Bandaufnahmen - günstige Möglichkeit gesucht

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Eldarion
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Moin Leute,

meine Band und ich würden demnächst gerne einfache Demos aufnehmen. Um was zu haben was man auf myspace packen kann, einfach mal leute überzeugen etc. Oder was man mal losschicken kann. Nun sind wir alle 3 schüler, die finanziellen Mittel sind also arg begrenzt.
Wir haben im Moment ein Mischpult mit 8 Mic kanälen und glaub ich 6 oder 8 Line kanälen (nen gebrauchtes, ziemlich altes. aber es tut seinen dienst ;)) Weiterhin ist ein TGX-48 und ein SM58 vorhanden.

So, mein bescheidener Plan sah wie folgt aus:
Die Instrumente nacheinander einspielen. Draus ergibt sich dann folgende Mikrofonie:
Schlagzeug:
AKG D112 in die Bassdrum
SM 57 an die Snare
2 Overheads (Hier wäre ich für vorschläge sehr dankbar ;))
Gitarre:
Das SM57 was vorher an der Snare dran war.
Bass:
Mix aus DI und ner Abnahme mit dem AKG D112.

Dann würde ich jeweils über Direct-Outs des Mischers ins Interface gehn und das ganze dann über Cubase oder Kristal weiterverwerten.

Die Mics würde ich ganz gerne leihen, hat jemand da ne Ahnung mit was für Preisen man da rechnen muss? Audio Interface würde ich entweder leihen oder selbst anschaffen. Hat da jemand ne Empfehlung?

Ich weiß, dass das ein sehr sparsames Setup ist, allerdings ist das ganze durch chronischen Geldmangel eines Schülers schon arg beschränkt. Ich hoffe trotzdem auf einige Antworten, bin auch für Kritik offen, bitte euch allerdings im Hinterkopf zu behalten das ich keine HighEnd Aufnahmen brauche sondern mich auch mit weniger zufrieden gebe ;)

Schönen Abend noch, Elda :)

Edit: Für Gesang wird das SM-58 benutzt. Falls einem ne Möglichkeit einfällt das TGX-48 mit einzubringen, hab ich da nen offenes Ohr ;)
 
Eigenschaft
 
Naja, geht doch prinzipiell schonmal in Ordnung. Wenn ihr die Mikros gut positioniert und ihr den Raum akustisch etwas "aufwertet", müsste das klargehn.

Als OHs kann ich 2 MXL 603 empfehlen. Ihr könnt auch mal versuchen damit den Gesang aufzunehmen (aber bitte nur mit Pop-Schutz, ohne geht das absolut nicht). Ich nehme stark an, dass sich ein 603er besser macht, als ein SM58. Das kann man als allerletztes Mittel für Demos nehmen (blabla, ich weiß, damit haben auch schon Berümtheiten wie Phil Collins Gesang im Studio aufgenommen), aber es ist einfach nicht "zeitgemäß". Wie gesagt, einfach mal 2 MXL 603 holen und dann während der Rückgaberecht-Zeit für Gesang testen.
Als OHs gehen die 100%ig.
Außerdem käönnt ihr das SM58 und das TGX-48 zum Abnehmen der Toms nehmen. Ggf. müsst ihr da dann stark am Eq drehen, aber es wird schon irgendwie gehen.
Mehr Probleme gibt es meiner Meinung nach im Bereich Abhörmonitore. Ich habe shcon einige Aufnahmen gehört, die auf Hifi-Anlagen oder Kopfhörern abgemischt wurden. Klar, ein Profi wird auch da noch etwas rausholen, aber der "Laie" verbockt da meistens doch einiges.
 
Wenn das Schlagzeug auf dem Mischpult zu einer Stereosumme zusammen gemixt wird und erst aufgenommen wird, dann würde ich dazu raten den Sound erstmal aus den Overheads zu holen (Recorderman ist hier das Stichwort) und mit den anderen Mics nur zu stützen.

Nimmt man alles einzelt ab und nimmt die Overheads nur als Zugabe ist eigentlich vernünftiges Gaten/Scheiden Plicht. Und das ist bei euch nicht möglich. Zudem steigt die Anzahl der Fehlerquellen drastisch.


Mein Tipp wäre es erstmal einen Tag zu investieren das Schlagzeug richtig zu stimmen, dann mal schauen dass der Raum brauchbar wird, und dann mit Hilfe der Overheads eine gute Aufnahme hinzubekommen. Wenn das klappt die Mics an Snare und Bassdrum etwas dazu mischen. Immer daran denken, ihr könnt hinterher kaum etwas bearbeiten könnt. Lieber ein Mic weniger als ein schlecht positioniertes.
Kommt aber auch immer sehr auf das Ziel an. Harte Metalcoredrums erreicht man nur perfekter Abnahme und entsprechende Nachbearbeitung oder über Samples.



Weiterere allgemeiner Tipps: Haltet alles so simpel wie möglich. Wenn ihr zum Beispiel einen Kompressor nicht richtig einstellen könnt dann lasst es (oder sucht jemanden der es kann). Wenn ihr nicht zu 100pro sicher seit dass Effekt XY jetzt unbedingt sein muss, dann lasst ihn weg.
Gerade bei eurem Stand ist auch nicht viel mit "Fix it in the Mix". Sprich, die einzige Chance eine gut klingende Gitarrenspur aufzunehmen ist es ein saumäßig gut klingende Gitarre aufzunehmen. Bevor ihr mit dem Mikrophon auf etwas zeigt muss es schon gut klingen, dann muss man hinterher auch wenig dran tun.

Und: Wenn ihr die Wahl habt zwischen einen billigen, eigenen Mikrophon mit dem ihr so viel Zeit habt wie ihr braucht um alle Spuren eingespielt zu bekommen und einem Mikrophon dass ihr für teuer Geld für kurze Zeit bekommt - dann wählt lieber eine perfekt gespielt/gesungene, aber mittelmäßig aufgenommene Spur als eine perfekt aufgenommene, aber leider aus Zeitmangel schlampig gespielte.
Ich kenne das Problem von dem ausgeliehenen Equip sehr gut. Oft ist das viel Aufwand für die Katz weil man einfach nicht genug Zeit hat es auch richtig zu nutzen. Gerade in Hinblick auf die Tatsache dass ihr vermutlich wenig Studioerfahrung haben werdet.
 
Morgen,

erstmal ganz vielen Danke für die konstruktiven Beiträge. Ich werd mich derer(dehrer?:p) dann mal annehmen.

@slalomsims: Das mit den Overheads werd ich schonmal so im Hinterkopf behalten, auch gegen das ausprobieren mit dem Gesang spricht nix. Die Sache mit der Abhöre, wie könnte ich das vernünftig lösen? wahrscheinlich nur mit Abhörmonitoren oder? Ist allerdings auch wieder ein nicht zu übergehender Kostenfaktor. Inwieweit wirken sich Defizite der Abhöre denn aus wenn ich meinen Song später Freunden gebe und der sich die dann auf seiner normalen Stereoanlage oder auf seinen PC Boxen anhört. (Die wenigsten werden HighEnd HiFi zuhause stehen haben)

@MatthiasT: Ich wollte mit dem Schlagzeug eig. auch über DirectOuts in ein Interface um später noch die einzelnen Kanäle ein bisschen untereinander abstimmen zu können im Mix.
Deinen Tipp mit dem weglassen unnötiger Effekte werden wir auf jedenfall beherzigen, weil wir da wahrscheinlich eh mehr kaputt machen als uns helfen.

Der Haken mit dem ausgeliehen Equip ist auch mir schon in den Sinn gekommen. Die andere Möglichkeit wäre, sehr billige Mikros (T.Bone oder sowas) und nen billiges Interface zu kaufen. (Insgesamt würd ich dabei dann vllt 300 Euro ausgeben mit Kabeln und Stativen) Ob das jetzt allerdings der richtige und beste Weg ist, ist für mich immernoch fraglich ;)

Schönen Tag noch =)
 
Mit den billigen Mikros wirst du nicht viel Freude haben und letztendlich irgendwann doppelt kaufen müssen. Eine Möglichkeit ist zwar hinterher alles mit hochwertigen Samples nachträglich auszutauschen, aber dann hätte man sich auch gleich ein E-Drumkit leihen können. (was übrigens auch eine Alternative ist. - MIDI aufnehmen und mit hochwertigen Samples versehen).

Die Abhöre trägt einen Großteil zu deiner Aufnahme bei, schließlich ist es das Element, durch das du das Material beurteilen musst. Mal als Beispiel: Du mikrofonierst eine Bassdrum und suchst nach dem richtigen Maß zwischen Druck und Kick. Je nachdem in welche Richtung deine Abhöre geht kannst du ungewollt das Ziel komplett verfehlen und hinterher feststellen, dass es auf 70% aller anderen Anlage einfach müllig klingt. Eine kostengünstige Alternative gibt es da kaum und auch Kopfhörer sind keine echte Alternative. Aber unter Umständen bekommst du einen guten Tipp im LowCost Bereich. Es ist natürlich schon möglich auf einer HiFi Anlage abzuhören und zu mischen, aber du wirst mit Sicherheit sehr lange brauchen um richtig brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Es wird die dabei ganz klar die Zuverlässigkeit fehlen: "deiner Abhöre musst du vertrauen können".
ABER: wenn es nur ums einfach Mitschneiden und Sichern von Ideen geht, oder Vorproduktionen, kleine Demos... dann kann man damit schon mal ne ganze Weile arbeiten.

300€ sind ein sehr, sehr kleines Budget und unterschätze die Ausgaben für Kabel und Stative nicht... das kann ganz schnell ins Geld gehen.
 
300€ sind ein sehr, sehr kleines Budget und unterschätze die Ausgaben für Kabel und Stative nicht... das kann ganz schnell ins Geld gehen.

Mit 300 Euro kann man die für eine Schlagzeugabnahme notwendigen Stative und Kabel kaufen, wenn man was Gescheites haben will.

mfg
 
Auch wenn die meisten Pros hier wahrscheinlich intervenieren werden - schau mal im Tutorial Bereich nach Recorderman.

Ich hab damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Schlagzeug ballert halt nicht so wie man es von manchen Aufnahmen gewöhnt ist, aber man hat eine sehr schöne, natürliche Aufnahme mit sehr geringen Aufwand. Imo für nicht allzu harten Rock vollständig ausreichend.

Und ein weiterer Vorteil der nicht zu unterschätzen ist: Wenn das Schlagzeug gut klingt und man die Mics nach Vorschrift positioniert (und selbst dass kann Pi mal Daumen sein) kann man eigentlich nichts falsch machen.
Bei "normaler" Abnahme gibt es viele Fehlerquellen, da kann einem ein falsch positioniertes Snaremic schon alles versauen. Und das geht das beim Mischen weiter - selbst wenn ihr euch günstige Monitore besorgt könnte ihr den Tiefbass den man durch die Abnahme in der Bassdrum erreicht gar hören geschweige denn bewerten und mischen.
Wenn ihr fertig werden wollt dann verringert einfach die Fehlermöglichkeiten, denn mindestens beim ersten mal wird man alles was man falsch machen kann auch falsch machen.
Das ist etwas was viele Pros hier vergessen, für ist es halt Routine ein paar Mics an ein Drumset zu clippen und aufzunehmen. Ich hab selber aber noch so ein paar abgebrochene Aufnahme Sessions im Kopf weil man das mit viel Aufwand aufgenommene nacher nicht verwenden konnte.
Eine nicht optimale Lösung ist immer besser als eine theoretisch perfekte mit der man nicht bis zum Ende kommt.


Ihr spart euch eine Menge Streß, Geld und Zeit, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird es Welten besser klingen als wenn man ein Kit falsch mikrophoniert und dann schlecht abmischt.
 
Es geht ja auch hier nicht um eine Studioausstattung :) Bei guter Pflege und sorgsamen Umgang kann man auch von billigerem Zubehör länger was haben...

Ihr solltet euch dazu noch folgende Gedanken machen:
- Mehrkanal ja/nein
- wollt ihr auch später noch Geld investieren um das Equipment zu erweitern oder wollt ihr einfach mal ausprobieren was dabei rauskommt.
- Könnt ihr vielleicht Kontakt zu Veranstaltungstechnikern aufbauen die euch evtl. günstig Equipment leihen? Oftmals haben die auch irgendwo nen B oder C-Satz Mikrofone, die sie günstig auch mal für ne Woche rausgeben.
 
okay, ich hatte das schon befürchtet. Genau aus dem Grund des Geldmangels haben wir ja darüber nachgedacht vernünftiges Equip zu leihen.
Wenn ihr mir hier die billig Mics eh nur um die Ohren werft, fang ich damit lieber erst garnicht an :p Was wäre denn eurer Meinung nach die kleinste realisierbare Mikrofonierung einer Band? sowohl unter dem Aspekt, dass manche Mikros evtl Mehrfach gebraucht werden können oder vllt auch schlichtweg überflüssig sind um einen Grundsound zu bekommen.
Das mit der Recordermann Technik hört sich übrigens sehr gut an, danke @MatthiasT :great:

@Navar: ich würde schon gerne jeden Kanal nacher einzeln im PC drinne haben, daher wäre nen 4Kanal Interface schonmal Pflicht wenn ich Drums mit 4 Mics abnehmen will. Später erweitern wäre schön ;)
Auf den letzen Punkt sind wir auch schon gekommen, werde mich da demnächst nochmal erkundigen.

Das ist etwas was viele Pros hier vergessen, für ist es halt Routine ein paar Mics an ein Drumset zu clippen und aufzunehmen. Ich hab selber aber noch so ein paar abgebrochene Aufnahme Sessions im Kopf weil man das mit viel Aufwand aufgenommene nacher nicht verwenden konnte.
Eine nicht optimale Lösung ist immer besser als eine theoretisch perfekte mit der man nicht bis zum Ende kommt.

Das ist endlich mal ein vernünftiger Satz. Manchmal hab ich echt das Gefühl das Leute hier das Gefühl zur Realität verlieren. Wenn ich das Geld hätte würde ich garnicht über diese "günstigen" Sachen diskutieren sondern auch höherwertiges Equip kaufen. Allerdings versuche ich im Moment einfach mit unseren Mitteln das Beste rauszuholen. ;)
 

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