Du mit so einem worst case leben?
    Als GF-Mitglied könntest Du aber wahrscheinlich wieder zurück in die normale Business-Welt gehen, falls es nicht klappt.

    Diese 3 Fälle würde ich mit Wahrscheinlichkeiten belegen. Dieses p, welches bestimmt, wie erfolgreich man sein kann ist leider wahrscheinlich
    sehr sehr gering. Um diese Wahrscheinlichkeit zu erhöhen würde ich mich erst einmal mit aktueller chart-music auseinandersetzen.
    Wahrscheinlich wirst Du dann den Schreck Deines Lebens bekommen, wie so manche. Denn dann wird man merken, dass es nicht um
    Musiker alleine mehr geht, sondern um ganze Produktionsteams. Aber selbst wenn man z.B. so erfolgreich wie Inna und Ihr Produzent ist
    (Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=DT_0cNae3RE)
    ist man heutzutage am "Abkämpfen". Sicher, man wird ein tolles Auskommen haben, .. aber ob Inna und ihr Produzent so viel mehr verdienen als Du
    als GF... ? Glaube ich ehrlich gesagt gar nicht mal, denn CD's werden immer weniger gekauft. Ein Bruchteil fließt dann an Dich zurück.
    Nun ist Inna jede Woche in einem anderen Land unterwegs. Du schreibst, Du bist Mutter und hast einen Mann.
    Könntest Du das? ... ich meine, jeden Tag woanders sein? Selbst ich, der weder Kind noch eine feste Partnerin hat würde mir dieses Leben
    nicht antun wollen.
    Jetzt wird man aber als "kleinerer Musiker" wesentlich weniger Chancen haben und verdienen und die Einkommen werden wohl sehr
    volatil sein. Könntest Du mit so großen Einkommensschwankungen leben? (Ich übrigens nicht)
    Dann kommt - wie meine Freundin mal gesagt hat - hinzu, dass die Musikerbranche recht eklig sein soll, d.h. in Wahrheit viel schlimmer
    ist als die freie harte Wirtschaft. Die Musikerwelt sei noch viel schrecklicher meint sie. Es wird nicht nur Leute geben, die einen mögen.
    Es wird Leute geben, die einen gaaar nicht leiden können und alles tun werden, um Dir die Show zu versauen.
    Sie - damals Ballett-Tänzerin - hat mir erzählt, dass Rivallinnen die Bühne mit einem Schmiestoff plötzlich eingeschmiert haben, damit
    sie die Figuren nicht mehr hinbekommt (halte ich jetzt selbst für übertrieben)

    Fazit:

    Bastle Dir ein Entscheidungsmodell. Es bietet sich ein Scoring-Modell an, welches auch subjektive Elemente berücksichtigt.
    Bewerte unterschiedliche Fälle und schätze Wahrscheinlichkeiten.

    Viele Grüße

    Abteilung Controlling :cool:

    PS.

    Meine persönliche Handlungsempfehlung: Firma nicht aufgeben!
     
  10. R.Cato

    R.Cato Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #10
    Controlling? Sind das nicht die Leute, die sich ihre Zahlen immer so biegen, dass sie passen, um schneller Kaffee trinken gehen zu können?:ugly:
    Arbeitest du wohl in der Firma?:p

    Scherz beiseite. Natürlich sollte man sich auch einmal seine Verantwortung gegenüber der Firma ins Gewissen rufen. Als Geschäftsführerin einfach so zu gehen. Fände ich hart. Aber wenn nicht aus der Position, aus welcher dann....:evil:
     
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  11. Georg Iper

    Georg Iper Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.12   #11
    ... Du hast es erfasst. :D Aus dem Grund kann ich mich auch entspannt - als Amateuer - mit Musik auseinandersetzen.
     
  12. HammondToby

    HammondToby HCA Live-Keys HCA

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    Erstellt: 17.04.12   #12
    Lasst mich mal aus meiner Ecke erzählen: ja, ich lebe vom Musik machen, in meinem speziellen Fall ist es auch das Klavierspielen, Hammondorgeln bzw. das Bandkeyboardersein.

    Ich unterrichte in der Woche knapp 40 Schüler, spiele im Monat 10-20 Shows unterschiedlichster Art (die wollen vorbereitet sein) und habe in den meisten Fällen noch mindestens eine CD-Produktion nebenher einzuspielen. Außerdem habe ich meine eigene Band, mit der ich versuche weiter zu kommen, da muss Probezeit für eingerechnet werden. Häufig ein kompletter Freitag oder Sonntag, weil das alles Profimusiker sind und sonst keine Zeit haben. In meiner freien Zeit übe ich, nach Möglichkeit 5 bis 9 Stunden am Tag, was sich allerdings kaum realisieren lässt, leider aber definitiv notwendig ist. Alles in allem ist das (fast) eine 7-Tage-Woche mit 10 bis 15 Stunden Arbeit pro Tag. Viel davon findet natürlich zu Hause statt (ein Unterrichtstag, Songwriting so wie die CD-Produktionen und Showvorbereitungen). Hinzu kommt: wenn ich eine Show an einem Unterrichtstag spiele, muss ich den Tag teilweise oder komplett verlegen, mein Terminkalender ist also mein bester Freund. Von Diskussionen mit Eltern wegen Verlegungen fange ich hier jetzt gar nicht erst an, denn so etwas findet doch recht häufig statt.

    Ich hatte jetzt 10 Tage am Stück mal frei. Das war auch nötig, weil ich von Mitte Januar an durchgearbeitet hatte - ohne freien Tag. Die typische Arbeit als Selbständiger eben: man macht alles, was man bekommen kann. Jetzt geht's direkt weiter, die nächste entspannte Zeit winkt schon und wenn ich da ankomme, ist es irgendwann im ersten Junidrittel.

    Sicherlich bin ich nicht der beste Spieler auf Erden oder gar hier in meiner Region, aber ich kenne meine Kollegen sehr gut, vor allem diejenigen, die das selbe Instrument spielen. In meinem Umfeld geht es sehr zahm zu, wenn ich mir da andere Geschichten von Kollegen anhöre, bin ich da sehr behütet. Konkurrenz gibt es wenig, eher einen guten Umgang untereinander und wenig wirklich problematische Aktionen. Das liegt aber vermutlich auch an der Zusammenstellung der Charaktere und einer schier nicht enden wollender Geduld meinerseits.

    Das funktioniert so nur, weil ich keine familiären Verpflichtungen habe. Ich könnte da auch einiges ändern sollte das notwendig werden, z.B. mehr als 3 Tage unterrichten und somit viel geregeltere Zeiten haben, aber dafür stehe ich viel zu gerne auf der Bühne und bin im Studio, als dass ich bereit wäre, das aufzugeben. Ich habe auch schon Touren gespielt und war somit längere Zeit am Stück unter Wegs, ohne ein bisschen Heimat zu sehen - ein knappes Jahr war das. Ja, das ermüdet, aber es macht Spaß und das nicht zu knapp.

    Für mich ist es eben dieses Leben und ich will mit keinem tauschen.

    Wenn ich jetzt ankündigen würde, dass ich solo mit eigenen Songs mit Klavier und Gesang (Gott bewahre, dass ich jemals Leadvocals singen muss :D ) einen Auftritt spielen würde, würde ich vermutlich ein bis drei mal 200 Leute - größtenteils Freunde - mobilisieren können und dann wird's eng. Das sind drei Gigs mit sagen wir 10€ Eintritt. Ihr könnt erahnen, wie weit das reicht, wenn das alles komplett an mich gehen würde ... Saalmiete, GEMA und Werbekosten gehen ja eh davon noch ab, wenn's blöd läuft. Mit anderen Worten: ICH bin schon gut unter Wegs, würde mich das aber nicht trauen - u.a. weil ich kein Leadsänger bin. Wäre das gegeben würde es sich finanziell nicht lohnen, zumindest nicht sofort. So etwas muss aufgebaut werden und das beinhaltet in den meisten Fällen eine Vorarbeit von zwei bis vier Jahren, wobei ich mal davon ausgehe, dass ich nicht zu dem halben Promille gehöre, das sofort durch die Decke geht.

    Mein Tipp wäre: such dir was, das du halbtags machen kannst und stelle die Musik und die Familie weiter in den Vordergrund, so sich das finanziell machen lässt.

    So, genug für diese Uhrzeit getippt.
    Grüße vom HammondToby
     
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  13. shibboleth

    shibboleth HCA Holzflöten HCA

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    Erstellt: 17.04.12   #13
    Hi,

    ein weiser Mann sagte mal: don't quit your day job. Und ich finde, er hat Recht.

    Hier wurde jetzt schon viel geschrieben, darum fasse ich mich mal kurz...was du als Musikkonsument siehst ist ja nur die Spitze des Eisberges, das halbe Promille, das HammondToby erwähnte. Und was du nicht siehst sind die Millionen von weniger erfolgreichen Musikern, die um jeden Euro kämpfen müssen. Man kann sicherlich mit Musik recht gut Geld verdienen, wenn man gut ist oder sich gut verkaufen kann, klar, aber das ist nur begrenzt planbar und dafür jetzt auf gut Glück deine Firma wegzuwerfen halte ich für groben Unfug. Denn: Klavier/Gesang gibts wie Sand am Meer und mal einen Auftritt spielen ist sicher nicht das Problem, aber dafür will dir erst mal niemand was bezahlen, weil es gibt ja genug Alternativen die für 'ne Stulle spielen, mal überspitzt gesagt, und wie willst du dich ohne Album oder zumindest eine professionelle Demo-CD bewerben?

    Ich würde dir raten, irgendwie die Stunden in der Firma zu reduzieren, Arbeiten zu delegieren, und wenn du dafür jemanden einstellen musst...du erkaufst dir damit ja im Grunde Zeit, und das ist das was du im Endeffekt brauchst, egal ob du jetzt für dich Musik machst, für deinen Sohn da bist oder für Konzerte übst. Und dann kannst du deine Musik als "Edelhobby" betreiben, also das etwas professioneller aufziehen und mal gucken was passiert. Und wenns nicht klappt hast du immer noch die Firma als zweites Standbein. Und wenn's klappt kannst du den Laden immer noch verkaufen. :)

    Ich selber lebe fast komplett von meiner Musik und allem was dazugehört, denn das ist eigentlich als kleiner Waldundwiesen-Mucker immer eine Mischkalkulation. Ich habe drei Bands, gebe Unterricht und Workshops und baue die Instrumente, die ich spiele auch selber und verkaufe sie weltweit - aber durch meinen "day job" (eine zehn-Wochenstunden-Stelle als Facharbeiter) kommt das rein, was monatlich so an Fixkosten anfällt, und ohne dieses Geld wär ich total aufgeschmissen. Von daher: don't quit your day job...

    Grüße,
    shib
     
  14. toeti

    toeti Keys Moderator

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    Erstellt: 17.04.12   #14
    Guten Morgen,

    wir haben ja jetzt schon einiges zu diesem Thema gehört. Eine Frage, die ich jetzt vielleicht überlesen habe ist: Was macht dein Mann. Wenn du keine Euros mehr nach Hause bringst, seit Ihr finanziell abgesichert? Es hört sich immer schön an Musiker zu sein, aber das ist es nicht immer.
    Gerade wenn man auch einem funktionierendem System kommt und einen Lebensstandard hat. Leider wird dieser nicht billiger, sondern eher teurer.

    Ich bin der erste der sagt: Du musst Saß haben in deinem Beruf. Aber du musst auch aufpassen, dass es nicht nur eine Laune ist. Es ist etwas anderes, jetzt so begeistert zu sein und dann den harten Job zu machen. Toby hat diesen Schritt zum Musiker gewagt und geschafft, aber hat auch keinen Sohn, der jeden Tag sein Essen und auch mal andere Dinge haben möchte. Ich weiß, das ganze klingt jetzt sehr Sachlich... aber auch diese Seite muss man betrachten.

    Ich kenne aber auch Musiker, die damit Ihr Geld verdienen die sagen: Es ist genau dann Ende, wenn ich eine Familie haben will: Die haben einen Plan B, denn als Musiker ist es nicht ganz so einfach ein eigenes Haus zu bekommen. Das alles natürlich in " ". Ausnahmen gibt es immer wieder.

    Musik ist ein hartes Brot und wie hier geschrieben wurde, harte Arbeit. Ob es dir dann noch so viel Freude bereitet, gerade weil du diese Arbeit nicht kennst, sei mal dahingestellt.


    Ich würde auch sagen: Mach es viele andere auch und versuch erst mal einen seichten Übergang. Fang langsam an zu spielen, Musik zu machen. Merke, dass du am Wochenende vermutlich unterwegs sein wirst.

    Vielleicht klingt das abschreckend, aber ich mache Musik, weil es mir Spaß macht. Es kommt ab und an mal ein Euro rein, aber ich habe das Ziel eine Familie zu haben, die so gut Leben kann, wie ich es die letzten Jahre getan habe. Denen ich ihre Wünsche und vielleicht auch den Wunsch erfüllen kann, ein Instrument zu erlernen. Bildung zu bekommen.

    Wenn dein Mann euch absichern kann und euch das reicht: Dann versuch den Schritt. Geht er in die Hose ist das halt so. Dann suchst du dir wieder einen "richtigen" Job.

    Dazu sei gesagt, dass ich musikalisch sicher nicht in der Liga spiele, in der z.B. Toby sich bewegt, aber ich hatte auch schon die Idee und die Möglichkeit diesen Schritt zu gehen. Jetzt habe ich einen Job in dem ich aufgehe und am Nachmittag und am Wochenende meine Musik und was schön ist: Ich meckere zwar auch über zu wenig Geld, aber wenn ich wollte könnte ich einfach in den Laden gehen und etwas für mein Hobby kaufen.

    Viele Grüße und lass uns teilhaben :)
    Thorsten

    P.S. Hier möchte ich noch einmal sagen, dass ich vor allen Musikern Hochachtung habe, die damit ihren Unterhalt verdienen!
     
  15. gmaj7

    gmaj7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.12   #15
    Um das Positive vorweg zu nehmen:
    - Es ist möglich mit Musik Geld zu verdienen!
    In den meisten Fällen sind die Einkommensmöglichkeiten jedoch VIEL bescheidener als in der IT-Branche oder in guten kaufmännischen Berufen. Nur sehr wenige kommen mit Musik sehr gut über die Runden!

    Um von der Musik leben zu können: braucht es:
    - entweder eine herausragende musikalische Eigenschaft (zum Beispiel perfekten Gesang).
    => Hast Du das? Singst Du genial? Hast Du eine Stimme, die unter die Haut geht? Wenn ja, kannst Du mir gerne einen Link zu einem Demo per PN zusenden und ich gebe Dir eine Einschätzung.

    - oder ein tolles Projekt/Produkt, dass sich sehr gut verkauft.
    So etwas selbst zu erschaffen ist sehr sehr zeitaufwändig. Und Erfolg ist hier fast nur im Coverbereich richtig planbar. Mit Eigenkompositionen liegen die Verdienstchancen im Promillebereich. Und ich formuliere es mal schonungslos: Mit über 40 könnte man Wasser zu Wein machen und trotzdem im Musikbusiness übersehen werden. Deshalb meine Frage: Hast Du so ein Projekt? Kennst Du jemanden, der Dich in so einem etablieren Projekt Vollzeit bucht? Es dürfen auch mehrere Projekte sein. Oder traust Du Dir selbst zu so ein Projekt zu managen? Vom Aufwand her wirst Du Dich da sehr schnell an alte Zeiten als Business-Frau erinnern. Und wie gesagt bei Eigenkompositionen geben die ALLERMEISTEN nur Geld aus und verdienen nichts. Mit Covern kann man planbar Geld verdienen - aber auch hier ist viel Arbeit erforderlich und sollte musikalisch in einem gut gebuchten Projekt zumindest nicht negativ auffallen. Als letzte Möglichkeit zahlen viele Musiker Ihre Miete mit sehr vielen Unterrichtsstunden. Aber das ist oft nicht sehr gut bezahlt und genügt nur, um gerade über die Runden zu kommen. Aber auch hier die Frage: Hast Du musikalische Fähigkeiten für die Menschen Geld bezahlen?

    - Bleibt der letzte Punkt: Glück!
    Insbesondere bei Eigenkompositionen muss der richtige Typ zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Dann geht es sogar manchmal ohne musikalische Fähigkeiten, wenn Du etwas hast, was man der Masse verkaufen kann. Dieses Glück kann man aber fast so wenig einplanen wie einen Lottogewinn. Aber es gibt Musiker, denen das gelingt. Juli aus Gießen haben es nur einen Proberaum von uns entfernt geschafft berühmt zu werden (mit tollen Songs und guten Musikern!) Und die haben bestimmt auch oft gehört: Lernt was G´scheites :-)

    Bleibt noch der letze Punkt: Vielleicht möchtest Du gar nicht so viel Geld verdienen, sondern einfach raus und mit der Musik etwas nebenbei verdienen. Das ist natürlich möglich und realistisch. Aber ob man dafür seinen Job aufgeben sollte?

    Mein Vorschlag:
    - Versuche Dein Geld mit Deinen bisherigen Fähigkeiten zu verdienen. Und wenn Dich Dein aktueller Job nicht glücklich macht, gibt es oft viele Möglichkeiten das zu ändern. Neuer Job, neue Firma, Arbeitszeit reduzieren usw. => Mein Motto ist hier: "Love it, change it, or leave it". Es kommt oft vor, dass man nur in der falschen Firma ist, oder den falschen Chef hat. Das heißt nicht, dass man seine gesamte Berufserfahrung wegwerfen muss.

    - Behalte die Musik bei. Und wenn Du ernsthaft damit Geld verdienen möchtest, beginne mit dem Geldverdienen nebenbei oder aus einer Halbtagsposition heraus, mit der Du Deine Miete bezahlen kannst. Solltest Du mit Deinen musikalischen Fähigkeiten mindestens ein Jahr lang gute Erträge nebenbei erwirtschaften, kann man immer noch wechseln :-)

    Ich wünsche Dir ein glückliches Händchen bei Deiner Entscheidung

    Micha
     
  16. nirhtak1

    nirhtak1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.12   #16
    Hallo Ihr Lieben,

    erst ein Mal vielen Dank für Euere Worte. Es bewegt mich wirklich sehr, dass ihr mich so annehmt und mir Eure Meinung schreibt.

    Erst mal der Reihe nach, damit das Bild rund wird.
    Was die Firma angeht. Hier bin ich nicht alleine GF sondern habe einen GF-Kollegen. Und genau da liegt eigentlich mein größtes Problem. Seit 10 Jahren arbeiten wir zusammen - seit 5 Jahren beide als GF. Also wir kennen und vertrauen uns - oder besser vertrauten uns. Vor 15 Monaten hat sich etwas verändert, mein GF erlebt mit einer Mitarbeiterin einen neuen Frühling, hat dadurch - aus meiner Sicht - den Bezug zur Firma sehr verloren. Über Monate hinweg versuchte ich ihn irgendwie zurück zu holen, ihn für die Themen hier zu gewinnen, ohne Erfolg. Das Gegenteil war der Fall. Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck, doch fiel dieser in meine Richtung absolut bösartig, kollerisch und unsachlich aus. Immer und immer wieder. so ein Arbeitsklima bezeichnet man im Angestelltenumfeld als Mobbing. Bei GFs ist das noch etwas schlimmer, weil wir haften, auch persönlich. Das bedeutet, wenn ich ihn nicht einfangen kann oder er das Wesentliche nicht wahrnimmt kann sich vieles verändern. Derzeit läuft das Unternehmen noch gut und auch die KUnden merken nur wenig von den inneren Unruhen. Die Eigentümer - es gibt auch noch andere - möchten am liebsten die Augen verschließen und nichts damit zu tun haben.
    Und genau aus dem Grund werde ich adios sagen.

    Was Eure Fragen zu meiner Person angeht. Ich glaube ich bin eine ganz gute Managerin, aber ich weiß, dass ich eine noch besserre Netzwerkerin und Verkäuferin bin. Meine Markteinschätzung und die Kundengewinnung war immer postiiv und hat das Unternehmen in den letzten Jahren verdreifacht und damit sehr erfolgreich gemacht. Meine Netzwerke reichen von Personen in Ministerien über Wirtschaftsbosse bis hin zu verschiedenen GFs aus der Region.

    Meine private Situation würde es zulassen, dass ich nicht arbeite. Mit "mein Mann kann das überbrücken" meinte ich, dass es für eine gewisse Zeit ginge, wenn er uns finanziert. Unser Lebensstandard würde sich natürlich von heute auf morgen ändern, das wäre für mich kein Problem und für ihn auch nicht.
    Mein Kleider- und Schuhschrank ist voll, das Auto ist neu und recht nett zu fahren und ansonsten bin ich rundum glücklich und hasse shoppen. (sorry ladys). Soll heißen - ich arbeite nicht für kommerzielle Befriedigung oder aus Überlebensgründen.
    Ich arbeite für meine Selbständigkeit - meine Unabhängigkeit und - meine Selbstverwirklichung.

    Nun zum Hauptthema. Musik. Warum komme ich auf den Trichter Musik wäre das Richtige für mich. Als ich nun das erste Mal in meinem Leben für einen "kleinen" Auftritt (Klavier und Gesang) richtig üben konnte, mich professionell darauf vorbereitet habe, merkte ich wie mich das Thema fesselt. Schon in der Vorbereitung. Früher sang ich Solo - klassisch und habe auch eine klassische Gesangsausbildung, doch viel zu wenig Zeit.
    Da jetzt der Auftritt war und ich wahrnehmen konnte wie ich die Menschen gefesselt habe, nur mit Gesang und Klavier - war ich absolut glücklich. Wann ich das letzte Mal so glücklich war - weiß ich nicht mehr - ich denke bei der Geburt unseres Sohnes.

    Dazu kommt, dass mich mein Klavierlehrer während der Übungsphase betreut hat und von Anfang an der Meinung war - jetzt erfährst Du was ich schon Jahre lang zu Dir sage. Du hast ein wahnsinniges Talent. ...usw
    Er ist Komponist und hatte schon ein paar große Erfolge, kennt das Musik Business also gut. Auf der Bühne war er auch schon - als Pianist - hat sich aber dann für den Unterricht und das Komponieren entschieden.

    Wie würde ich das aufbauen. Ich würde - entschuldigt jetzt bitte die Vorgehensweise - aber ich würde wirklich einen Business Plan für mein neues "berufliches Leben" machen. Also würde alles so angehen wie in den Jahren in der firma auch -ich würde Benchmarking machen, mir den Markt - die Zuhörer - ansehen, die Bars und Kneipen in denen gespielt wird bei uns in der Region und alles bewerten.
    Ich würde mir einen 3 Jahresplan zimmern und danach entscheiden, ob es eine Zukunft für mein Vorhaben gibt.

    Was ich erreichen möchte - die Menschen. das ist mein einziges Ziel. Ich möchte, das meine Motivationskraft, meine Energie in Zukunft auf fruchtbaren Boden fällt und nicht versickert und sich IT-ler, die kaum Sozialkompetenz haben daran bereichern und mich aussaugen.

    Ob ihr mich wirklich verstehen könnt, weiß ich nicht. Ein Auftritt im Monat wäre für mich genug und parallel könnte ich - gestehe ich habe mir Eure Worte zu Herzen genommen - ein Business in der Wirtschaft als Consultant oder ähnliches aufbauen, aber eben auch nur für die Firmen, die mich interessieren - ich habe das glück, dass ich mir meine Kunden aussuchen kann und darf.

    Was meint Ihr dazu?
    Danke Euch, dass ihr so ehrlich seid

    Eure Business Woman
     
  17. toeti

    toeti Keys Moderator

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    Erstellt: 17.04.12   #17
    Hallo,

    da kommen wir doch an die Sache ran. Die Musik ist also nicht der eigentliche Grund.
    Ich würde das ganze auch nicht so krass planen. Da wirst du vermutlich nur enttäuscht. Ich würde wirklich kleine Schritte machen.
    Wenn ich deine Gefühle richtig lese, möchtest du mit der Musik kein Geld machen....
    Deswegen würde ich es auch anders handhaben und nicht so business mäßig.

    Aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

    Gruß
     
  18. Kest

    Kest Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.12   #18
    Es ist schön, wenn Du und Deine Familie finanziell unabhängig sind. Ich habe aber auch schon Leute erlebt, die in ein Loch gefallen sind, als sie "ausgestiegen" sind... Aber das musst Du selber wissen.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass man ein Hoch hat, wenn man zum ersten Mal gefühlt hat, wie die Menschen auf einen reagieren. Aber wahrscheinlich war der Auftritt für dich ein Heimspiel -- also kanntest Du viele, die dabei waren. Wenn man das ganze zum Geldverdienen macht, ist es doch was anderes -- oder vielleicht irre ich mich da, denn ich habe nie Geld damit verdient.
    Das mit Business-Plan ist zwar schön und gut, aber hat so einen kommerziellen Touch... Und dann noch "Benchmarking" und solch ein Zeug. Das hat mit Musik (in meinem Sinne und wahrscheinlich auch in Deinem sinne) nichts zu tun. Nicht umsonst sagen viele Künstler, sie wollen Musik machen und sich nicht um alles andere kümmern (müssen). Die Kreativität wird mit Nebensächlichkeiten (irgendwas organisieren) beschränkt. Überleg' dir mal, ob Du Musik machen möchtest oder vielleicht doch Musik-Business. Vielleicht hast Du ja den Drang und Verlangen irgenwas zu organisieren, zu "benchmarken"?
    Die ganze Netzwerkgeschichte würde ich auch sehr kritisch ansehen: von IT bis Musik ist ein sehr langer Bogen, den zu überwinden gilt.

    Auf die Meinung von Deinem Lehrer würde ich mich persönlich nicht verlassen -- ob Du gut bist oder nicht, hängt von sehr vielen Faktoren ab: Musikalität, Ausstrahlung, Bühnenpräsenz, Erfahrung, schließlich Können. Mit den Worten von Dieter Bohlen zu sagen: das Gesamtpaket muss stimmen. Schaue Dir mal Youtube an -- tausende Leute, die Musikalisch topp sind. Viele haben eine gute Stimme, können Klavier/Gitarre spielen. Doch nur wenige schaffen es wirklich.

    Ich schreibe hier nicht, um Dich davon abzuhalten ;-) Mach es! Setze aber nicht alles auf eine Karte. Ich wünsche Dir viel Erfolg!!!
     
  19. Deltafox

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    Erstellt: 17.04.12   #19
    Das ist aber doch genau das Problem! Musiker kritisieren das "Kommerzielle" und wollen nicht so geschäftlich herangehen und dann wundern sie sich, dass sie nicht aus dem Status einer Lokalband herauskommen. Es ist völlig richtig, das Musikbusiness strikt kalkuliert und geschäftlich anzugehen.
    Ich hab da neulich ein Videointerview mit Jay-Z gesehen, der genau das betont hat, nämlich dass er als Musiker aus zwei gleich wichtigen Teilen bestehen muss: Einerseits natürlich dem kreativen Musiker an sich, aber dann wenn die Musik gemacht ist, muss er diesen Teil komplett abschalten und umschalten auf den Teil "reiner Geschäftsmann", der dann vermarktet, was er da geschaffen hat und nicht mehr an irgendwelchen Idealvorstellungen hängt und nicht träumt, dass alles von alleine klappt. Viel eher macht dieses Vermarkten, der geschäftliche Teil im professionellen Bereich den Großteil des Aufwands aus und bestimmt maßgeblich mit, wie weit man als Musiker kommt.

    Interessant find ich aber diesen Gedanken:
    Mit dem Wissen als Geschäftsführerin könnte sich vermutlich tatsächlich ein gutes Standbein als "Managerin" o.Ä. aufbauen lassen. Also eine Dienstleistung im Musikbusiness für Musiker.. und nebenher kann natürlich die eigene Musik über diese Basis auch in die Öffentlichkeit getragen werden...
     
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  20. Kest

    Kest Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.12   #20
    Ich habe nicht das Kommerzielle kritisiert! Ich kann da nur für mich sprechen: ich bin leidenschaftlicher Musiker, nicht erfolgreich (aber das strebe ich auch nicht an) und möchte mit dem ganzen drumherum nichts zu tun haben. Meine Erfüllung bekomme ich durch das Spielen/Singen vor und vor allem MIT meinen Freunden.
    Klar, ich wünschte ich hätte jeden Tag 8 Stunden für Musik, aber andererseits möchte ich auch andere Sachen im Leben erreichen und erleben. Und wenn ich schon Zeit für Musik habe, möchte ich sie nicht mit der Suche nach den Auftritten verbringe, das liegt mir nicht. Zum Glück muss ich davon nicht leben ;-)
     
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