Beeinträchtigung von Musikern durch einen Tinnitus

von x_JJ_x, 06.04.12.

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  1. x_JJ_x

    x_JJ_x Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #1
    Hallo,

    ich muss als Ersatz für das mündliche Abitur eine Arbeit verfassen die das Thema, ob "Der Tinnitus eine typische Musikerkrankheit" ist.
    Dafür muss ich die besondere Beeinträchtigung von Musikern durch einen Tinnitus erläutern und ausbreiten.
    Hat jemand von euch spezifische Ideen oder Erfahrungen, die er/sie mit mir teilen will? :D

    Vielen Dank, Jan :)
     
  2. Transistorkiller

    Transistorkiller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #2
    Seitdem ich diesen verdammten Ton hab (im Übrigen hab ich den nicht von zu lauter Musik, sondern von einer Antibiotika Therapie), drehe ich mehr Höhen in meinen Sound. Das liegt wohl daran, dass ich eine bestimmte Frequenz nicht mehr (so gut) hören kann.
    Außerdem ist es nachts sehr anstrengend, da es da ja zumeist leise is und der Tinnitus da lauter erscheint. Deshalb ist zum Einschlafen immer entweder ein Hörbuch oder der Fernseher an.
    Ich hoffe, dass ich ein bißchen helfen konnte.

    ---------- Post hinzugefügt um 15:31:57 ---------- Letzter Beitrag war um 15:30:05 ----------

    P.S. Wie kann man denn das mündliche Abi umgehen?
     
  3. x_JJ_x

    x_JJ_x Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #3
    Danke, das ist schonmal ein guter Anfang :)

    in Jahrgangsstufe 1 (Klasse 12) kann man den Seminarkurs wählen, bei dem man eine Art Hausarbeit schreiben und diese präsentieren muss. Damit kann man das mündliche Abi ersetzen ;)
     
  4. Transistorkiller

    Transistorkiller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #4
    Interessant!
    In Bayern geht das nicht.
     
  5. x_JJ_x

    x_JJ_x Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #5
    da lobe ich mir das Schulsystem von BaWü ;)
     
  6. Transistorkiller

    Transistorkiller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #6
    Tatsächlich!
     
  7. x_JJ_x

    x_JJ_x Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #7
    hat jemand noch andere Erfahrungen oder Infos ? :)
    ich muss für den Punkt mindestens 2 Seiten schreiben :p
     
  8. Mod-Paul

    Mod-Paul Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #8
    Hi,

    hier sind schon mal 2 Threads zum stöbern:
    https://www.musiker-board.de/sonstiges-mupr/102368-tinnitus-thread.html
    https://www.musiker-board.de/band-proben-mupr/297767-frage-zum-thema-tinnitus.html

    Ich selbst hatte mal einen Hörsturz und seidem einen Tinnitus. Meine Ohren und meine Finger sind meine Achillesversen. Der Grund für den Hörsturz war noch nicht einmal eine große Lautstärke. Da kam seinerzeit mehreres zusammen. Die Frage ist immer, wie geht man damit um. Und das hängt davon ab, was man für ein Typ Mensch ist. Ich kenne Musikerkollgen mit Tinnitus, die schier verrückt werden, weil sie ständig in sich "hineinhorchen". Wenn man das tut, dann misst man dem Tinnitus (un)bewusst eine große Bedeutung zu.
    Ich mache es so, dass ich meinen Tinnitus akzeptiere, ihn aber nicht beachte. Ich versuche auch nicht ihn zu "überlappen", mit noch lauteren Geräuschquellen, etc. Sondern er ist jetzt ein Teil von mir. Meine Hörtests sind alle excellent. Ich habe es also geschafft, dass mein Tinnitus mich nicht bei dem hindert was ich tue. Es war trotzdem ein langer und beschwerlicher Weg. Das ging nicht von heut auf morgen. Es gibt auch keine Therapie, die immer hilft. Was bei dem einem was bringt, kann bei dem anderen das Gegenteil bewirken.
    Nichtsdestotrotz möchte ich alle - gerade meine Gitarrenkollegen hier im MB - davor warnen es mit der Lautstärke und den Höhren nicht zu sehr übetreiben. Das Gehör vergisst nichts, und wird es euch danken. Ich habe nur ganz großes Glück gehabt!
     
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  9. hair_energizer

    hair_energizer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.12   #9
    Mit der Zeit lernt man damit zu leben. Ich habe ihn mir vor vielen Jahren bei einem Disko-Besuch zugezogen. Ich hatte mir wohl vorher auch den Kopf unterkühlt, da ich frischgeduscht bei Eiseskälte ungefähr 5 km auf dem Bike zurücklegen musste, um dort hin zu kommen. Damals hatte ich auch sehr oft Gehörgangsentzüngungen. Außerdem war ich auch nicht in bester psychischer Verfassung. Der Bass von den Lautsprechern kam mir nach ein paar Bier garnicht so laut vor und ich muss beim Tanzen zu nah an einem dran gewesen sein. Ich muss noch hinzufügen, dass ich wahrscheinlich schon vorgeschädigt war, durch jahrelanges Proben in sehr kleinen Bandräumen. Wahrscheinlich war also schon ein kleines Rauschen auf meinen Ohren vorhanden, das noch gut automatisch weggefiltert werden konnte.
    Naja, nach dem Diskobesuch fühlte ich mich am nächsten Morgen irgendwie nicht so gut. Bin dann unter die Dusche und hörte in meinem Zimmer wieder ordentlich laut Musik. Der eigentliche Piepton kam am nächsten Tag, in der Wohnung meiner Freundin.
    Wie ein Morse-Code, also mit Unterbrechungen. Ich war schon ein wenig panisch, sagte mir aber, dass es wohl nicht so schlimm sei und es über die nächsten Tage wegginge.
    Es blieb leider und veränderte sich zu einem anhaltenden Sinuston auf beiden Ohren. Der Ohrenarzt, zu dem ich viel zu spät ging, konnte mir nur ein Seminar anbieten, wo man lernt, mit dem Tinnitus zu leben. Ich habe dies Angebot aber nicht wahrgenommen.
    Es folgten Wochen und Monate der Qual. Fast jeden Tag bildet man sich ein, es würde besser. Man hat Panik, wenn man seine Ohrstöpsel mal nicht mithat, wenn es irgendwo richtig laut wird. So richtig drüber weg war ich erst nach ca. 2 Jahren. Ich weiß nicht genau, ob sich mein Gehör etwas erholt hat, aber der Tinnitus ist mittlerweile nur hörbar, wenn ich Kopfhörer aufsetze. Auch nachts höre ich ihn normalerweise nicht mehr. Nach dem Genuss von lauter Musik habe ich beim Schlafengehen so eine Art Ohrensausen, das am Morgen aber immer wieder weg ist.
    Man kann alles machen, ich fühle mich nicht mehr eingeschränkt. Ich habe bei mir aber festgestellt, dass ich eher dazu neige Höhen etwas rauszudrehen. Sehr höhenbetonte Musik schwingt nicht so schön in meinen Ohren. Bei überbetonten Höhen schwingen meine Trommelfelle so unangenehm, dass ich auch die Schreie meiner Tochter mit 1-2 Monaten nicht aushalten konnte. Jetzt ist sie 5 Monate und ich habe mich entweder dran gewöhnt oder ihr Schreien umfasst jetzt andere, "schönere" Frequenzen für mein Ohr.
    Ich glaube und habe auch mal gelesen, dass jeder Mensch einen Tinnitus hat. Bewusst wird es einem aber erst, wenn zu viele Sinneszellen einer Frequenz geschädigt wurden.
    Leider bin ich damals nicht schnell genug tätig geworden. Es wird oft berichtet, dass eine Aspirin Therapie bzw. Ginko-Tabletten in so einem Fall helfen können, den Tinnitus für die Zukunft abzumildern. Aber das muss sofort am ersten Tag erfolgen.
    Achso, mir fällt gerade noch ein, dass ich am Anfang nicht nur einen hochfrequenten, sondern auch einen niederfrequenten Ton auf den Ohren hatte. Der war deutlich unangenehmer, verschwand aber Gott sei Dank.

    MFG
    Andreas
     
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