Collings Electrics - Userthread

Cryin' Eagle

Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
28.10.26
Registriert
16.05.04
Beiträge
3.165
Kekse
18.939
Ort
Fremont, CA
Hey!

Vor einem knappen Jahr habe ich mir zum ersten Mal überlegt hier einen Thread zu starten. Damals hatte eine kurze Suche im Forum allerdings keine offensichtlichen Besitzer von elektrischen Collings Gitarren ausgespuckt, und der verwandte Thread im A-Gitarrenbereich war auch nicht wirklich aktiv. Als @Disgracer gestern seinen 470 JL NGD angeteasert hat, habe ich mich sofort an meine Userthread Idee zurückerinnert: hier ist er also, der Collings Electrics Userthread.

Gibt es hier im Board weitere Besitzer von elektrischen Collings Gitarren? Falls nicht, vielleicht hilft dieser Ort ja dabei, ein paar Nutzer zu konvertieren. Collings hat ein sehr solides Programm an Solid Body, Semi-Hollow und Hollow Body Gitarren. Freunde von Gibson Designs, die auf das Gibson Logo auf der Kopfplatte verzichten können, werden hier auf jeden Fall fündig. Es gibt aber auch andere interessante Modelle, die eher in Richtung Tele, Mastery/Offset, oder Gretsch Duo Jet gehen.

Etwas Collings Geschichte (von der Collings Website; via ChatGPT schnell übersetzt, persönlich Korrektur gelesen und gekürzt + leicht umgeschrieben):
Bill Collings zog Mitte der 1970er-Jahre von Ohio nach Houston, Texas. Statt sich auf sein Medizinstudium zu konzentrieren, widmete er sich seiner Leidenschaft für Gitarren und Technik. Er arbeitete in einer Maschinenwerkstatt und begann, mit wenigen Werkzeugen auf seinem Küchentisch eigene Instrumente zu bauen. Als Sohn einer Ingenieursfamilie brachte er sowohl handwerkliches Geschick als auch eine ausgeprägte Neugier mit, wodurch er seine Fähigkeiten schnell weiterentwickelte. Schon bald spielten lokale Musiker wie Rick Gordon und Lyle Lovett seine Gitarren, und immer mehr texanische Künstler interessierten sich für seine maßgefertigten Instrumente.

Nachdem er in Houston rund fünfzig Gitarren und einige Banjos gebaut hatte, zog es ihn Richtung Westen, um sich intensiver dem Instrumentenbau zu widmen. Ein Zwischenstopp in Austin führte dazu, dass er dort blieb: Er lernte die Gitarrenbauer Tom Ellis und Mike Stevens kennen und fand in ihnen Gleichgesinnte. Zunächst arbeitete er in Toms Werkstatt, bevor er Mitte der 1980er-Jahre seine eigene kleine Werkstatt eröffnete. Dort fertigte er Flattop- und Archtop-Akustikgitarren und erarbeitete sich rasch einen Ruf für außergewöhnliche Qualität und höchste Präzision. 1989 erweiterte er seine Produktion, mietete größere Räumlichkeiten und stellte erste Mitarbeiter ein. 1992 zog er mit seiner Werkstatt in ein größeres Gebäude am Stadtrand von Austin. Mit wachsender Bekanntheit spielten bald internationale Künstler wie Pete Townshend, Joni Mitchell und Brian May seine Instrumente. Die Nachfrage stieg kontinuierlich, die Werkstatt wurde mehrfach erweitert und das Team wuchs auf 50 Mitarbeiter an. 2005 eröffnete Bill eine neue, deutlich größere Produktionsstätte mit moderner CNC-Technologie, die für präzisere und effizientere Fertigungsprozesse sorgte. Trotz dieses Wachstums blieb sein Anspruch unverändert: Instrumente auf höchstem Niveau zu bauen.

Neben akustischen Instrumenten erweiterte Bill sein Portfolio auch um weitere Bauformen. Besonders hervorzuheben ist die Einführung seiner elektrischen Gitarren im Jahr 2006. Diese Modelle überzeugten schnell durch ihre außergewöhnliche Verarbeitung und ihren charakteristischen Klang und fanden großen Anklang bei Musikern.

Nach Bill Collings’ Tod im Juli 2017 führt das Team sein Lebenswerk fort und bleibt seinem Anspruch an höchste Qualität weiterhin treu.
Ich sehe hier persönlich eine ähnliche Geschichte & Philosophie wie bei Tom Anderson Guitarworks. Was Tom & Team hauptsächlich im Kontext von Fender*-inspirierten E-Gitarren erreicht haben, hat Bill & Team für A-Gitarren & Gibson-inspirierten E-Gitarren umgesetzt.


Bisheriger Collings E-Gitarren Content im Musiker-Board - ggf. nicht vollständig:

Bin gespannt ob, und wenn ja wie, sich das hier entwickelt. IMHO sollte man sich mit Collings v.a. auseinandersetzten, wenn man für sich selbst z.B. Gibson Custom Shop vs. Gitarrenbauer debattiert. Collings bietet die Qualität eines Gitarrenbauers und ermöglicht durch sein Händlernetzwerk das vorherige Anspielen sowie einen etwaigen Spontankauf.
 

sollte man sich mit Collings v.a. auseinandersetzten, wenn man für sich selbst z.B. Gibson Custom Shop vs. Gitarrenbauer debattiert
Habe ich gerade mal online probiert. Ich kannte den Firmennamen, sonst nichts, und habe mich durch Deinen Post angesprochen gefühlt.
Immerhin gibt es, wie ich feststelle, vier Läden in Deutschland, die Collings-E-Gitarren im Portfolio haben, alle vier im süddeutschen Raum.
Nun ja, ein Einstiegspreis von 8.990,00 Euro (Station Music) ist schon mal 'ne Ansage, und die haben noch zwei knapp unter 10.000,00 €, insgesamt also drei E-Gitarren von Collings zur Auswahl. Die vierte ist nicht lieferbar... Wenn ich so eine Stange Geld für eine Gitarre ausgebe, hätte ich schon gerne etwas mehr Auswahl. Aber vielleicht ist das Angebot in den Shops in USA ja etwas breiter gefächert.

Da das Geld bei mir nicht im Blumentopf wächst, kommt noch dazu, dass eine Custom Shop Gitarre von Gibson für deutlich weniger Geld zu haben ist (ob sie qualitativ und klanglich mithalten kann, steht auf einem anderen Blatt). Und beim Gitarrenbauer bekomme ich für 10.000,00 € zwei Gitarren nach meinen Wünschen...
Trotzdem werde ich eine Collings gerne mal ausprobieren, wenn meine Wege mich mal in die Gegend eines der Läden führen.
ermöglicht durch sein Händlernetzwerk das vorherige Anspielen sowie einen etwaigen Spontankauf
Dass die Gitarren schon fertig sind, ist im Vergleich zum Gitarrenbauer natürlich ein großer Vorteil: Man kann die Gitarre vor dem Kauf testen.
"Spontankauf" in dieser Preisklasse ist für mich (leider) nicht drin...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • Ersteller
  • #3
Aber vielleicht ist das Angebot in den Shops in USA ja etwas breiter gefächert.
Etwas; mein nächster Händler hat aktuell fünf zur Auswahl und sie fangen bei $5975 an. Generell sind die Preise hier etwas niedriger angesiedelt (z.B. liegt die von Dir erwähnte 470 JL hier bei $8.2k und bei Station Music bei 9.7k EUR). Fast noch wichtiger, zumindest für mich: wir haben hier einen stabilen Gebrauchtmarkt, den es in Deutschland vermutlich nur eingeschränkt gibt. Das Problem haben aber auch andere Boutique Hersteller, z.B. Tom Anderson, basierend auf dem was ich zu höre.

Da das Geld bei mir nicht im Blumentopf wächst, kommt noch dazu, dass eine Custom Shop Gitarre von Gibson für deutlich weniger Geld zu haben ist (ob sie qualitativ und klanglich mithalten kann, steht auf einem anderen Blatt). Und beim Gitarrenbauer bekomme ich für 10.000,00 € zwei Gitarren nach meinen Wünschen...
Das hängt bei Gibson aber auch vom Modell ab; also z.B. Standard CS vs. Murphy Lab, Made to Measure, etc. ... zumindest hier sind die USD Preise vergleichbar; vielleicht wird Collings im Import überproportional teurer?!

Beim Gitarrenbauer hängt es auch schwer vom Gitarrenbauer ab. Ich habe mir damals verschiedene Gitarrenbauer angeschaut, als ich mich durch meine I-35 LC Vintage Kaufentscheidung mental durchgearbeitet habe. Da kann man für vergleichbare Gitarren auch schnell 10k+ ausgeben; bedeutet natürlich nicht, dass es auch welche für die Hälfte gibt. Toll sind vermutlich alle - nur anders.

Dass die Gitarren schon fertig sind, ist im Vergleich zum Gitarrenbauer natürlich ein großer Vorteil: Man kann die Gitarre vor dem Kauf testen.
"Spontankauf" in dieser Preisklasse ist für mich (leider) nicht drin...
"Spontankauf" war etwas blöd ausgedrückt - obwohl es sicher Leute gibt, die solche Gitarren tatsächlich spontan kaufen. Ich meinte eher, dass die Möglichkeit besteht, die Gitarre direkt mitzunehmen, wenn sie einem gefällt, nachdem man das Geld für so eine Gitarre angespart hat. Ich habe das Warten auf eine Custom 3x mitgemacht und bin jedes Mal mit einer positiven Erfahrung ratsmarschiert, aber ich bin mir nicht sicher ob ich ein viertes Mal so lange warten möchte.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich werde bei Gelegenheit noch ein ausführliches Review meiner Collings schreiben und erklären wieso ich soviel Geld für eine Gitarre ausgegeben hab.

Ganz generell sind Collings Gitarren hier in Europa extrem teuer und mMn auch in vielen Fällen ihr Geld nicht wert.
Ich war ja jetzt mehrmals bei TFOA, die durchaus diverse Collings' da haben und meine bisherige Erfahrung war eher so:
Alles gute Gitarren, aber auch klanglich nichts, was ich nicht auch für mehrere Tausender weniger bei anderen (sehr renommierten) Marken finde.
Mal als Beispiel diese Parlor, die ich diese Woche in der Hand hatte: https://www.tfoa.eu/products/collings-parlor-deluxe-cocobolo-adirondack-traditional?_pos=14&_sid=fecb70604&_ss=r
Gute Gitarre, keine Frage, Cocobolo auch ein eher ungewöhnliches Holz, das ich sehr mag, aber 14.000€?
Selbst für die Hälfte fänd ich das noch teuer und es gibt auch genug Alternativen von Martin etc, die sehr ähnlich sind.
Und so ging es mir auch mit der I30LC und I35LC.. gute Gitarren, aber kannste halt auch ne Gibson für 3000€ weniger kaufen und es der Unterschied ist nicht weltbewegend.

In Amerika ist die Preisgestaltung etwas harmloser, aber auch nicht viel. Den Gebrauchtmarkt gibt es hier halt quasi nicht. Collings sind hier nicht weit verbreitet und wer 6-10000€ für eine Gitarre ausgibt verkauft die normalerweise nicht innerhalb der nächsten Jahre.
Ansonsten kochen die mMn auch nur mit Wasser. Wer mal bei TFOA rumgehangen hat, weiß, dass man da eine ganze Bandbreite hat und jeder eine Gitarre für sich finden kann, wenn man das Geld dafür hat. Collings orientiert sich in vielen Fällen auch an Vorbildern und die bekommt man da in Holland dann eben auch.
Insofern ergibt es eigentlich wenig Sinn für die "Kopie" mehr Geld auszugeben als für das Original.

Das war so meine Einstellung bis ich die 470 JL gespielt hab.
Das ist eine so einzigartige Gitarre, dass einfach kein Vergleich da ist. Es ist im Grunde eine E-Gitarre* für Klassikgitarristen (wie mich).
Deswegen ist auch "Vom Gitarrenbauer bauen lassen" keine richtige Option. Ich glaube nicht, dass es aktuell jemanden gibt, zu dem du gehen kannst und sagen "Hey, ich will ne Gitarre, die die Dynamik und soundliche Bandbreite hat, wie eine 470 JL"
Ich hab bei TFOA diverse Premium Gitarren gespielt, von Nik Huber bis Suhr und aus den verschiedenen Custom Shops und bei allen hatte ich das Gefühl, dass es diverse Alternativen gibt.
Da kann man sich über Optik streiten und sich bauen lassen was einem gefällt, auch Griffbrettradius etc kann ein Gitarrenbauer problemlos anpassen.
Aber bei der JL hab ich einfach keinerlei Alternative jemals in der Hand gehabt.
Grad wenn man viel clean spielt.

Dieses Video hier hat mich wirklich neugierig gemacht:
Ich hatte das gesehen und fand den Sound sofort interessant, wenn er anfängt zu spielen. Sehr rund, vielfältig, ausdrucksstark etc... und dann hovert man über der Videobeschreibung und sieht, dass das einfach direkt per DI aufgenommen ist. Nur ein bisschen Hall. Kein Verstärker, kein nix. Absurd.

View: https://www.youtube.com/watch?v=oo0bTHMRt5g

Ich bin dann nach Holland gefahren, einfach weil ich mal eine in die Hand nehmen wollte, um mir selbst ein Urteil zu bilden.
Chance zu kaufen hätte ich vllt bei 1-2% gesehen. Ich war durchaus auf der Suche nach einer Gitarre, aber eigentlich hatte ich was mit P90 im Blick.
Und dann hab ich die JL ungefähr 2h nicht aus der Hand gelegt. Ich hab auch in der Zeit nix am Verstärker verstellt.
(Wenn ihr euch das Video oben anguckt, merkt ihr auch, dass der Gitarrist während er spielt, nie die Pickups umschaltet oder so, das ist alles nur ein einziger "Sound")

Insofern war es bei mir tatsächlich schon eine Art Spontankauf. Ich hab auch echt mit mir gerungen und Alternativen überlegt. Aber ich kann mir halt auch 3-4 hochwertige Gitarren kaufen.. die dann immer noch nicht das können, was die JL kann.
Für mich einfach der absolute Volltreffer.
Aber es ist eine Gitarre, die besonders für Clean großartig ist und für Fingerspieler. Da macht sie einfach Sachen, die andere E-Gitarren nicht können.
Und sie ist super leicht. Das ist tatsächlich meine Erkenntnis des Tages. Es ist eine E-Akustik-Gitarre.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • Ersteller
  • #5
Kann ich so eigentlich nur unterschreiben was @Disgracer gesagt hat. Ich schreibe gerade an einem I-30 LC und I-35 LC Vintage Review; mit dem 470 JL Review halte ich mich mit der Kenntnis, dass Du auch eins schreiben willst, zurück.

Was ich bei der I-30/I-35 Reihe noch ganz angenehm finde, ist, dass sie mit 15" etwas kleiner sind als die Alternativen von Gibson und Heritage. IMHO bekommt man neu die meiste Gitarre fürs Geld vom Heritage Custom Shop.

wer 6-10000€ für eine Gitarre ausgibt verkauft die normalerweise nicht innerhalb der nächsten Jahre.
Würde man meinen, ist hier in den USA aber nicht ganz so. Meine I-35 LC Vintage ist von 2024 und meine 470 JL ist von 2025. In beiden Fällen habe ich sie von Leuten mit ernsthafter G.A.S. Problematik abgekauft. Oder in anderen Worten von Leuten, die solche Gitarren permanent spontan kaufen, und die ~30-40% Verlust beim Verkauf locker verkraften können.
 
Ja, in Amerika gibt es einfach mehr reiche und ähm.. wie sag ich das nett.. unüberlegte Leute ;-)
Also es gibt auch einfach viel mehr Leute, die eine Collings besitzen, entsprechend gibt es auch mehr, die eine wieder verkaufen können.
Ich schätze, dass es nicht mehr als ein paar hundert 470 JL in Europa gibt.

Was ich bei der I-30/I-35 Reihe noch ganz angenehm finde, ist, dass sie mit 15" etwas kleiner sind als die Alternativen von Gibson und Heritage.
Ja. Wobei da bei mir die Unterscheidung total simpel ist: Kann ich damit auf der Couch sitzen oder nicht.
In diesem Fall: Kann ich auch mit der I-30/35 nicht. Also macht das keinen Unterschied. Bin aber von den A-Gitarren eh halt große, fette Korpusse gewöhnt ;-)
 
  • Ersteller
  • #7
Ja, in Amerika gibt es einfach mehr reiche und ähm.. wie sag ich das nett.. unüberlegte Leute ;-)
No comment 😂

Vielleicht könnte man auch sagen, dass eine weniger emotionale Bindung zu Konsumgütern besteht ;)

Ich schätze, dass es nicht mehr als ein paar hundert 470 JL in Europa gibt.
Wenn überhaupt. Bis vor Kurzem habe meine Händler vielleicht 1-2 pro Jahr bekommen - wenn überhaupt. Länger als ein paar Tagen waren sie auch nie an der Wand. Der Markt ist etwas ruhiger geworden und die Nachfrage nach der 470 JL hat sich vielleicht auch ein bisschen normalisiert. Jetzt hängen sie tatsächlich auch mal etwas länger an der Wand.

Ja. Wobei da bei mir die Unterscheidung total simpel ist: Kann ich damit auf der Couch sitzen oder nicht. In diesem Fall: Kann ich auch mit der I-30/35 nicht.
Bei mir ist die I-30 eine Couch-Gitarre; v.a. weil sie auch unverstärkt laut genug ist.
 
×
Dir gefällt Musiker-Board.de? ❤️ Lasse dir unsere neuesten Inhalte in der Google-Suche ganz oben anzeigen!
Affiliate/Werbung
Ernie Ball
Super Slinky 2223
5,70 €
Jetzt kaufen
Zurück
Oben