Bugera 6262 Top Wiederinbetriebnahme - Rauschen, Rauchgeruch, Abschaltung -> Fehlersuche

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marc44

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Hallo zusammen,

Ich bin neu hier und wollte sehen, ob ich hier Hilfe bekommen kann, da keine geeigneten Techniker in der Region verfügbar sind. Ziel ist abzuwägen, ob das Problem wirtschaftlich behoben werden kann.

Ich besitze einen Bugera 6262 Amp (Topteil - 120 W, mit 4× 6L6GC Endstufenröhren und 6× 12AX7 Vorstufenröhren - https://www.manualslib.de/manual/310035/Bugera-6262.html?page=7), das mehrere Jahre nicht benutzt wurde.

Beim Einschalten trat nun folgendes Problem auf: Nach dem Einschalten und Vorheizen wurde zunächst kein Ton ausgegeben, sondern nur ein Rauschen. Nach wenigen Sekunden entstand ein verbrannter Geruch, und das Gerät schaltete sich selbstständig vollständig ab. Seitdem ließ sich der Verstärker überhaupt nicht mehr einschalten.

Meine Vermutung war, dass möglicherweise eine oder mehrere Endstufenröhren defekt sind oder eine Sicherung ausgelöst wurde (oder beides). Da ich mich technisch nicht ausreichend auskenne, kann ich jedoch nicht ausschließen, dass auch andere Bauteile betroffen sind.

Zur Diagnose habe ich nun die Sicherung ausgetauscht, das Gerät im Inneren von Staub befreit und es lässt sich nun einschalten. Beim Vorheizen sind keine Auffälligkeiten ersichtlich, schaltet man das Gerät dann komplett ein, leuchten die Endstufenröhren unterschiedlich (von überhaupt nicht, leicht bläulich, bis orange leichtend und bei einer dazu noch mit hellem Schleier -> siehe anhängliches Bild). Ich gehe davon aus, dass eine oder mehrere Röhren defekt sind, kann jedoch nicht interpretieren, was mit welcher Röhre los ist und ob noch andere Dinge gerade einfließen könnten.

Ein Ansatz wäre 4 neue Röhren zu bestellen und diese zu wechseln.

Vielen Dank im Voraus für eure Tips und Hilfe.

VG
Marc

P.S: die orange leuchtende Röhre mit dem hellen Schleier hat kurz nach dem Bild einen Lichtblitz von sich gegeben, woraufhin ich alles abkühlen lassen und ausgeschaltet habe.
 

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Ein Quartet 6L6 GC - matched - kostet schon mindestens 100€. Danach muss noch der Bias eingestellt werden. Kannst Du das?
Mein Ansatz wäre, das Gerät zu einem Techniker zu geben.

So nebenbei gefragt .... war beim Anschalten des Amps eine Box angeschlossen?
 
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  • #3
Hallo boisdelac, danke für Deine Antwort.

Beim ersten Versuch war der Amp mit einer Loadbox (LB120) und beim zweiten mit einer 2x12er Box, jeweils 8 Ohm verbunden. Ausgang vom Amp war auch auf 8 Ohm eingestellt.

Der Bugera hat einen Bias-Testanschluss - ich habe zwar ein Messgerät, aber aktuell keinen Anschluss dafür. Denke aber, dass es die günstigste Variante wäre, sollte ich hier im Forum erfahren, dass die Ursache tatsächlich bei den Röhren liegen dürfte.

Die einzige Antwort, die ich von einem Techniker in der Gegend bekommen habe, der nicht abgelehnt hat, war ein Angebot den Amp für 80 Euro einzuschicken und zu begutachten. Kommen dann noch Material + Arbeitskosten hinzu, befürchte ich, dass sich das ganze in eine Richtung entwickelt bei der ich auch ein guterhaltenes gebrauchtes Ersatzgerät kaufen könnte.

Hatte zunächst gehofft, jemand vor Ort könnte sich der Sache persönlich annehmen - dem war leider nicht so.
 

Wie man hier sieht, haben die Röhren ein gemeinsames fixbias .
Wenn Röhren älter werden und somit langsam etwas unterschiedlicher werden oder eine defekt ist , sterben die besseren oft an Überlastung .
Da sich die Röhren hier leider nicht einzeln einstellen lassen ist ein neuer Röhrensatz unumgänglich.
 
...und noch dazu: Alle denken bei Röhrenverstärkern immer an die Röhren, es gibt aber noch viele (!) andere mögliche Fehlerquellen und Verschleißteile.
Im Worst Case setzt du dann neue Röhren ein, die dir direkt nach Anschlaten wieder "gebraten" werden.

Aus meiner Sicht lohnt es sich da mehr, den Amp physisch zu einem Techniker zu fahren, und um einen schnellen Check und Kostenvoranschlag für eine Reparatur zu bitten. Ja, das ist Zeit und Aufwand - aber dann weißt du, woran du bist.

Alternativ suche lokal nach einem nichtprofessionellen "Verstärkerbastler", dem du das Teil gibst ... mit klaren Rahmenbedingungen, was es kosten soll/darf, und ohne Erwartungen, dass das danach wieder geht.

Ferndiagnosen auf Basis ein paar hell leuchtender Röhren sind Anhaltspunkte, aber ohne Ahnung und Messgeräte und Wissen sind sie eben nur unverifizierbare mögliche Ferndiagnosen...
 
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Da geht die komplette linke Seite in Rotglut => da liegt mehr im Argen, evtl Koppelkondensator defekt (der dadurch den Bias wegzieht) oder Komplettausfall der Biasversorgung der linken beiden Röhren durch zB einen defekt an einem der vielen Steckkontakte in dem Amp.
Als Laie kann man hier wenig machen, evtl noch kurz (falls man weiß wie es korrekt geht) den Bias an den Testpunkten verifizieren, aber dann ist normalerweise Schicht im Schacht.
Bias Schalter steht auf 6L& und nicht auf EL34?
Das Quartett ist auf jeden Fall nun nur noch Duett, die zwei linken Schwestern sind End of Life.
 
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  • #7
Danke für die vielen Antworten.

Der Bias Schalter steht nach oben auf 6L6, also passend zu den verwendeten Röhren.
Es scheint mir, dass ein Austausch der Röhren, nachdem ich Eure Antworten gelesen habe, vermutlich ein reines Glücksspiel wäre und sollte der Fehler woanders liegen ich mit 100 Euro weniger am gleichen Punkt wie jetzt stehe.

Also sollte ich mir Gedanken machen, ob die Reaktivierung hier für mich Sinn ergibt oder ich einen anderen Weg gehe, da eine "einfache" DIY-Lösung hier scheinbar nicht besteht und das Problem komplexer zu sein scheint.

In der Vulkaneifel bin ich, was Techniker angeht, nicht fündig geworden und müsste vermutlich mit dem Gerät in den Kölner Raum fahren.

Vielen Dank nochmals.
 

Viel Glück, so ein 120 Watt Monster ist im Unterhalt nicht billig............
 
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  • #9
Als ich mir den vor knapp 18 Jahren zum Abi gekauft habe, war man noch etwas grössenwahnsinnig und vlt. naiv, was so manches anging ;)
mittlerweile denke ich darüber auch anders - aber da er nunmal noch da ist, wollte ich zuerst darauf zurückgreifen bevor man was Neues sucht.
 
  • #10
....ich mit 100 Euro weniger am gleichen Punkt wie jetzt stehe.
Nicht am gleichen Punkt, das wichtigste Bauteil ist vorhanden und es dürften noch Kleinigkeiten wie Kondensatoren und Elkos hinzu kommen.

Wenn du es nicht benötigen solltest kannst du es mit der Fehlerbeschreibung auf eBay versteigern, die Geier warten schon 🪳
 
Grund: Vollzitat reduziert
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  • #11
*edit*
Danke für den Hinweis, dann ist es vielleicht in meiner Situation wirklich das einfachste das Gerät zu verkaufen und mir was kleineres (gebraucht und günstiger) zuzulegen, da ich ohnehin vorhatte über Loadbox (LB120) und Headphones zu spielen, da ich mittlerweile in einem Mehrfamilienhaus lebe...
 
Grund: edit by C_Lenny -> Vollzitat Vorpost
  • #12
Ja nicht zu vergessen der Stromverbrauch eines 100W Röhrenverstärker beträgt bis zu 200W, auch leise .
 
  • #13
das Gerät zu verkaufen
........nicht zu günstig, Gehäuse und Netzteil sind von gewissem Wert, vielleicht baut Dir jemand für kleines Geld ein 100W Endstufen Modul ein, vielseitig nutzbar.........
 
  • #14
Der Ausgangsübertrager ist nicht gefährdet, es sind Schutzdioden verbaut!
Ideal für den Käufer, versteigern währe die eine Option
Reparatur die andere.
Sollten tatsächlich einige Kondensatoren/Elko defekt sein und ein paar Widerstände, ist es hauptsächlich die Arbeitszeit die Kosten verursachen kann.
Ich persönlich würde das bias auf einzelbias umbauen und gebrauchte Röhren einbauen, bevor ich vielleicht , wenn's funktioniert, neue kaufe.
Wobei ich neue 6L6 GC habe die wesentlich schlechtere Werte aufweisen als meine gebrauchten.
 
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  • #15
Danke für die weiteren Hinweise und Tipps. Ich habe gesehen, dass es bei uns in der Stadt einmal im Monat eine offene Werkstatt/Repair Café gibt, bei der auch ehrenamtliche Elektriker zugegen sind. Vielleicht kennt sich jemand dort auch mit Amps aus und kann helfen oder sich das Gerät zumindest einmal mit professionellem Blick anschauen. Danach werde ich eine Entscheidung treffen, wie ich mit dem Gerät verfahre.
 
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  • #16
Einen Versuch ist es wert.
 
  • #17
Kannst gerne berichten, ob dir da geholfen werden konnte :)
 
  • #18
...Ich habe gesehen, dass es bei uns in der Stadt einmal im Monat eine offene Werkstatt/Repair Café gibt, bei der auch ehrenamtliche Elektriker zugegen sind. Vielleicht kennt sich jemand dort auch mit Amps aus und kann helfen ...

Wohnst du in der Ländleshauptstadt, so kannst du den Amp vorbeibringen (mehr dann via PN).

Ansonsten Repaircafé und Elektriker... Versuch ist es wert, ja. Es gibt sone und solche Repaircafés, hängt sehr davon ab, was die Helfenden dort für ein speziell benötigtes Röhrenamp-Knoff-Hoff haben. Das sollte sich bitte nicht nur auf alte Röhrenradios beziehen, wie man es dort desöfters nur antrifft. Ist kein Nörgeln! Es ist ja toll, wenn es dort Spezies hat, die wenigstens sowas noch können!

Die Fehlerpunkte hat bluesfreak dir ja schon genannt, die solltest du den Helfenden im Café unbedingt übermitteln (!).

Neue Röhren jedenfalls bringen es nicht, die ruinierst du sehr wahrscheinlich sofort. Ich tippe aus der Ferne erst mal auch auf Steckverbindungen, die die eine Seite des Bias wegziehen oder ein Thema im Netzteil.
 
  • #19
Die im Reperatur Cafe, haben aber sehr wahrscheinlich keine Röhren zur Hand, die werden welche brauchen.
Ohne die Schaltung zu verändern braucht es ein Matched Quad.
 
  • #20
Da die Anodenbleche der beiden linken Röhren glühen, ist entweder eine dieser Röhren defekt (Kathodenschluß), oder mit der BIAS stimmt was nicht. Vermutlich sind die beiden rechten Röhen noch ok.
Tip von mir: Im ausgeschalteten Zustand (Netzstecker ziehen) alle 4 Endstufenröhren ausbauen und die beiden rechten in die Äußeren Fassungen (1 +4) oder inneren Fassungen (2+3) stecken. Standby auf "on" (also kein Standby) Netschalter erstmal aus, Netzstecker ans Netz. Dann einschalten und die Röhren beobchten. Sollte das Anodenblech der linken anfngen zu glühen, sofort abschalten. In diesm Fall beide Röhren links und rechts umtauschen und nochmals einschalten. Wenn wieder die linke glüht, liegt vermutlich ein Fehler in der BIAS vor. Dann muß der Amp in eine Fachwerkstatt. Wenn keine der Röhren anfängt zu glühen, probieren, ob der Amp spielt. Er kann dann mit verminderter Leistung betrieben werden oder man setzt einen Satz neue Endstufenröhren ein. Allerdings sollte dann die BIAS eingestellt werden.
 
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