Bläser

von toeti, 30.08.06.

  1. toeti

    toeti Keys Moderator

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    Erstellt: 30.08.06   #1
    Guten Morgen Männer,

    Ich brauche einen Bläsersatz.
    Ich kenn mich aber null aus und habe gestern auf die Schnelle auch keinen schönen Patch gefunden im K2661.
    Deswegen die Frage: Aus was für Instrumenten/Sounds setze ich am besten einen Blässersatz zusammen und wie spiele ich ihn dann?!
    Das ganze ist ein kurzer rythmischer Einwurf auf E.

    Oder hat jemand was schönes was ich in meinem JV1010 auch haben könnte?!

    Danke schonmal für eure Hilfe.

    Gruß
    Thorsten
     
  2. bluebox

    bluebox HCA Keyboard HCA

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    Erstellt: 30.08.06   #2
    OK!

    Also wie baue/spiele ICH ein Bläser-Patch ?

    Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten von ganz einfach bis sehr aufwändig.
    Ich versuch das mal in dieser Sortierung darzustellen.

    Als erstes muss ich überlegen, was ich mit dem Patch überhaupt spielen will.

    -Kurze Riffs einstimmig/mehrstimmig
    -gehaltene Akkorde
    -Legato-Linien z.B. als Gegenmelodie

    Dann muss ich mir im Klaren sein, wie authentisch das klingen soll, Stichwörter hierzu sind:

    -Anblasverhalten (weich/hart)
    -Nach der Phrase Töne „herunterziehen“ (=Falls wird gerade im Trompeten-Bereich gerne gemacht)
    -Intonation (Leichte Verstimmung bringt das Ideal schon näher, denn „echte Bläser“ sind auch immer minimal gegeneinander verstimmt

    Ich gehe jetzt mal vom gebräuchlichsten Patch aus:

    Patch für kurze mehrstimmige Riffs mit einem ziemlich harten Attack ohne Falls aber mit leichter Verstimmung. Die am gebräuchlichste Besetzung einer Brass-Section bei Soul-Bands
    Ist: Posaune/Tenor-Sax/Trompete.

    Einfachste Variante ist ein halbwegs passendes Patch herauszusuchen und ggf. nur noch abzuändern. Auf den großen Workstations (wie z.B. auf meiner X7) wird man da schnell fündig und hat schon ¾ des Patches fertig – dann nur noch kleine Korrekturen beim Attack oder das Austauschen von Einzelsounds und fertich.

    Ich möchte hier jetzt aber mal von vorne anfangen.
    Ich erstelle eine „Performance“ (heißt bei jedem Hersteller anders – will sagen einen Layer-Sound auf verschiedenen MIDI-Kanälen).
    Zuerst heraussuchen der passenden Einzel-Patches.
    - Posaune
    - Tenor-Sax
    - Trompete

    Alle Patches so bearbeiten, dass die Attack- und Release-Zeiten relativ gleich sind
    Diese Patches auswählen und die Posaune eine Oktave runter, die Trompete eine Oktave rauf transponieren. Jetzt sollten alle 3 Sounds gleichlaut zu hören sein. Evtl. muss man die Trompete etwas lauter machen, da diese meist die erste Stimme spielt.
    Nun die Patches minimal gegeneinander verstimmen +/- 0,1 cent.
    Als Effekt einen leichten chorus und etwas Kompressor drauf.

    Was jetzt kommt ist eigentlich nicht zu erklären und ich würde es als „andicken“ bezeichnen.
    Denn das ist jetzt Geschmacksache/Gehörsache/Erfahrung.
    Und es kommt auf den Tonerzeuger drauf an. Je nach dem kann man noch Analog- und/oder /Synth-Brass-Sounds LEISER darunter legen, wenn der Sound nicht genug „sticht“ hilft oft auch ein hoher Streichersound (1 Oktave über der Trompete).

    Nun sollte das alles schon ziemlich fett klingen.

    Als letztes kommt nun fast das wichtigste: die Spielweise.

    Spiel einen Brass-Sound wie eine Brass-Section ihn spielen würde.
    Wichtig sind hierbei superkurze Staccato-„Nadelstiche“, Synkopierungen (du – dap – du dap)
    Und meist zweihändige Spielweise, d.h. mit der linken hand nochmals die erste Stimme eine oder zwei Oktaven tiefer doppeln.

    Und zuletzt programmiere die Gesamtlautstärke der Performance so laut, dass sie wirklich den Rest „wegbläst“ – nur dann bringts den gewünschten Effekt.:D

    Das Ganze könnte man nun noch verfeinern wenn man die Programmierung der Sounds aus Waveforms machen würde, aber das halte ich für zu aufwändig.
    Topo hat z.b. die SRX-Karte „Brass-Section“ von Roland, darauf sind einige tolle Falls und Shakes, wenn man diese noch hinter ein Riff setzt, wird das noch realistischer,
    aber das ist „Brass-Programmierung für Fortgeschrittene“ und das sollte Euch dann wohl topo erklären.....;) :cool:

    Micha
     
  3. toeti

    toeti Threadersteller Keys Moderator

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    Erstellt: 30.08.06   #3
    Hi,

    genau sowas meinte ich. Es ist auch nur ein dap dap dap :) Grob gesagt. Ich werde dann nachher mal versuchen das umzusetzen. Sollte ich mit dem Kurzen alleine ja schaffen.

    Danke schonmal Micha.
    Gruß
    Thorsten
     
  4. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

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    Erstellt: 30.08.06   #4
    was für mich immer Sinn macht, ist in den Performances wirklich den typischen Tonumfang der darunterliegenden Instrumente zu berücksichtigen und diese dann wenn es zu hoch bzw. zu tief runter geht zu oktavieren (nach unten bzw. oben).

    Wirklich fett kommt es dann, wenn man zusätzlich zum "kleinen" Bläsersatz (Trompete, Sax, Posaune) noch ein Barisax dazunimmt und ggf. im oberen Bereich eine Hochtrompete (hi note trumpet) - diese trigger ich über einen höheren Velocitywert um noch nachlegen zu können.

    Das Aufsetzen der Patches ist dann nicht ganz einfach aber das Ergebnis überzeugt.

    ciao,
    Stefan
     
  5. toeti

    toeti Threadersteller Keys Moderator

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    Erstellt: 31.08.06   #5
    So,
    für heute hatte ich was gebaut aber so richtig gefallen hat das keinem. Klang so nach Bontempi Kinder Keyboard Bläser und sehr spitz fand ich.
    Bin ja leider kein Bläserexperte :)
    Dann hab ich wenig gebaut und ich glaube noch ne Trompete nach vorne geholt und dann klang das schon ein wenig besser.
    Das ist echt schwer.
     
  6. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 02.09.06   #6
    Hi
    Versuche mal den Blaesersound unter folgendem Aspekt zu programmieren :
    Den analogen Teil nicht nur zum Unterlegen sondern als Grundsound, dem du
    mittels Samples dann lediglich noch etwas mehr Authentizitaet verleihst.
    Hier traegt die Attackphase natuerlich am meisten dazu bei. Und hierbei
    duerfte die Trompete die schnellste und daher auch am wichtigsten Attack Phase aufweisen.

    Vorteil:
    Ein Analogblaesersound klingt von sich aus ueber die ganze Tastatur schon recht harmonisch und rund. Kein Kindertroeteneffekt.

    Der Sound ist automatisch nicht so duenn wie ein natuerlicher oder gesampelter Blaesersatz. Daher ein besseres Spielgefuehl.

    Die Programmierung ist einfacher, da der Huellenkurvengenerator nicht wie bei Samples verzoegert einsetzen muss.

    Es laesst sich bei Analogblaesern auch sehr schoen folgender Blaeser Effekt in den Sound einbauen:
    Der Sound klingt moderat ab wobei auch das Filter moderat geschlossen wird. bis zu einem Haltepunkt um dann wieder anzuschwellen, wobei das Filter
    ebenfalls wieder geoeffnet wird (gerne extrem) . Einer der wenigen Brass Effekte der auf einem Synthesizer wirklich sehr gut nachzubilden ist.
    Pitch Bender kommt weniger gut, da die Trompete eher ueber diskrete Werte die Tonhoehe biegt. Da muss man tricksen. Z.B mittels Bender einen diskreten LFO einblenden.

    Wellenformen des analogen Parts:
    Die duerften aus der Analogzeit, den 80 er Jahre noch bekannt sein.
    Saegezahn plus enger Puls fuer weitere Obertoene, also ein Rechteck mit Pulsweite ungleich 50%.
    Eine der beiden Oszillatoren um eine Oktave hoeher gestimmt.
    Pitch uber EG etwas verstimmt. Besonders in der Attack Phase.

    Die Mischung ergibt schon einen erstaunlich guten Brass Sound. Sehr viel besser als zwei Saegezaehne .

    Dazu die Samples die oben schon genannt wurden.
    Trompete, Posaune, Brass Sektion
    Mit Sax waere ich sparsam. Das geht mehr in Richtung Glenn Miller.
    ciao
     
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