Bausatz Concertina von Untersee

von werwers, 12.02.17.

  1. werwers

    werwers Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.17   #1
    Hallo Zusammen,
    im großen weitem Internett habe ich wenig zu dem Bausatz einer Concertina der Akkordeonwerkstatt Untersee gefunden.
    Hat sich schon mal jemand an diese Concertina getraut und kann darüber berichten?
    Danke im Vorraus
     
  2. Jed

    Jed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.17   #2
    Hallo, werwers,

    Ich habe zwar keine Erfahrungen mit diesem Bausatz gemacht, aber als langjährigen Concertinist interessiert mich deine Frage.
    Ich habe also die Seite der Werkstatt aufgerufen und mir die Sache angeschaut.

    Mit 250 Einzelteilen ist der Bausatz recht überschauber - allerdings käme es auch auf die Qualität der Bauanleitung an, ob die Arbeit gelingt.

    Das Produkt möchte ich vorsichtig ebenso als "überschaubar" bezeichnen. Der Anbieter erhebt zwar den Anspruch, die Concertina sei "kein Spielzeug"; das mag auf Verarbeitung und Klangbild zutreffen, aber was fängt man - musikalisch gesehen - mit einer Concertina an, die lediglich den Tonvorrat einer Bluesharp hat? Bedenke: seit Mitte des 19. Jahrhunderts haben die einfachsten Concertinas 20 Knöpfe in 2 Reihen (z.B. eine C- und eine G-Reihe), die das Spielen in 2 Tonarten und die Modulation dazwischen erlauben. Und das ist die Grundvorausetzung schon für die einfache Volksmusik.
    Insofern muss man eine 10-knöpfige Concertina schon als musikalisches Spielzeug ansehen. Eine nette Bastelei, auf die man wohl stolz sein kann, wenn sie schön klingt, aber kein einsatzfähiges Musikinstrument. Echt minimalistisch.

    Wenn du gern bastelst und über die Bastelei hinaus gerne ein ernstzunehmendes Instrument dein eigen nennen willst, guck mal hier: http://www.concertinaconnection.com/clover kit.htm

    Der Preis ist zwar um etwa Faktor 10 höher, aber dafür steht am Ende eine richtige, 30-knöpfige Anglo Concertina! Allerdings dürften das mehr als 250 Bauteile sein ...

    (Anm.: Die Seite von Wim Wakker is in englischer Sprache. Falls du damit Probleme hättest, melde dich - ich bin von Beruf Übersetzer für Deutsh/Englisch, Fachgebiet Technik.)

    Hoffentlich hilft dir das weiter!

    Cheers,
    Jed
     
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  3. werwers

    werwers Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #3
    Hallo Jed,
    danke für Deine Antwort und Gedankengänge.
    Ich werde erst einmal den Sommer abwarten, und dann wieder überlegen.
    Zum Basteln und bauen ist der Winter doch geeigneter.
    Es ist denke ich so wie Du schreibst. Die musikalischen Möglichkeiten sind mit dem Bausatz der Firma Untersee "übeschaubar" , die Kosten jedoch auch, das reizt mich.
    Der Bausatzt ist wirklich nicht vergleichbar mit dem Bausatz Concrtinaconnektion. Den finde ich sehr interessant. Für mich jedoch nicht, da ich denke, den "feinschliff" werde ich diesem Instrument nicht geben können.
    Werde, für alle interesierten berichten.
    Gruß aus dem Rheinland
     
  4. Torquemada

    Torquemada Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #4
    Wenn es dir nicht so sehr ums Basteln, sondern um die Kosten geht, würde ich mir eine normale zweireihige Konzertina kaufen. Die liegen preislich auch so ungefähr in dem Bereich des Unterseebausatzes (z. B. eine C1 oder besser noch eine C2 von Brünner/Stagi, bestellbar z. B. bei der Diatonie.de).
     
  5. Jed

    Jed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #5
    Die Idee von @Torquemada finde ich gut!

    Ein Stagi C1 (einchörig) kostet bei Thomann sogar weniger, als besagter Bausatz und kann musikalisch weitaus mehr. Die Stagi C2 (doppelchörig) klingt wohl etwas voller - richtiger "Deutsche Concertina" Sound - aber solche instrumente fangen an zu wabern, wenn sich eine der beiden Zungen eines Chores leicht verstimmt :bad:. Einchörige können sich auch verstimmen, aber da fällt's nicht so auf :great:.

    Und die Bastelei kommt auch nicht zu kurz ...
    Ich spiele seit über 20 Jahren eine Stagi - allerdings eine 30-knöpfige mit Metallenden. Anfangs hatte ich mit vielen Kinderkrankheiten zu tun: gebrochene Federn, verklemmte Knöpfe und sogar ein gebrochener Hebel. Seitdem die repariert sind, spielt meine Stagi zuverlässig und klingt recht angenehm.

    Das liegt daran, dass die Stagis an und für sich nicht schlecht sind, aber die Endkontrolle beim Werk lässt zu wünschen übrig. So kommen häufig "Montagsinstrumente" auf den Markt.

    Versuch's mal - so eine scheibar einfache 2-knöpfige Concertina macht richtig Spaß!

    Cheers,
    Jed
     
  6. Torquemada

    Torquemada Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #6
    Argh! Wir hatten im Konzertinaforum schon vor zehn Jahren darüber keinen Konsens finden können! :-D

    Deshalb würde ich das über die Diatonie kaufen, weil Oliver Stoffregen dann die Endkontrolle und notwendige Nacharbeiten übernimmt. Preis ist dann natürlich etwas höher als bei Thomann, aber ich vertraue Stagi inzwischen nicht mehr, dass die ein spielfertiges Instrument liefern. :confused1:

    Zwei Knöpfe -- vier Töne. ;-)
     
  7. Jed

    Jed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.03.17   #7
    Ja, es gibt einige Händler, die damit werben, Stagi Concertinas vor dem Verkauf in einen spielbaren Zustand zu versetzen. Eine feine Sache, denn eine Stagi Anglo ohne Kinderkrankheiten ist ein gutes Anfängerinstrument. Ich halte meine 30-knöpfige Stagi für weitaus besser als die viel gelobte Rochelle von Wakker Concertinas.
    Ich rede von Anglos - also einchörige Concertinas englischer Bauart. Die neuen Einsteiger-Concertinas haben allesamt Akkordeon-Zungen und klingen eben doch ein wenig wie Deutsche (auch wenn sie italienisch oder amerikanisch sind).

    Ich habe vor langer Zeit in Irland mit einer echten DDR-20-knöpfige Deutsche Concertina angefangen. Den Klang fand ich schön, aber eben nicht vergleichbar mit dem traditionellen englischen Sound, den ich als Kind bei der Heilsarmee kennenlernte. Meine Stagi 30-k mit Metallenden kam dem englischen Vorbild vom klang her recht nahe.
    Gerade letzte Woche erstand ich eine echt englische Anglo, von Crabb hergestellt und von meinem Namensvetter Dallas vertrieben, aus den 1940er Jahren. Die hat echte englische Zungen und klingt entsprechend. Mein altes Bandoneon, aus ca. 1900, hat echte deutsche Zungen und klingt total anders. Die Stagis mit Akkordeonzungen bleiben doch irgendwo dazwischen hängen. Kann man aber auch mögen!
    Welchen Sound man haben will, hängt ein bißchen davon ab, was für Musik man spielen will.

    Cheers,
    Jed

    PS: Was wollte ich euch im letzten Posting sagen? 2-reihig oder 20-knöpfig? :(
     
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