Beschallung Festzelt 30x60 meter

von Michi88, 27.02.12.

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  1. Michi88

    Michi88 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.02.12   #1
    Servus Forum,

    wir haben im Herbst diesen Jahres ein großes 3-tägiges Fest mit einem Festzelt der Größe 30x60 meter.

    Dazu suchen wir gerade eine Hausanlage, die über diese 3 Tage im Zelt verbleibt.
    Da Comedy an den Tagen im Vordergrund steht, legen wir großen Wert auf sehr gutes Sprachverständnis über das komplette Zelt hinweg. Aber auch ein paar Bands werden sich auf diese Anlage schließen.

    Um jetzt die Angebote etwas bewerten zu können, und auch die Aussagen der Veranstaltungsfirmen, wollte ich mich hier ein wenig darüber informieren:

    Wie sollte man die Anlage aufbauen? (alles front, oder mit sog. Delaylines, wenn ja, wie viele davon, welche Auslegung etc?)

    Gibt es Empfehlungen zu bestimmten Marken?

    Gilt es sonst etwas zu beachten, woran man denken sollte?

    Danke schon mal!!

    Gruß
    Michi
     
  2. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 27.02.12   #2
    Hallo Michi,
    da es sich hauptsächlich um Sprachbeschallung handelt empfehle ich: Delaylines.
    Bei "normalem" Frontholz hast du das Problem: vorne bläst es dir die Ohren weg und je nach Qualität des Holzes nimmt der Schalldruck und somit die Sprachverständlichkeit nach hinten hin rapide ab.
    Delaylines erlaubt das Verteilen des Schalls auf das komplette Zelt und es ist überall verständlich zu hören ohne dass es allzu laut werden muss, da die Delayboxen üblicherweise auch in der Lautstärke separat geregelt werden können.

    Wenn die Bands spielen, sollte natürlich das Frontholz entsprechend ausgelegt sein. Da spielen die Delayboxen eher eine untergeordnete Rolle.
    d.h. ihr müsst für beides sorgen.

    Ich gehe mal davon aus, dass ein amtlicher Verleiher aber auch dazu was rumstehen hat und euch die entsprechenden Tipps gibt.
    Wieviel Leute gehen rein? Ich schätze mal > 1.000?
    Da kommt es auch auf das Budget an, das ihr an diesen Tagen in die Hand nehmen wollt. Konkrete Tipps übers Web sind da eher schwierig. Die Beschallung im Zelt sollte von jemand gemacht werden der weiß was er tut. Ansonsten endet das eher im Chaos.

    Wir kommen z.B. bei ca. 1.000 Leuten im Zelt mit 4 Subs, 2 Tops und 2 Tops als Delay klar (alles RCF ART-Serie). Geht sehr gut.
    Da wird allerdings auch keine Druck-Rock-Beschallung gemacht. Normale Cover-/Partymukke, Konserve und Sprache.
    Die Sprachverständlichkeit ist ausgezeichnet.
     
  3. Michi88

    Michi88 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.02.12   #3
    Hallo Harry,

    danke für die schnelle antwort, genau sowas hatte ich mir erhofft zu erfahren. (Da wir schon ein angebot nur mit Frontholz-Lösung haben, was ich auch etwas heikel fand).

    Ja es werden so ca. 1500 Leute sein. An einem anderen Tag sind es einige mehr, aber da wird eine externe Anlage im Einsatz sein, die nicht in unserer Verantwortung liegt.

    Budget haben wir in unserer Planung jetzt mal mit ca. 5000 Euro angelegt (für 4 Tage, nicht 3 das war ein Fehler), ist das ein realistischer Wert?

    Wie viel solcher Delaylines sind dann empfehlenswert? zwei oder drei?

    Klar konkrete Tipps sind schwer, aber ich vertrau da natürlich auch den Veranstaltungstechnikern hier. Wollte nur ein paar Grundinfos um nicht völlig ausgeliefert zu sein :)
     
  4. Witchcraft

    Witchcraft R.I.P. exMOD Ex-Moderator

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    Erstellt: 27.02.12   #4
    Hi Michi,
    wenn das Zelt hoch genug ist, wäre ein horngeladenes, geflogenes System in Verbindung mit einem Nearfill eine Alternative zu den Delaylines.
    Interessant wäre es noch zu wissen, um was für ein Zelt es sich handelt, also ob es ein Zelt mit festen Seitenwänden (z.B. aus Holz) ist oder komplett aus Zeltstoff.
    Leztere sind nämlich oft "Bassfallen", soll heißen das diese auf wundersame Weise den Bass im Zelt kräftig schlucken und außerhalb geht ordentlich die Post ab.
    Da würde ich dann bei einem Zelt dieser Größenordnung schon mit min. 4 Doppelachtzehnern oder mehr anrücken.

    Kommt drauf an, was alles dabei ist. Techniker ganztägig vor Ort, Licht, etc......
     
  5. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 27.02.12   #5
    2 Delays sind besser als 1, wenn das Zelt eine längliche Form hat.
    Es ist immer eine Frage was an Material zur Verfügung steht und eine Frage des Aufwandes. Hier gehts dann nämlich weiter:
    wo steht/hängt man die Delayboxen sicher hin? Fliegen wär natürlich Klasse - dazu brauchts jedoch die technischen Voraussetzungen sowie die richtigen Leute die das dann auch befestigen und verkabeln, die Verzögerung richtig berechnen und einstellen usw.

    Ich verweise auf meinen Post #2: für das relativ kleine und eher längliche Zelt mit ca. 1.000 Leuten nehmen wir eine Front und ein Pärchen als Delay. Funktioniert sehr gut, auch wenn der nicht sprachgeübte Feuerwehrkommandant seine Rede hält.
    Ohne Delayboxen: keine Chance.
    Ein zweites Delayboxenpärchen: ist in unserem Fall nicht notwendig. Eventuell für den Aussenbereich, aber da ist uns der Aufwand zu groß und daher machen wir es nicht.

    Bei den 5.000 Euro sehe ich es wie Witchcraft: kommt ganz darauf an, ob der Techniker mitgemietet werden muss oder nicht. Nur für das Holz als Selbstabholer, da könnt ihr ordentlich was mieten. Mit Licht und Personal und Anlieferung und Aufbau wirds eng....
     
  6. humi

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    Erstellt: 27.02.12   #6
    Realistisch, wenn es nicht um Druckbeschallung des gesamten Zeltes gehen soll, sehe ich ein Setup bei Längsbespielung aus:
    - je Seite ein potentes 2x12" Top 60x40° für die Tiefe (Unterkante Tops mind. 2m)
    - je Seite ein potentes 12"/1,4" Top 60x40° als Nearfill
    - je Seite zwei potente 2x18" Subs
    - jeweils nach spätestens 15m zwei 12"/1" Tops 90x40/60° als Delays ... idealerweise geflogen, wenn es die Zeltkonstruktion zuläßt
    - einen fähigen Tontechniker, der das System zum spielen bringt

    Bei Querbespielung braucht man mehr kleinere Tops um eine gleichmäßige Schallverteilung und Sprachverständlichkeit zu erreichen.

    Aber beantworte mal bitte Witchcraft seine Fragen bzgl.
    - Boden Holz oder Wiese
    - Seitenwände Holz oder Plane
    - Flugpunkte zulässig und wenn ja mit welcher Traglast
    - Spielrichtung längs oder quer
    - Stil der spielenden Kapellen
    - Pegelanspruch und wie weit muß dieser Pegel aufrecht erhalten werden

    Wenn Du die Angebote anonymisiert mit Materialliste, Dienstleistungen, Preis und Region der VA hier reinstellt, dann kann man grob überschlagen, ob dieses Angebot passend ist.
    Eine Gewähr kann hier natürlich auch keiner übernehmen, ob dies am Ende das ist, was Ihr Euch vorstellt!
     
  7. Michi88

    Michi88 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.12   #7
    Guten morgen,

    danke für die echt nützlichen Infos!

    Also der Zeltboden ist aus Holz.
    Das komplette Zelt besteht aus Zeltplane
    Flugpunkte sind zulässig, welche Traglast ist jedoch noch in Klärung.
    Spielrichtung längs
    Bands: Alleinunterhalter, Coverband (die die Anlage nur optional zusätzlich zu ihrer mitgebrachten nutzen würde), Comedy (also reine Sprache) und Blaskapelle mit diversen Rednern
    Pegelanspruch gibt es so keinen, klare Verständlichkeit.

    Die 5000 Euro, betreffen nur die Soundanlage. Licht etc. wird anderweitig geregelt. Für einen Tontechniker sind 1000 Euro innerhalb dieser 5000 gerechnet.

    Region Garmisch-Partenkirchen, Südbayern :)
     
  8. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 28.02.12   #8
    Ich sehe da eigentlich keine Materialschlacht.

    Alleinunterhalter: ich gehe mal davon aus, dass er nicht gebucht wird um das Zelt zum Toben zu bringen.

    Coverband: ist aussen vor - die bringt ihr eigenes Material mit. Ich gehe davon aus, die wissen was sie tun. Müsst ihr euch vermutlich auch nicht richtig drum kümmern.

    Sprache: hier sind die Delays bzw. die geflogenen Tops wichtig. Ansonsten gibt es ein Desaster.

    Blaskapelle: dto. - das Augenmerk liegt hier auf der korrekten Mikrofonierung: genügend gute Overheads und Einzelmikrofonierung in den schwach besetzten Registern wie z.B. Tuba oder Sax, evtl. Drums (speziell: Bassdrum)

    Also: kein Stress. Mehr als 2 bis max. 4 Subs und 2 Tops in der Front sehe ich hier nicht.
    zuzügl. die Delays natürlich.
    Wenn angemietet wird müssen wir eigentlich auch davon ausgehen, dass ihr keine gelben Billigbüxen bekommt.
     
  9. humi

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    Erstellt: 28.02.12   #9
    Bei der Coverband ist es eigentlich unsinnig (und könnt da bei denen Geld sparen) mit einer eigenen Frontanlage anzutanzen, da die ja wahrscheinlich ohne Delays kommen und somit die Verständlichkeit bei den üblichen Coverbandanlagen nach hinten leidet und nur noch Mulm bei den letzten ankommt. Hier geht es nicht um Pegel bis nach hinten, sondern um Verständlichkeit und Mulmvermeidung!

    Bei Blaskapellen ist der eine oder andere Bass gar nicht so unwichtig, wie Harry ja schon angedeutet hat ... ich denk da speziell an Drums, Basstuba, etc.
    Ein entsprechender Mikrofonsatz und genügend großes Pult ist hier natürlich Voraussetzung.

    Bei Alleinunterhaltern und den Comedy Leuten ist nicht zu vergessen 2 Monitor auf die Bühne zu packen ;)

    Besonders im Zelt gilt: "Viel (gut gebautes und systemtes) Holz hilft viel!" ... nix ist schlimmer als an der Kostgrenze spielendes Holz, welches mit seinem dabei zwangsweise entstehenden Klirr Dir die Verständlichkeit wieder zunichte macht.
     
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